Triumph Street Triple 675 Gebrauchtberatung

Kaufguide, Schwachstellen & Alternativen

Die Triumph Street Triple 675 war über ein Jahrzehnt eines der dynamischsten Naked Bikes der Mittelklasse. Doch welche Jahrgänge sind die besten? Wir erklären Modellgenerationen, Technik-Updates und zeigen, worauf Gebrauchtkäufer achten müssen.

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Modellhistorie - Triumph Speed Triple 1050

Als Triumph 2007 die Street Triple 675 präsentierte, entstand eines der prägendsten Naked Bikes der Mittelklasse. Entwickelt aus der sportlichen Daytona 675, sollte die Street Triple eine alltagstauglichere, zugleich aber agile und leistungsstarke Alternative darstellen - perfekt positioniert gegen Yamaha FZ6, Honda Hornet 600 und die Kawasaki Z750. Der 675er-Dreizylinder brachte 106 PS und 69 Nm auf die Straße und kombinierte sportlichen Charakter mit hoher Alltagstauglichkeit.

20072008 - Markteinführung & Grundkonzept

Der aus der Daytona entlehnte 675 cm³-Dreizylinder verlieh der Street Triple ein in dieser Klasse außergewöhnlich sportliches Herz. Aluminium-Brückenrahmen, hochwertige Bremsen und ein kurzes, agiles Chassis machten die 675 rasch zum Geheimtipp unter sportlichen Naked-Bike-Fahrern. Sie bot das Beste beider Welten: das spielerische Handling eines Mittelklasse-Bikes und die Performance eines Supersportlers.

Die erste Generation der Triumph Street Triple 675 aus 2007
Die erste Generation der Triumph Street Triple 675 aus 2007

2013 - Großer Modellwechsel mit Fahrwerksupdate

2013 erfolgte eine umfassende Überarbeitung. Triumph spendierte der Street Triple ein neues Fahrwerkslayout, einen leichteren Rahmen und einen kürzeren Radstand, wodurch das Handling nochmals deutlich präziser wurde. Der Motor blieb mit 106 PS unverändert, erhielt jedoch eine optimierte Einspritzung für bessere Gasannahme. Neu war auch die Street Triple 675 R, die mit einstellbarem Fahrwerk und radialen Bremsen noch sportlicher positioniert war.

Triumph Street Triple 675 R 2013
Triumph Street Triple 675 R 2013

2017 - Ride-by-Wire, Elektronik & RX-Variante

2017 erfolgte ein technischer Sprung. Die Street Triple 675 wurde mit Ride-by-Wire ausgestattet, erhielt drei Fahrmodi, Traktionskontrolle und eine überarbeitete Euro-4-konforme Motorabstimmung. Triumph bot nun drei Versionen an:

  • Street Triple 675 Standard: 106 PS, konventionelles Fahrwerk
  • Street Triple 675 R: sportlicher abgestimmt, radial verschraubte Bremsen
  • Street Triple 675 RX: Daytona-Heck, Quickshifter, verbesserte Elektronik
Triumph Street Triple 2016
Triumph Street Triple 2016

Produktionsende & Nachfolger

Mit der Euro-4-Umstellung wurde die 675er-Baureihe 2017 eingestellt. Als Nachfolger präsentierte Triumph die stärkere Street Triple 765, die die Basis für den Moto2-Motor bildete und in der RS-Version bis zu 123 PS erreichte.

Triumph Street Triple 675 am Gebraucht-Markt - Angebote, Preise & Laufleistungen

Auf dem Gebrauchtmarkt in Deutschland und Österreich präsentiert sich die Triumph Street Triple 675 (Baujahre 2008-2017) weiterhin als gut verfügbares, gut nutzbares Naked Bike mit attraktivem Preis-/Leistungs-Verhältnis. Aktuell finden sich in Deutschland etwa 50 bis 60 Inserate, in Österreich rund 50 Stück, wobei Baujahre von 2008 bis 2016 dominieren - die frühen Modelle ohne ABS ebenso wie die Facelift-Generationen mit seitlichem Auspuff. Die übliche Preisspanne reicht von ca. 3.500 € für sehr frühe, einfach ausgestattete Exemplare mit höherer Laufleistung bis zu 6.000-7.000 € für gut erhaltene Modelle der Jahre 2013-2016 mit niedriger Laufleistung, gepflegtem Zustand und der sportlicheren "R"-Variante. Standard-Modelle liegen im Mittel bei etwa 4.000-5.500 €, während die "R"-Versionen im Vergleichspaket typischerweise ≈800 € oder mehr Aufpreis erzielen. Laufleistungen bewegen sich zumeist im Bereich von 10.00040.000 km, ausgewählte Exemplare mit <10.000 km sind selten, höherlaufende (>50.000 km) vor allem preislich stärker reduziert. Die Nachfrage ist stabil, sodass gepflegte und preislich realistische Modelle oft innerhalb von wenigen Wochen verkauft werden.

Gebrauchtberatung Triumph Street Triple 675 - Probleme & Wissenswertes

Die Triumph Street Triple 675 gehört zu den beliebtesten Naked Bikes der Mittelklasse. Zwischen 2008 und 2017 entwickelte sie sich von einer sportlich-frechen Ableitung der Daytona 675 hin zu einem eigenständigen Charakterbike mit großem Kultpotenzial. Doch wie steht es um die Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit gebrauchter Modelle? Wir haben Rückrufe, Forendiskussionen und Erfahrungsberichte ausgewertet und geben einen tiefgehenden Überblick.

Rückrufaktionen: Sicherheit und Kontrolle beim Kauf

Über den Produktionszeitraum hinweg gab es mehrere relevante Rückrufaktionen, die beim Gebrauchtkauf unbedingt überprüft werden sollten. Frühere Modelle (2008-2012) waren häufig vom bekannten Reglerproblem betroffen: der verbaute Lichtmaschinenregler war hitzeanfällig und konnte zum Ausfall des Ladesystems führen. Triumph tauschte betroffene Regler im Rahmen einer Rückrufaktion 2012 aus - Käufer sollten sich also bestätigen lassen, dass diese Maßnahme durchgeführt wurde. 2013 folgte ein Rückruf wegen möglicher Schäden an Radlagern, die zu Instabilitäten beim Fahren führen konnten. Ebenso wurden bei ABS-Modellen Baujahr 2014 lose Lenkeinheitsschrauben beanstandet. Wer ein entsprechendes Modell ins Auge fasst, sollte die VIN-Nummer vom Händler oder Vorbesitzer prüfen lassen oder direkt bei Triumph nachfragen, ob alle Maßnahmen erledigt wurden. Ein eher kosmetisches, aber häufig dokumentiertes Thema war Spannungsrissbildung an der Scheinwerferverglasung, speziell bei Modellen bis 2012. Auch diese wurden teilweise kostenlos ersetzt.

Getriebe & Schaltverhalten: Kleine Macken bei frühen Jahrgängen

Während der 675er-Dreizylinder generell als robust gilt, berichteten viele Nutzer in Foren über ein hakeliges Schaltverhalten - besonders bei frühen Baujahren (2008-2010). Teils ließ sich der Leerlauf nur schwer finden oder bestimmte Gänge hakten. In vielen Fällen lag das an schwergängigen Schaltwellen oder verschlissenen Gangpositionssensoren. Triumph veröffentlichte hierzu Werkstatthinweise. Die Nachrüstung eines verbesserten Schaltwellenlagers oder das Reinigen und Justieren des Schaltgestänges brachte oft Abhilfe. Eine weiterführende Optimierung stellen stärkere Schaltfedern und ein verstärkter Schaltstern dar diese Teile sind als Upgrade-Kits im Zubehör erhältlich und werden von routinierten Schraubern oder Werkstätten eingebaut, um die Gangwechsel geschmeidiger zu gestalten.

Schwächen im elektrischen System

Besonders in den Jahren bis ca. 2013 galt die Elektrik als Achillesferse der Street Triple. Die Kombination aus anfälligem Regler, schwacher Batterie und oft überhitzender Lichtmaschine führte zu zahlreichen Pannen - von entladenen Batterien bis hin zu Startverweigerungen mitten in der Stadt. Auch die Steckverbindungen im Bereich Zündschloss oder Anlasserrelais alterten schlecht und führten zu sporadischen Problemen. In der Szene gilt die Nachrüstung eines MOSFET-Reglers als effektivste Gegenmaßnahme. Auch der Einsatz wartungsfreier Markenbatterien (z. B. Yuasa) sowie die Reinigung der Massepunkte beugt Ausfällen vor. Besonders in feuchteren Klimazonen oder bei Saisonstilllegungen ist zudem ein Batterieerhaltungsgerät empfehlenswert.

Nach und nach wurde die Street Triple mit mehr Elektronik ausgestattet. Das konnte auch zu Problemen führen.
Nach und nach wurde die Street Triple mit mehr Elektronik ausgestattet. Das konnte auch zu Problemen führen.

Fahrwerk & Fahrverhalten: R-Version deutlich überlegen

Während die Standardversion bis 2012 ein eher weiches, nicht einstellbares Fahrwerk bietet, punktet die R-Version ab Baujahr 2009 mit voll einstellbaren Showa-Komponenten und radialen Bremsen. Der Unterschied im Alltag - aber auch auf ambitionierten Landstraßenrunden - ist markant. Viele Besitzer berichten von spürbar präziserem Einlenkverhalten, besserer Rückmeldung und kürzeren Bremswegen. Wer ein Standardmodell fährt, rüstet häufig ein Federbein von der Daytona 675 nach oder greift zu Wilbers-Federbeinen als Zubehörlösung.

Ein weiteres Thema, das mit Fahrkomfort zusammenhängt: Die hochgezogenen Auspuffe der frühen Modelle erzeugen unter dem Sitz deutliche Hitze - bei hohen Außentemperaturen wird das unangenehm. Ab dem Facelift 2013 führte Triumph eine neue Auspuffführung ein, die die Hitze deutlich besser ableitet und so auch für Sozius und Fahrer angenehmer wird.

Typische Modifikationen: Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Die Street Triple 675 war von Anfang an ein beliebtes Tuningobjekt. Neben den erwähnten Fahrwerks-Upgrades zählen folgende Modifikationen zu den am häufigsten genannten:

  • Austausch der serienmäßigen Spiegel durch breitere oder vibrationsärmere Modelle
  • Flyscreens (kleine Windschilder) für mehr Windschutz auf der Autobahn
  • kurze Kennzeichenträger für eine sportlichere Heckoptik
  • LED-Blinker und Rücklichter
  • Austausch des Gangpositionssensors bei Modellen mit fehlerhaften Ganganzeigen

Wer Wert auf langfristige Alltagstauglichkeit legt, sollte bei Fahrwerk, Ladesystem und Bremsen gezielt aufrüsten - viele der Schwachstellen lassen sich so vollständig eliminieren.

Laufleistungen & Langlebigkeit

Viele Street Triples knacken problemlos die 50.000-km-Marke - nicht wenige liegen sogar deutlich darüber. Entscheidend ist die Wartungshistorie: Wurde regelmäßig das Ventilspiel kontrolliert? Ist der Antriebssatz (Kette, Ritzel, Kettenrad) gut in Schuss? Wie sehen Bremsbeläge und Scheiben aus? Die Motoren selbst sind sehr standfest, solange Ölwechsel und Servicepläne eingehalten wurden. Das hintere Federbein zeigt bei höheren Laufleistungen häufig nachlassende Dämpfung, ebenso neigen Steuerkopflager und Radlager bei Vielkilometern zu Spiel. Bei guter Pflege lässt sich eine gebrauchte Street Triple 675 jedoch mit gutem Gewissen kaufen - besonders, wenn Rückrufe abgearbeitet und typische Optimierungen bereits erledigt wurden.

Produkttipps

Reifenempfehlung für die Triumph Street Triple 675

Auch in die Jahre gekommene Motorräder können uns noch viel Spaß bereiten, wie die Street Triple 675 eindrucksvoll beweist. Weniger ist manchmal mehr! Das gilt aber nicht für Motorradreifen. Hier sollte man stets zu modernen Produkten greifen, da sich in der Reifentechnologie in den letzten Jahren sehr viel getan hat und es unklug ist, bei der Kontaktstelle zwischen Motorrad und Straße zu sparen.

Metzeler Roadtec 02
Metzeler Roadtec 02

Im Fall der Triumph Street Triple 675 empfehlen wir den Metzeler Roadtec 02. Der hochmoderne Straßenpneu bietet jede Menge Fahrspaß und Performance, vernachlässigt mit seinem adaptiven Laufflächenprofil, kurzer Aufwärmzeit, Full-Silica-Gummimischung und gutem Nassgrip aber auch nicht den Sicherheitsfaktor.

Alternativen zur Triumph Speed Triple 1050

Yamaha FZ6

Die Yamaha FZ6 ist eine hervorragende Alternative zur Street Triple 675, wenn man Wert auf Vierzylinder-Charakter und vielseitige Einsetzbarkeit legt. Der 600 cm³-Reihenvierzylinder basiert auf dem Motor der YZF-R6 und bietet eine sehr gute Drehfreude und Alltagstauglichkeit. Bereits ab 2004 erhältlich, ist die FZ6 in Deutschland gebraucht häufig verfügbar - als Naked- oder halbverkleidete Variante. Wer also eine etwas ruhigere, unkompliziertere Mittelklasse-Nakedbike-Alternative sucht, sollte die Yamaha FZ6 auf dem Radar haben.

Ducati Monster S4 / Monster 1200

Die Ducati Monster S4 sowie die Ducati Monster 1200 bieten kraftvolle V2-Motoren, italienisches Design und hohen emotionalen Wert. Sie kosten in der Wartung etwas mehr, belohnen aber mit unverwechselbarem Sound und starkem Punch aus niedrigen Drehzahlen.

Honda CB600F Hornet

Die Honda CB600F (oft Hornet 600 genannt) ist eine sportlich orientierte Mittelklasse-Naked mit Vierzylinder-Motor und solider Technik. Mit rund 94 PS im Exportmarkt bietet sie ausreichend Leistung, kombiniert mit hoher Alltagstauglichkeit und guter Wartbarkeit. In Europa wurde sie bis etwa 2012 gebaut, wodurch auch gebrauchte Exemplare heute solide als Alternativen zur Street Triple 675 gelten - insbesondere wenn man Wert auf Zuverlässigkeit, gut erprobte Technik und moderate Unterhaltskosten legt.

Batterieempfehlung für Gebraucht-Motorräder

Batterien sind bei vielen Motorrädern eine Schwachstelle - besonders wenn günstige No-Name-Modelle verwendet werden. Yuasa-Batterien bieten die beste Zuverlässigkeit, gute Startleistung und die geringste Ausfallquote. Gerade bei der Speed Triple lohnt es sich, hier nicht zu sparen. Tiefentladung im Winter ist ein häufiger "Batteriekiller" - regelmäßiges Laden verlängert die Lebensdauer deutlich.

Noch ein wichtiger Punkt bei gebrauchten Maschinen: Um deinem Gebrauchtmotorrad etwas Gutes zu tun, empfehlen wir regelmäßige Ölwechsel. 1000PS vertraut dabei auf Schmierstoffe von Motorex und hier findest du das richtige Öl für dein Motorrad.

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Bericht vom 29.11.2025 | 1.416 Aufrufe