Yamaha MT-07 Y-AMT 2025 im Test: Was kann die Schalt-Automatik?

MT-07 mit Automatik? Was Yamahas Y-AMT wirklich kann

Die Yamaha MT-07 ist bekannt für Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit. 2025 kommt sie mit einem großen Update: dem Y-AMT Automatikgetriebe. Wie schlägt sich das neue System im Alltag?

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Design und Ausstattung: Modernisiert ohne Brüche

Optisch bleibt die Yamaha MT-07 Y-AMT ihrem minimalistischen Naked-Bike-Stil treu. Markante Linien, kompakte Proportionen und ein klarer Fokus auf Funktionalität bestimmen das Design. Neu im Modelljahr 2025 ist die Integration eines 5-Zoll-TFT-Displays, das neben modernen Fahrinformationen auch Smartphone-Konnektivität via MyRide mit Garmin StreetCross Navigation ermöglicht. LED-Beleuchtung rundum, eine praktische Assistenz-Elektronik und das Fehlen überflüssiger Gimmicks unterstreichen den sportlichen, aber bodenständigen Anspruch des Motorrads.

Motor: Der bewährte CP2 bleibt ein Charakterstück

Im Zentrum steht weiterhin der bekannte 689 cm³ CP2-Reihen-Zweizylindermotor, der 73,4 PS und 68 Nm Drehmoment liefert. Er zählt zu den robustesten Aggregaten der Mittelklasse. Der Sound ist kernig, das Ansprechverhalten direkt, das Drehmoment linear und früh abrufbar - ideale Voraussetzungen für ein vielseitiges Fahrerlebnis. Die Einführung von Ride-by-Wire im neuen Modell bringt zusätzliche Fahrmodi und eine feinfühligere Gasannahme mit sich. Das Resultat: mehr Kontrolle und moderne Fahrdynamik bei unverändert hohem Spaßfaktor.

Fahreindruck: Wie fährt sich das Y-AMT?

Der große Innovationsschritt im Jahr 2025 ist das optionale Y-AMT-Schaltsystem - ein automatisiertes Sechsgang-Getriebe, das die klassische Kupplung ersetzt und in zwei Modi betrieben werden kann: Automatik und manuell.

Die Y-AMT Technik wird unauffällig und dezent integriert.
Die Y-AMT Technik wird unauffällig und dezent integriert.

Automatikmodus: Komfort mit Ecken und Kanten

Im vollautomatischen Modus übernimmt das System sämtliche Gangwechsel. Das funktioniert weitgehend zuverlässig und bietet sich besonders im Alltagsbetrieb oder im urbanen Umfeld an. Der Fahrer kann sich aufs Fahren konzentrieren, ohne über Kupplung oder Schaltpunkte nachdenken zu müssen.

Allerdings sind die Gangwechsel spürbar und eher forsch bei dynamischem Fahren fehlt es ihnen mitunter an der Geschmeidigkeit, wie man sie von Doppelkupplungsgetrieben kennt. Das liegt in der Natur des Systems: Es handelt sich um ein konventionelles Schaltgetriebe mit automatisierter Kupplungsbetätigung und nur einer Kupplung.

Manueller Modus: Überraschend sportlich

Wer sich mehr Kontrolle wünscht, kann das System in den manuellen Modus schalten und per Tastendruck am Lenker selbst schalten. In dieser Einstellung überrascht das System mit Präzision und Fahrfreude:

  • Kein automatisches Eingreifen beim Kurvenfahren oder Gasgeben.
  • Der Fahrer bestimmt die Schaltpunkte exakt.
  • Besonders auf der Landstraße zeigt sich das System von seiner sportlicheren Seite.
Der Knopf, der für Veränderung sorgt: AT/MT wechselt von Automatik zu Manuell.
Der Knopf, der für Veränderung sorgt: AT/MT wechselt von Automatik zu Manuell.

Diese Betriebsart spricht vor allem Fahrer an, die ein sportliches, aber assistiertes Fahrerlebnis suchen - ohne den vollen Verzicht auf manuelle Eingriffe.

Produkttipps

Preisbewusst und sicher: Die Motorradbekleidung von Louis

Für den Test und Videodreh wurden unsere Redakteure von Louis mit Motorradbekleidung ausgestattet. Zum Einsatz kamen Produkte der Eigenmarken MTR, Vanucci und Fastway, die unterschiedliche Ansprüche und Einsatzbereiche abdecken - von sportlich-funktional bis hin zu preisbewusst und einsteigerfreundlich. Alle Produkte findet ihr auf louis.de oder in der nächsten Louis Filiale.

Für wen ist das Y-AMT gedacht - und für wen nicht?

Das Y-AMT richtet sich klar an komfortorientierte Allround-Fahrer. Pendler, Tourenfahrer oder Fahrer mit körperlichen Einschränkungen (z. B. im Fußbereich) profitieren spürbar vom automatisierten System. Es erlaubt ein entspanntes Fahrgefühl, ohne das klassische Naked-Bike-Erlebnis vollständig aufzugeben.

Weniger geeignet ist es hingegen für:

  • Motorrad-Puristen, die das manuelle Kuppeln und Schalten als essenziellen Teil des Fahrerlebnisses sehen.
  • Stuntfreunde, die gezielte Kupplungseingriffe (z. B. bei Wheelies) brauchen.

Langstreckentauglichkeit & Alltag

Mit einer Tankreichweite von etwa 300 Kilometern, einer neutralen Sitzposition und einem Gewicht von 186 kg (Y-AMT-Version) zeigt sich die MT-07 auch für längere Strecken geeignet. Die Sitzbank bleibt allerdings ein Kritikpunkt sie bietet für längere Etappen nur begrenzten Komfort, lässt sich aber durch Zubehörlösungen (Komfortsitz, Softbags, Windschild) leicht verbessern.

Fazit: Yamaha MT-07 Y-AMT 2025

Die Yamaha MT-07 Y-AMT bleibt im Kern das, was sie immer war: ein zugängliches, zuverlässiges und vielseitiges Mittelklasse-Naked Bike. Das neue Y-AMT-Getriebe bringt eine sinnvolle Erweiterung für alle, die sich mehr Komfort und Alltagstauglichkeit wünschen - ohne das sportliche Fahrverhalten zu opfern. Wer das Schaltgetriebe als notwendige Barriere empfindet oder schlicht eine Alternative zum klassischen Fahren sucht, wird hier fündig. Puristen hingegen bleiben besser bei der Standardversion. Insgesamt zeigt Yamaha mit der Y-AMT-Version, wie man mit technischem Feingefühl moderne Assistenzsysteme in ein bewährtes Konzept integriert - ohne den Charakter des Bikes zu verwässern.


  • Bewährter CP2-Motor mit starkem Charakter
  • modernes Ride-by-Wire mit Fahrmodi
  • komfortables Y-AMT-Getriebe für Alltag & Tour
  • manuelle Steuerung möglich
  • gute Langstreckentauglichkeit
  • niedrige Unterhaltskosten
  • hohe Zuverlässigkeit
  • einfache Technik für Schrauber
  • Automatik schaltet spürbar hart
  • weniger geeignet für Fahrpuristen
  • keine manuelle Kupplung - Einschränkung bei Stunts
  • Y-AMT-Version etwas schwerer und teurer

Bericht vom 28.08.2025 | 2.615 Aufrufe