Big-Enduro Melken 2016: Aprilia Caponord 1200

Die edle Italienerin auf der Rennstrecke

10 Motorräder an einem Tag bei der 1000PS Bridgestone Gripparty am Wachauring 2016. K.OT und Vauli melken die Big-Enduros von Aprilia, BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Triumph.

Vaulis Meinung zur Aprilia Caponord 1200:

Eine 17 Zoll-Bereifung und ein potenter V2-Motor mit 125 PS Leistung wären ja eigentlich perfekt für die Rennstrecke - wenn man schon mit einer Enduro auf die Rennstrecke möchte. Auf dem relativ kleinen Kurs in Melk mit seinen vielen verwinkelten und engen Ecken ist es aber gar nicht so einfach, mit der Aprilia Caponord 1200 herumzuwedeln. Zwar gibt der breite Lenker die Impulse des Fahrers sehr direkt weiter und die Sitzposition ist angenehm aktiv, dennoch muss man ihr schon mit Nachdruck die Linie vorgeben. Auch das hohe Maß an Power kann man vorrangig auf den wenigen schnellen Passagen auskosten - dann aber ordentlich.

Das Triebwerk der Aprilia Caponord 1200 schiebt kräftig an und betört mit einem Sound, den offensichtlich nur Italiener hin- und durch die Homologatin bringen.Auch die Bremse kann mehr Sport, als man von einer Reiseenduro erwarten könnte, harte Anbremsmanöver werden souverän und mit stoischer Ruhe ausgeführt. Auf größeren Rennstrecken würde ich mit der Capo 1200 sogar noch mehr Spaß haben, doch auch auf dem kleinen Track macht sie vor allem durch ihre hochwertigen und gut funktionierenden Komponenten eine Menge Spaß.

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K.OTs Meinung zur Aprilia Caponord 1200:

Mit der RSV4 hat Aprilia – und das haben einige Vergleichstests unserer Kollegen aus Deutschland und anderen Ländern bewiesen – den besseren italienischen Supersportler gebaut. Da dir, lieber Leser, der Status des Motor- und Motorradsports in Italien bekannt sein dürfte, ebenso wie die Tatsache, dass die Fahrzeuge teils wertvoller waren als die Fahrer, kann man ahnen, was dieser Leistung für eine Bedeutung beizumessen ist und einige Ingenieure in Bologna vielleicht ihren Job verloren haben. Mit der Multistrada hat Ducati allerdings schon vor Jahren eine Benchmark gesetzt, die nur die erfahrensten und/oder kompromisslosesten Marken zu erreichen imstande waren. Leistungsmäßig ist die Caponord der 160 PS starken Multi deutlich unterlegen, doch Motorradfahren ist eben kein weißes Blatt Papier mit Zahlen drauf.

Wie die RSV4 und das Naked Bike Tuono schafft es Aprilia auch, seine mit einem 128 PS starken V2 ausgestattete Reiseenduro so mit Emotionen aufzufüllen, dass man „Spettacolo“ und „Sensatione“ in den Helm schreien möchte. Die Sportlichkeit steht eindeutig im Vordergrund, doch auf die heute selbstverständlichen Sicherheitsfeatures wurde nicht vergessen: Abschaltbares ABS, 3-stufige Traktionskontrolle, 3 Fahrmodi (Sport, Touring, Rain) gehören zur Grundausstattung, mit dem Travelpack kommen das semi-aktive Fahrwerk (ADD), ein Tempomat (ACC), Seitenkoffer und ein Hauptständer dazu.

Mit 17 Zoll-Felgen und Dunlop Sportmax Qualifier bereift, war die Caponord für die Rennstrecke weitaus tauglicher als einige der anderen von uns getesteten Modelle, für uns das sportlichste des Tages. Der Motor hängt geradezu aggressiv am Gas und mahnt zum vorsichtigen Umgang. Ebenso sportlich geht die Bremse ans Werk und leistet sich keine Schwächen. Das elektronische Fahrwerk wird erst auf der öffentlichen Straße auf verschiedenen Fahrbahnbelägen ihre wahre Stärke ausspielen können, aber leistungsmäßig kann man mit der Aprilia nicht nur die gesamte Bigenduro-Konkurrenz mehr als nur ärgern.

Big Enduro melken in Melk - alle Tests:

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Fazit: Aprilia Caponord 1200 ABS

Die Aprilia Caponord 1200 ist also ein durchaus modernes und praktisches Motorrad, das mit zahlreichen (ausgereiften) Elektronikfeatures das Reisen auf der Großenduro erleichtert, verbessert und sicherer macht. Auch der Motor ist und bleibt mit seinen 125 PS ein kräftiger Geselle, der vor allem durch seinen kernigen V2-Sound und den guten Durchzug betört. Das komfortable Fahrwerk muss man mögen, während die Fans der brettharten Liga die Nase rümpfen werden, erfreuen sich alle anderen am genialen aktiven Fahrwerk, das selbst die gröbsten Schläge ausbügelt.


  • Herrlich charakteristisches Triebwerk
  • Leistungsmodi
  • ABS dreifach verstellbar
  • Traktionskontrolle
  • simpler Tempomat
  • elektronisches Fahrwerk
  • Ergonomie und Optik stimmen
  • Rascher Treibstoffkonsum
  • Fahrwerk wirkt auf guten Straßen etwas weich
  • spürbares Aufstellmoment beim Bremsen in Kurven

Bericht vom 23.08.2016 | 27.220 Aufrufe

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