Ducati Monster vs. Ducati Monster SP Vergleich 2023

Welche Monster soll es werden?

Für die Saison 2023 präsentiert Ducati die neue Monster SP. Doch hat sie auf der Landstraße die klare Oberhand über die Standard Monster? Hier eine Beratung.

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Im Leben will man immer das Beste. Aber ist das Beste auch 2.900 Euro, beziehungsweise 2.900 Franken wert? Denn das ist der Preisunterschied zwischen der schon sehr coolen Ducati Monster und der super edlen Monster SP.

Die neue Monster löste Unruhe im Ducati Lager aus

Als Ducati die neue Monster Ende 2020 präsentierte, gab es eine Erschütterung in der Ducati Welt. Erstmals verbaut man in der Monster einen Alu-Rahmen, anstatt des klassischen Gitterrohrrahmens. Wieso hat man das gemacht? Man wollte sich weiterentwickeln und vor allem die Monster weiterentwickeln. 18 Kilogramm konnte man alleine schon beim Standardmodell einsparen, bei der Monster SP sind es sogar 2 weitere Kilos.

In diesem Bericht wollen wir nun also die Unterschiede der beiden Modelle herausarbeiten. Einzeltests zu den Bikes findet ihr hier:

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Motor und Elektronik bleiben ident

Beginnen wir beim Motor: Der ist nämlich bei beiden Modellen ident. Beide Monster setzen auf den flüssigkeitsgekühlten 11° Testastretta V2 mit 111 PS bei 9.250 U/min und 93 Nm bei 6.500 U/min. Es ist derselbe Motor wie in der Multistrada V2, der Hypermotard und der Supersport. Drei Fahrmodi sind ebenso mit an Bord wie Ducati Traction Control, Ducati Quick Shift, Ducati Wheelie Control, Ducati Power Launch, Kurven-ABS und ein 4,3 Zoll TFT-Farbbildschirm. Die einzige Anpassungen finden wir bei der SP in Form des zusätzlichen Wet Fahrmodus, sowie einer Anpassung der elektronischen Kennfelder. Denn beim Fahrwerk trennt sich die Spreu vom Weizen.

Ducati Monster SP mit edlen Öhlins Komponenten

Die Standard Monster verfügt über eine nicht einstellbare 43 mm USD Gabel und ein Federbein mit einstellbarer Federvorspannung. Im Vergleich dazu wirkt die Monster SP mit ihren gold-glänzenden Öhlins-Komponenten, die in ihrer Gänze einstellbar sind, wie in einer anderen Liga. Gleichzeitig hebt das Öhlins Federbein das Heck der Monster SP an, was einerseits die Bodenfreiheit für mehr Schräglage erhöht und andererseits eine sportlichere Sitzposition erzeugt. Die Sitzhöhe steigt damit ebenfalls, von 820 mm der Standard Monster zu 840 mm der Monster SP.

Doch auch wenn die Öhlins Komponenten der SP klar die feinere Ware sind und mehr Potential für sportliches Fahren bieten, muss die Lanze für die Standard Monster hoch gehalten werden. Auch wenn das Fahrwerk nur am Federbein über die Federvorspannung verstellbar ist, bietet es einen guten Kompromiss für den Alltag und den Ausflug auf die Landstraße. Beim Umstieg auf die Monster SP wird aber schnell klar, dass der Aufpreis sich bereits im Fahrwerk auszahlt. Die SP spricht spürbar direkter an und gibt ein transparentes Gefühl zur Straße. Hier hilft auch der serienmäßige Lenkungsdämpfer der SP, sowie der Pirelli Diablo Rossi IV, im Vergleich zum älteren Diablo Rosso III auf der Standard Monster.

Gute Bremsen, mit klaren Differenzen

Die Unterschiede hören hier aber nicht auf. Auf beiden Bikes verbaut Ducati vorne zwei 320 mm Bremsscheiben, wobei die Innenringe der SP aus Aluminium gefertigt werden, um Gewicht einzusparen. Außerdem finden wir jeweils Brembo 4-Kolben Zangen. Auf der Standard Monster setzt man jedoch auf Monoblock M4.32 Bremssättel, auf der SP auf Brembo Stylema Bremssättel. Auf der Landstraße bieten beide Systeme Dosierbarkeit und Bremskraft in gutem Maß, erst der Druckpunkt wird bei der Monster SP klarer spürbar. Außerdem lässt sich annehmen, dass bei starker anhaltender Belastung auf der Rennstrecke die Monster SP länger eine gleichbleibende Performance abliefert.

Monster und Monster SP im Ergonomie-Vergleich

Auf der SP sitzt es sich entspannter als auf der Standard? Ganz genau, denn das erhöhte Heck der Ducati Monster SP hat zur Folge, dass mehr Druck am Lenker liegt, während ein dicker gepolsterter Sattel der Kniewinkel entschärft. Nimmt man nämlich auf der Standard Ducati Monster Platz, fällt schnell der spitze Kniewinkel auf, der größeren Piloten auf lange Dauer zu anstrengend werden könnte. Mehr Komfort gibt es somit klar auf der Ducati Monster SP.

Preisvergleich: Ducati Monster vs. Ducati Monster SP

MonsterMonster SP
Österreich14.895 €17.795 €
Deutschland12.390 €15.290 €
Schweiz13.190 CHF16.290 CHF

Ist es den Aufpreis für die Ducati Monster SP wert?

Also kommen wir zu einem Fazit: Lohnt sich der Aufpreis von 2.900 Euro, bzw. 2.900 Franken für die Monster SP? Es kommt darauf an, wie sportlich man unterwegs sein will. Denn bereits die Standard Monster ist für die Landstraße gut gewappnet und macht mörderischen Spaß. Außerdem: Für den Preisunterschied von 2.900 Euro könnte man die Monster zu aktuellen Benzinpreisen hier in Barcelona von 1,7 Euro/Liter circa 122 Mal volltanken, bevor man überhaupt den Preis der Monster SP erreicht.

Gleichzeitig stattet Ducati die SP mit so viel edlen Komponenten aus: Öhlins, Pirelli, Termignoni, dass die 2.900 Euro eigentlich nicht so viel wirken. Wenn man die Komponenten also vernünftig nutzen kann und auch öfters auf Trackdays will, dann muss man zur SP greifen. Ich würde es machen, alleine schon wegen der mächtigen Optik!

Fazit: Ducati Monster 2023

Die neue Monster weckte mit ihrem stärkeren Motor und dem niedrigeren Gewicht hohe Erwartungen als Nachfolgerin der letzten Gitterrohr-Monster. Mit Freude kann man berichten, dass der Fortschritt gut gelungen ist und man mit der Monster ein herrliches Naked Bike für die Landstraße bekommt. Das Elektronikpaket lässt keine Wünsche übrig - ab Werk ist alles dabei, was man im Alltag, sowie bei gelegentlichen Trackdays brauchen könnte. Am Bikertreff erntet man vielleicht kritische Blicke von Ducati-Nostalgikern, doch spätestens beim nächsten Aufsteigen steht man zweifelsohne über den Nörglern und erfreut sich an einem modernen und gut funktionierenden Naked Bike.


  • kräftiger V2 Motor
  • viel Druck ab niedrigen Drehzahlen
  • umfangreiches Elektronikpaket
  • serienmäßiger Quickshifter
  • neutrales Handling
  • Schwergängige Kupplung
  • Ruckeln im niedrigen Drehzahlbereich
  • Seltene Schaltprobleme mit Quickshifter beim sportlichen Herunterschalten in den 1. Gang

Fazit: Ducati Monster SP 2023

Die Ducati Monster SP ist ein scharfes Naked Bike, das auf der richtigen Strecke maximalen Fahrspaß bieten kann. Vor allem Landstraßenräuber, die in engen Winkelwerken und auf verschlungenen Strecken auf die Jagd gehen, werden die extreme Agilität und die tolle sportliche Performance von Motor, Fahrwerk und Bremsen genießen. Abseits der sportlichen Gangart ist die Monster SP aber weniger zufrieden und zeigt das auch dem Fahrer. Sie will getrieben werden und sieht sich in keinster Weise als Daily-Driver.


  • Spritziger, drehmomentstarker Motor
  • Fein ansprechendes Öhlins-Fahrwerk
  • Sehr gut dosierbare, bärenstarke Brembo-Bremserei
  • Schöner Klang aus dem Termignoni
  • Vielseitige Ergonomie
  • Guter Quickshifter
  • Schwergängige Kupplung
  • Ruckeln im niedrigen Drehzahlbereich
  • Seltene Schaltprobleme mit Quickshifter beim sportlichen Herunterschalten in den 1. Gang

Bericht vom 23.03.2023 | 22.244 Aufrufe

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