Yamaha MT-09 SP und MT-09 im Vergleich

Yamaha MT-09 SP und MT-09 im Vergleich

Die Unterschiede erfahren

2018 bringt Yamaha mit der MT-09 SP ein Upgrade des genialen Dreizylinder-Motorrades MT-09 auf den Markt. Aber lohnt sich der Aufpreis für die Spezial-Version oder genügt das Standard-Modell?

Der Kollege Mex hatte im Januar bereits das Vergnügen, die neue MT-09 SP auf den Landstraßen um Fargo in Portugal zu testen. Zum ausführlichen Bericht mit seinen Fahreindrücken geht es hier.

Bei den Yamaha Experience Days am Anneau du Rhin in Frankreich, konnten Nils und meine Wenigkeit die beiden Modelle im direkten Vergleich auf der kleinen aber feinen Rennstrecke für jeweils einen Turn ausprobieren. Quick and Dirty sozusagen, aber wir testeten auch noch andere Yamahas am selben Tag.

Das Wetter war nicht so, wie man es sich für eine Fahrt auf der Rennstrecke wünschen würde. In der Nacht hatte es geregnet und die Strecke war für die Testfahrten am Vormittag noch nass. Gut, dass man bei beiden Modellen neben dem A-, dem schärfsten, und STD- als Standard-Modus auch einen B-Modus einstellen kann, der wie ein Regenmodus sanfter regelt.

Yamaha MT-09 2018 - Erste Eindrücke auf der Strecke

Als großer Dreizylinder-Fan hatte ich eine riesen Freude das Nakedbike auf dem „Rheinring“ mit seinen vielen engen Kurven zu bewegen. Die Agilität verdankt das Fahrzeug dem leichten Fahrwerk und der Massenzentralisierung. Der kompakte Rahmen und die Schwinge sind aus Aluminium, der CP3-Motor ist als tragendes Element in den Rahmen integriert.

Das Umlegen fühlte sich sehr leicht an, die lineare Leistungsentfaltung war bereits im niedrigen Drehzahlbereich spürbar und der B-Modus gab mir trotz nasser Fahrbahn das nötige Vertrauen. Die Bremsen funktionierten auch einwandfrei und waren gut dosierbar. Die elektronische Steuerungstechnik stellt sich auf verschiedene Fahrbedingungen und Straßenverhältnisse ein. Die D-Mode-Funktion mit drei Positionen ermöglicht das Einstellen der Motorleistung von sanft bis aggressiv. Die Traktionskontrolle ist (im Stand) in zwei Stufen verstellbar und sogar abstellbar, je nach Gegebenheiten und Vorlieben.

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Yamaha MT-09: Quickshifter und Anti-Hopping-Kupplung

Besonders auf der Rennstrecke schätze ich einen gut funktionierenden Quickshifter sehr. Dieser ist hier bei beiden Modellen standardmäßig verbaut. Macht einfach Laune! Und natürlich nicht zu vergessen die Anti-Hopping-Kupplung welche seit 2017 mit an Bord ist. Schnelles Runterschalten führt also auch auf der Renne zu keinen brenzligen Situationen und sorgt für mehr Stabilität. Ein Segen.

Als sehr angenehm empfand ich auch die Sitzposition - eine gute Mischung für den Betrieb auf Landstraßen, Bergpässen und gelegentlich auch gerne mal auf der Rennstrecke. Die aufrechte Haltung und recht breiter Lenker hat, finde ich, etwas vom Supermoto-Fahren.

Die MT-09 gibt es in drei verschiedenen Farbvarianten. Ich bin sie im Yamaha Blue gefahren und es gibt sie außerdem in „Night Fluo“ mit neongelben Elementen) und schön schwarz in „Tech Black“.

Preisvergleich Yamaha MT-09 vs Yamaha MT-09 SP

Technische Daten Yamaha MT-09 und MT-09 SP im Vergleich

Hier die technischen Daten der beiden MT-09 Modelle im Vergleich auf Yamaha-Motor.ch.

Testfahrt mit der MT-09 SP 2018

Im Anschluss ging es dann direkt auf die SP-Version. SP steht übrigens für „Special“, nicht für „Sport“, was es für mich allerdings auch bedeuten hätte können. Die Gabel und das gesamte Fahrwerk sind straffer, was sich für mich noch knackiger und sportlicher anfühlte. Die Rückmeldung ist dadurch noch verbessert.

Im Vergleich zur Standard-Variante hat die SP ein voll einstellbares Öhlins-Federbein, dass sich noch genauer auf die Bedürfnisse des Fahrers justieren lässt. Bei Soziusfahrten oder Gepäckbeladung beispielsweise ist das Fahrwerk sekundenschnell per Handrad einstellbar.

Vorne findet sich eine ebenfalls anpassbare Upside-Down-Gabel von Kayaba, die optisch durch die goldene Farbe auf den ersten Blick auch von Öhlins sein könnte. In der Grundeinstellung ist diese bereits straffer eingestellt und verhindert, dass das ABS zu früh auslöst. Wer es noch angepasster haben möchte, kann die Vorspannung und Zugstufendämpfung und sogar an jedem Holm die High- und Low-Speed-Druckstufe individuell einstellen.

Von seiner Fahrt auf portugiesischen Landstraßen berichtete Mex im ausführlichen Bericht, dass Unebenheiten, Schlaglöcher und Bodenwellen deutlich, aber nicht unangenehm an das Gesäß des Fahrers gemeldet werden. Das kann ich mir bei dem Modell gut vorstellen. Auch auf der Rennstrecke sorgte das sehr gute Feedback für viel Vertrauen.

Unterschiede MT09 und MT09 SP auch beim Display

Das Display der neuen SP ist von der Farbgebung her genau umgedreht. Statt weißem Hintergrund mit schwarzer Schrift haben wir dort schwarzen Hintergrund mit weißer Schrift. Ich fand beides gut ablesbar – wie es sich bei wechselnden Lichtverhältnissen verhält, kann ich nicht sicher sagen, ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Unterschiede nicht gravierend sind.

Ansonsten unterscheidet das neue Modell optisch durch eine Sonderlackierung „Silver Blu Carbon“, die an die R1M erinnert und noch sportlicher und hochwertiger wirkt. Lenker, Hebel und Steuerkopf sind nun schwarz, getreu dem Yamaha MT-Motto „Dark Side of Japan“.

Zum Preis der Standard-MT-09 kommen für das SP Modell in Österreich 1.300 Euro, in Deutschland 1.200 Euro und in der Schweiz 1.000 CHF hinzu.

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Ausstattung Yamaha MT-09 und MT-09 SP 2018

  • Dynamisches Design, aggressiver LED-Doppelscheinwerfer
  • Durchzugsstarker CP3-Crossplane-Dreizylindermotor mit 847 ccm Hubraum, EU4-Norm konform
  • 84,6 kW /115 PS bei 10.000 U/min Leistung
  • 87,5 Nm (8,9 mkp) bei 8.500 /min Drehmoment
  • Traktionskontrolle (TCS), ABS
  • Einstellbarer D-Mode-Motor
  • Einstellbare Federung
  • Schnellschaltsystem (QSS) bzw. Quickshifter
  • Drei Fahrmodi: A, STD und B
  • Anti-Hopping-Kupplung für mehr Kontrolle beim Runterschalten und Abbremsen
  • An Schwinge montierter Kennzeichenhalter
  • LED-Positionsleuchten
  • Leichter Aluminium-Rahmen und leichte Aluminium-Schwinge

Zusätzliche Ausstattungsfeatures Yamaha MT-09 SP

  • Voll einstellbares Öhlins-Federbein mit Ferneinstellung
  • Vollständig einstellbare goldfarbene Kayaba Telegabel
  • Sonderlackierung „Silver Blu Carbon“, angelehnt an die R1M
  • Hochauflösendes Display

MT-09 und MT-09 im Vergleich

Das bereits in der Standardversion sehr gut ausgestattete Dreizylinder-Nakedbike mit Traktionskontrolle, Quickshifter, Anti-Hopping-Kupplung und vielen weiteren Schmankerln, gibt es nun in einer noch hochwertigeren Version, der MT-09 SP. Diese glänzt besonders durch ein voll einstellbares Öhlins-Federbein mit hydraulischer Federvorspannung sowie eine ebenfalls individuell justierbare Kayaba-Gabel. Neben einigen optischen Veränderungen, wie schwarzem Lenker, Hebeln und Steuerkopf sowie der Sonderlackierung angelehnt an die R1M unterscheidet sich das Upgrade durch das umgedrehte Farbschema des Displays.

Der Aufpreis lohnt sich für Fahrer, die großen Wert auf ein straffes und knackiges Fahrwerk legen und gerne viel Rückmeldung vom Fahrzeug erhalten, oder auch für Design-Verliebte, die die sportliche Lackierung und die schwarzen Elemente schätzen. Wenn ich persönlich die Wahl hätte, würde ich mich wohl auch für die SP Version entscheiden. Hätte ich allerdings genau ein Budget von 12.000 Euro, würde ich das Basis Modell wählen und für die Differenz von 1.300 Euro eher einen mehrtägigen Motorradtrip oder einen Ausflug auf die Rennstrecke machen. Beide Modelle fahren sich absolut traumhaft, sind drehmomentstark und sehr vielfältig einsetzbar. Auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis der beiden Ausführungen gibt es nichts zu meckern. Es ist nur eine Frage der Vorlieben und Einsatzzwecke, für wen sich welches der Modelle besser eignet.

Fazit: Yamaha MT-09

Ein stimmiges Motorrad bei dem alles zusammenpasst. Das Motorrad hält das was die Optik verspricht. Hightech, Charisma und viel Adrenalin. Sie ist eine Mischung aus Supermoto, Nakedbike und Streetfighter und sie liebt es unvernünftig bedient zu werden. Ein geiles Motorrad. Erst im Vergleich mit der MT-09 SP beginnt man ein hochwertiges Fahrwerk zu vermissen.

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Vorteile
  • Optik und Charakter harmonieren perfekt
  • Wheelt leiwand
  • quirliges Handling
  • angenehme Sitzposition auch für grosse Piloten
  • Motor fühlt sich unglaublich stark an
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Nachteile
  • Bei forscher Fahrweise anstrengend
  • Motorrad erfordert insgesamt mehr Fahrkönnen als andere Nakedbikes in der Mitteklasse
  • Gefühl für Traktion am Hinterrad nicht so famos
  • Mangelnde Präzision

Fazit: Yamaha MT-09 SP

Die Yamaha MT-09 SP bleibt dem Grundgedanken des Basismodells treu und ist nach wie vor ein echtes Spassgerät. Der potente Dreizylinder mit mächtigem Drehmoment in allen Lebenslagen begeistert schon seit der ersten Generation. Dank des verbesserten Fahrwerks werden Einsatzbereich und Vielseitigkeit des Modells nun nochmals grösser. In Sachen Ausstattung und Elektronik bringt sie alles mit was man heutzutage von einem modernen Nakedbike der obersten Mittelklasse erwartet. Verarbeitungsqualität und Finish des Bikes sind in gewohnter Yamaha-Qualität als sehr gut zu bezeichnen. Die Sonderlackierung mit hochwertigen SP-Details hebt dieses Modell von der Masse ab und weiss zu gefallen. Auf Premium Elektronik, wie beispielsweise ein Kurven-ABS oder eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle muss der Konsument aufgrund des nach wie vor recht günstigen Preises allerdings verzichten. Die 1.200 Euro, welche auf die Kosten der Basis MT-09 draufgelegt werden müssen, lohnen sich aber in jedem Fall und das nicht nur für den sportlichen Fahrer.

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Vorteile
  • Optik und Charakter harmonieren perfekt
  • Wheelt leiwand
  • quirliges Handling
  • angenehme Sitzposition auch für grosse Piloten
  • Motor fühlt sich unglaublich stark an
  • endlich ein adäquates Fahrwerk
  • gelungene Sonderlackierung
  • hochwertiges Erscheinungsbild
  • tolle Harmonie des Gesamtkonzepts
  • top Preis-Leistungs-Verhältnis
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Nachteile
  • Elektronikpaket für Standard Version super, in SP Version könnte man sich mehr erwarten
  • Bei forscher Fahrweise anstrengend
  • Motorrad erfordert insgesamt mehr Fahrkönnen als andere Nakedbikes in der Mitteklasse

Bericht vom 17.03.2018 | 25.604 Aufrufe

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