KTM 1190 Adventure (2013 - 2018) Gebrauchtberatung

Attraktive Alternative zur GS

Als Nachfolgerin der 990 Adventure brachte KTM 2013 die 1190 Adventure auf den Markt. Eine neue Maschine mit dem Ziel, ernsthafte On- und Offroad-Fähigkeiten in einem kompromisslosen Paket zu bieten. Man muss ihnen lassen: Sie trafen den Nagel mit diesem temperamentvollen und blitzschnellen Adventure Motorrad ziemlich genau auf den Kopf.

Die 1190 Adventure ist weniger geländegängig als ihr Geschwistermodell R (das ein 21-Zoll-Vorderrad und die üblichen Offroad Modifikationen hat), aber immer noch in der Lage, sich auf Trails zu bewegen. Die 1190 Adventure ist eine sehr robuste Maschine, die auch rauen Bedingungen gewachsen ist, sich aber eher auf Asphalt zu Hause fühlt. Wenn ihr ein schnelles Adventurebike mit sportlichem Auftritt wollt, ist die KTM 1190 Adventure eine Überlegung wert.

KTM 1190 Adventure (2013 – 2018) Preis

Wer diese attraktive Reiseenduro besitzen möchte, kann sich glücklich schätzen: Durch ihre große Beliebtheit, findet man viele Exemplare am Gebrauchtmarkt: Gebrauchte KTM 1190 Adventure kaufen.

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KTM 1190 Adventure Motor und Leistung

Leistung und Drehmoment sind zwei Dinge, an denen es der 1190 Adventure ganz sicher nicht mangelt, denn der V-Twin ist ein wirklich starker und drehfreudiger Motor. Bei ihrer Markteinführung hat die 1190 Adventure die Messlatte in Bezug auf die pure Leistung höher gelegt. Bemerkenswerter Weise schaffte sie das, obwohl sie ein weiches, sauberes und leicht zu handhabendes Gefühl beim Gasgeben bietet. Die KTM ist schnell, aber nicht wild oder einschüchternd, sofern man seine Gashand im Griff hat. Dennoch gibt es immer noch das KTM-Klappern um den Motor, das ihn einen Hauch mechanischer und rauer anfühlen und klingen lässt, als bei den Konkurrentinnen Ducati Multistrada oder BMW GS.

Getriebe und Auspuff der KTM 1190 Adventure

Basierend auf der Architektur des RC8-Supersportlers ist der 1190er-Motor ein wahres Kraftwerk und mit seinen 150 PS und 125 Nm sehr leistungsstark für eine Maschine, die sich im Offroad-Stil präsentiert. Die Besitzer sind von der Spitzenleistung des V-Twins absolut begeistert, der aber dank genügend Druck im mittleren Drehzahlbereich nicht ständig gedreht werden muss. Aber die 1190 Adventure ist bei weitem nicht perfekt und wie so viele Motorräder der ersten Generation hat sie ein paar Probleme, besonders wenn man sie das ganze Jahr über fährt. Es gibt eine bekannte "Eigenart", bei der die Leistung der Batterie bei kaltem Wetter nachlässt, was das Starten erschwert, da der V-Twin viel Kraft vom Anlasser benötigt, um die Kompression zu überwinden. Seltsamerweise berichten Besitzer, dass die Batterie "aufgewärmt" wird, indem man die Lichter für etwa eine Minute oder so anlässt, bevor man den Starter betätigt.

Im Sommer haben Besitzer jedoch ein ganz neues Problem zu bewältigen, da die Hitze des Auspuffs und des hinteren Zylinders die Beine röstet! Es gibt jedoch Hitzeschilde auf dem Nachrüstmarkt, die ihr kaufen könnt, um ein wenig von der Wärme abzulenken. Abgesehen von diesen beiden Macken hat die Adventure einen zuverlässigen Motor, solange ihr euch an die Serviceintervalle haltet. Das einzige Problem sind die Kraftstofffilter, die verstopfen können und das gelegentliche Austreten von Öl, da die Dichtungen des Motors nicht die stärksten zu sein scheinen. Die Adventure gehört zu den Motorrädern, die von jemandem gewartet werden müssen, der sich auskennt, um die kleinen Ärgernisse aufzufangen, bevor sie sich zu etwas Ernsterem entwickeln. In dieser Hinsicht einer Ducati also nicht unähnlich.

Handling, Fahwerk Chassis and Gewicht

KTM ist stets bestrebt, ihren Motorrädern einen gewissen sportlichen Touch zu verleihen und auch die Adventure bleibt diesem "ready to race"-Ethos treu. Man kann die 1190 problemlos eine Straße hinunter prügeln und obwohl die WP-Federung einen recht langen Federweg hat und das Motorrad daher gerne umher schaukelt, ist sie voll einstellbar und hervorragend in ihrer Dämpfungsreaktion, sodass Unruhen durch vorsichtiges Anpassen der Federelemente weitgehend eliminiert werden können. Ein recht hohes Motorrad (die Sitzhöhe ist zwischen 860 und 875 mm verstellbar) kann sich vollgetankt mit 23 Litern herumschwappendem Sprit bei langsamer Geschwindigkeit ziemlich kopflastig anfühlen, ist sie aber einmal unterwegs wird dieses Gefühl reduziert und man muss sich vor Kurven definitiv nicht zu fürchten. Bei einem gebrauchten Motorrad muss man bei den Rädern nur etwas vorsichtig sein, da die Adventure mit schlauchlosen Reifen mit einem Gummiband fährt, das verhindert, dass die Luft an den Speichen vorbei entweicht. Bei Bikes mit höherer Laufleistung kann sich dieses Band verschlechtern und zu undichten Rädern führen. Es ist kein massiv teures Ersatzteil, aber es scheint, dass es ein ziemlicher Alptraum sein kann, es so luftdicht zu bekommen, wie es das Werk damals schaffte. Denn viele Besitzer berichten, dass es einige Versuche brauchte, bis der Erfolg eintrat.

KTM 1190 Adventure (2013 – 2018) Bremsen

Zwei Brembo-Monoblock-Bremssättel und 320mm Scheiben sorgen dafür, dass die 1190er Bremsen der Aufgabe mehr als gewachsen sind! Sie ist nicht überbremst, aber es fehlt ihr sicher an Nichts. Ihr erhaltet mit der KTM kombiniertes ABS, ab 2014 kam die 1190 mit schräglagenabhängigem kombiniertem ABS. Es ist das erste Motorrad, das ein solches System (von Bosch gebaut) serienmäßig verbaut hat. Es lohnt sich, es zu haben, denn es ist bemerkenswert und kann ein echter Lebensretter sein, wenn ihr in eine Situation kommt, in der es reagieren muss. Im Geländemodus wird das ABS der Hinterradbremse deaktiviert.

Komfort auf Distanz und auf Reisen

Die Meinungen über den Komfort der Adventure scheinen ein wenig auseinander zu gehen, wobei einige Besitzer den festen Sattel kritisieren und andere keine derartigen Probleme haben. Also sitzt Probe, bevor ihr sie kauft! Wenn ihr Kilometer schinden wollt, ist die 1190 ein sehr guter Reisebegleiter mit einer großen Reichweite, viel Platz für einen Sozius und einer riesigen Auswahl an Gepäckstücken, die ihr mit eurem gesamten Equipment vollstopfen könnt. Das Windschild könnte einen Hauch höher sein, aber es ist ein Leichtes hier Abhilfe zu schaffen. Durch eine der vielen Zubehör-Firmen, die Ersatzmöglichkeiten in diesem Bereich liefern. Manko für Vielfahrer (auf der Autobahn): Ärgerlicherweise hat der KTM der 1190 Adventure keinen Tempomat verpasst, aber auch hier gibt es Zubehör-Firmen, die es euch erlauben, ein System nachzurüsten, da die Maschine "Ride-by-wire"-Drosselklappen hat.

Gebrauchte und neue KTM 1190 Adventure Motorräder

Fahrhilfen und Zusatzausrüstung/Zubehör

Die Adventure hatte schon immer KTMs MTC (Multi-Mode-Traktionskontrolle), kombiniertes ABS (mit Off-Road-Modus) und auch vier Fahrerleistungsmodi (Regen, Straße, Sport und Off-Road), zudem gab es die elektronischer Federung (EDS) als Sonderausstattung sowie das Reifendruckkontrollsystem (TPMS) als Extra. Im Jahr 2014 kam eine IMU hinzu, die das ABS und den MTC schräglagenabhängig macht, was sich, wie erwähnt durchaus lohnt, dieses ist bei jeder KTM-Werkstätte nachrüstbar. Was das Zubehör anbelangt, so entscheiden sich viele Besitzer für einen bequemeren Sitz, Heizgriffe oder ein höheres Windschild und Koffer. Da KTM-Fahrer dazu neigen, ziemlich "enthusiastisch" zu sein, sind auch Auspuffanlagen üblich (vor allem, weil die OE-Dose gewöhnungsbedürftig aussieht), ebenso wie automatische Kettenschmiersysteme, da die KTM eine Kette und keinen wartungsfreien Kardanantrieb hat.

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KTM 1190 Adventure (2013 – 2018) Gebrauchtfazit

Die 1190 Adventure ist für die meisten Fahrer nicht die erste Wahl als großvolumiges Abenteuer-Motorrad, viele entscheiden sich für die BMW GS. Obwohl sie nicht so zweifellos zuverlässig oder effizient wie die GS ist, hat die Adventure einen gewissen Charme und dank ihres hervorragenden V-Twin-Motors, den die BMW manchmal vermissen lässt, bietet sie viel Emotion. Besitzer verlieben sich in die Adventure und wenn ihr für eure Touren etwas anderes wollt, probiert die KTM 1190 Adventure.

Über Jon Urry:

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 07.01.2021 | 8.494 Aufrufe

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