Profi trifft Anfänger: Zwei Stimmen zum Beta XTrainer 300

Der Erzberg zeigt Möglichkeiten und Grenzen auf!

Offroad-Crack Edi Ederer und 1000PS Social Media-Beauftragter Majors teilen sich einen Tag lang beim verrücktesten Motorradevent der Welt eine Beta XTrainer 300. Wie taugt sie dem Profi, wie zugänglich ist sie für den Einsteiger?

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Edi Ederer: Beta XTrainer 300: Eine Enduro, wie keine andere!

Die XTrainer ist eigentlich eine ganz eigene Kategorie Enduro Motorrad. Sie will keine klassische Enduro sein, und schon gar keine Trail. Und das macht sie auch so besonders. Auch wenn sie einer normalen Enduro auf den ersten Blick verdammt ähnlich sieht, hat das gesamte Layout vom Rahmen, Geometrie und Motor eine komplett eigenständige DNA. Wir hatten das Glück, dass wir am Erzberg die XTrainer in allen möglichen Terrains fahren durften.

Also von Highspeed Schotterstraßen, langen tiefschottrigen Auffahrten, Geröllhalden und Waldpassagen war alles all inklusiv. Der Motor ist keine Kopie oder adaptierter Ableger der Standard 300er, er hat einen viel längeren Hub, gänzlich anderes Mapping und Abstimmung. Ebenso der gesamte Rahmen und Layout, kürzer direkter leichter und eine niedrigere Sitzhöhe und super agil. Und so fährt er sich auch. Die XTrainer liebt den Drehzahlkeller, hier fühlt sie sich zu Hause. Sie rollt mit dem zweiten Gang im Standgas über Geröllfelder, dass man es kaum glauben kann.

Drehmomentstarker Motor trifft auf Fahrwerk für technische Passagen

Ab Halb-Dreiviertelgas ist aber dann Schluss mit dem Drehmoment und Vortrieb, hier übernimmt die Racingabteilung, da hat die XTrainer nichts mehr verloren. Und so ist auch das Fahrwerk genau im technischen Bereich zu Hause, wenn es schneller wird fehlt der Gegendruck, wird die XTRainer schwammig und unberechenbar. Sie ist eine echte Bergziege und kein Gepard auf der Jagd. Ein Spaßgerät zur Schärfung der technischen Skills, Endurowandern und zum Weg zum Hochstand, denn leise ist sie auch!

Für wen passt die XTrainer? Für alle, die ihre Rennambitionen abgelegt haben und einfach nur fein, technisch endurieren wollen. Mit ihr sind Dinge möglich, was man mit klassischen Enduros nicht mehr unbedingt probieren möchte. Trailpassagen oder neue Wege erkunden. Sie nimmt man auch mal mit in den Urlaub, um in der Früh Brötchen zu holen, am Nachmittag zum Strand und bei schlechtem Wetter das Hinterland abseits der Straßen zu erkunden. Sie kauft man sich nicht als Hauptmotorrad, vielleicht als Drittmotorrad in der Garage, aber bestimmt für eine lange Zeit. Es gibt sonst keine wie die XTrainer!

Majors: Erstkontakt mit der Beta XTrainer 300 für einen Offroad-Neuling

Als ich die XTrainer das erste Mal sah, konnte ich mir rasch vorstellen, dass auch ich, jemand ohne jegliche Geländeerfahrung, unkompliziert Enduro-Fahren lernen kann. Ich hatte das Glück, die Beta am Erzberg zu testen ihre Aufgabe war es, mich auf einfachen Schotterstrecken von A nach B zu bringen und sie hat ihren Zweck bestens erfüllt.

Beta XTrainer 300 - auch für kleine Personen geeignet

Mit meinen 170 cm Größe, komme ich bei den 910 mm Sitzhöhe der Xtrainer zwar nur noch knapp mit den Zehenspitzen auf den Boden, hatte aber dennoch nie das Gefühl der Unsicherheit im Sattel. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nur selten ein Motorrad mit einem Leergewicht von nur 99 kg (trocken) unter mir habe. Außerdem kommt hinzu, dass die Sitzbank relativ schmal gebaut ist, der notwendige Schrittbogen also nicht allzu groß ausfällt. Die einstellbaren Federelemente erlauben eine Abstimmung auf mein Gewicht von 85 kg.

Das erste Mal 2-Takter ist ein Erlebnis- Herantasten auf der XTrainer 300

Beim Losfahren habe ich sofort die typischen Charakteristiken des 2-Takt-Motors gespürt, von denen ich so viel gehört habe. Das Drehmoment der Beta XTrainer 300 kommt spürbar stark von unten. Im 3. Gang gleitet die Beta XTrainer mit ihrer sanften, aber doch präzise Gasannahme mit etwa 30km/h - 40km/h über die Schotterstraßen. Mit jedem Meter gewinne ich an Selbstsicherheit und tanke genug Selbstvertrauen, um am nächsten Tag ein bisschen mehr Gas zu geben.

Die Beta XTrainer hat immer genug Schmalz, um mir einen adäquaten Adrenalin-Pegel zu verschaffen. Selbst nach ein paar kleinen Stürzen, bei Fehlbremsungen oder falschen Gewichtsverlagerungen, hat mir das Bike genug Feedback gegeben, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Alles in Allem war ich sehr zufrieden mit der Beta XTrainer 300 und bin froh darüber, meine ersten Geländeerfahrungen mit ihr gemacht zu haben. Wer sich also traut, mit ihr den ersten Sprung von der Straße auf dem Schotter zu wagen, wird auf jeden Fall viel Freude dabei finden. Ich bin mir sicher, dass Neu- und Wiedereinsteiger mit der Beta lange Zeit Spaß haben werden sowohl auf langsamen und technischen Strecken als auch auf ausgedehnten Fahrten über Schotterstraßen.

Fazit: Beta Xtrainer 300 2022

Die Beta XTrainer schafft mit ihrer niedrige Sitzhöhe und ihr leichtes Gewicht viel Sicherheit und Selbstvertrauen im Sattel. Besonders in langsamen und technischen Passagen kann sie mit ihrer Handlichkeit punkten und spendet ein souveränes Feeling. Der Motor macht Spaß und ist in jeder Lebenslage fein dosierbar - außerdem hatte ich nie das Gefühl untermotorisiert zu sein.


  • spielerisches Handling
  • zugängige Sitzgeometrie
  • perfekt dosierbarer Motor
  • laufruhig und Drehmoment orientiert
  • günstiger Anschaffungspreis
  • elektronisch gesteuerte Öl-Einspritzung
  • lange Wartungsintervalle
  • rundum unkompliziertes Gerät
  • Fahrwerk in schnellen Sektionen am Limit
  • weniger Bodenfreiheit im Vergleich zu Hardenduros von KTM & Husqvarna

Bericht vom 27.07.2022 | 5.694 Aufrufe

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