Die Beta RR 2024 Enduro-Modelle im Test

Sanfte Überarbeitung der italienischen Wettbewerbsenduros

Für das kommende Modelljahr müssen sich die Freunde der italienischen Wettbewerbsenduros auf keine großen Änderungen einstellen. Nach dem Motto “never touch a running system” werden nur kleine Adaptierungen an den Bikes vorgenommen. Denn die Richtung dürfte stimmen, wenn man sich die Platzierungen durch die verschiedenen Enduro WM, Endurocross und Hard Enduro WM Währungen ansieht. Dort haben nämlich Fahrer wie Steve Holcombe, Brad Freemann und Jonny Walker einen fixen Platz auf dem Podium.

Die Änderungen des Modelljahres 2024 auf einen Blick:

Neue Graphics machen die Bikes als 2024er Modelle erkennbar, es gibt eine deutlich komfortablere Sitzbank, die für die notwendige Entspannung auf den Verbindungsdaten sorgt. Neue Kühler erlauben einen höheren Lenkeinschlag, und ein neu gecrimpter Bremsschlauch, soll auch beim Einfedern nicht mehr hängen bleiben. Zusätzlich gibt es noch Updates für die einzelnen Modelle: Ein verbessertes Kurbelwellenlager bei der RR 300 sorgt für längere Lebensdauer, modifiziert wurden auch die Mappings der Viertakter, außerdem wurde die Traktionskontrolle präzisiert. Außerdem soll ein berarbeitetes Luftfiltergehäuse bei den 4T für bessere Luftzufuhr sorgen.

Neues Modell Beta RX 300 2T

Neben den kleineren Adaptionen, wartet aber Beta noch mit einem komplett neuen Modell auf. Die Beta RX 300 2T läutet die neue Motocross Ära bei Beta ein. Die RX kann zwar, bedingt durch den Hubraum, noch als Cross Country Modell gesehen werden. Man merkt aber nach den ersten Metern mit der RX gleich wo die Reise hingehen soll. Die Beta RX 300 2T weißt im Unterschied zur RR 300 einen geänderten Zylinder und Kolben mit 72x72mm Bohrung und Hub, einen Keihin 38mm Vergaser, eine leichtere Kurbelwelle für aggressives Ansprechverhalten, eine geänderte Einstellung des Auslassventils und Felgen mit 21/19 Zoll auf. Dazu gesellt sich ein Kayaba Fahrwerk mit härterem Setting speziell für kurzer Endschalldämpfer. Wie die angeführten Unterschiede schon erahnen lassen, ist die RX deutlich straffer und giftiger abgestimmt als ihre Schwester mit dem RR Kürzel. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt auf der MX Strecke und diversen Cross Country Läufen. Die Beta RX 300 2T ist ab sofort verfügbar und kostet in Österreich 9.014€.

Um die Unterschiede der insgesamt 8 verschiedenen Modelle etwas herauszuarbeiten, hier noch meine Eindrücke welches Bike sich für welchen Einsatzzweck eignet:

Beta RR 2T 125

Mit 94 Kg ist sie knapp 10 Kg leichter als ihre Schwestern. Das macht sie auf verwinkelten Sonderprüfungen unschlagbar. Voraussetzung, der Fahrer hat seine Diät im Griff und weiß wie er die Leistung aus dem Bike holt. Die RR 2T 125 lehrt wie keine Zweite die richtige Fahrweise, indem sie keine Fehler verzeiht. Die 125er ist die richtige Wahl für junge, leichte und motivierte Fahrer, die im Wettkampfmodus unterwegs sind.

Beta RR 2T 200

Wer leichtes Handling gepaart mit Drehmoment sucht, ist bei der 200er genau richtig. Auch wenn das Aggregat dem der 125er sehr ähnlich ist, fährt es sich ganz anders. Die 200er hat auch im unteren Drehzahlbereich schon genug Drehmoment um ohne Kupplungseinsatz flott aus der Kurve zu schießen. Allerdings mag auch sie keine zu hoch eingelegten Gänge und erzieht somit den Fahrer zu einer durchdachten Fahrweise. Ich sehe die 200er als optimale Wahl für Enduristen egal ob Anfänger oder Fortgeschritten, die ihre Fahrtechnik verbessern wollen. Zudem macht das leichte Handling und der vergleichsweise drehmomentstarke Motor irrsinnig Spaß.

Beta RR 2T 250/300

Die Extrem Enduro Waffen schlechthin. Mit keiner anderen Kubatur bist Du am Erzberg, Romaniacs und Co besser beraten. Das simple und somit beständige Motorenkonzept kommt unter extremen Bedingungen am besten zurecht. Geringes Gesamtgewicht, leichtes Handling und bärenstarkes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich. Die Unterscheidung zwischen 250 und 300 würde ich der Waage überlassen. Bis zu ca. 85 Kg reicht die Leistung der 250er darüber hinaus kann man mit der 300er auf Nummer sicher gehen.

Beta RR 4T 350

Die kleinste Viertakter ist das Bike für die Sonderprüfung und schnelle Cross Country Läufe. Aber auch vor langen Steilhängen müssen sich die 350er nicht fürchten. Leichtes Handling gepaart mit einem sehr fein abgestimmten Motor überzeugen. Die richtige Wahl für motivierte Andrücker.

Beta RR 4T 390

Wenns etwas mehr sein darf. Die 390 teilt sich das Motorgehäuse mit der 350er. Dementsprechend ähnlich ist das Handling. Allerdings geht die 390er etwas kräftiger zur Sache. Die richtige Wahl wenn man sich zwar zu den Andrückern zählt, aber trotzdem mal mit den Jungs zum Endurowandern nach Rumänien fährt.

Beta RR 4T 430

Ähnlich wie 350 und 390 teilen sich 430 und 480 ein Motorgehäuse. Im Vergleich zu den kleineren Schwestern ist die 430er etwas träger unterwegs. Allerdings geht ihr aber nie die Puste aus, egal wie lange der Steilhang noch sein mag.

Beta RR 4T 480

Der Traktor von Beta. Quasi im Standgas tuckert man auf jeden Berg rauf. Die richtige Wahl für den erfahrenen (und gesetzteren) Enduristen, der keinen Wert auf Wettbewerb legt, sondern lieber mit den Kumpels ein nettes Enduro Wochenende in den rumänischen Wäldern verbringt.

Weitere Informationen demnächst unter www.betamotor.com

Bericht vom 02.08.2023 | 29.414 Aufrufe

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