Neuseeland für Fortgeschrittene - Motorradtour im Land der Kiwis

Geführte Motorradreise in Neuseeland mit Edelweiss Bike Travel

Neuseeland ist eines der Traumziele schlechthin, zumindest für Europäer. Neben unberührter Natur und freundlichen Einheimischen, warten auch traumhaft schöne Straßen. Und Edelweiss kennt die Schönsten!

Verfasst von: Tom Ritt, bei Edelweiss seit 2003. Fotos © Edelweiss Bike Travel

Einer der Gründe für Neuseelands Status als Reisezielort der Träume liegt sicherlich in der Entfernung, denn noch weiter weg kann man von hier aus gar nicht fahren, ohne den Planeten zu verlassen. Außerdem hat das Paradies am anderen Ende der Welt noch ziemlich viel unberührte Natur, ist leicht zu bereisen und trotzdem nicht so überlaufen, es ist sicher, sauber und auch nicht besonders teuer. Es gibt fremdartige Tiere, äußerst nette Einheimische und jetzt wirds interessant für uns traumhaft schöne Straßen, die dank des geringen Verkehrsaufkommens viel Fahrspaß bieten.

Enduro-Wandern in Neuseeland - Edelweiss Bike Travel Tour in NZ

14 Jahre lang hatte ich das Vergnügen, der für Neuseeland zuständige Edelweiss-Tourguide sein zu dürfen. Alles zusammengerechnet habe ich mehr als zwei Jahre dort verbracht und an die 150.000 Kilometer zurückgelegt, ich kenne das Land also ziemlich gut. Und ja, ich habe auch Veränderungen bemerkt zwischen 2005, als ich meine erste Tour führte, und 2019. Das anfangs lückenhafte Mobilfunknetz wurde ausgebaut, so dass man heute in fast jedem Ort Empfang hat. Mehr und mehr Straßen wurden asphaltiert, Wohngebiete dehnten sich aus, es wurden neue Hotels gebaut und mehr Sehenswürdigkeiten ausgeschildert und mit immer größeren Parkplätzen versehen. Um 75% hat sich die Anzahl der Besucher seit 2005 erhöht, vor allem Asiaten kommen in Scharen. Immer mehr Mietwagen und Campervans sind unterwegs und die Tage, an denen man am Shotover River jederzeit einen freien Platz in einem der 600 PS starken Jetboote finden konnte, sind vorbei. Heute heißt es reservieren, und zwar am besten schon drei Tage vorher.

Damit kein Missverständnis aufkommt: so voll wie in den Dolomiten oder am Gardasee ist es in Neuseeland trotzdem nicht, nicht einmal ansatzweise. Doch die Veränderung war schon seit einigen Jahren spürbar und sie ließ mich von einer Tour träumen, die die guten, alten Zeiten wieder heraufbeschwören würde. Also entwickelte ich eine Tour mit einem höheren Anteil an unbefestigten und unbekannten Straßen. Angeboten als TOURENFAHRER Leserreise wurde sie Ende 2019 zum ersten Mal durchgeführt; als Enduro-Wandern Neuseeland-Tour ist sie jetzt weiterhin im Edelweiss-Tourenprogramm. Die Leserreise war meine 45. und leider auch letzte Tour im Land der langen weißen Wolke.

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Von Goldgräbertreffs und Wasserdurchfahrten

Zu den großen Höhepunkten der Tour zählt eine Nacht im Danseys Pass Hotel, das aus dem Jahr 1862 stammt und damit für neuseeländische Verhältnisse praktisch unfassbar alt ist. Früher stiegen hier Goldgräber ab, die auf dem Weg zu den Otago Goldfields waren. Sie kamen über den Danseys Pass, so wie wir auch heute noch, auch wenn wir auf den modernen Motorrädern sicher mehr Spaß haben, als man sich damals vorstellen konnte.

Auch am folgenden Tag stand eine traumhafte Schotterpiste auf dem Programm. Bei der Zufahrt zur Thomson Gorge Road wird überdeutlich darauf hingewiesen, dass diese Strecke nur für geländegängige Fahrzeuge geeignet ist und auch nur bei trockenem Wetter. Dreißig Kilometer ist sie lang und eigentlich nicht sehr schwer zu fahren, nur eine etwa fünfzig Meter lange Wasserdurchfahrt sorgte für Schweißperlen auf der Stirn und für vollgelaufene Stiefel. Wie sich herausstellen sollte, absolvierten wir hier das Übungsprogramm für den folgenden Tag.

Abenteuer und Sightseeing am Motorrad in Neuseeland

Diesen verbrachten wir in der Nähe von Queenstown, der Welt-Hauptstadt des Adrenalins. Die sogenannten Fun-Sportarten stehen hier hoch im Kurs, doch bei keiner wird so viel Adrenalin ausgeschüttet wie bei einer Fahrt durch das Nevis Valley. Siebenundzwanzig Mal muss dabei der kleine Nevis Creek gequert werden und ich erinnerte mich an meinen letzten Ausflug hierher, etwa zehn Jahre zuvor, bei dem vor allem die erste, die nördlichste Furt problematisch war: oberschenkeltiefes Wasser, am Grund große, runde Steine, steile Ein- und Ausfahrt. Ohne zu viel ins Detail zu gehen, möchte ich hier nur verraten, dass im Jahre 2019 die meisten anderen Furten nachgezogen haben und jetzt ebenso tief sind. Außerdem sind sie sehr viel breiter als damals, da sie von schweren Geländewagen immer mehr ausgeschürft und breitgewalzt werden. Im Frühjahr ist außerdem der Wasserpegel hoch, und mindestens genauso hoch war unser Adrenalinspiegel. Am Ende des Tages war der Abenteuerhunger der Gruppe fürs Erste gestillt, weitere Offroad-Einlagen wurden vorerst nicht gewünscht.

Nevis Road Neuseeland
Mächtiges Abenteuer auf der spektakulären Nevis Road, der höchsten öffentlichen Straße Neuseelands

Also blieben wir auf den traumhaft schönen Asphaltstraßen, die von Queenstown an die wilde Westküste führen. Wir gingen im Regenwald spazieren, sahen uns Kiwis an (hier sind natürlich die Vögel gemeint) und genossen die einzigartige Landschaft. Per Fähre ging es auf die Nordinsel, wo wir einen Tag in der überaus angenehmen Mini-Metropole Wellington verbrachten. Südöstlich von Rotorua gibt es einen Nationalpark, in dem eine kurvige Schotterpiste die einzige Infrastruktur darstellt. Hier kam richtig viel Fahrspaß auf, genau wie auf der Whanganui River Road und auf dem Forgotten World Highway an den Tagen danach. Immer wieder machten wir Abstecher auf Seitenstraßen, auch auf unbefestigte, und stießen so oft stundenlang auf kaum einen anderen Verkehrsteilnehmer. Ja, so hatte ich das noch in Erinnerung von meinen ersten Touren. Hier war es wieder, dieses einzigartige Neuseeland-Gefühl.

Neuseeland, Toskana, Südspanien oder Balkan - Edelweiss Enduro Touren

Wenn man die ausgetretenen Pfade verlassen möchte, dann hilft es oft, auch die asphaltierten Straßen zu verlassen, nicht nur in Neuseeland. Selbst in der Toskana, die relativ dicht besiedelt ist und von ziemlich vielen Touristen besucht (heimgesucht?) wird, kann man sie noch entdecken, die grandiose Einsamkeit inmitten traumhafter Landschaft. Und dass Südspanien und der Balkan dem Enduristen noch viel zu bieten haben, ist weithin bekannt. Wer nicht alleine endurowandern will, ist herzlich eingeladen, sich einer der vielen Edelweiss-Touren anzuschließen.

Bericht vom 11.05.2021 | 2.035 Aufrufe

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