KTM streicht über 100 Stellen in Österreich

Abwanderung nach Fernost, selbst in der Entwicklung

KTM streicht weitere Stellen im Stammwerk. Die Kooperationen mit Bajaj in Indien und CFMOTO in China, sorgen für Stellenabbau in Österreich. Diesmal ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung betroffen.

KTM baut weiter stellen in Österreich ab

Nach der ersten Stellenstreichungswelle in Mattighofen Anfang des Jahres bei der 300 Arbeitsplätze in Österreich abgebaut wurden kündigt KTM nun weitere Stellenstreichungen vor allem in der Forschungsabteilung an. Am Standort in Mattighofen müssen 120 Personen einen neuen Job finden. Als Begründung führt man eine Verlagerung dieser Abteilungen nach Fernost, sowie schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen an (eine detaillierte Stellungnahme dazu von CFO Viktor Sigl folgt weiter unten im Text). Während die erste Kündigungswelle im Jahr 2024 noch großteils über natürliche Fluktuation vulgo Pensionierungen und Streichungen von Leiharbeitsplätzen abgewickelt werden konnte, kommt es nun mehrheitlich zu Kündigungen im Team.

Fairnesshalber muss man an dieser Stelle auch erwähnen, dass KTM die Mitarbeiterzahl im letzten Jahrzehnt verdreifacht hat und die KTM AG immer noch einer der wichtigsten Arbeitgeber des Landes ist. Auch für die Region ist Pierers Unternehmensgruppe mit Prestigeprojekten, wie der MotoHall nach wie vor von immenser Bedeutung.

Diese Modelle bringt KTM 2024 neu auf den Markt

Die Verlagerung nach Fernost ist der Hauptgrund für die Kündigungen am Standort in Österreich

Das Tempo in dem aktuell in den neuen Märkten Forschung und Entwicklung betrieben wird ist beeindruckend und unheimlich zugleich. KTM geht seit über 10 Jahren den Weg der Kooperation mit Bajaj in Indien und CFMOTO in China, um mit diesem Tempo Schritt halten zu können. Besser gemeinsam woanders hingehen, als alleine untergehen, denkt man sich wohl. Strategisch ist dieser Schritt notwendig und insofern nachvollziehbar. Für den Kunden im DACH-Raum bleibt zu hoffen, dass sich die Verlagerungen, die für KTM auch Kostenreduktionen mit sich bringen sollten, auch in der Preisgestaltung zukünftiger (Einsteiger-)Modelle widerspiegeln. Die Fertigungsqualität von in Österreich oder in China produzierten KTM Modellen, ist jedenfalls seit 2023 mit der 790er Produktionsstraße bei CFMOTO, auf demselben Niveau. Das konnten wir bei Tests der 790 Duke und 790 Adventure am eigenen Leib erfahren.

Stellungnahme von KTM Finanzchef Viktor Sigl zum Stellenabbau

Auf 1000PS-Anfrage erklärt Viktor Sigl, Finanzvorstand PIERER Mobility AG zu den Stellenstreichungen Folgendes: "Aufgrund der Verlagerung der Produktion einiger neuer Onroad Modelle der Mittelklasse nach Indien und China, wo bereites ein enormer Vorsprung in der Elektromobilität und Connectivity zu verzeichnen ist, müssen wir an unserem Standort in Österreich einzelne Forschungsaktivitäten reduzieren. Diese Entscheidung spiegelt auch eine Sparmaßnahme seitens des Vorstandes wieder, da die zweistelligen Wachstumskurven der vergangenen Jahre aus derzeitiger Sicht nicht erreich werden. Darauf muss frühzeitig reagiert werden. Bezüglich der ursprünglich geplanten Streichung von etwa 300 Stellen erwarten wir, dass hier zwei Drittel durch natürliche Fluktuation und ein Drittel durch Entlassungen abgebaut werden. Diese Prognose basiert auf der üblichen Fluktuationsrate von 200 bis 300 Mitarbeitern pro Jahr, wobei eine leichte Abnahme möglich ist, da die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region sinkt."

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Bericht vom 22.03.2024 | 8.882 Aufrufe

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