Schotter Reise mit der Tenere 700

Friaul und Kärnten Offroad

Mit der Yamaha Tenere 700 unterwegs in Kärnten in der Friaul. Im Oktober genossen wir noch einmal die Freiheit auf der Enduro.

Wenn das Ende der Schönwettersaison näher rückt, fahren wir gerne noch einmal ein paar Kilometer in Richtung Süden. Eigentlich war eine große Balkantour geplant, doch logistisch ist das im Moment nicht so angenehm. Daher verlagerten wir die Tour nach Kärnten und in die Friaul. Denn diese Region hat auch im Jahr 2020 noch einige wunderschöne Schotterstrecken zu bieten. Wolf "Bike on Tour" stand als kompetenter Reisepartner zur Verfügung. Ich selbst fuhr mit unserer Tenere 700, Wolf war auf einer Triumph Tiger 900 Rally Pro unterwegs.

Eindrücke von der Tour und viele Bilder haben wir in der Bildergalerie für euch zusammengestellt.

Preis Yamaha Tenere 700

Das Angebot an Gebrauchten Tenere 700 ist im Moment noch sehr überschaubar. Das ist grundsätzlich ein gutes Zeichen. Kaum jemand gibt die Tenere 700 wieder her. Kunden sind grundsätzlich sehr zufrieden mit der Maschine. In Österreich findet man Vorführmotorräder um rund 10.000 Euro im 1000PS Markt. In Deutschland sind Fahrzeuge ab rund 8.500 Euro mit wenigen Kilometern zu bekommen. In der Schweiz sind einzelne Modelle ab 10.000 Euro bei Händlern als Vorführmodelle zu kriegen. Doch selbst neu ist die Tenere ein unglaublich günstiges Motorrad mit einem phantastischen Preis/Leistungsverhältnis.

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Unsere Tourenbasis

Als Basis für unsere Tour gingen wir kein Risiko ein. Wir setzen wieder auf Profis aus der MoHo Kette. Diesmal waren wir 2 Tage in Kärnten beim Gailtaler Hof. Hier kann man tolle Touren in alle Richtungen starten. Für uns interessant waren die kurzen Wege in die Friaul. Erstmals ausprobiert habe ich diesmal auch das Hotel Bellavista in der Friaul. Dort waren wir noch ein wenig näher an der Schinkenmetropole San Daniele del Friuli.

Der Routenverlauf unserer Tour

Leider ist es ab einer gewissen Reichweite nicht mehr ratsam Offroad-Strecken als Tourendownload anzubieten. Denn nicht alle Motorradkollegen benehmen sich in sensiblem Gelände so, wie sie sollten. Also auf Staub- und Lärmentwicklung achten! Keine Flurschäden verursachen und auch keine Furchen auf einer Schotterstraße ziehen. Viel zu viele tolle Strecken wurden schon mit einem Fahrverbot versehen. Bei unserer Tour fuhren wie die Strecken unter der Woche, bei eher wechselhaftem Wetter unter der Woche im Oktober. Klarerweise wäre die selbe Tour an einem perfekten Wochenende im Sommer nicht so ratsam. Doch einen guten Überblick über den Verlauf der Tour und die Streckenabschnitte kriegt man mit meinen Instagram-Stories entlang der Strecke.

Die Highlights der Tour

  • Straniger Alm, - Bitte rücksichtsvoll und langsam fahren! Am Wochenende bei Wanderern in Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren!
  • Panoramica delle Vette, - Im Moment keine komplette Durchfahrt möglich. Wir konnten nur von der Seite Tualis einfahren und mussten kurz nach dem Gipfel wieder den gleichen Weg zurücknehmen.
  • Der Monto Zoncolan selbst ist immer wieder eine Reise wert. Die Auffahrt ist zwar asphaltiert, doch die Straßen sind eng und im Oktober auch einsam. Südlich vom Zoncolan kann man entlang von kleinen Nebenstraßen eine feine Tour absolvieren. Her findet man Alternativen zu den Hauptstraßen im Tal von Zuglio nach Fusea und weiter nach Lauco.
  • Eine Beispieltour mit einigen schönen Offroadpassagen haben wir zusammengestellt. Bitte entlang dieser Tour rücksichtsvoll fahren! Wir würden sie gerne selbst auch noch öfters genießen.
  • Zouf Plan - Ist zwar nur eine Einbahnstraße, doch das Panorama am Gipfel ist toll. Die Auffahrt beginnt auf Asphalt, wird dann zu Schotter und oben auch relativ grob. Eine wunderbare Endurostrecke.
  • Wer liebe auf Asphalt unterwegs ist, darf die Strecke Verzegnis - Sella Chianzutan nicht verpassen. Die Strecke wird auch als Bergrennstrecke genutzt und bietet bei gutem Wetter feines Terrain für Supermotos oder Enduros mit tollen Straßenreifen.

Insgesamt hatten wir mit unserer Tour den wohl optimalen Zeitpunkt erwischt. Warum auch immer - die Hotels in der Region haben von zahlreichen Stornos berichtet. Doch sowohl Kärnten als auch Norditalien war zum Reisezeitpunkt ein Covid19 Risikogebiet. Es gab auch keinerlei bürokratische Hürden. Es war einfach ein wunderbarer Urlaub mit unglaublich wenig Verkehr auf den Strecken und schönen und einsamen Erlebnissen auf den Gipfeln. Alles Gute wünsche ich jedoch den gebeutelten Tourismusbetrieben in der Region!

Die Ausrüstung auf der Tour

Erstmals ausprobiert habe ich bei dieser Tour die Daytona Trans Tour GTX Endurostiefel. Der Stiefel ist für Enduroreisen konzipiert und war somit für mich eine interessante Wahl. Denn ich erwartete abwechslungsreiches Wetter und durchaus auch sehr tiefe Temperaturen. Die Stiefel sind durch die Gore Membrane wasserdicht und atmungsaktiv. Die hochwertigen und hochpreisigen Stiefel sind offenbar für die Ewigkeit konstruiert. Das Verschleißteil an der Sohle - also dort wo man auf den Rasten steht - ist austauschbar konstruiert. Die Stiefel kosten zwar 499 Euro sind für mich aber ein grandioser Schnittpunkt aus Komfort und Protektion!

Ebenfalls neu im Einsatz war für ich der Revit Offtrack Anzug. Er ist relativ leicht und damit für härtere Offroad-Einstäze konzipiert. Eigentlich wollte ich ihn im September bei einer Offroad-Tour in Spanien einsetzen. Die Passform und der Tragekomfort sind hoch. Das leichte Tragegefühl vermittelt wenig Sicherheitsgefühl bei schnellen Asphaltabschnitten. Die Kombi ist definitiv eine waschechte Offroad-Lösung fürs große Abenteuer. Wenn der Focus auf schnellen Straßenetappen liegt, würde ich eher zu einer anderen Lösung greifen. Hervorragend sind dann natürlich die Belüftungsoptionen und auch die gesamte Haptik in der Praxis. Reissverschlüsse, Taschen und die gesamte Bedienung funktionieren im rauen und schmutzigen Gelände einfach gut. Die Jacke kommt auf ca. 400 Euro. Die Hose ist ab rund 250 Euro zu haben.

Garmin Zumo XT

Kein Geheimtipp mehr ist unsere klare Empfehlung für das Garmin Zumo XT. Das Gerät ist wie gemacht für diese Tour. Denn es bietet einerseits die Navigation mit Routingfunktion entlang der befestigten Straßen. Abseits der routingfähigen Wege kann man auf das vorinstallierte topgraphische Material zurückgreifen. Hier kann man dann entlang seiner vorab vorbereiteten Tracks weiterfahren oder live im Gelände navigieren. Das Kartenmaterial ist gut und eignet sich auch hervorragend zum Ausprobieren von neuen Wegen. Das Gerät kostet je nach Händler zwischen 450 und 500 Euro.

Die Tenere 700 unterwegs auf unbefestigten Straßen

Mittlerweile hat die Tenere 700 3.000 km auf der Uhr. Technische Probleme gab es mit der Maschine natürlich noch nicht. Je länger man mit der Maschine unterwegs ist, umso besser wird sie. Auch nach langen und zähen Etappen mit groben Schotter und vielen Wendungen ist man am Abend locker und entspannt. Auf der Maschine fällt alles so leicht. Ein wunderbares Motorrad. Doch natürlich ist auch sie nicht perfekt. Den günstigen Preis merkt man ein wenig bei den Vorderbremsen. Sie machen brav ihren Dienst, können aber mit den Topmodellen nicht mithalten. Bei Fahrten im Stehen stößt man immer wieder mit dem rechten Fuß an den Kupplungsdeckel. Auch der Fußbremshebel ist bei langen Bergabpassagen etwas fummelig zu erreichen. In dieser Disziplin "Ergonomie" hat im Moment KTM immer noch die Nase vorne. Der Motor war für diese Tour wunderbar dimensioniert. Doch wir waren diesmal ja auch ohne Sozius und mit wenig Gepäck unterwegs. Für lange Etappen auf der Autobahn gibt es bessere Motorräder. Doch eines ist fix: Die Dauertest Maschine wird im Fuhrpark bleiben und am Ende ihrer Dienstzeit bei 1000PS einen feinen Platz in meiner privaten Garage bekommen.

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Bericht vom 10.10.2020 | 8.786 Aufrufe

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