Yamaha Super Tenere

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Ist die Super Tenere das meist unterschätzte Motorrad der letzten Jahre? Zauberwort Gesamtpaket.
 

Big Enduros - Yamaha Super Ténéré 1200

Dauertester und Guide-Motorrad des Jahres 2012. 1000PS fühlt der Ténéré besonders intensiv auf den Zahn.
 

Sie sind nicht freiwillig Freunde, sondern zwangsläufig Kollegen. kot, arlo und Vauli nutzten die Roadshows on Tour, um sich durch die Big-Enduro Palette zu testen. Drei Menschen, drei Meinungen zu BMW R 1200 GS, Ducati Multistrada 1200 S, Honda Crosstourer, Kawasaki Versys 1000, Triumph Tiger Explorer und Yamaha Super Ténéré 1200.


kot: Daten sind nur Druckerschwärze.


kotAls die neue Yamaha Super Ténéré der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, richteten sich tausende Augen auf die für uns interessantesten, aber für die Fahreigenschaften eines Motorrad in Wahrheit wenig entscheidenden Werte am Datenblatt: PS und Kilogramm. Dann werden diese Werte schnell im Kopf verglichen und ein vernichtendes Urteil ausgesprochen (eigentlich immer vernichtend, gab es überhaupt jemals gute Motorräder?): Die Super Ténéré war zu schwach und zu schwer. Traurig, dass wir glauben, Motorräder anhand dieser beiden Zahlenwerte beurteilen zu können. Das ist fast so grausam wie die unmenschlichen Modelmaße für Frauen.

Wertlos, einfach vergessen, draufsetzen und spüren, was wirklich Sache ist. 110 PS sind nicht die Welt, aber die GS hat auch nicht mehr und das stört anscheinend keinen, sonst wäre sie nicht das meistverkaufte Motorrad über 500 Kubik. 261 Kilo mögen ebenfalls kein Traumwert sein, aber wer einen Blick in die Datenblätter der mittlerweile zu einer stolzen Sippe angewachsenen Bigenduro-Familie wirft, wird erkennen, dass die Super Ténéré mit ihrem Übergewicht längst nicht mehr alleine ist. Viel wichtiger noch, ein Datenblatt hat kein Gewicht, eine Probefahrt schon. Schwerfällig? Keineswegs. Zu schwach? Kein Kraftprotz, aber immer souverän, immer flott. Und außerdem ein sehr harmonisches Gesamtpaket, das keine auffällig negativen Ausreißer hat. Alles funktioniert gut. Und das ist sehr gut.

Sie ist zwar nicht die Stärkste, aber wheelen kann sie besser als die meisten. Die Bremsen sind ausreichend dimensioniert, ihre Wirkung ist aber gerademal Mittelmaß.


Vauli: Leistung mau, Gesamtpaket wow.


Die Yamaha wäre mein absoluter Favorit, hätte ihr Motor doch etwas mehr Schmalz. Da merkt man wieder, dass Papier geduldig ist. Stolze 110 PS soll die XT1200X Super Ténéré haben und doch bleibt davon wenig übrig. Dabei beginnt alles so schön, im unteren Drehzahlbereich geht sie mit ihrem Reihen-Zweizylinder samt Hubzapfenversatz besonders kräftig ans Werk, beim Ausdrehen geht ihr dann aber leider die Puste aus. Dass ich heuer ständig mit einer GSX-R1000 unterwegs bin, könnte aber auch mein Urteilsvermögen trüben und mich gegen alles unter 150 PS unempfindlich gemacht haben. Und auch die Bremsanlage hat trotz ausreichender Dimensionierung mit Sportlichkeit eher wenig am Hut. Alles andere passt aber perfekt auf der Yamse.

Man thront aufrecht vor dem breiten Lenker, hat einen tollen Windschutz und kann dank dem komfortabel abgestimmten Fahrwerk gut und gerne mehrere hundert Kilometer am Stück unter die Reifen nehmen. Außerdem ist sie gemeinsam mit BMW GS und Triumph Explorer die Einzige, mit der ich mich ins Gelände wagen würde. Auch das Design passt da ganz gut dazu, man traut der Super Ténéré rein optisch sogar zu, an einer Rallye teilnehmen zu können. Besonders nett finde ich die Armaturen, die so klobig daher kommen, dass es schon wieder stylish wirkt.

Wir mögen das klassisch-funktionale Design der Instrumenteneinheit. Genauso eckig geformt ist die Sitzbank, aber trotzdem bequem.


arlo: Die Yam ist immer im Öl. Genau wie ich.


In ihrem mittlerweile dritten Jahr ist die Super Ténéré für echte Motorradreisende noch immer eine gute Wahl. Eigentlich wäre die wiederauferstandene Rally-Legende der bessere Namensträger für den Begriff Gummikuh, der aber bereits seit langer Zeit von der BMW GS getragen wird und die das heute sicher nicht mehr verdient hat. Die Yamaha ist gutmütig, gelassen aber auch etwas träge. Definitiv nicht die richtige Wahl für den Infight auf der Hausstrecke, da ist man mit der Multi sicher besser bedient. Doch auf langen Etappen kann die ST ihre Stärken gut ausspielen. Die komfortable Sitzposition in Verbindung mit dem großen Tankvolumen ermöglicht lange Fahrten am Stück, der gutmütige Motor überfordert in keiner Situation.

Echte Abenteurer werden die Gummifüllung der Fußrasten nicht brauchen. Unser Arlo zum Beispiel ist ein echter Abenteurer. Er macht's auf Reisen auch immer ohne Gummi.

Hinzu kommt die technische Zuverlässigkeit, die man von Yamaha mittlerweile schon seit Jahrzehnten kennt. Das bestätigt uns auch die ST aus unserem Roadshow Fuhrpark. Als eine der wenigen braucht die Yam auch nach knapp 8 Tausend Kilometern kein Öl oder sonstige technische Zuwendung. Die Yamaha besticht nicht durch Superlative in einzelnen Wert(ung)en, sondern ist frei von Fehlern und leistet sich keine gröberen Schnitzer - in Summe gutes Motorrad, nicht mehr und nicht weniger.


 

Technische Daten
Yamaha Super Tenere 1200

Gebrauchte
Yamaha Super Tenere 1200


Interessante Links:

Fotos: 1000ps

Fazit: Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser

Kein Kraftprotz, aber immer souverän, immer flott. Und außerdem ein sehr harmonisches Gesamtpaket, das keine auffällig negativen Ausreißer hat. Alles funktioniert gut. Und das ist sehr gut.


  • Kräftiger Motor
  • angenehmes, komfortables Fahrwerk
  • geländebeständig
  • gutes Design.
  • Unsportliche Bremsanlage
  • relativ hohes Gewicht.

Bericht vom 11.07.2012 | 67.901 Aufrufe

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