KTM Adventure am Berg!

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Sechs Motorräder, ein Ziel: schneller sein als alle anderen. Die KTM 1190 Adventure im Test.

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KTM 1190 Adventure – die Schnellste am Berg?

Eine Frage, die sich bereits Generationen von Motorradfahrern gestellt haben: Mit welchem Eisen ist man am schnellsten am Berg oben?! Da die mickrige 1000PS-Crew schon alleine aus logistischen Gründen nicht hunderte Motorräder die gleiche Bergstraße hinauf scheuchen kann, stellen wir die Frage etwas anders: Mit welchem Konzept ist man am schnellsten am Berg oben?! Denn wie wir doch alle wissen, können gerade auf kurvigen Bergstrecken quirlige Moperln die stärksten Monster im wahrsten Sinne des Wortes ausbremsen. Allerdings können Superbikes mit fast 200 PS auf den Zwischengeraden wieder zurück schlagen. Sechs Maschinen aus verschiedenen Kategorien mit unterschiedlichen Kubaturen müssen daher gegeneinander antreten, vom Naked Bike über die Großenduro, den Reisetourer, die Supermoto und das Superbike bis zum Luxus-Roller ist alles dabei. Die universelle KTM 1190 Adventure muss sich gegen Ducati 1199 Panigale, Triumph Trophy, BMW C 600 Sport, Ducati Hyperstrada und Triumph Speed Triple wehren.
 
Bereits die KTM 990 Adventure war ein äußerst universelles Eisen, das sowohl auf weiten Strecken als auch im engen Winkelwerk und sogar im Gelände funktionierte – die neue 1190 Adventure kann das alles trotzdem noch besser. Schon alleine der Motor, abgeleitet vom Superbike-Triebwerk der RC8 R und "gestutzt" auf 150 PS bei 9500 Touren verspricht eine ganze Menge Fahrspaß. Ebenso ähnelt das Drehmoment von 125 Newtonmeter bei 7500 Umdrehungen mehr einer Dampfwalze als einem Motorrad. Erfreulicherweise ist der Motor aber nicht das einzige Highlight der neuen Oberösterreicherin, auch der Rahmen glänzt durch Stabilität und Ausgewogenheit und die Sitzposition ist sowohl bequem als auch sportlich. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009685/ktm-adventure-ischgl-2013-11.jpg
 
Schließlich spielt auch die Elektronik alle Stückeln, das ABS kann mehrfach verstellt und somit an die Fahrweise des Piloten angepasst werden, die Spannweite des (optionalen) elektronisch verstellbaren Fahrwerks reicht von höchstem Komfort bis Supersport und die Traktionskontrolle greift sogar auf die Inputs eines Schräglagensensors zurück – professioneller geht es kaum. Dass sich die neue 1190 Adventure vor allem an fahraktive Treiber wendet, merkt man an der ansatzweise freizügigen Auslegung der elektronischen Helferlein, die zwar präzise aber spät regeln und somit sogar auf Wunsch leichte Drifts zulassen - was ihr bei der Hatz auf den Berg auch helfen sollte. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009685/ktm-adventure-ischgl-2013-3.jpg
 
Die Testmotorräder für die Touren liehen wir beim größten Motorradtestcenter in den Alpen, dem Highbike-Testcenter Paznaun . Hier gibt es bei Nächtigung im Paznauntal die edelsten Motorräder und Roller zu attraktivsten Preisen: www.highbike-paznaun.com http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009684/highbike-testcenter-2013-9.jpg
   

kot Kots Meinung: Der evolutionäre Sprung von der 990er zur 1190er Adventure ist schon beinahe absurd. Je öfter ich die Adventure fahren darf, desto mehr wird mir ihre Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz bewusst. Obwohl mich die Form nach wie vor nicht anspricht, begeistert die Funktion über alle Maßen. Mit 150 PS müsste die Adventure eigentlich als übermotorisiert gelten, wäre sie nicht so perfekt kontrollierbar und in jeder Hinsicht transparent. Der Entwicklung hin zur elektronischen Fahrerunterstützung kann sich auch KTM nicht verschließen, aber die Mattighofener verstehen es, Traktionskontrolle und ABS so einzusetzen, dass sie dem Fahrer niemals ins Werk pfuschen. Feinst abgestimmt und vorwärtsorientiert eingesetzt, hebt die Technik die Kooperation von Mensch und Maschine auf ein Niveau, das man nur erreicht, wenn man sich sehr lange und sehr intensiv mit der Entwicklung eines Motorrades beschäftigt. Vom Fleck weg die schnellsten Zeiten am Berg, ohne sich anstrengen zu müssen, Eingewöhnungsphase gleich Null. Wer hätte es jemals für möglich gehalten, dass Bigenduros einmal so schnell sein werden?


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Nasty Nils´ Meinung: Unter den Big Enduros ist die 1190er Adventure gemeinsam mit der Multistrada quasi das Superbike mit Fahrkomfort. Aufgrund der hohen Leistung und des hochwertigen Fahrwerks fährt sie locker mit den schnellen Naked Bikes mit. Sie ist außerdem in sämtlichen Passagen mit aktuellen Sportbikes mindestens auf Augenhöhe. Überlegen ist sie dann dort, wo der Bodenbelag schlecht ist und man Radien laufend ändern muss. Dann hat man mit der aufrechten Sitzposition den besseren Überblick und mit dem breiten Lenker kann man kräftigere Impulse setzen. Auf kurzen Etappen kann der Könner auf der Speed Triple aufgrund der noch satteren Straßenlage etwas schneller fahren, je länger man sich konzentrieren muss umso mehr Vorteile hat man aber im Sattel der Adventure. Hier fährt man irre schnell und gleichzeitig sehr entspannt. On Top hat man bei der Adventure ein wirklich gutes ABS, eine grandiose Traktionskontrolle und ein praktisches, elektronisch einstellbares Fahrwerk. Anders als bei anderen Reiseenduros sind die elektronischen Fahrhilfen nicht bloß Sicherheitsfeatures, sondern helfen Dir auch, schneller zu fahren. Und damit holt sie sich auch ganz souverän den ersten Platz am Berg.

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Vaulis Meinung: Ich hätte vor einigen Jahren, als Enduros höchstens 100 PS hatten, nicht gedacht, dass es jemals eine Großenduro gibt, die alles kann und dabei auch noch unerreichbar schnell ist – mit der neuen KTM 1190 Adventure ist der Fall aber nun eingetreten. Vor allem fasziniert mich an ihr diese spielerische Leichtigkeit, mit der man schnell ist. Man setzt sich drauf, fühlt sich auf Anhieb daheim und ist sofort schnell, ohne sonderlich gefordert zu werden. Ich dachte zeitweise sogar, die anderen machen eine Pause, so schnell war ich auf der KTM auf und davon. Von gewaltigen150 PS kann man logischerweise erwarten, dass sie ganz vorne mitmischen, allerdings muss die Kraft auch kontrolliert werden können, sonst dreht man ohnehin nie ganz auf. Bei der KTM tut man dies aber gerne, im mittleren Drehzahlbereich schiebt sie an wie ein Dampfkatapult um dann von 8000 bis 10.000 Touren sogar noch ein Schäuferl nachzulegen, bleibt aber stets gut kontrollierbar. Das liegt natürlich auch an der aufrechten Sitzposition, man thront erhaben oben auf, kann dank des schmalen 150er-Hinterreifens enge Kurven auch wirklich eng nehmen und insgesamt selbst auf noch so schlechten Belägen auf ein ultrapräzises Fahrwerk vertrauen. Mag also sein, dass andere auf der gleichen Maschine noch schneller am Berg oben sind, mich hat aber mit anderen Eisen keiner überholt.
 
Hier geht´s zu den anderen Bikes:
BMW C 600 Sport Ducati Hyperstrada Ducati 1199 Panigale
KTM 1190 Adventure Triumph Speed Triple Triumph Trophy SE
 
Die Tiroler Bergwertung im Detail:
Die gewählte Stecke setzt sich aus der Silvretta Hochalpenstraße und dem Stilfser Joch zusammen, beide Strecken jeweils bei trockenen und guten Verhältnissen. Die Ergebnisse ergeben einen Mittelwert, immerhin sind wir gemütliche Österreicher und fangen nicht gleich zu weinen an, wenn uns ein Auto kurzfristig aufhält und ein paar Sekunden stiehlt - was im Übrigen ohnehin bei jedem Motorrad vorgekommen ist.
  Kot Nils Vauli Gesamt
KTM 1190 Adventure 1. 1. 1. 1.
Ducati 1199 Panigale 2. 2. 3. 2.
Ducati Hyperstrada 3. 4. 2. 3.
Triumph Speed Triple 4. 3. 4. 4.
Triumph Trophy 5. 5. 5. 5.
BMW C 600 Sport 6. 6. 6. 6.
 

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Das neue Gesicht erinnert weniger an die alte Adventure sondern mehr an das KTM-Superbike RC8 R. Der Schein trügt, die neue 1190 Adventure fährt sich zwar wie ein reinrassiger Sportler, sowohl Fahrer als auch Beifahrer haben es aber sehr bequem.

Galerie KTM 1190 Adventure (21 Fotos) - hier klicken!

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Das kräftige Herz stammt aus dem hauseigenen Superbike und wurde auf "nur" 150 PS gestutzt. Die Bremse passt bestens zum Gesamtbild der 1190 Adventure, man fühlt sich sofort vertraut.

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Interessante Links:

Text: Vauli

Fotos: Kukla

Bericht vom 09.07.2013 | 38.660 Aufrufe

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