Kawasaki Z400 Test 2022 - kann das A2 Naked Bike überzeugen?

Mehr braucht es nicht!

Die Z400 feiert ihr Comeback mit Euro5 und will sich direkt in die Herzen der A2-Führerschein Besitzer fahren. Hat sie was es braucht, um im Alltag und auf der Landstraße überzeugen? Wir haben sie mit Perfomance-Paket getestet!

Auferstanden von den Toten! Mit dem Umstieg auf Euro5 mussten wir uns zu Beginn von 2021 einigen Kawasaki Modellen verabschieden: ZX-6R, Ninja H2 und eben die Z400. Nun, circa 1,5 Jahre später bringt Kawa die 400er Modelle wieder auf den Markt, um die Lücke zwischen Z125 und Z650 zu schließen. Mit Erfolg? Wir haben es geklärt!

Kawasaki Z400 mit Performance Paket

Bei Kawasaki gehört es inzwischen zum guten Ton, fast alle Modelle mit verschiedenen Zubehörpaketen ab Werk anzubieten. So auch bei der neuen Z400, die wir mit dem Performance Paket in die Hände bekommen haben. Für einen Aufpreis von circa 900 Euro in Österreich, circa 800 Euro in Deutschland und CHF 1.050 in der Schweiz erhält man den Akrapovic Slip-On, eine Sitzabdeckung, das kompakte Windschild und ein Tankpad. Natürlich ein deutlicher Aufpreis bei einem Motorrad in dieser Preisklasse, doch wer Sport&Style will, kommt hier auf seine Kosten. Aktuelle Preise zum A2-Naked Bike findet ihr hier: Kawasaki Z400 kaufen.

Der Reihenzweizylinder überrascht im positiven Sinne!

Konkurrenz im eigenen A2-Haus! Bisher waren nur die Z650 und Z900 70kW mit Drossel als A2-taugliches Naked Bikes im Kawasaki-Programm erhältlich. Mit der 400er positioniert man sich nun eine Hubraumklasse darunter, wo sich die Frage stellt, ob sich der Griff zum schwächeren Motor lohnt. Die Antwort: Durchaus! Die 45 PS bei 10.000 Umdrehungen und das Drehmoment von 37 Nm bei 8.000 U/min ziehen kräftig an der Kette, zwingen aber auch zum fleißigen Bedienen des 6-Gang Getriebes. Dieses schaltet aber butterweich und die Assist- und Rutschkupplung bietet Unterstützung beim Herunterschalten.

Natürlich findet man nicht den Punch der gerade erwähnten Z650 vor, doch in Wahrheit geht einem auf der Landstraße nichts ab. Ganz im Gegenteil: Die Z400 will getreten werden, sie will korrekt geschalten werden und das ist es, was letzten Endes für Freude im Sattel sorgt: aktives Motorradfahren.

Kawasaki Z400 Fahrwerk und Bremsen

Mit von uns gemessenen 166 Kilogramm mit vollem 14 Liter Tank bewegt sich die Kawasaki Z400 beim Thema Gewicht im Mittelfeld der A2-Naked Bike Klasse - also im Durchschnitt. Durchschnittlich kann auch das Fahwerk der Z400 bezeichnet werden. In der Front verbauen die Japaner eine nicht einstellbare 41-mm-Teleskopgabel, im Heck ein in Federvorspannung einstellbares Federbein. Die Komponenten finden einen fairen Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort und passen gut zu dieser Leistungs- und Gewichtsklasse.

Kawasaki Z400 Ergonomie
Die Ergonomie auf der Z400 zeigt sich Naked Bike typisch komfortabel (Fahrer mit 175 cm Körpergröße).

Auch auf Seiten der Bremsen findet man ebenso keine Überraschungen: Die 310mm Einzel-Petal-Bremsscheibe in der Front wird von einem Doppelkolbengepackt, während das Hinterrad mit einer 220er Petal-Bremsscheibe und Doppelkolben verzögert wird. Ohne großem Kraftaufwand lässt sich die Kawa stoppen und auch der Druckpunkt ist klar genug definiert, dass sich Einsteiger wohl fühlen werden. Der einzige Kritikpunkt sind der jeweils nicht verstellbare Brems- und Kupplungshebel. Hier wird der Kostendruck ersichtlich.

Auf der Landstraße fühlt sich das A2 Naked Bike pudelwohl

Niedriges Gewicht und schmale Bereifung - das perfekte Rezept für agiles Fahrverhalten. Die Z400 kann auch mit ihrem Radstand von 1.340 mm voll überzeugen. Dank der neutralen Sitzposition und dem hohen und geraden Lenker lässt sich das Naked Bike spielerisch durch den Radius bewegen, während der Dunlop Sportmax GPR-300 bei trockenen Bedingungen genügend Grip liefert. Wie bereits erwähnt, muss man sich jedoch voll ins Zeug legen, wenn man alles aus dem Bike herausholen möchte: Spät bremsen, früh beschleunigen und den Scheitel perfekt treffen. Kurzum einfach Spaß haben!

Die Zutaten des Fahrspaßes bringen aber auch im Alltag Vorteile. Mit einer Sitzhöhe von 785 mm sitzt man auf der Kawasaki Z400 angenehm tief und der Schrittbogen überfordert auch Kurzgeratene nicht. In Kombination mit dem niedrigen Gewicht wird man leicht einen festen Stand finden.

Mit der Z400 auf der Supermoto-Strecke

Zugegeben: Im echten Leben wird man eine Kawasaki Z400 wohl selten am engen Parkour einer Supermoto-Strecke finden. Weil wir aber gleichzeitig mit der Ninja 400 unterwegs waren, führten wir auch das Naked Bike auf die Motorsportarena in Bad Fischau aus. Hier untermauert sie die Eindrücke der Landstraße und präsentiert sich als quirlig und einfach zu fahren. Dennoch würde ich persönlich auf diesem Terrain zur vollverkleideten Ninja 400 greifen - schließlich wird sie (oder ihre Vorgängerinnen) gerne als Trainingsgerät auf solchen Strecken verwendet. Die sportliche Sitzposition gibt ein besseres Gefühl für das Vorderrad und der Hangoff lässt sich mit Lenkerstummeln auch leichter bewerkstelligen.

Kawasaki Z400 vs. Ninja 400 - welche für wen?

Wer mehr Interesse an der Ninja 400 hat, sollte unbedingt den Testbericht von Vauli lesen (folgt bald). Dennoch will ich einen kurzen Vergleich ziehen. Eigentlich schenken sich die Bikes nicht viel, denn bis auf das Gewicht und die Sitzposition sind sie technisch ident. Klare Unterschiede sind dennoch erkennbar. Trotz ihrer Supersport-Optik zeigt sich die Ninja mit ihren erhöhten Lenkerstummeln als sehr komfortabel und einzig die Neigung der Stummel nach hinten fällt als größter Unterschied auf. Einen Level gemütlicher ist aber eindeutig die Z400 mit ihrem hohen und breiten Lenker. Natürlich bietet die Ninja auch den besseren Windschutz, wobei das optionale Windschild der Z400 auch effizienten Windschutz für seine Größe liefert.

Kawasaki Ninja 400 und Z400 2022
Technisch ident, aber doch mit klaren Unterschieden.

Letzen Endes muss man abwägen: Will man Supersport-Style und Windschutz, oder Komfort und ein intuitiveres Fahrverhalten. Auch wenn ich wahnsinnig gerne eine umgebaute Ninja 400 für die Supermoto-Strecke besitzen würde, fällt meine Wahl auf die Z400. Die Ergonomie überzeugt, sie lässt sich kinderleicht bewegen und das Sugomi-Design spricht mich an. Was nichts an meinem Ninja-Verlangen schmälert...

Vaulis Senf zur Kawasaki Z400 im Test

Die Z400 ist das logischere Bike als die Ninja 400 in dieser Klasse. Grundsätzlich die gleichen Komponenten wie die supersportlich aussehende Ninja, aber günstiger, mit einer komfortableren Sitzposition und somit noch alltagstauglicher, wobei man gerade beim Pendeln die schützende Vollverkleidung und die höhere Scheibe der Ninja 400 nicht außer Acht lassen sollte. Der völlig idente Motor macht auf beiden Maschinen seine Arbeit sehr gut, indem er hubraumtypisch hoch gedreht werden will, aber auch im unteren Drehzahlbereich erstaunlich souverän an die Arbeit geht. Jedenfalls ruckelt das Triebwerk auch im Drehzahlkeller nicht unangenehm. Das einfache Handling wundert indes nicht, bei den 166 Kilo fahrfertig der Z400 und relativ schmalen Reifen wäre es auch eine Kunst, würde die kleine Nackte nicht agil um die Ecken pfeilen.

Bild von Vauli
Vauli

"Die Z400 ist vielleicht die logischere 400er, die Ninja 400 ist allerdings näher am Superbike-Weltmeister!"

Die Federelemente sind klarerweise aus Kostengründen keine Topware, aber gut genug, um ohne aufzuschaukeln durch jegliche Radien zu kommen. Gleiches gilt für die Einzelscheibenbremse an der Front, die aus sportlicher Sicht zwar nicht brachial zupackt, dadurch allerdings im Alltag und für (A2-)Einsteiger voll in Ordnung geht. Wer also das typische Kawasaki-Sugomi-Design mag, wird sich freuen, dass die kleine Z400 ihrer größeren und klarerweise auch teureren Schwester Z650 so ähnlich sieht. Ich persönlich würde dennoch die auffälligere Ninja 400 wählen, so nahe kommt man mit nur 45 PS dem sechsfachen Superbike-Weltmeister Jonathan Rea auf seiner ZX-10RR nirgendwo!

Fazit: Kawasaki Z 400 2023

Ein cooler und vernünftiger Einstieg in die A2-Klasse. Die Kawasaki Z400 punktet auf voller Linie mit ihrem instinktiven Fahrverhalten und dem Reihenzweizylinder, der mit gutem Ansprechverhalten und genügend Leistung überzeugt. Mit diesem Naked Bike kann man nichts falsch machen und über den Fakt, dass die Hebel nicht einstellbar sind lässt sich hinweg blicken - schließlich müssen irgendwo Kosten eingespart werden.


  • spritziger Motor
  • Fahrwerk und Bremsen gutmütig
  • einfaches Fahrverhalten
  • erwachsene Optik
  • hochwertige Verarbeitung
  • Nicht einstellbare Hebel

Bericht vom 27.08.2022 | 5.691 Aufrufe

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