Finale beim Red Bull Romaniacs “Sweet 16” Edition

Finale beim Red Bull Romaniacs “Sweet 16” Edition

Spannender Finaltag zwischen Lettenbichler und Gomez!

Nach 571 km an vier Offroad-Tagen und einer Gesamtfahrzeit von 20 Stunden 39 Minuten und 20 Sekunden sicherte sich der 21-jährige Manuel Lettenbichler (Flatsching Fast Factory Team) aus Deutschland seinen ersten Sieg bei einem internationalen Premium Hard Enduro Rennen und erzielte einen erinnerungswürdigen Erfolg bei der Red Bull Romaniacs "Sweet 16" Edition in Sibiu. Zehn Jahre nachdem sein Vater Andreas "Letti" Lettenbichler die 6. Auflage der "Härtesten Enduro-Rallye der Welt" gewonnen hatte, kämpfte Manuel gegen Alfredo Gomez (ESP, Husqvarna), der den 2. Platz belegte, und Graham Jarvis (UK, Husqvarna), der als Gesamt-Dritter ins Ziel kam.

Der Offroad-Start wurde von Manuel Lettenbichler um 07:00 Uhr eröffnet und es regnete bereits in Strömen. Die Fahrer mussten den ganzen Tag über gut 10.000 Meter klettern und insgesamt eine Strecke von 124 km im Umfeld von Sibiu bewältigen. Hie die klangvollen Namen der Signature Sections: Ass Slide, Snooze, Momentum, Too Much Zicky Zacky, Extreme Miorita, Flying Ford, Hug the Tree und The Rock. Es war ein klassischer Romaniacs-Mix aus Wald- und Alpin-Strecken in den tiefen Tälern um Sibiu und Paltinis.

Die Ventilator genannte Sektion, die auch während der Live-Übertragung auf Red Bull TV zu sehen war, befindet sich mitten im Wald und der Boden wird bei Nässe sehr rutschig. Die Fahrer mussten hier viel Zickzack machen, um irgendwo etwas Traktion zu finden und Manuel konnte Alfredo in diesem Abschnitt etwas distanzieren.

Fast den ganzen Tag über war es ein sehr enger Kampf zwischen Alfredo und Manuel, die im Gesamtverlauf mehrmals zwischen der ersten und der zweiten Position hin und her wechselten. Graham Jarvis holte zwar im ersten Teil des Rennens auf, stürzte jedoch nach dem Service Point und verlor seine GPS-Geräte. Daher musste sich der "Silent Assassin" für den Rest des Rennens auf andere Fahrer verlassen, was ihm schlicht unmöglich machte, Manuel und Alfredo noch angreifen zu können.

Auf den letzten Kilometern war es so eng, dass der berüchtigte Uphill in Gusterita den Unterschied hätte machen können, wenn Manuel einen groben Fehler begangen hätte, da er zu diesem Zeitpunkt im Gesamtverlauf des Rennens nur etwa 40 Sekunden vor Alfredo lag. Aber der junge Mann aus Bayern, der mit 16 Jahren der jüngste Finisher des Erzbergrodeos war, gab sich keine Blöße. Er bewältigte alle schwierigen Anstiege, einschließlich des berüchtigten Anstiegs im Ziel in Gusterita, zumindest ohne fatale Fehler. Machen wir und nichts vor: Auch diese Ausnahmeathleten wie Manuel und Alfredo sind zu einem solchen Zeitpunkt im Rennen nicht mehr zu 100% bei Kräften und lassen die ein oder andere Sekunde liegen. Nach der Zielflagge war Manuel immer noch angespannt und wollte einen Sieg noch nicht feiern, denn es war nicht klar, wann Alfredo tatsächlich eintreffen würde und ob er es in der Gesamtwertung tatsächlich auf den ersten Platz geschafft hatte. 2 Minuten und 42 Sekunden trennten Manuel von Alfredo und 12 Minuten und 21 Sekunden von Graham Jarvis, der die Romaniacs zuvor 6 Mal gewonnen hatte.

Und jeder, der diesen Moment mitverfolgen konnte, als Manuel seinen Vater Andreas im Zielbereich sah, bemerkte, dass dies ein sehr emotionaler Moment für beide war. Eines der echten Vorbilder in Hard Enduro genoss den Moment, als sein Sohn 10 Jahre nach ihm dieses Rennen gewann.

Dieser Sieg bedeutet, dass Manuel mit 21 Jahren, drei Monaten und vier Tagen nicht nur der jüngste Gewinner der Veranstaltung ist: Es ist auch sein erster Sieg in der World Enduro Super Series (WESS), der für Ihn in der Gesamtwertung der WESS nun den ersten Platz vor Graham Jarvis und Alfredo Gomez bedeutet.

  • Manuel Lettenbichler: "Ich bin einfach überglücklich, ich kann es noch nicht wirklich glauben. Es bedeutet alles für mich, die Red Bull Romaniacs zu gewinnen. Dieses Rennen ist wirklich etwas Besonderes und es fühlt sich unfaßbar gut an, hier zu gewinnen. Das Event ist so lang und so hart und alles kann passieren. Es waren unglaubliche fünf Tage, auch mit den Wetterbedingungen in den letzten Tagen. Einige der ohnehin schwierigen Anstiege sind heute nahezu unfahrbar geworden. Einer der Höhepunkte für mich war, dass ich Alfredo auf dem letzten Anstieg gestern überholen konnte. Das fühlte sich großartig an und gab mir einen so großen MOtivationsschub für den letzten Tag. Es ist 10 Jahre her, dass mein Vater die Romaniacs gewonnen hat und es ist einfach großartig, dass ich an seine Leistung anknüpfen kann. Jetzt ist das hier eine Familienangelegenheit. Die Lettenbichlers werden heute Abend definitiv feiern!“

  • Alfredo Gomez: "Nun, es war heute wirklich eng zwischen Mani und mir, und klar, es ist jetzt ein bisschen enttäuschend, nur auf dem zweiten Platz zu stehen. Aber es war ein großartiges Rennen und nach diesen langen Tagen freue ich mich, es auf das Podium geschafft zu haben." Der erste Offroad-Tag war nicht der beste für mich, aber das änderte sich am zweiten Tag: Ich hatte ein besseres Gefühl auf dem Motorrad und holte den Sieg. Gestern lief es auch ganz gut und der enge Kampf mit Mani und Graham war großartig. Wie gesagt, ich bin natürlich enttäuscht, dass ich nicht gewonnen habe, aber es fühlt sich trotzdem gut an, nach einem so langen und anstrengenden Rennen Zweiter zu werden. Ein großes Dankeschön an alle, die mir geholfen haben, so erfolgreich durch das Event zu kommen: Mein Team und allen Fans - ich verspreche, dass ich nächstes Jahr noch stärker zurückkomme.“

  • Graham Jarvis: „Heute war aufgrund des starken Regens definitiv der schwerste Tag von allen - es auf den Anstiegen ziemlich rutschig und wir mussten viel schieben. Bis zum Service Point lief es ganz gut bei mit, aber dann bin ich gestürzt und habe mein GPS verloren - und das war eigentlich dann das Ende. Ich musste mich auf andere Fahrer verlassen - es war eine Katastrophe, um ehrlich zu sein. Ich bin froh, dass ich heute das Ziel überhaupt erreicht habe. Es war ein sehr enger Kampf zwischen Alfredo und Manuel bis zum Ende. Beide sind wirklich sehr gut gefahren. Deswegen freue ich mich, Mani zum verdienten Sieg zu gratulieren. Und hoffentlich werde ich nächstes Jahr wieder hier sein! "

  • 1 Manuel Lettenbichler (DEU, Flatschingfast Factory Team): 20 Stunden 39 Minuten 51 Sekunden
  • 2 Alfredo Gomez Cantero (ESP, Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing): 20h 42m 15s (+2m 24s)
  • 3 Graham Jarvis (GBR Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing): 20h 52m 12s (+12m 21s)
  • 4 Taddy Blazusiak (POL, Red Bull KTM Factory Racing): 21h 25m 36s (+45m 45s)
  • 5 Jonny Walker (GBR, Red Bull KTM Factory Racing): 21h 30m 40s (+50m 49s)
  • 6 Billy Bolt (UK, Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing): 23h 16m 34s (+2h 36m 43s)
  • 7 Mario Roman (ESP, Sherco Factory Racing Team): 23h 36m 25s (2h 56m 34s)
  • 8 David Cyprian (CZ, JD Gunnex KTM): 23h 42m 30s (+4h 2m 39s)
  • 9 Pol Tarrés (ESP, TTR Officine Rigamonti Husqvarna): 25h 8m 26s (4h +28m 35s)
  • 10 Josep Garcia Montana (ESP, Red Bull KTM Factory Racing): 25h 8m 26s (+4h 28m 35s)
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Alle Berichte zum Red Bull Romaniacs 2019

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Bericht vom 04.08.2019 | 3.742 Aufrufe

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