Yamaha XSR900 Abarth Test 2017

Yamaha XSR900 Abarth Test 2017

Das Design-Schmuckstück als Limited Edition

Eine Limited Edition verkauft sich in der Regel von selbst, da muss man nicht allzu viel dazu tun - vorausgesetzt natürlich, es handelt sich dabei um ein wirklich begehrenswertes Modell, das sich ausreichend vom Großserien-Modell abhebt. Zum einfachen Verständnis: Bei der Yamaha XSR900 Abarth sind es exakt 695 Stück, die weltweit verkauft werden und die ersten 95 Stück, die online auf den Markt geworfen wurden, waren innerhalb von 20 Minuten verkauft! Um die restlichen 600 Stück müssen wir uns also auch keine Sorgen machen, eine XSR900 Abarth ist schon jetzt eine vorprogrammierte Rarität.

600 Stück stehen zur Zeit also bestenfalls von dem edlen Retro-Cafe Racer noch zur Verfügung - theoretisch. Praktisch vermutlich viel weniger. Umso mehr freut es mich, dass ich einer der wenigen sein darf, der ein solches Schmuckstück aus nächster Nähe betrachten und sogar in freier Wildbahn bewegen darf. Und wie! Die Straßen auf Sardinien sind hinlänglich für ihren guten Grip bekannt, für die Testfahrten wird eine kleine aber feine 50 Kilometer-Runde gewählt, die vor allem eines ordentlich intus hat: Viele schöne Kurven.

Es gibt einen Grund für die noch ärgere Sportlichkeit der Yamaha XSR900 Abarth

Glücklicherweise geht es unser Guide ziemlich flott an und fährt die XSR900 Abarth so, wie es ihr gebührt - sportlich. Denn gemütliches Fahren ist auf der Abarth-XSR eher schwierig, zumindest viel schwieriger als auf der herkömmlichen XSR900, die ja ihrerseits eine enorme Granate ist, die den Fahrer stets zu sportlichen Aktivitäten ermuntert. Grund für die noch ärgere Sportlichkeit der Abarth-Version ist der tief positionierte Lenker, der sich so stark nach unten windet, dass man sich wie auf einem Superbike fühlt. Wären die beiden extrem gebogenen Lenkerenden nicht symetrisch, hätte ich einen heftigen Umfaller vermutet.

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Eine Limited Edition verkauft sich in der Regel von selbst, da muss man nicht allzu viel dazu tun - vorausgesetzt natürlich, es handelt sich dabei um ein wirklich begehrenswertes Modell, das sich ausreichend vom Großserien-Modell abhebt. Zum einfachen Verständnis: Bei der Yamaha XSR900 Abarth sind es exakt 695 Stück, die weltweit verkauft werden und die ersten 95 Stück, die online auf den Markt geworfen wurden, waren innerhalb von 20 Minuten verkauft! Um die restlichen 600 Stück müssen wir uns also auch keine Sorgen machen, eine XSR900 Abarth ist schon jetzt eine vorprogrammierte Rarität.

Nur optisch scheint die Yamaha XSR900 Abarth sehr unbequem

Die völlige Unbequemlichkeit in Sachen Sitzposition, die ich vor dem ersten Aufsitzen vermutet habe, muss ich aber revidieren. Die Lenkerenden sind nämlich in einer durchaus ergonomischen Position, sodass die Hände nicht unnatürlich nach außen oder innen gedreht werden müssen. Damit lässt es sich bei sportlicher Gangart sehr gut leben, immerhin macht die XSR900 Abarth schon rein optisch kein Hehl daraus, dass sie ganz offensichtlich zur sportlichen Fraktion gezählt werden möchte.

Die XSR900 als Limited Edition sieht abarthig gut aus!

Und da bin ich auch schon beim wahren Alleinstellungsmerkmal der XSR900 Abarth - das extrem gelungene Design. Ich könnte mir nun den Mund fusselig reden oder besser die Hände wund tippen - ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Begonnen bei der unglaublich edlen Frontverkleidung aus Carbon über den Carbon-Frontkotflügel, den, im typischen Abarth-Grau lackierten Tank mit roten Zierelementen bis hin zum (meiner Meinung nach) absoluten Highlight, der Carbon-Heckverkleidung, die rund und kantig perfekt in Einklang bringt und das freistehende runde Hecklicht der XSR900 herrlich integriert. Diese Heckverkleidung ist nämlich auch abnehmbar, dann lässt sich die XSR900 Abarth zu zweit nutzen und der schöne raulederne Sattel kommt besser zur Geltung. Schöner ist sie allerdings natürlich mit der Heckverkleidung, die - verzeiht bitte diesen plumpen Schmäh, aber er passt so gut - abarthig gut aussieht!

Der CP3-Motor der Yamaha XSR900 Abarth ist ein absolutes Kraftbündel

Als Draufgabe bekommt die Abarth-Version auch noch die fesche minimalistische, doppelflutige Akrapovic Komplett-Auspuffanlage, die natürlich auch den Klang des unglaublich agilen CP3-Triebwerks ins rechte Licht rückt. Apropos Motor, bei all dem schönen Design geht ja fast das Herzstück der XSR900 Abarth unter, das sie sich unverändert mit der normalen XSR900 teilt. Das Dreizylinder-Triebwerk mit 847 Kubik Hubraum ist nämlich selbst ein Meisterwerk und ich bin es immer noch nicht leid, zu erwähnen, dass sich die 115 PS bei 10.000 Touren eher wie 150 PS bei anderen Motoren anfühlen, so kräftig und in allen Drehzahlbereichen unfassbar agil geht das Kraftbündel zu Werke.

Mode A für Power-Junkies, die es immer und überall knallhart wollen

Daher reicht für solch kurviges Geläuf, in dem ich bei den Testfahrten unterwegs bin, der "Standard"-Mode, also der mittlere der drei einstellbaren Kraftentfaltungs-Modi. Eventuell reicht sogar der noch etwas sanftere B-Modus, während sich der wirklich aggressive A-Modus wohl am besten für die Rennstrecke eignet - oder für Power-Junkies, die es immer und überall knallhart brauchen.

Manchmal macht leiden richtig Spaß!

Auf Wunsch kann auch die Bremse mit den beiden 298 Millimeter-Scheiben knallhart zupacken, allerdings erst in letzter Instanz. Davor lässt sie sich sehr gut dosieren und wartet mit einem transparenten Druckpunkt auf. Das ABS und die serienmäßige Traktionskontrolle durfte/musste ich nicht austesten, ein weiteres Indiz für die guten Straßen und die ebenfalls guten Bridgestone Battlax S20 in den gängigen Dimensionen 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten. Damit kann auch die Yamaha XSR900 Abarth mit einer gewissen Handlichkeit bei ausgeprägter Stabilität aufwarten - natürlich wegen des tiefen und schmäleren Lenkers nicht so spielerisch wie die herkömmliche XSR900, aber manchmal macht leiden sogar Spaß!

Kleine Instrumente plötzlich ganz groß

Ein Detail, das schon an der XSR900 sehr gut aussieht, passt auch hervorragend zur XSR900 Abarth - die Armaturen. Ein einziges Rundinstrument mit allen Daten digital angezeigt und auch noch ausgezeichnet ablesbar. Das allerdings vorrangig wegen der besonderen Nähe zur Anzeige, die durch die tiefen Lenker ermöglicht wird. Senkt man nämlich den Blick von der Straße leicht nach unten, hat man ganz prominent die Armaturen im Blick. Damit ist sogar der digitale Drehzahlmesser bestens erkennbar.

Die enorme Exklusivität rechtfertigt den hohen Preis der Yamaha XSR900 Abarth

Die XSR900 Abarth erfüllt also die Vorgaben, die eine Limited Edition erfüllen sollte tadellos: Sie unterscheidet sich in ausreichend vielen Details von der herkömmlichen XSR900 und ist vor allem wegen ihres außergewöhnlichen Cafe Racer-Designs, aber auch wegen ihrer hervorragenden Technik begehrenswert. Alleine schon die limitierte Auflage von nur 695 Stück ist somit den ordentlichen Preis von 14.299 Euro in Österreich, 12.595 Euro in Deutschland und 13.990 Franken in der Schweiz wert. Das sind rund 3000 Euro/Franken mehr als die XSR900 - die sich zusätzlich zur Exklusivität auch noch durch die herrlichen Carbon-Verkleidungsteile und den Akrapovic-Auspuff rechtfertigen.

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Fazit: Yamaha XSR900 Abarth

Grundsätzlich spielt es wohl kaum eine Rolle, ob ich die Yamaha XSR900 Abarth gut oder schlecht finde - die ersten 95 der weltweit 695 Stück waren binnen 20 Minuten ausverkauft. Um die restlichen 600 Stück muss man sich also keine Sorgen machen. Dennoch sei erwähnt, dass die Abarth-Version mit den Carbon-Verkleidungen vorne und hinten, dem Akrapovic-Auspuff und dem Rauleder-Sattel enorm gut aussieht. Der tiefe Lenker ist zwar nicht so bequem wie die herkömmliche XSR900, passt aber perfekt zu diesem stylishen Auftritt. Motor, Fahrwerk und Bremsen funktionieren wie bei der normalen XSR900 - also äußerst sportlich und herrlich fahraktiv.

1
Vorteile
  • herrliches Design
  • höchste Exklusivität
  • starker Dreizylinder-Motor
  • kräftige Bremsen
  • agiles Fahrverhalten
  • Traktionskontrolle Serie
1
Nachteile
  • sehr tief positionierter Lenker
  • hoher Preis

Bericht vom 05.04.2017 | 20.821 Aufrufe

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