Hyper Naked Bike Vergleich 2021 - Kawasaki Z H2 SE

Die mächtige Japanerin gegen BMW, Aprilia, Ducati KTM und Triumph

Die Königsklasse unter den Naked Bikes! Mit bis zu 208 PS(!) darf man getrost von Hyper-Naked Bikes sprechen, denn wirklich schwach ist keine in unserem Sextett und die Performance ist bei allen phänomenal. Besonders beeindruckend war die Kawasaki Z H2 SE mit ihrem unglaublich druckvollen Kompressor-Motor, der alle anderen Hyper-Nakeds brachial an die Wand spielt. Aber bekommt sie damit auch die meisten Punkte in unserem nackten Wahnsinn?!

Was macht ein, gegenüber der Leichtesten in diesem Sextett fast 40 Kilo schwereres Naked Bike in der Liga der Hyper Nakeds? Nun, erstaunlich gut funktionieren, muss ich am Ende zugeben! Ja, die Kawa Z H2 SE schiebt des Gewichts wegen natürlich am meisten zum Kurvenausgang hin und man muss im Vergleich zu ihren Kontrahentinnen schon ordentlich arbeiten, um im engen Winkelwerk mitmischen zu können. Da haben die beiden leichtesten BMW S 1000 R und Triumph Speed Triple 1200 RS klare Vorteile, aber auch die KTM 1290 Super Duke R lässt sich wiederum wegen ihrer aufrechteren Sitzposition und ihres breiten Lenkers besser steuern - wäre der Lenker der Z H2 SE doch nur ein bisschen breiter, würde es ihr schon sehr helfen!

Die Kawasaki Z H2 SE wird Kompressorsau genannt - eine Ehre!

Wird das Schlachtfeld, also die Kurvenradien aber nur ein bisschen weiter, so kann die Kawa alle Anforderungen schon richtig gut erfüllen. Geht es nämlich um Komfort und vielleicht sogar Tourentauglichkeit, kommt an der Z H2 SE keine andere vorbei - schon alleine wegen ihrer ausladenden Verkleidung und dem daraus resultierenden guten Windschutz. Auch das Fahrwerk macht dabei seine Sache äußerst gut und souverän. Bei all dem Lob habe ich das Beste an der Kawa aber noch gar nicht erwähnt: Das abartig kraftvolle Kompressor-Triebwerk! Die Ducati Streetfighter V4 S hat 8 PS mehr? Schon möglich, bei der Kawa scheint es aber so, als würden sich tatsächlich alle 200 Pferde ab Standgas versammeln und bis zum Begrenzer permanent im völligen Einklang an der Kette zerren. Tibor hat es meiner Meinung nach mit nur einem Wort ausgezeichnet beschrieben: Kompressorsau! Das Turbo-Zwitschern, das beim Gaswegnehmen unüberhörbar ist, gibt mir dann überhaupt den Rest - ein traumhaftes Triebwerk, das diesen Namen auch wirklich verdient.

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Als Hyper-Naked müsste die Kawa Z H2 SE ein paar Kilo abspecken

Warum ich dennoch nur 2 Punkte an diese Potenzpille vergebe? Weil ich ganz einfach ein bisschen traurig bin, dass Kawasaki diesen wunderbaren Murl eben in ein vergleichsweise schweres Motorrad gesteckt hat, das mich auch optisch nicht einmal ansatzweise begeistert. Hätte die Z H2 SE eine minimalistische Front wie die fünf anderen Hyper Nakeds und würde sie damit wenigstens 20 Kilo weniger auf die Waage bringen, wären es fix die vollen 4 Punkte geworden. Tja, man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Die Wertung der sechs Fahrer für die Kawasaki Z H2 SE:

Nils 4, Mex 2, Vauli 2, Poky 3, Tibor 2, Zonko 4. Insgesamt 17 Punkte von 24 möglichen Punkten (maximal 4 Punkte pro Fahrer). Ein solider Platz 4 in diesem Vergleich.

Mex´s Meinung zur Kawasaki Ninja Z H2 SE:

Ein Halleluja auf den Kompressor Motor. Er macht die ZH2 zu einer echten Besonderheit. Untypisch für einen Reihen-Vierzylinder liegt dank Aufladung schon in niedrigen und mittleren Drehzahlen ein enormer Druck an. Die Laufkultur des Aggregats ist dabei mustergültig. Fein Dosierbar in jedem Drehzahlbereich, sanft in der Gasannahme, durchgehend nahezu Vibrationsfrei und mit 200 PS Spitzenleistung stets extrem Kraftvoll. Die zwitschernde Geräuschkulisse, wenn das Bypassventil überschüssigen Druck ablässt, ist ebenso Einzigartig. Die Kawasaki Z H2 ist aber aus meiner Sicht kein Power Naked im klassischen Sinne. Ihre entspannte, integrierte Sitzposition, sowie auch die voluminöse Ausformung der Frontverkleidung, vermittelt ein wenig Touring-Charakter. Der Windschutz geht für Naked Bike Verhältnisse mehr als nur in Ordnung. War in der 2020 vorgestellten Standard-Variante die Fahrwerks-Abstimmung ist merklich auf Komfort getrimmt, kann sie nun in der SE - dank Elektronik - mit wenigen Klicks im Cockpit auch deutlich sportlicher. Nur wenn es wirklich beherzt zur Sache geht, merkt man das (rund 30 Kilogramm) höhere Gewicht im Vergleich zur Konkurrenz doch spürbar. Nicht zuletzt bringt die Kawasaki Z H2 SE auch an Sicherheits- und Komfort-Ausstattung das volle Programm mit sich. Anmerken muss ich hier nur, dass der Quickshifter gerne ein wenig feinfühliger Arbeiten könnte.

NastyNils´ Meinung zur Kawasaki Ninja Z H2 SE:

Die ZH2 SE ist ein herrlich unvernünftiges Motorrad. Sie punktet jedoch mit der prachtvollen Kombination aus legerer Sitzposition mit bestialischer Beschleunigung. Die Maschine fährt man gerne auch auf Touren und auf den Geraden kennt sie keine Gegner! Das Drehmoment ist immer und überall vorhanden und der drehfreudige Motor hängt gierig am Gas. Das höhere Gewicht wird einige Käufer abschrecken, beim Vergleichstest verlor sie auf der Landstraße jedoch keine Sekunde. Das neue Fahrwerk zaubert einige Pfunde gekonnt weg.

Pokys Meinung zur Kawasaki Ninja Z H2 SE:

Kein anderes Motorrad im Vergleich hat mich dermaßen in Angst und Schrecken versetzt. Auf der Z H2 SE ist man allerdings seines eigenen Glückes Schmied. Dieser Kompressor-Motor ist ein Gedicht und man kann ihn auch wunderbar zivilisiert bewegen, aber wehe man dreht voll am Gasgriff! Gut gemeinter Rat: Die Lebensversicherung sollte beim Kauf der Kawa sicherheitshalber aufgestockt werden. Wobei sie deutlich besser fährt (Skyhook-Fahrwerk) und bremst (Brembo Stylema) als ihre 2020 präsentierte Standard-Schwester. Natürlich merkt man das Gewicht von 238,5 Kilogramm beim Anbremsen und auch in schnellen Wechselkurven, beim Gas aufmachen wird man aber jedes Mal aufs Neue voll entschädigt. 3 Punkte für den Kompressor-Irrsinn!

Tibors Meinung zur Kawasaki Ninja Z H2 SE:

Die Kawa Kompressorsau möchte eines sein: Beides. Eine aufrechte Sitzposition - hier kommt die Einschränkung durch den möglichen Sitzbereiche und ein schmaler Lenker machen sie zum Tourer. Der starke Dampfhammer, die aggressive asymmetrische Front und die absolut hochwertig daher kommende Optik zum Power Naked Bike. Ich wünsch mir von beiden jedoch nur eins. Vorsicht: Das Kompressorsurren bei der Gasrücknahme macht süchtig.

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Zonkos Meinung zur Kawasaki Ninja Z H2 SE:

Dass ich dem 240 kg Bomber in diesem hochkarätig besetzten Feld die vollen vier Punkte gebe, liegt nicht an meinem Faible für Außenseiter, sondern am Motor. Der 1000er Reihenvierer mit Kompressor setzt einen derartig vereinnahmenden Druck frei, dass alles andere zur Nebensache wird. Unfassbar mächtig! Da das elektronische SE-Fahrwerk top arbeitete und ich mit der Bremse, den Hilfssystemen und der Sitzposition perfekt zurechtkam, sah ich keinen Grund für einen Punkteabzug, obwohl natürlich klar sein muss, dass die Z H2 SE am Racetrack keine Meter hätte.

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Fazit: Kawasaki Z H2 SE

Was für ein Naked Bike! Die Kawasaki Z H2 SE besitzt eine Sache, die absolut süchtig macht: Ein Kompressor-Triebwerk, das wie ein Dampfkatapult arbeitet! Die 200 PS aus exakt einem Liter Hubraum scheinen sich tatsächlich bereits ab Standgas zu vereinen und zerren bis zum Begrenzer gemeinsam an der Kette. Mangelnde Stabilität kann man der Z H2 SE ebenfalls nicht vorwerfen, das elektronisch verstellbare Fahrwerk leistet gute Arbeit und vermittelt vor allem ausreichend Komfort. Mit fast 240 Kilo fahrfertig ist die Kawa natürlich kein Leichtgewicht und will schon ordentlich in die Radien gedrückt werden, aber als unhandlich darf man sie auch nicht bezeichnen. Ein etwas breiterer Lenker würde ihr schon dabei helfen. Die Optik ist klarerweise Geschmackssache, jedenfalls bietet die ausladende Front einen vergleichsweise guten Windschutz.


  • unfassbar starker Motor
  • das elektronische Fahrwerk bietet Komfort
  • eigenständige Optik mit gutem Windschutz für ein Naked Bike
  • gute Bremsanlage
  • Hohes Gewicht
  • etwas zu schmaler Lenker

Bericht vom 23.05.2021 | 7.667 Aufrufe

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