Africa Eco Race 2026: Zielankunft in Dakar - Sieger & Ergebnisse

Zwei Wochen Kampf, Sand und Emotionen bis zum Ziel in Dakar

Zwei Wochen Africa Eco Race liegen hinter den Teilnehmern: Marokko, Mauretanien und Senegal forderten Fahrer und Maschinen bis ans Limit. Harte Navigation, extreme Distanzen und emotionale Momente prägten den Weg bis zum legendären Lac Rose in Dakar.

Zwei Wochen voller Action, Geschwindigkeit und Grenzerfahrungen liegen hinter dem Rallye-Tross des Africa Eco Race 2026. Von der Überfahrt nach Afrika über die ersten wettergeprägten Etappen in Marokko, die gnadenlosen Weiten Mauretaniens bis hin zur ersehnten Ankunft im Senegal verlangte diese Rallye Fahrern und Maschinen alles ab. Navigation ohne Kompromisse, extreme Distanzen, körperliche Erschöpfung und mentale Stärke bestimmten den Alltag zwischen Sonderprüfungen und Biwak.


Was am Ende bleibt, ist weit mehr als ein sportliches Ergebnis: Es ist die Erinnerung an eine außergewöhnliche Reise durch drei Länder, an intensive Duelle auf dem Motorrad, an Rückschläge, Zusammenhalt und den unbedingten Willen, Dakar zu erreichen. Mit der elften Etappe ist das letzte sportliche Kapitel dieser 17. Ausgabe des Africa Eco Race geschrieben - und der Blick richtet sich auf den symbolträchtigen Abschluss am Lac Rose Salzsee.


Etappe 11 bringt Entscheidung beim Africa Eco Race 2026

Die elfte und letzte gewertete Etappe des Africa Eco Race 2026 führte die Teilnehmer von Ouad Naga in Mauretanien nach Mpal im Senegal und bildete einen kurzen sportlichen Abschluss der Rallye. Nach einer langen Liaison über die Grenze wartete eine 131 Kilometer lange Special Stage, die zwar kurz, aber intensiv war. Der Untergrund wechselte von hartem, afrikanischem Boden zu Passagen mit weichem Sand und engen Pisten zwischen Bäumen, begleitet von zahlreichen Zuschauern entlang der Strecke. Jean-Loup Lepan setzte mit dem Tagessieg ein sportliches Ausrufezeichen, konnte seinen Fehler vom Vortag aber nicht wett machen. Stattdessen lieferten sich die Tenere Fahrer Gautier Paulin und Kevin Gallas ein Duell um den Sieg, welches der Deutsche Gallas um nur 41 Sekunden für sich entscheiden konnte.


Große Veränderungen an der Führungsspitze sind aufgrund der Kürze von Etappe 11 nicht möglich, aber die 131 km reichen, um einen neuen Gesamtführenden und damit Sieger zu krönen.
Große Veränderungen an der Führungsspitze sind aufgrund der Kürze von Etappe 11 nicht möglich, aber die 131 km reichen, um einen neuen Gesamtführenden und damit Sieger zu krönen.

Luca Seppele kämpft sich durch die letzte Wertungsprüfung

Für Luca wurde die elfte Etappe vor allem zu einem mentalen und emotionalen Kraftakt. Der Tag begann sehr früh mit einer langen, nächtlichen Liaison von Mauretanien nach Senegal, die ihn durch dichten Verkehr, zahlreiche Ortschaften und ungewohnte Navigationspassagen führte. Gerade im Dunkeln erwies sich die Anfahrt zum Start der Special Stage als überraschend schwierig, viele Fahrer hatten Probleme, den richtigen Einstieg zu finden.


Der Österreicher Luca Seppele hat bei diesem Africa Eco Race fast nichts ausgelassen: Ausfall der Navigation, technische Probleme, Krankheit, Sturz und einmal eine nächtliche Sternbeschau mit totem Bike in der Wüste. Dennoch war Aufgeben keine Option. Die Freude über die Zieleinfahrt in Dakar ist grenzenlos. Gratulation!
Der Österreicher Luca Seppele hat bei diesem Africa Eco Race fast nichts ausgelassen: Ausfall der Navigation, technische Probleme, Krankheit, Sturz und einmal eine nächtliche Sternbeschau mit totem Bike in der Wüste. Dennoch war Aufgeben keine Option. Die Freude über die Zieleinfahrt in Dakar ist grenzenlos. Gratulation!

Hinzu kam für Luca eine besondere Ausgangslage: Aufgrund seines gesundheitlich angeschlagenen Zustands am Vorabend konnte er weder am Briefing teilnehmen noch rechtzeitig ein Roadbook übernehmen. Erst kurz vor dem Start organisierte er sich Hilfe und folgte zunächst anderen Fahrern, bevor er sich anhand von Spuren und Waypoints orientierte. Alleine in der sandigen Weite, das machte auch aus der kurzen elften Etappe noch einmal ein großes Abenteuer.


Die eigentliche Special Stage begeisterte ihn dennoch - schneller afrikanischer Boden, weiche Sandpassagen und enge Linien zwischen Bäumen verlangten höchste Konzentration, boten aber auch echten Fahrspaß. Am Ende überwog vor allem die Erleichterung: Nach Wochen der Vorbereitung, Rückschlägen, körperlichen Strapazen und technischen Problemen hat Luca die letzte gewertete Etappe erreicht - und damit den Traum von Dakar endgültig greifbar gemacht.


Finale am Lac Rose: Ein symbolischer Abschluss am Atlantik

Nach zwei intensiven Rallye-Wochen fand das Africa Eco Race 2026 seinen emotionalen Höhepunkt am Lac Rose bei Dakar. Die traditionelle, nicht gewertete Prestige-Etappe führte die Teilnehmer in einem Massenstart entlang des Atlantiks - ein symbolischer Moment, der weniger vom Kampf gegen die Zeit als vom Ankommen geprägt ist. Für viele Fahrer ist diese Fahrt der emotionalste Abschnitt der gesamten Rallye: kein Roadbook-Stress, kein Zeitdruck, nur der Blick aufs Meer und das Bewusstsein, es geschafft zu haben.


Der Zieleinlauf am Lac Rose Salzsee kurz vor Dakar war schon in den 80ern zu Zeiten der originalen Paris-Dakar-Rallye der Höhepunkt.
Der Zieleinlauf am Lac Rose Salzsee kurz vor Dakar war schon in den 80ern zu Zeiten der originalen Paris-Dakar-Rallye der Höhepunkt.

Am Lac Rose standen schließlich die Sieger aller Klassen im Mittelpunkt. Bei den Motorrädern wurde Kevin Gallas zum Gesamtsieger gekrönt - nach einer der engsten Entscheidungen in der Geschichte des Africa Eco Race. Über zwei Wochen hinweg wechselten die Führungspositionen ständig, Navigation, Konstanz und mentale Stärke machten am Ende den Unterschied. Auch in den weiteren Kategorien - Auto, SSV, Truck und Historic - zeigte sich, dass nicht einzelne Tageserfolge, sondern sauberes Management und Durchhaltevermögen über den Gesamtsieg entschieden.


Kevin Gallas holt sich mit seiner Tenere 700 den Gesamtsieg in der Motorradklasse, nur 41 Minuten vor seinem Teamkollegen Gautier Paulin.
Kevin Gallas holt sich mit seiner Tenere 700 den Gesamtsieg in der Motorradklasse, nur 41 Minuten vor seinem Teamkollegen Gautier Paulin.

Abseits der Pokale wurde am Lac Rose aber vor allem eines sichtbar: der besondere Geist des Africa Eco Race. Profis und Amateure, Werksteams und Privatfahrer teilten Geschichten, Rückschläge und Erfolge. Die Rallye führte durch drei Länder mit völlig unterschiedlichen Charakteren - von den regengeplagten Pisten Marokkos über die gnadenlose Weite Mauretaniens bis zur grüneren Landschaft Senegals. Mit der Zielankunft endete nicht nur ein Wettbewerb, sondern eine Reise, die für viele weit mehr war als ein Rennen: ein persönliches Abenteuer, geschrieben in Sand, Staub und Ausdauer.


70 der ursprünglichen 94 Starter auf zwei Rädern schaffen es nach Dakar. Die Freude steht jedem - Profis wie Amateuren - ins Gesicht geschrieben.
70 der ursprünglichen 94 Starter auf zwei Rädern schaffen es nach Dakar. Die Freude steht jedem - Profis wie Amateuren - ins Gesicht geschrieben.

Endergebnis Motorräder - Africa Eco Race 2026

RangStartnummerFahrerMotorradKlasseGesamtzeitRückstand
1171Kevin GallasYamaha Tenere 700+65039:24:05-
221Gautier PaulinYamaha Tenere 700+65039:24:46+0:41
3176Jean-Loup LepanKTM 450 Rally Replica45039:40:13+16:08
4191Mike WiedemannYamaha Tenere 700 JYTR+65040:07:22+43:17
51Jacopo CeruttiAprilia Tuareg 660+65041:02:30+1:38:25
6109Antonio MaioYamaha Tenere 700+65041:06:20+1:42:15
72Alessandro BotturiYamaha Tenere 700+65041:10:57+1:46:52
86Marco MenichiniAprilia Tuareg 660+65041:37:38+2:13:33
994Valentin SertilhangesKTM 450 Rally45042:38:19+3:14:14
1080Roman KrejciKTM 450 Rally Replica45043:35:05+4:11:00

Endergebnis Auto - Africa Eco Race 2026

RangStartnummerFahrerBeifahrerFahrzeugKlasseGesamtzeitRückstand
1201David GérardPascal DelacourMD OptimusT139:13:24-
2215Christian FemontGregg DocxMini Cooper X-RaidT140:42:43+1:29:19
3200Vincent VroninksDave BerghmansRed Lined VK56T141:02:29+1:49:05
4205Pol Van PollaertAnthony PesMD OptimusT141:13:09+1:59:45
5207Tomas OurednicekLukas BartakToyota HiluxT141:40:37+2:27:13
6275Martijn Van Den BroekMike DaasCan-Am Maverick 1000RT441:56:38+2:43:14
7232Philippe LambilliotteFrançois BéguinMD OptimusT142:24:17+3:10:53
8299Martin BenkoMarek SykoraTaurus T3T342:44:22+3:30:58
9230Guy HoussetLoic MinaudierMD OptimusT143:04:34+3:51:10
10206Magdalena ZającBłażej CzekanToyota HiluxT143:09:47+3:56:23

Endergebnis Trucks - Africa Eco Race 2026

RangStartnummerFahrerCo-PilotenFahrzeugKlasseGesamtzeitRückstand
1400Gerrit ZuurmondTjeerd Van Ballegooij / Klaas KwakkelMAN TGAT561:18:21-
2410Martin RoeterdinkRoy Korenromp / Geralt Van ’t BlikDAF CFT595:03:36+33:45:15
3405Mike PanhuijzenPieter Kuypers / Eric Jan HartjesMAN TGAT5102:09:04+40:50:43
4407Franck CoquideDaniel Penkala / Jean-François DelavalRenault K520T5116:58:38+55:40:17

Ausblick: Africa Eco Race bleibt ein Abenteuer mit Zukunft

Nach zwei intensiven Wochen voller Staub, Dünen und Emotionen richtet sich der Blick bereits nach vorne. Das offizielle Finale am Lac Rose hat noch einmal gezeigt, wofür das Africa Eco Race steht: nicht nur für Zeiten und Platzierungen, sondern für ein einzigartiges Abenteuer zwischen Marokko, Mauretanien und Senegal. Die Veranstalter sprechen bereits von einer Rekordedition in Sachen Teilnehmerzahl und Vielfalt, die Mischung aus Profis und ambitionierten Privatfahrern hat den besonderen Spirit des Rennens einmal mehr getragen. Klar ist: Das Africa Eco Race 2026 hat seine Messlatte hoch gelegt - und die nächste Ausgabe ist bereits in Planung. Die Termine für die 18. Edition sollen in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden. Wer einmal bis Dakar gefahren ist, weiß: Nach dem Ziel ist vor dem nächsten Traum.


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Bericht vom 09.02.2026 | 3.573 Aufrufe