Kawasaki Z 900 SE im Test auf der Landstraße

Upgrade mit schärferen Bremsen und verbessertem Fahrwerk

Mit Öhlins Fahrwerk und scharfen Brembo Bremsen zum vollendeten Glücksgefühl? Dieser Frage ging Mex im Landstraßentest nach. Auch 2022 muss die Z900 immer noch ohne Quickshifter und schräglagenabhängigen Assistenzsystemen auskommen. Dennoch ist sie ein Garant für Fahrspaß. Seit dem jüngsten Upgrade in Sachen Fahrwerk und Bremse erst recht. Reicht das um zu überzeugen?

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Die Kawasaki Z 900 ist seit 2017 am Markt und wurde zuletzt 2020 mit kleineren Updates versorgt. Sie ist unkompliziert, zugängig, zuverlässig und stellt mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkendes Monument unter den japanischen Naked Bikes dar. Dennoch ist immer wieder leise Kritik aus der Community zu vernehmen. Der Wunsch nach schräglageabhängigen Assistenzsystemen oder auch einem zeitgemäßen Quickshifter ist da. Die Marktbelgeiter Yamaha, KTM, Triumph, etc. - sie alle haben bereits vorgelegt.

Für 2022 war es nun soweit, Kawasaki hat mit der SE ein neues Top-Modell in der Z900 Familie enthüllt. Doch wider mancher Erwartungshaltung wurde nicht die Elektronik am neuen Mitteklasse Flaggschiff verbessert, sondern an Fahrwerk und Bremse Hand angelegt. Im Detail sehen die Änderungen wie folgt aus:

  • ÖHLINS S46-Federbein
  • überarbeitete 41 mm Upside-down-Gabel
  • Brembo M4.32-Bremssättel mit 300 mm Brembo-Bremsscheiben
  • Stahlflex-Bremsleitungen
  • Sonderlackierung

Kawasaki Z 900 SE überzeugt mit unverändert guter Motorisierung

Auf der Landstraße schnurrt der 948 Kubik Vierzylinder souverän und seidig wie eh und je. Der Antrieb ist bekannt und die Qualitäten dieses Motors über jeden Zweifel erhaben. Mit den 125 PS und 98,6 Newtonmeter surft man im öffentlichen Verkehr mehr als ausreichend motorisiert durchs kurvige Geläuf. Der Motor hängt perfekt am Gas, hat kaum Lastwechselreaktionen und verwöhnt mit toller Laufkultur. 50 km/h im 6. Gang durch die Stadt? Kein Problem! Geschmeidig beschleunigt man hinterher auch wieder mit voll geöffnetem Gasgriff aus dem Ortsgebiet.

Seit dem letzten Facelift im Jahr 2020 finden auch großgewachsene Fahrer und Fahrerinnen perfekt auf der Z900 Platz. Die Sitzposition wurde hier etwas entschärft. Der Kniewinkel samt Position des Oberkörpers fällt aber nach wie vor sportlich aus und passt wunderbar zum Charakter des Fahrzeugs. Insgesamt glänzt die Z 900 SE schon im Stand mit ihrer feinen Sonderlackierung und den güldenen Fahrwerksteilen wirklich verführerisch. Ob sich dieser Eindruck dann auch im Fahrbetrieb bestätigt?

Kawasaki Z 900 SE glänzt mit verbessertem Fahrwerk im Landstraßenbetrieb

Bereits auf den ersten Metern ist ein strafferes Grundsetup in der Dämpfung wahrnehmbar. Nicht nur das bereits erwähnte Öhlins S46 Federbein hat Einzug gehalten, auch die einstellbare 41mm Upside-Down-Gabel hat neben der frischen Optik mit goldenen Holmen, eine überarbeitete Cartridge spendiert bekommen. In diesem Trimm liefert sie im Vergleich zur "Standard Z" ein satteres Ansprechverhalten samt deutlich kernigerem Feedback. Jegliche Art von Schaukelbewegungen halten sich selbst bei provozierten Manövern in angenehmen Grenzen. Bei gehobenem Tempo bietet die SE spürbar mehr Reserve und Transparenz. Richtig üppig fällt die Schräglagenfreiheit aber dennoch nicht aus. Regelmäßig kratzen bei beherzter Fahrt in Schräglage die Rasten über den Asphalt. Für die Landstraße definitiv noch voll in Ordnung, aber spätestens bei eventuellen Ausflügen auf die Rennstrecke könnte sich die mangelnde Schräglagenfreiheit als Spaßbremse outen. Das subjektive Feeling im Sattel sagt: Motor und Chassis könnten noch mehr!

Mehr kann auch die Bremse! Herrlich, wie knackig und perfekt dosierbar die neue Brembo-Anlage samt Stahlflex-Leitungen zupackt. Passend zur Brembo Hardware am unteren Ende gibt es von Kawasaki auch eine neue Nissin Radialbremspumpe mit verstellbarer Hebelweite spendiert. Mit diesem Setup bleiben selbst unter sportlichsten Bedingungen keine Wünsche offen. Eine rundum saubere Lösung, welche zum hochwertigen Gesamteindruck der SE passt.

Kawasaki Z900 SE seit Januar 2022 im Handel verfügbar

Die neue Z900 SE ist bereits im Januar im Schauraum der Händler zu bewundern. Je nach Land liegt sie um etwa 1500 Euro über dem Basismodell. Wenn man bedenkt, dass alleine das Öhlins S46 Federbein im Aftermarket mit rund 600 Euro zu Buche schlägt ist dies ein wirklich guter Deal für alle die es mit der Z 900 künftig noch sportlicher angehen möchten.

Fazit: Kawasaki Z900 SE

Mit Öhlins Fahrwerk und scharfen Brembo Bremsen wurde die japanische Nakedbike-Ikone für 2022 weiter verfeinert. Der Antrieb ist bekannt und die Qualitäten dieses Motors über jeden Zweifel erhaben. Mit dem neuen Fahrwerk rüstet man die Z 900 für noch sportlich orientierteres Publikum. Ansprechverhalten der Federelemente und die erhöhte Reserve machen sich deutlich positiv bemerkbar. Bei alledem geht der Preis auch wirklich in Ordung. Nur auf schräglageabhängige Assistenzsysteme und einen Quickshifter warten wir immer noch vergeblich.


  • grandioser Motor
  • toll ansprechendes Fahrwerk
  • starke Bremse
  • wertige Verarbeitung
  • angenehm sportliche Sitzposition
  • edle Lackierung
  • hochwertiger Gesamteindruck
  • Federbein nicht voll einstellbar
  • keine schräglageabhängigen Assistenzsysteme
  • fehlender Quickshifter
  • Schräglagefreiheit bei Trackdays

Bericht vom 23.07.2022 | 8.438 Aufrufe

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