Speed Triple am Berg!

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Sechs Motorräder, ein Ziel schneller sein als alle anderen. Die Triumph Speed Triple im Test.

Speed Triple
 

Triumph Speed Triple die Schnellste am Berg?

Eine Frage, die sich bereits Generationen von Motorradfahrern gestellt haben: Mit welchem Eisen ist man am schnellsten am Berg oben?! Da die mickrige 1000PS-Crew schon alleine aus logistischen Gründen nicht hunderte Motorräder die gleiche Bergstraße hinauf scheuchen kann, stellen wir die Frage etwas anders: Mit welchem Konzept ist man am schnellsten am Berg oben?! Denn wie wir doch alle wissen, können gerade auf kurvigen Bergstrecken quirlige Moperln die stärksten Monster im wahrsten Sinne des Wortes ausbremsen. Allerdings können Superbikes mit fast 200 PS auf den Zwischengeraden wieder zurück schlagen. Sechs Maschinen aus verschiedenen Kategorien mit unterschiedlichen Kubaturen müssen daher gegeneinander antreten, vom Naked Bike über die Großenduro, den Reisetourer, die Supermoto und das Superbike bis zum Luxus-Roller ist alles dabei. Die legendäre Triumph Speed Triple muss sich gegen Ducati 1199 Panigale, BMW C 600 Sport, KTM 1190 Adventure Ducati Hyperstrada und Triumph Trophy wehren.
 

Mit welchem Motorrad sollten wir besser die Kategorie der Naked Bikes besetzen als mit der Urmutter aller aggressiven Streetfighter?! Die Speed Triple hat auch in ihrer aktuellen Version nichts von dieser herrlichen Reduzierung auf das Wesentliche und der radikalen Auslegung verloren. Da wird nach alter Tradition ein ganzes Motorrad rund um einen Motor gebaut um am Ende ein herrliches Gesamtwerk kreiert zu haben. Das kräftige Dreizylindertriebwerk mit 1050 Kubik ist mit 135 PS bei 9400 Umdrehungen und 111 Newtonmeter Drehmoment bei 7750 Touren gewiss nicht untermotorisiert und die Showa-Federelemente tendieren eindeutig in Richtung Sport anstatt Komfort was ihr für den Angriff auf den Berg eigentlich helfen müsste.

Besonders wichtig ist bei der Speed Triple natürlich die Optik, vor allem an den typischen Doppelscheinwerfern sollt ihr sie bei Tag und bei Nacht erkennen. Die Ergonomie entspricht wiederum einem modernen Naked Bike, die Sitzposition ist daher sportlich geschnitten aber immer noch aufrecht genug, um weitere Strecken in Angriff nehmen zu können. Die Bremsanlage mit radial montierten Vierkolbensätteln von Brembo samt ABS entspricht ebenfalls dem sportlichen Charakter, zieht kräftig und gut, lässt sich aber auch tadellos dosieren.

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Die Testmotorräder für die Touren liehen wir beim größten Motorradtestcenter in den Alpen, dem Highbike-Testcenter Paznaun . Hier gibt es bei Nächtigung im Paznauntal die edelsten Motorräder und Roller zu attraktivsten Preisen: www.highbike-paznaun.com http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009684/highbike-testcenter-2013-9.jpg


kot Kots Meinung: Die Speedy beantwortete in Ischgl die Frage, wieso mehr doch mehr ist. Mit der Einführung der Street Triple und ihrem sensationellen Aufstieg und Erfolg war die große Schwester nicht länger die Nummer 1 unter den britischen Nakedbikes. Wozu 135 PS, wenn auch 106 dem Zweck gerecht werden? Dazu ist die Streety um 30 Kilo leichter und wesentlich agiler als die bullige Speedy. Und schließlich klingt sie mit ihren 675 Kubik noch aggressiver und gefährlicher. Welche Argumente bleiben also noch pro Speed Triple? Eben erwähnte. Mehr Kraft, mehr Kilos, mehr Gummi (190/55-17 hinten). Sicher ist sie nicht die handlichste, was das Besteigen der Tiroler Berge über hunderte Spitzkehren bisweilen anstrengend macht. Doch sie ist reifer als die Street Triple, versteht es auch, mal geschmeidig und ohne zu nerven das Tal entlang zu gleiten, kann aus den engen Radien ihr Drehmoment von maximal 111 Nm souverän einsetzen und fühlt sich aus irgendeinem Grund vertrauenswürdiger und sicherer an. Hubraum ist eben durch nichts zu ersetzen. Seit ihrer Einführung 1994 ist die Speed Triple eine Nakedbike-Ikone und steht seit 19 Jahren prototypisch für den kraft- und charaktervollen Streetfighter. Darum bleibt sie auch nach fast 2 Jahrzehnten meine Nummer 1 von der Insel. Bei der Bergwertung reicht es jedoch nur fürs Mittelfeld.


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Nasty Nils´ Meinung: Das große Dreizylinder-Nakedbike von Triumph hat einen eigenen Charakter welcher vor allem Gasgriff-Henkern entgegen kommt. Damit meine ich erfahrene Motorradfahrer welche auch die Statur eines starken Henkers haben. Sie fährt sich ganz anders als die Street Triple, was ja sehr schlau ist, und auch anders als andere Naked Bikes in der großen Klasse. Sie hat ein unverwechselbares sattes Fahrverhalten. Sie fährt sich ungefähr so, wie Straßensportler vor 4 - 5 Jahren. Beim Einlenken verlangt sie nach deutlichem Druck am Lenker oder starker Gewichtsverlagerung. Sie ist also keine Handlingrakete. Auf der anderen Seite ist sie aber in weiten Kurven so präzise und zuverlässig, dass sie herrliche Kurvengeschwindigkeiten zulässt. Die satte Straßenlage spendet viel Vertrauen und man traut sich den Gasgriff immer recht früh zu öffnen. Der herrliche Motor mit viel Drehmoment und tollem Ansprechverhalten schiebt immer genug Dampf auf den Hinterreifen. Das ganze Paket ist pfeilschnell, solange die Radien nicht zu schnell wechseln oder der Asphalt wirklich schlecht ist. Denn die Speedy liebt saubere Linien und kein Gestochere im Winkelwerk. In dieser Disziplin sind dann Handlingraketen wie die KTM Adventure schneller. Die Speed Triple ist eine klare Kaufempfehlung an ehemalige Sportler-Fans die etwas mehr Fahrkomfort wünschen. Einsteiger bzw. Wiedereinsteiger greifen bitte eher zur kleinen Schwester Street Triple.

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Vaulis Meinung: Mit der Triumph Speed Triple komme ich insgesamt betrachtet nur schwer zurecht. Ja, sie ist stark und der bullige Dreizylinder macht auch mir enorm viel Spaß (vor allem durch diesen herrlich dumpfen Sound), das Handling ist mir aber zu störrisch. Die Speedy lässt sich schon ziemlich bitten, enge Kehren zu umrunden, ohne weites ausholen geht da nix weiter. Dafür fühle ich mich in weiteren Radien auf der Speed Triple sehr gut aufgehoben, das Fahrwerk ist präzise, der Rahmen stabil und die Britin zieht einen exakten Strich, der keine Korrekturen erfordert. Wäre gut möglich, dass diese Unhandlichkeit auf den breiten 190er-Schlapfen im Heck zurück zu führen ist, da wäre dann wohl ein 180er die bessere Wahl. Vor allem auf der Bergstrecke, wo es zu viele Spitzkehren gibt, die enorm viel Zeit kosten. Somit kann die Speed Triple meiner Meinung nach ganz froh sein, dass sie es bei der Bergwertung ins Mittelfeld geschafft hat. Wählt man allerdings eine Strecke mit weiteren Radien, sieht die Sache schon viel besser für die Speedy aus.
 
Hier geht´s zu den anderen Bikes:
BMW C 600 Sport Ducati Hyperstrada Ducati 1199 Panigale
KTM 1190 Adventure Triumph Speed Triple Triumph Trophy SE
 
Die Tiroler Bergwertung im Detail:
Die gewählte Stecke setzt sich aus der Silvretta Hochalpenstraße und dem Stilfser Joch zusammen, beide Strecken jeweils bei trockenen und guten Verhältnissen. Die Ergebnisse ergeben einen Mittelwert, immerhin sind wir gemütliche Österreicher und fangen nicht gleich zu weinen an, wenn uns ein Auto kurzfristig aufhält und ein paar Sekunden stiehlt - was im Übrigen ohnehin bei jedem Motorrad vorgekommen ist.
  Kot Nils Vauli Gesamt
KTM 1190 Adventure 1. 1. 1. 1.
Ducati 1199 Panigale 2. 2. 3. 2.
Ducati Hyperstrada 3. 4. 2. 3.
Triumph Speed Triple 4. 3. 4. 4.
Triumph Trophy 5. 5. 5. 5.
BMW C 600 Sport 6. 6. 6. 6.
 

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Als ultimativer Streetfighter darf die Speed Triple natürlich auch bei der Bremsanlage nicht schwächeln. Alle Infos die man braucht, hübsch angerichtet und gut ablesbar - so soll es sein.

Galerie Triumph Speed Triple (31 Fotos) - hier klicken!

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Das typische G´schau der Speed Triple, dass die Scheinwerfer nicht mehr ganz rund sind, verkraften wir schön langsam. Das Kraftwerk inmitten eines Kunstwerks - 135 PS und 111 Newtonmeter sprechen ja wohl eine deutliche Sprache.

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Interessante Links:

Text: Vauli

Fotos: Kukla

Fazit: Triumph Speed Triple

Mehr Kraft, mehr Kilos, mehr Gummi . Sicher ist sie nicht die handlichste, was das Besteigen der Tiroler Berge über hunderte Spitzkehren bisweilen anstrengend macht. Doch sie ist reifer als die Street Triple, versteht es auch, mal geschmeidig und ohne zu nerven das Tal entlang zu gleiten und fühlt sich aus irgendeinem Grund vertrauenswürdiger und sicherer an.


  • Kräftiges Dreizylindertriebwerk
  • sportliches Fahrgefühl
  • aufrechtes Sitzen
  • stabiler Rahmen.
  • Showa-Federelemente leicht unkomfortabel
  • störrisches Handling.

Bericht vom 02.07.2013 | 59.708 Aufrufe

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