Africa Eco Race 2026 Halbzeit Gallas siegt, Seppele kämpft weiter

768 km durch Marokkos Süden: Halbzeit-Krimi spitzt sich zu

Halbzeit beim Africa Eco Race: Etappe 5 führt über 768 Kilometer nach Dakhla, Kevin Gallas gewinnt, die Gesamtführung bleibt extrem knapp. Für Luca Seppele wird Navigation zur Herausforderung, bevor Ruhetag, Grenzübertritt und der Neustart in Mauretanien die Rallye in Woche zwei schicken.

Mit der fünften Etappe erreicht das Africa Eco Race die Halbzeit - und der Abschluss der ersten Woche hat es noch einmal in sich. Auf dem langen Weg von Khnifiss nach Dakhla wird der Süden Marokkos zur Bühne für einen echten Rallye-Klassiker: endlose Geradeauspassagen, flacher Sand ohne Orientierungspunkte und eine Navigation, bei der kleinste Fehler sofort Minuten kosten. Während sich das Feld Richtung Atlantik bewegt und der wohlverdiente Ruhetag näher rückt, spitzt sich der Kampf um die Gesamtführung weiter zu. Die Abstände an der Spitze sind hauchdünn, und alles deutet darauf hin, dass die Entscheidung erst auf den Pisten Mauretaniens und Senegals fallen wird.


768 Kilometer nach Dakhla: Gallas siegt, Lepan übernimmt die Gesamtführung

Etappe 5 führt über insgesamt 768 Kilometer, darunter eine 396 Kilometer lange Sonderprüfung, die vor allem durch ihr schnelles, rollendes Profil geprägt ist. Die Veranstalter sprechen von einem "Ozean aus flachem Sand", in dem es kaum visuelle Landmarken gibt und der richtige Kurs entscheidend ist. Vor allem das Vermeiden falscher Spuren und das ständige Halten des korrekten Heading werden zur mentalen Schlüsselaufgabe dieses Tages. Sportlich setzt Tenere-Fahrer Kevin Gallas ein Ausrufezeichen und gewinnt die Prüfung in 3:19:46 vor den 450er Piloten Jean-Loup Lepan und Thomas Marini. Durch seinen zweiten Platz gelingt Lepan jedoch der große Halbzeit-Coup: Er übernimmt am Vorabend des Ruhetags die Gesamtführung - mit gerade einmal 25 Sekunden Vorsprung auf Gallas, während Marini nur eine Minute dahinter liegt. Auch in den Auto- und SSV-Klassen bleibt es spannend: Guy Housset holt den Tagessieg bei den Cars, während Pol Van Pollaert die Gesamtführung behauptet. Pierre Lafay meldet sich mit einem Sieg bei den SSV zurück, und bei den Trucks bleibt Gerrit Zuurmond weiterhin nahezu unangreifbar.


Kevin Gallas überbrückt mit seiner Tenere die Etappe 6 am schnellsten und sichert sich damit um nur 25 Sekunden die Gesamtführung.
Kevin Gallas überbrückt mit seiner Tenere die Etappe 6 am schnellsten und sichert sich damit um nur 25 Sekunden die Gesamtführung.

Luca Seppele: Navigationsfehler früh, dann erfolgreiche Schadensbegrenzung

Für den österreichischen Rallye-Fahrer Luca Seppele aus Kärnten beginnt Etappe 5 zunächst solide. Er startet aus Position 16, mit zwei Minuten Abstand zwischen den Fahrern, sodass man beim Start den Vordermann kaum mehr sieht. Luca findet gut ins Rennen, doch bei Kilometer 40 passiert ihm ein entscheidender Navigationsfehler. In der extrem gleichförmigen Landschaft wird es für ihn sehr schwierig, wieder auf die richtige Route zurückzufinden. Er verirrt sich mehrere Kilometer abseits der Strecke und ist für rund 25 bis 30 Minuten komplett off-track. Selbst das STELLA-System gibt ihm die klare Warnung, dass er sich außerhalb des vorgesehenen Kurses befindet. Erst nach langem Suchen gelingt es ihm, wieder auf den Track zurückzukehren. Danach steht Schadensbegrenzung im Vordergrund: Bis zur Tankzone kann Luca trotz des Zeitverlusts noch sechs bis acht Fahrer wieder einholen. Nach dem Tankstopp nimmt er bewusst etwas Tempo heraus, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Die Rallye dauert zwei Wochen, und für ihn zählt vor allem, konstant und gesund durchzukommen - denn in Mauretanien warten andere Bedingungen mit weniger Steinen, dafür mehr Sandpisten, Dünen und noch anspruchsvollerer Navigation.


Luca ist mit seinem Tempo zufrieden, die Navigation bleibt aber eine Herausforderung und wird vor allem in der sandigen zweiten Hälfte des Africa Eco Race 2026 über Erfolg und Niederlage entscheiden.
Luca ist mit seinem Tempo zufrieden, die Navigation bleibt aber eine Herausforderung und wird vor allem in der sandigen zweiten Hälfte des Africa Eco Race 2026 über Erfolg und Niederlage entscheiden.

Africa Eco Race 2026 Etappe 5 Resultate - Motorrad klassenübergreifend

RangStartnummerFahrerMotorradKlasseZeitRückstand
1171Kevin GallasYamaha Tenere 700+6503:19:46-
2176Jean-Loup LepanKTM 450 Rally Replica4503:21:15+1:29
330Thomas MariniHusqvarna 450 Rally4503:22:17+2:31
42Alessandro BotturiYamaha Tenere 700+6503:26:32+6:46
5109Antonio MaioYamaha Tenere 700+6503:27:32+7:46
694Valentin SertilhangesKTM 450 Rally4503:28:02+8:16
71Jacopo CeruttiAprilia Tuareg 660+6503:28:45+8:59
895Amaury BaratinKTM 450 Rally4503:30:04+10:18
921Gautier PaulinYamaha Tenere 700+6503:30:17+10:31
106Marco MenichiniAprilia Tuareg 660+6503:33:49+14:03
11191Mike WiedemannYamaha Tenere 700 JYTR+6503:34:25+14:39
12124Nicolas CharlierYamaha Tenere 700+6503:38:48+19:02
13106Bertrand GavardYamaha Tenere 700+6503:39:00+19:14
1417Matteo BottinoKove 800X Rally LS+6503:39:27+19:41
15184Noa SainctKTM 450 EXCF4503:42:11+22:25
1680Roman KrejciKTM 450 Rally Replica4503:42:46+23:00
1712David FretignéHonda CRF 450 Rally4503:44:03+24:17
1899Van PeltHusqvarna 450 RR4503:45:36+25:50
197Da CostaHonda Transalp 750+6503:47:27+27:41
20110Francesco MontanariAprilia Tuareg 660+6503:48:59+29:13
[...]
4619Luca SeppeleKove 450 EX4504:20:15+1:00:29

Ruhetag in Dakhla: Service, Regeneration und Blick auf die Grenze

Nach dem Abschluss der ersten marokkanischen Rallye-Woche folgt in Dakhla der verdiente Rest Day, der für Fahrer und Teams weit mehr ist als nur Pause. Luca kann ausschlafen bis neun Uhr, bevor gemeinsam mit dem Mechaniker intensiv am Motorrad gearbeitet wird. Injektor und Benzinpumpe werden überprüft, das Bike komplett gereinigt und für die zweite Woche vorbereitet. Kettensatz mit Ritzel und Kettenrad wird gewechselt, ebenso stehen Öl- und Luftfilterservice sowie eine Kontrolle der Kupplung auf dem Programm. Es ist die klassische Halbzeit-Revision, die im Rallye-Raid entscheidend sein kann, um Ausfälle in der Wüste zu vermeiden. Neben der Technik kommt auch die Regeneration nicht zu kurz: Nach dem Mittagessen gönnt sich Luca ein kurzes Nickerchen, dazu eine Physiotherapieeinheit, um den Körper frisch zu halten. Am Abend folgen Briefing und Barbecue im Biwak, bevor der Blick bereits nach vorne geht. Am nächsten Morgen wartet eine rund 250 bis 300 Kilometer lange Verbindung zur Grenze nach Mauretanien. Dort ist mit Wartezeiten zu rechnen, der Grenzübertritt wird sich ziehen, und die Visa werden erst im Biwak ausgestellt. Trotz dieser Strapazen steht am Nachmittag bereits wieder eine schnelle Sonderprüfung an - der Auftakt in die zweite Hälfte des Africa Eco Race, in der sich die Rallye in den großen Sandlandschaften Westafrikas neu entfalten wird.


Der Rennalltag wird vom Ruhetag unterbrochen. Während dieser Halbzeitpause werden Motorräder gewartet, Lädierungen behandelt und die körpereigenen Batterien so gut wie möglich wieder aufgeladen.
Der Rennalltag wird vom Ruhetag unterbrochen. Während dieser Halbzeitpause werden Motorräder gewartet, Lädierungen behandelt und die körpereigenen Batterien so gut wie möglich wieder aufgeladen.

Etappe 6: Grenzübertritt nach Mauretanien und schneller Neustart im Sand

Mit Etappe 6 beginnt die zweite Hälfte des Africa Eco Race - und schon der Einstieg in Mauretanien zeigt, dass nun ein anderer Abschnitt der Rallye anbricht. Der Tag startet für die Teilnehmer extrem früh in Dakhla, denn zunächst wartet eine sehr lange Liaison von über 420 Kilometern. Im Dunkeln wird das Biwak abgebaut, Luca beschreibt dabei mit einem Augenzwinkern das Zusammenräumen des Wurfzelts als größten Feind am frühen Morgen. Danach folgt langes Warten an der Grenze, bevor die Rallye schließlich mit einer kurzen, aber sehr schnellen Sonderprüfung von rund 150 Kilometern wieder sportlich Fahrt aufnimmt. Die Topfahrer benötigen dafür etwa eine Stunde zehn, Luca selbst liegt mit ungefähr einer Stunde zwanzig nur wenig dahinter. Mit dem Grenzübertritt wird jedoch auch organisatorisch spürbar, dass man nun in Westafrika angekommen ist: Visa-Prozesse sorgen im Biwak für Chaos, Auftanken und Abläufe laufen nicht mehr so reibungslos wie noch in Marokko. Gleichzeitig beginnt der mauretanische Sand, der deutlich loser und tiefer sein kann, die Rallye neu zu prägen. Für Luca ist klar: Die zweite Woche wird nicht nur fahrerisch, sondern auch logistisch und mental noch einmal anspruchsvoller.


Nach dem frühen und mühsamen Grenzübertritt gilt es die Kräfte und Konzentration noch für die 153 km lange Special Stage zu mobilisieren.
Nach dem frühen und mühsamen Grenzübertritt gilt es die Kräfte und Konzentration noch für die 153 km lange Special Stage zu mobilisieren.

Ausblick: Zweite Woche, mehr Sand und erste Ermüdungserscheinungen im Biwak

Nach dem langen Tag in Mauretanien richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Etappen, die nun immer stärker von Sandpisten und Dünen geprägt sein werden. Luca plant, für den nächsten Tag einen frischen Vorderreifen aufzuziehen, um im losen Untergrund maximalen Grip und Sicherheit zu haben. Positiv ist, dass das Biwak als nächstes zweimal am selben Ort bleibt - eine kleine Erleichterung, weil das tägliche Auf- und Abbauen des Camps entfällt. Dennoch spürt man in der zweiten Rallye-Woche, dass die Belastung bei allen Beteiligten steigt. Nicht nur die Fahrer, auch Mechaniker und Assistenzteams beginnen, die lange Dauer und die harten Tage in der Wüste zu merken. Luca bleibt dennoch zuversichtlich: Die Stimmung passt, das Abenteuer geht weiter - und mit jedem Kilometer Richtung Dakar wird klarer, dass jetzt die entscheidenden Kapitel dieser Rallye beginnen.


Nach Marokko wird es nun in Mauretanien noch wilder, abgelegener, sandiger und für manche herausfordernder. Die zweite Woche des Africa Eco Race 2026 verspricht jede Menge Spannung und Rallye-Action.
Nach Marokko wird es nun in Mauretanien noch wilder, abgelegener, sandiger und für manche herausfordernder. Die zweite Woche des Africa Eco Race 2026 verspricht jede Menge Spannung und Rallye-Action.

Top 30 Motorrad-Tageswertung Etappe 6 - Africa Eco Race 2026

RangStartnummerFahrerMotorradKlasseZeitRückstand
121Gautier PaulinYamaha Tenere 700+6501:11:23
22Alessandro BotturiYamaha Tenere 700+6501:13:51+2:28
395Amaury BaratinKTM 450 Rally4501:15:45+4:22
4176Jean-Loup LepanKTM 450 Rally Replica4501:15:57+4:34
51Jacopo CeruttiAprilia Tuareg 660+6501:16:03+4:40
699Van PeltHusqvarna 450 RR4501:16:12+4:49
780Roman KrejciKTM 450 Rally Replica4501:16:36+5:13
830Thomas MariniHusqvarna 450 Rally4501:16:44+5:21
9191Mike WiedemannYamaha Tenere 700 JYTR+6501:17:45+6:22
10109Antonio MaioYamaha Tenere 700+6501:17:51+6:28
116Marco MenichiniAprilia Tuareg 660+6501:18:03+6:40
12171Kevin GallasYamaha Tenere 700+6501:18:57+7:34
13106Bertrand GavardYamaha Tenere 700+6501:19:06+7:43
1494Valentin SertilhangesKTM 450 Rally4501:19:53+8:30
1528Boris WoltersHusqvarna 450 Rally4501:19:54+8:31
1692Stephan SavelkoulsHusqvarna 450 RR4501:19:56+8:33
17122Andrea VignoneGasGas ES 700+4501:20:00+8:37
1813Alexandre AzinhaisKTM 500 EXC-F Fivard+4501:20:05+8:42
19124Nicolas CharlierYamaha Tenere 700+6501:20:17+8:54
2050Hans DovlandKTM 450 RFR4501:20:40+9:17
2112David FretignéHonda CRF 450 Rally4501:20:42+9:19
2296Lejon FokkemaHusqvarna 450 RR4501:20:54+9:31
2334James SimoninHusqvarna 450 Rally Replica4501:20:57+9:34
2419Luca SeppeleKove 450 EX4501:21:48+10:25
2591Dalle PalleKTM 450 EXC4501:21:57+10:34
2617Matteo BottinoKove 800X Rally LS+6501:22:01+10:38
27184Noa SainctKTM 450 EXCF4501:22:09+10:46
2840Stefano DogliottiKove 450 Rally EX4501:22:29+11:06
2944Gad NachmaniKTM 450 Rally Replica4501:22:53+11:30
3089Thierry TraccanHonda CRF 450 Rally4501:23:42+12:19

Gesamtwertung Motorräder nach Etappe 6 - Africa Eco Race 2026

RangStartnummerFahrerMotorradKlasseGesamtzeitRückstand
1176Jean-Loup LepanKTM 450 Rally Replica45017:27:48
230Thomas MariniHusqvarna 450 Rally45017:29:36+1:48
31Jacopo CeruttiAprilia Tuareg 660+65017:30:34+2:46
4171Kevin GallasYamaha Tenere 700+65017:31:13+3:25
521Gautier PaulinYamaha Tenere 700+65017:34:49+7:01
6109Antonio MaioYamaha Tenere 700+65018:06:29+38:41
7191Mike WiedemannYamaha Tenere 700 JYTR+65018:08:33+40:45
86Marco MenichiniAprilia Tuareg 660+65018:29:46+1:01:58
92Alessandro BotturiYamaha Tenere 700+65018:33:27+1:05:39
1094Valentin SertilhangesKTM 450 Rally45018:50:46+1:22:58
1195Amaury BaratinKTM 450 Rally45018:53:22+1:25:34
1299Van PeltHusqvarna 450 RR45019:30:23+2:02:35
13124Nicolas CharlierYamaha Tenere 700+65019:46:49+2:19:01
14106Bertrand GavardYamaha Tenere 700+65019:59:12+2:31:24
1580Roman KrejciKTM 450 Rally Replica45020:03:23+2:35:35
1650Hans DovlandKTM 450 RFR45020:09:03+2:41:15
17150Matthew GirdHusqvarna 450 FR45020:20:26+2:52:38
1892Stephan SavelkoulsHusqvarna 450 RR45020:35:00+3:07:12
1996Lejon FokkemaHusqvarna 450 RR45020:35:15+3:07:27
2012David FretignéHonda CRF 450 Rally45020:41:14+3:13:26
2113Alexandre AzinhaisKTM 500 EXC-F Fivard+45020:41:17+3:13:29
2240Stefano DogliottiKove 450 Rally EX45020:46:56+3:19:08
2328Boris WoltersHusqvarna 450 Rally45020:48:07+3:20:19
24121Sebastiano AntonelloKove 450 Rally45020:59:11+3:31:23
25184Noa SainctKTM 450 EXCF45021:03:26+3:35:38
2691Dalle PalleKTM 450 EXC45021:15:33+3:47:45
2761Jim MoisaKTM 450 RFR45021:18:03+3:50:15
28123Fabio LotteroKTM 500 EXC-F+45021:24:57+3:57:09
29122Andrea VignoneGasGas ES 700+45021:25:05+3:57:17
3044Gad NachmaniKTM 450 Rally Replica45021:27:55+4:00:07
3119Luca SeppeleKove 450 EX45021:31:49+4:04:01
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Bericht vom 02.02.2026 | 2.161 Aufrufe