Ducati Monster 1200 R 2016 Test

Ducati Monster 1200 R 2016 Test

Das stärkste Monster aller Zeiten

Ducati Neuheiten 2016: Die neue Ducati Monster 1200 R 2016! Zum ersten Mal im Ascari Race Resort. Zum ersten Mal mit der Ducati Monster 1200 R unterwegs. 160 PS, 131,4 Nm, 207 kg, Fahrmodi, ABS, Traktionskontrolle. Die beste Monster für Street und Track.

Noch bevor das Testvideo zur Monster 1200 R veröffentlicht wurde, interessierte nur eins: Wie fährt sie im Vergleich zur KTM 1290 Super Duke R…und zur Aprilia Tuono 1100 Factory…und sogar zur BMW S 1000 R? Für Ducati klingen diese Fragen bestimmt wie Beleidigungen, weil ihres Werkes Würdigung keinen Vergleich verlangt, nur ein Wert erhält eben erst durch Referenzwerte Bedeutung und so möchte ich mich gleich eingangs einer Klärung widmen.

Die Super Duke wurde zufällig auch auf dem exklusiven Ascari Race Resort präsentiert, dem 5*Golfplatz unter den Rennstrecken, und war wesentlich wilder durch den Asphaltgarten zu reiten als die Monster: deutlich stärker, aggressiver, unruhiger, aber auch spektakulärer. Und wie wir jetzt wissen ist sie für den Einsatz auf der Rennstrecke sehr aufwendig in der Abstimmung. Erfahrungswerte mit der Monster auf der Straße konnte ich nicht sammeln, doch ich bin sicher, dass die elegante Italienerin auch im Alltag umgänglicher als der KTM-Dampfhammer ist.

131,4 Nm Drehmoment

Die „Factory“ Tuono von Aprilia bin ich leider noch nicht gefahren, am Pannoniaring durfte ich stattdessen die V4 1100 RR testen. Schon mit dem Sachs-Fahrwerk (Gabel, Federbein und Lenkungsdämpfer) und der umfangreichen, serienmäßigen Elektronik-Ausstattung konnte mich die Tuono begeistern, denn der V4 ist der für mich derzeit aufregendste Motor, ein mechanisches Meisterwerk emotionaler Eruptionen. Laut Aprilia leistet der 1100er 175 PS, die Monster liegt 15 PS darunter und das spürt man oben auch. Dafür liefert der V2 mit 131,4 Nm ein um 11,4 Nm satteres Drehmoment, was einen großen Vorteil aus den Ecken bringt. Ich sehe die beiden jedenfalls als die stärksten Konkurrentinnen.

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Auf Achterbahnen wie Ascari: Monster

Die S 1000 R von BMW ist zwar elektronisch noch ausgereifter und liegt mit der Monster leistungs- und gewichtsmäßig gleichauf, aber der deutsche Reihenvierer kommt trotz vorsätzlicher Räudigkeit nicht an den exotischen Charakter eines italienisches V-Motors ran. Auf einer „klassischen“ Rennstrecke wie Brünn würde ich mir zwar mit der Bayrischen die schnellsten Rundenzeiten zutrauen, weil sie so präzise und konzentriert die Linie hält, dass man das Gefühl hat, in einem Slot zu fahren, aber auf angedeuteten Achterbahnen wie in Ascari zöge ich die Monster vor, weil sie in den Schikanen und 90-Grad Ecken spontaner und beweglicher ist. Im Gegensatz zur Super Duke ist sie aber nicht nervös, sondern sowohl motorisch wie auch geometrisch ruhiger abgestimmt.

Was auf dem Onboard-Video wie ein wilder Ritt aussehen mag, war in Wirklichkeit sehr entspannt. Sicher ist im Sattel eines Naked Bikes mehr los als auf einem Supersportler und den Lenkungsdämpfer möchte man nicht missen - auch wenn er beim Zündschlüssel-Hantieren im Weg ist -, doch die Monster hebt sich meist ebenso sanft wie sie sich wieder senkt, die Front ist sofort wieder auf Kurs, Korrekturen über den Lenker ein Leichtes. Man könnte es so formulieren: Ich war bestimmt wesentlich schneller, als ich mich gefühlt habe.

Wie nur kein Schaltautomat?

Die Breite des Lenkers und seine Krümmung sind für ein sportliches Naked Bike ideal, die Sitzhöhe von ca. 830 mm entspricht dem Mittel der erwähnten Konkurrenzmodelle. Das gilt auch für das Gewicht von 207 kg vollgetankt (Tuono:205, KTM: 207, BMW: 207) Einen Power-Punch im höheren Drehzahlbereich wird man von der Monster nicht bekommen, dafür stehen schon bei 3000 Touren über 100 Nm Drehmoment an (Vielleicht schon darunter; aus den beiden mir zur Verfügung stehenden Grafiken leider schwer abzulesen). Zwar ist die Häufigkeit der Gangwechsel recht angenehm, ein Schaltautomat müsste aber trotzdem zumindest aus dem Zubehör verfügbar sein. So ganz sauber funktionierte das Getriebe leider nicht und hakte immer wieder bei unseren fabriksfrischen Exemplaren.

Mehr Schräglage auf der Rennstrecke.

Um mehr Schräglagenfreiheit zu erreichen, wurde das Fahrzeug um 15 mm angehoben, die Federwege der Gabel und des Federbeins betragen jetzt 130 bzw. 159 mm (S-Version 152 mm). Ein 50°-Winkel soll möglich sein, was natürlich niemand erfühlen kann, etwas mehr könnte es dennoch sein. (Wie schräg man allerdings fahren kann, zeigt das Titelbild. Aber wer eines Rs im Namen würdig ist, der muss sich den strengen Maßstab anlegen lassen.) An einigen Stellen im Radius mit momentan hohem Druck auf das voll einstellbare Fahrwerk streifte ich mit den schlanken Racing-Fußrasten am Asphalt, was nichts Besonderes ist, schließlich handelt es sich immer noch um ein Straßenfahrzeug. Andere, stärker gebaute Kollegen beklagten aber, dass sie auch mit der Abdeckung des Stellmotors am Auspuff und mit dem Seitenständer Kontakt hatten. Justierungen am Fahrwerk konnten dieses Problem wieder beheben.

Bremsen und Felgen von Panigale.

Die zwei halbschwimmend gelagerten Bremsscheiben mit 330 mm Durchmesser und radial montierten Brembo M50 Monobloc-4-Kolben-Bremssättel vorne hat die Monster R von der Panigale geerbt, ebenso den breiten Hinterreifen im Format 200/55-17 und die feinen, geschmiedeten Alufelgen von Marzocchi. Das 3-stufige, abschaltbare ABS hat mich auf der Rennstrecke im Sport-Modus kaum gestört, weiters lässt sich die Elektronik mit 3 Riding Modes, 3 Power Mode und der 8-stufigen Ducati Traction Control genau auf die Strecken-/Straßenverhätnisse und die Präferenzen des Fahrers abstimmen. Sogar für das erfrischend bunte Display können drei verschiedene Anzeigen angewählt werden.

Mehr Mark.

Den Muskelzuwachs erreichte Ducati mit neuen, elliptischen 56 mm Drosselklappen, mächtigen Krümmern mit 58 mm Durchmesser und einer höheren Verdichtung von 13:1. Das Resultat sind 160 PS bei 9.250 U/min und ein Drehmoment von 131,4 Nm bei 7.750 U/min. Auch ein neuer Endtopf wurde montiert. Der Klang ist deshalb gut, weil es eine Ducati ist, denn unter den gnadenlosen EURO-Normen hat jeder Hersteller zu leiden. Die Termignoni-Komplettanlage mit Carbonmantel – natürlich ausschließlich auf der Rennstrecke erlaubt – konnten wir nur optisch und leider nicht akustisch genießen.

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Monster R statt S?

Zur Optik fällt mir das neu designte Heck ein, das die R stärker von den beiden Schwestern abheben soll. Neben der rot-weißen Version gibt es noch eine dunkle Seite, die sich Thrilling Black nennt. Passt meiner Meinung nach ebenfalls hervorragend zur R-Monster. Mit einer überschaubaren Auswahl an feinen Zubehörteilen lassen sich weitere Akzente setzen, die aus dem Edelrenner endgültig ein prezioso pezzo unico machen, ein wertvolles Einzelstück. Ich sehe die Ducati Monster 1200 R als ein leistungsstarkes Naked Bike für die Straße, das mit einem hervorragenden Fahrwerk, einem harmonisch und angenehm fahrbaren Performance-Motor und hilfreicher Elektronik für den gelegentlichen Ausflug auf die Rennstrecke taugt. Ob das R den Aufpreis zur S wert ist, muss jeder selbst für sich entscheiden.

SERVICEINTERVALLE Ducati Monster 1200 R

1000 - 30000 und alle weiteren 30000 Km (Ölwechsel alle 15000 Km)

GARANTIE Ducati Monster 1200 R

24 Monate Garantie ohne Kilometerbegrenzung

PREIS Ducati Monster 1200 R

  • Deutschland ab € 18.390 (für die rote Version)
  • Österreich € 21.990 (für die rote Version, Thrilling Black plus 300 Euro)

Die Ducati Monster 1200 R live in Österreich

Testberichte Neuheiten 2016

Fazit: Ducati Monster 1200 R

Die Ducati Monster 1200 R ist ein leistungsstarkes Naked Bike für die Straße, das mit einem hervorragenden Fahrwerk, einem harmonisch und angenehm fahrbaren Performance-Motor und hilfreicher Elektronik für den gelegentlichen Ausflug auf die Rennstrecke taugt. Ob das R den Aufpreis zur S wert ist, muss jeder selbst für sich entscheiden.

1
Vorteile
  • hochklassiges Fahrwerk
  • Bremsen und Felgen der Panigale
  • stärkste Monster
  • fettes Drehmoment
  • angenehme Abstimmung
  • alltagstauglich
1
Nachteile
  • für ein R-Modell etwas zu brav
  • hoher Kaufpreis
  • Schräglage für Rennstrecke etwas zu wenig
  • kein Schaltautomat verfügbar

Bericht vom 08.10.2015 | 42.556 Aufrufe

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