Enduro Neuheiten 2017

Enduro Neuheiten 2017

Was tut sich 2017 bei den Big-Enduros?

Am Sektor der Reiseenduros bringen vorerst zwar nur zwei Hersteller neue Modelle für 2017, die dafür gleich 9 Stück! KTM spreizt das Adventure-Sortiment mit 5 Bikes noch weiter auf, Suzuki erneuert die gesamte V-Strom-Familie.

Die hohe Zahl an neuen Reiseenduros ließe mich auf den ersten Blick vermuten, dass mindestens fünf Hersteller neue Geräte für 2017 bringen. Doch weit gefehlt, es sind vorerst (die EICMA im November bringt uns vielleicht noch weitere Überraschungen) nur zwei Hersteller: KTM bringt gleich fünf neue Adventures - 1090 Adventure, 1090 Adventure R, 1290 Super Adventure S, 1290 Super Adventure R und 1290 Super Adventure T. Aber auch Suzuki fährt eine volle Ladung auf, gleich vier V-Stroms werden erneuert - V-Strom 1000, V-Strom 1000 XT, V-Strom 650 und V-Strom 650 XT.

KTM 1090 Adventure 2017:

Die 1090er Adventure ist der neue Einstieg ins Abenteuerland von KTM. Statt 95 PS liefert der LC8 V2 nun stolze 125 PS. Wer bei der Versicherung sparen will, kann sie aber auch mit 95 PS haben und dann zusätzlich auf 48 PS drosseln lassen, womit sie A2-Führerschein-tauglich wird. Die Möglichkeiten haben sich also erweitert. Bei aller Sportlichkeit soll die 1090 Adventure ein genügsames und damit auch im Unterhalt günstiges Motorrad sein. Wichtiger ist natürlich der Spaß an der Freude, der bei einem Trockengewicht von nur 205 kg sicher nicht zu kurz kommt. Die 1090er ist in der Grundkonfiguration auf den Straßenbetrieb ausgelegt, die Gussfelgen sind mit Metzeler Tourance Next in den Größen 110/70-19 bzw. 150/70-17 bezogen und bieten beste Performance auf trockener wie nasser Fahrbahn.

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Volles Elektronik-Paket auf der KTM 1090 Adventure

Ab Werk sind zudem elektronische Goodies wie die Traktionskontrolle (TC) und ABS mit verschiedenen Betriebsarten sowie die KTM-Fahrmodus-Technologie an Bord. Mit dem optionalen „Offroad-Paket“ kommen zudem speziell abgestimmte Geländemodi dazu. Die Einstellungen sind am LC-Display sofort ablesbar und per Menüschalter intuitiv konfigurierbar. Das Koffersystem kommt ohne Montagematerial aus, alle Teile sind bereits am Motorrad verbaut. Sportlichkeit und Ergonomie gleichermaßen bedient KTM mit verstellbaren Fußrasten, Handhebeln, sowie Windschild und Lenker. Für das Abenteuer abseits asphaltierter Wege ist die 1090er mit 185 bzw. 190 mm Federweg ebenfalls gerüstet. Soviel Motorrad gibt’s selten zum Einstieg.

Enduro Neuheiten 2017:

KTM 1090 Adventure R 2017:

Bereits die 1090 Adventure überzeugt mit ausgeprägter Geländetauglichkeit, die wahre Offroaderin ist bei den "Kleinen" Adventures aber eindeutig das R-Modell. Bereits durch den orange lackierten Rahmen ist sie eindeutig identifizierbar und bietet insgesamt einen aggressiveren, härteren Look. Damit sie noch härter im Nehmen ist, schützt sie sich mit dem farblich passenden Sturzbügel, der Tank, Kühler und Motor vor dem Schlimmsten bewahrt. Auf die extrem robusten Drahtspeichenräder sind ab Werk schlauchlose Continental TKC 80 Twinduro Stollenreifen aufgezogen. Alternativ dazu stehen dem Fahrer eine Vielzahl verschiedener Straßen- und Geländereifen in den Dimensionen 90/90-21 und 150/70-18 zur Verfügung.

Mehr Offroad und mehr Leistung auf der KTM 1090 Adventure R

So wie bei der 1090 Adventure werden die 125 PS aus dem 1.050 ccm 75°-V2 auch mit Hilfe der Traktionskontrolle und über das Ride-by-Wire optimal auf den Untergrund übertragen. Je nach gewähltem Modus lässt die Traktionskontrolle unterschiedlich viel Schlupf am Hinterrad zu. Die Bedienung ist intuitiv und am großen LC-Display übersichtlich abzulesen. Für eine bessere Ergonomie lassen sich Lenker, Windschild, Fußrasten und Handhebel einstellen. Die Halterungen für das Gepäcksystem sind ebenfalls bereits am Fahrzeug integriert.

Fahrwerk wie bei den Hardenduros: PDS-System!

Neu sind hingegen die voll einstellbaren Federelemente von WP, die 220 Millimeter Federweg bieten und es mit gröberen Gesteinsmassen locker aufnehmen. In der 49 mm-Gabel sind straffere Tragfedern verbaut. Hinten kommt wie bei den KTM-Enduros ein progressiv gedämpftes PDS-Federbein ebenfalls von WP zum Einsatz. Die kraftvolle Bremsanlage mit 320 mm Brembo-Doppelscheibe, radial verschraubten Vierkolben-Festsätteln und Radial-Handpumpe blieb unverändert, das Zweikanal-ABS vom Typ 9M+ stammt von Bosch. Zusätzlich zur Möglichkeit, das ABS ganz zu deaktivieren, steht bei der „R“ serienmäßig der Offroad-Modus zu Verfügung, der das Blockieren des Hinterrades ermöglicht.

KTM 1290 Super Adventure S 2017:

Die Nachricht, dass es die KTM 1190 Adventure nicht mehr geben soll, war für mich natürlich besonders schlimm - sah ich die 1190er in Sachen Leistung und Handling doch als goldene Mitte zwischen der kleinen 1050er mit 95 PS und der riesigen 1290 Super Adventure mit 160 PS. Nun soll die neue 1290 Super Adventure S aber trotz gesteigerter Leistung noch handlicher als die 1190 Adventure sein! Die ersten Testfahrten werden es zeigen, vorerst dürfen wir uns an der Theorie ergötzen: Angetrieben vom 1.301 Kubik großen 75°-V2, der maximal 160 PS (118 kW) leistet, rollt die 1290er auf 17 und 19-Zoll Rädern, bereift mit Pirelli Scorpion Trail 2 vornehmlich auf asphaltierten Straßen. Federwege von 200 mm erlauben aber gerne einen Abstecher auf unbefestigte Wege.

Vollgestopft mit Elektronik-Highlights: KTM 1290 Super Adventure S

Ein zentrales Highlight der neuen 1290 Super Adventure S bildet das serienmäßige semiaktive WP Fahrwerk, das es gestattet, die Dämpfung der Gabel und des Federbeins per Kombischalter selbst während der Fahrt zwischen „Comfort“, „Street“, „Sport“ und „Offroad“ zu variieren. Außerdem lässt sich die Federvorspannung des Federbeins in vier Stufen elektronisch anpassen. In die Verkleidung integriert ist ein neues Dashboard mit 6,5 Zoll (16,5 cm) großem TFT-Farbdisplay, das eine noch intuitivere Bedienung gestatten soll. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen zählen das integrierte Koffersystem, LED-Leuchtelemente und ein Kurvenlicht. Mit dem optional erhältlichen Travel Pack erhält der Kunde unter anderem die Berganfahrhilfe (HHC), die Motorschleppmoment-Regelung (MSR) und den Quickshifter+ zum Hinauf- und Herunterschalten.

KTM 1290 Super Adventure R 2017:

Ausgestattet mit dem 1301 Kubik großen 75°-V2-Motor, der unglaubliche 160 PS leistet, ist die Super Adventure R für jedes Abenteuer gerüstet. Ihre Drahtspeichenräder in 21 und 18 Zoll, bezogen mit Continental Trail Attack II beziehungsweise Continental TKC 80 müssen sich vor kaum einem Hindernis fürchten. Zugleich vereinen die patentierten Räder mit luftdichtem Felgenbett sämtliche Vorteile schlauchloser Bereifung mit der für harten Geländeeinsatz unabdingbaren Robustheit. Das Fahrwerk von WP Suspension verfügt vorne wie hinten über 220 mm Federweg. Die Doppelscheibenbremsen von Brembo mit 320 mm Scheiben werden bei Bedarf vom Bosch-MSC mit schräglagenabhängig regelndem C-ABS gesteuert. Auch bei extremen Schräglagen gewährleistet das System Verzögerung bis an die Grenze des physikalisch Machbaren. Beim Beschleunigen wird der Fahrer hingegen vom MTC unterstützt, das ebenfalls schräglagenabhängig operiert.

State-of-the-Art Fahrassistenz bei der 1290 Super Adventure R

Neben den Fahrmodi Sport, Street, Rain und Off ist bei der 1290 Super Adventure R das Offroad-Paket serienmäßig, das bei aktivem ABS erlaubt, das Hinterrad zu blockieren. Das MTC ermöglicht im Offroad-Modus bis zu 100 Prozent Schlupf am Hinterrad. Die Assistenzsysteme sind zudem komplett abschaltbar. Weitere Annehmlichkeiten sind ei Tempomat und das, bei KTM "Race-on-System" genannte Startprozedere ohne Zündschlüssel. Optional kann sich der Käufer für das „Travel Pack“ entscheiden, das unter anderem die Berganfahrhilfe (HHC), die Motorschleppmoment-Regelung (MSR) und den Quickshifter+ zum Hinauf- und Herunterschalten umfasst.

KTM 1290 Super Adventure T 2017:

Wäre ich gemein, würde ich sagen, das T-Modell der 1290 Super Adventure unterscheidet sich lediglich durch den T-Aufkleber auf der Seitenverkleidung - und tatsächlich wurde das Flaggschiff der Adventure-Reihe lediglich auf Euro4-Norm getrimmt, sonst bleibt alles beim Alten. Was allerdings alles andere als schlecht ist, denn die 1290 Super Adventrue T brilliert nach wie vor mit ihren gut fahrbaren 160 PS, den Luxus-Features und dieser ausgeprägten Reisetauglichkeit, die eben nur sie mit ihrer vergleichsweise ausladenden Verkleidung schafft.

Die gefälligste Optik auf der KTM 1290 Super Adventure T?

Das fehlende TFT-Display wird da die wahren Fans ebenso wenig stören wie das getrennt vom Hauptscheinwerfer untergebrachte Kurvenlicht - denn gerade der Scheinwerf der neuen Super Adventure S und R-Modelle polarisiert schon heftig und ist nicht jedermanns Sache. Somit darf die KTM 1290 Super Adventure T völlig zu Recht das größte und beste Reise-Schiff im Adventure-Sortiment bleiben, für noch mehr Sport und Gelände gibt es nun aber eben die beiden anderen Super Adventures.

Suzuki V-Strom 1000 / V-Strom 1000 XT 2017:

Nachdem die erste 1000er-V-Strom vor nunmehr 14 Jahren präsentiert wurde, mussten die Fans ab 2008 fünf lange Jahre warten, bis sich die Japaner endlich wieder dazu aufrafften, eine "standesgemäße" Big-Enduro auf den Markt zu bringen. Diese aktuelle V-Strom 1000 ABS wurde nicht nur von mir hochgelobt - kräftiger Motor, super Bremsen, sportlich komfortables Fahrwerk, angenehme Sitzposition. Lediglich den Windschutz fand ich verbesserungswürdig - und da war ich wohl nicht der einzige, denn für 2017 steht nun eine gründlich überarbeitete V-Strom 1000 sowie erstmals eine V-Strom 1000 XT auf dem Programm.

Erinnerungen an die Urahnin Suzuki DR Big

Neben dem nun neu gestalteten, höhen- und neigungsverstellbaren Windschild erkennt man an der neuen Optik herrliche Reminiszenzen an das Ur-Modell Suzuki DR BIg mit dem gewaltigen 800 Kubik Eintopf. Vor allem der stark betonte "Entenschnalbel" ist keine Kopie anderer Marken sondern ursprünglich das Erkennungsmerkmal der damaligen DR Big. Die brandneue XT-Version unterscheidet sich außerdem durch die hübschen Speichenfelgen in edlem Gold - ebenfalls eine Erinnerung an die guten alten Tage.

Viele neue schlaue Features an der Suzuki V-Strom 1000

Als moderne Reise-Enduro bekommt die große Susi natürlich auch Änderungen am Motor, die das V2-Triebwerk fit für Euro4 machen. Bei den Eckdaten bloeibt aber alles gleich, aus 1037 Kubik Hubraum werden 100 PS generiert, das Drehmoment sinkt marginal von 103 Newtonmeter bei 4000 Touren auf 101 Newtonmeter bei 4000 Toruen. Ganz neu ist das „Motion Track Brake System“, ein Upgrade des Bosch ABS durch eine 5-Achsen Inertial Measurement Unit (IMU), wie sie zuerst in Sportmotorrädern eingesetzt wurde. Landläufig nennt man das System, das aus der Lage des Motorrades, sowie der Geschwindigkeit des Vorder- und Hinterrades den Eingriff des ABS berrechnet, „Kurven-ABS“. So wie bei der Suzuki SV 650 kommt nun auch auf der V-Strom 1000 ein Low RPM Assist zum EInsatz. Die patentierte Idle Speed Control an der Drosselklappe wurde um dieses praktische Feature erweitert, das selbstständig bei zu geringer Drehzahl diese anhebt, um ein Absterben des Motors zu verhindern.

Suzuki V-Strom 650 / V-Strom 650 XT 2017:

Die "kleine" Suzuki V-Strom 650 kam zwar erst zwei Jahre nach der großen 1000er auf den Markt, entwickelte sich aber zum wahren Verkaufsschlager - weshlab sie auch durchgehend im Programm bleib, während die große V-Strom 1000 für rund fünf Jahre von der Bildfläche verschwand. Die letzte Version war nun allerdings auch schon ein wenig in die Jahre gekommen, weshalb es für 2017 offenbar an der Zeit war, dieses Modell einer Frischzellenkur zu unterziehen.

Stärker, leichter, besser - der Motor der "kleinen" V-Strom

Große Änderungen erfuhr der V2-Motor, der nicht nur für die Euro4-Norm adaptiert, sondern auch stärker und leichter wurde. Mehr als 60 Teile wurden am Triebwerk überarbeitet, darunter neue Kolben, neue Zylinderköpfe, die Auslass-Nockenwelle der SV 650, Doppelzündung, das Auspuffsystem, die Einspritzung und der Starter. Neuerdings gibt es auch eine Traktionskontrolle, die das kleinere Modell von der V-Strom 1000 geerbt hat. Möglich sind dabei zwei Modi, die sich in der Empfindlichkeit gegenüber Schlupf unterscheiden. Zudem kann die Traktionskontrolle auf Wunsch ganz abgeschaltet werden, was vor allem für den Betrieb im Gelände vorgesehen ist.

Die neue Suzuki V-Strom 650 gewinnt bei Komfort und Sportlichkeit

Durch Änderungen am Rahmen konnte das Chassis im Bereich der Oberschenkel und Knie verschmälert werden. Komfort erreicht die V-Strom aber nicht nur durch die entspannte Sitzposition, die bedienfreundliche Ergonomie und den schlanken Körper, sondern auch durch das dreifach verstellbare Windschild, das um 9 mm angewachsen ist und die um 2 mm dicker gepolsterte Sitzbank. Die XT verfügt zudem über serienmäßige Handprotektoren, einen Unterbodenschutz und Drahtspeichenräder sowie auf Wunsch über die coolen goldenen Felgen, die bestens zu der markanten Optik passt, die dank prägnantem "Entenschnabel" sehr an die Urahnin Suzuki DR Big erinnert.

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Bericht vom 12.10.2016 | 14.656 Aufrufe

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