Triumph Street Triple RS Test 2017

Triumph Street Triple RS Test 2017

Die neue Naked-Mittelklasse der Briten

Ein Event vom Feinsten, ein Motorrad zum Verlieben und eine Rennstrecke zum Freidrehen. Wenn Triumph zu einer Fahrpräsentation auf internationalem Boden einlädt, kann man sich sicher sein, das wird richtig gut! So war es definitiv auch bei der Präsentation der neuen Street Triple RS in Barcelona der Fall. Es erwartete uns ein rundum sorglos Paket mit viel Programm und noch mehr Fahrzeit, sowohl auf spanischen Landstraßen und engen Pässen, als auch auf einer der schönsten Rennstrecken, dem Curcuit de Catalunya. Dass ich auf die Track Session ganz besonders hin gefiebert habe, versteht sich, denke ich, von selbst.

Von der Vorgängerin der neuen nackten Britin durfte ich mich vor einem Jahr schon überzeugen, weshalb ich leicht voreingenommen ins Flugzeug gestiegen bin. Meine Erwartungen waren grundsätzlich positiv, dass ich aber mit DIESER Meinung nach Hause fahren würde, das hatte ich nicht erwartet! Aber eins nach dem Anderen.

Vor 10 Jahren kam die erste Street Triple auf den Markt und setzte neue Standards für sportliche Naked Bikes. Seither ist sie ihrer Linie treu geblieben und besticht mit dem gewohnt klassisch eleganten Look. Der Spagat dazwischen, die Streety so zu belassen, wie ihre Fans sie kennen und lieben und ihr trotzdem einen modern trendigen Touch zu verpassen, ist optimal gelungen. Auch im technischen Bereich ist absolut nichts verschlafen worden. Das neue Herz, entwickelt aus einem Daytona Motor, schlägt kräftig mit 123PS und 77 Nm und bringt damit eine Leistungssteigerung von fast 20 PS zur Vorgängerin.

Die kleineren Versionen, die Street Triple R und die Street Triple S sind zwar nicht ganz so kräftig, dafür aber auf ihre eigene Zielgruppe perfekt abgestimmt. Hier hat Triumph umso mehr das Potential der Streety genutzt, so dass sie ihre Vielseitigkeit komplett entfalten kann.

Die technischen Features unterstützen die Perfomance der Streety RS auf verschiedene Art und Weise. Grundsätzlich hat sie alles, was ein Motorrad mit Baujahr 2017 braucht: Eine Traktionskontrolle, abschaltbares ABS, einen Quickshifter, elektronische Gasannahme, Heizgriffe und ein absolut edles TFT Display, das Zugriff auf den neuen Bordcomputer gewährt. Darüber lassen sich unter anderem 5 verschiedene Fahrmodi einstellen. Über den Laptimer, den der Track Modus hergibt, habe ich mich natürlich ganz besonders gefreut. Features, die auf der Rennstrecke geboren sind und einem Rennfahrer seinen Job erleichtern, probiere ich immer wahnsinnig gerne aus.

Darauf musste ich jedoch noch etwas warten, denn zunächst stand eine ausgiebige Landstraßen-Tour auf dem Plan. Dass das nun nicht unbedingt mein Spezialgebiet ist, ist kein Geheimnis. Zu meinem eigenen Erstaunen konnte ich innerhalb kürzester Zeit ein tiefes Urvertrauen zur Streety aufbauen. Auf den holprigen spanischen Landstraßen mit teilweise sehr engen und überhöhten Kurven konnte das Fahrwerk zeigen, was es drauf hat. In die Schwinge ist einiges an Entwicklungsarbeit geflossen, was sich gegenüber der Vorgängerin doch sehr bemerkbar macht. Zum einen ist an der Torsionssteifigkeit gearbeitet worden. Sprich in Kurvenlage kann sich die Schwinge weniger zum Rahmen hin verdrehen, wodurch das Heck einiges an Stabilität gewinnt. Dennoch ist die Streety am Vorderrad unglaublich agil und kurvenfreundlich ohne, dass sie übereifrig einlenkt.

Die Optimierungen an der Schwinge haben sich auch auf der Rennstrecke deutlich bemerkbar gemacht. Durch das Mehr an Leistung, was der RS mit auf den Weg gegeben wurde, kommt es gerade recht, dass der Schwingendrehpunkt um 4 mm nach oben versetzt wurde. Dadurch wird die Geometrie dahin gehend verändert, als dass eine kontrolliertere Beschleunigung aus der Kurve heraus möglich ist, weil das Heck weniger stark einknickt. Der Öhlins Stoßdämpfer trägt dazu natürlich auch seinen wesentlichen Teil bei!

Triumph Street Triple 2017: Vertrauen im Sturm erobert

Für mein Empfinden konnte die RS erst auf der Rennstrecke wirklich zeigen, wie viel Performance in ihr steckt. Nach den ersten zwei Kurven, ohne die Strecke zu kennen, war mir klar: Das passt alles, Feuer frei! Die Beschleunigung aus der Kurve raus, das harte Anbremsen dank der 4-Kolben Brembo Bremsanlage, die stabile Kurvenlage, der Prelli Supercorsa Reifen… Alles hat nach richtig Racing-Fun gerochen! Und dann… krrrr! die Fußraste..! Das einzige Manko bei sportlichen Naked Bikes ist und bleibt nach wie vor die Bodenfreiheit. So leider auch bei der neuen Britin, ebenso wie es auch schon bei ihrer Vorgängerin der Fall war.

Trotz allem hab ich absolut nur Positives über die neue Street Triple RS zu berichten. Ich bin wirklich begeistert von der Leistung, dem Speed (obwohl man auf einem Naked Bike wohl kaum wirklich schneller als 230 km/h fahren will) und ganz besonders hat mir das Fahrverhalten zugesagt. Vertrauen ist das A und O im Leben, auch im Leben eines Bikers bzw. Racers. Und wenn ich eins über die Street Triple sagen kann, dann, dass sie mein Vertrauen im Sturm erobert hat!

Anzeige
Mehr Hubraum, mehr Leistung, mehr Elektronik - die drei neuen Triumph Street Triple-Modelle S, R und RS sind endlich da! Kaum eine andere Neuheit für 2017 wurde sehnlicher erwartet und nachdem die neue Streety weder bei der Intermot, noch bei der EICMA präsentiert wurde, war sich niemand mehr sicher, wann und ob die neue "kleine" nackte Britin überhaupt erscheint. Optisch bleibt sie gewohnt zurückhaltend, technisch ist sie aber auf dem allerneuesten Stand.

Die Autorin: Stefanie Menzel

Stefanie Menzel hat als sportlichere Racerin ein großes Herz für sportliche Motorräder und besonders auch für sportliche Nakedbikes. Sie startete schon im Gladius Cup und war in verschiedenen deutschen Rennserien aktiv. 1000PS unterstützt sie immer wieder wenn es um sportliche Bikes geht. Auf Instagram präsentiert sie sich schnell UND fesch. Hier der Link.

Fazit: Triumph Street Triple 800 RS

Auf der Rennstrecke kann die Street Triple RS wirklich zeigen, wie viel Performance in ihr steckt. Nach den ersten zwei Kurven ist sofort klar: Das passt alles, Feuer frei! Die Beschleunigung aus der Kurve raus, das harte Anbremsen dank der 4-Kolben Brembo Bremsanlage, die stabile Kurvenlage, der Prelli Supercorsa Reifen… Alles sieht nach richtig Racing-Fun aus! Und dann… die Fußrasten. Das einzige Manko bei sportlichen Naked Bikes ist und bleibt nach wie vor die Bodenfreiheit. So leider auch bei der neuen Britin, ebenso wie es auch schon bei ihrer Vorgängerin der Fall war.

1
Vorteile
  • agiles Triebwerk
  • alle drei Modelle sehr individuell aufgebaut
  • Öhlins-Federbein
  • stabiles Fahrverhalten
  • tolle Bremsen mit abschaltbarem ABS
1
Nachteile
  • Fußrasten schleifen sehr schnell

Bericht vom 20.02.2017 | 43.107 Aufrufe

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus

Nakedbike Neuheiten 2017

Triumph Neuheiten 2017

Motorradneuheiten 2017 - Erste Tests

Empfohlene Motorräder

Weitere Gebrauchte
Weitere Neuheiten