Nakedbike Vergleich 2015 - KTM BMW Suzuki Aprilia

Nakedbike Vergleich 2015 - KTM BMW Suzuki Aprilia

Powernakeds auf der Landstraße

Irres Niveau, irres Duell! Aprilia Tuono V4 1100 RR, BMW S 1000 R, KTM 1290 Super Duke R, Suzuki GSX-S 1000 im Vergleich auf der Landstraße.

Nach den Tests der GSX-S von Suzuki und der neuen Tuono von Aprilia bekamen wir jede Menge Fanpost und Kommentare - Unsere Leser forderten einen Vergleichstest. Die Stars der Saison 2014 - die BMW S1000R und die KTM 1290 Super Duke R müssen also wieder einmal zeigen was die drauf haben. Wie auch bei den aktuellen Supersportlern, ist das Niveau der Motorräder irre hoch. ZONKO, K.OT und NastyNils fuhren die GSX-S 1000, die SD1290R, die Tuono 2015 und die S1000R auf kurvigen und abwechslungsreichen Strecken. Die Motorräder waren schnell, der Ehrgeiz war groß und die Erkenntnisse interessant. Alle Eindrücke der Fahrer erscheinen demnächst im 1000PS Video. Der Vergleichstest der Motorräder ist eine Story in 89 Akten in Form einer großen Bildgeschichten. Click Dich durch!

Die Motorleistung im Vergleich

Angesichts des hohen Niveaus war es uns in der Praxis egal welches der vier Bikes eigentlich am stärksten ist. Die Spitzenleistung ist bei allen 4 Bikes, ja auch bei der am Papier deutlich schwächeren Suzuki, unglaublich hoch. Die Motorräder reissen auch ab Tempo 200 noch komplett irre an und quetschen Dir das Hirn ganz nach hinten in die Rübe. Wir sagen: Egal welches Bike ihr kauft, ihr werdet bei der Ausfahrt niemals zu wenig Spitzenleistung haben. Der Speed ist famos, die Spitzenleistung hat keinen Einfluss auf das Testergebnis.

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Die Charakteristik der Motoren

Die KTM schickt einen riesigen V2 ins Rennen und der wurde durch eine großartige ride-by-wire Lösung auch richtig kultiviert. Die KTM ist noch dazu im ersten Gang sehr kurz übersetzt. Der erste Antritt wirkt deshalb am brutalsten. Das mächtige Drehmoment hilft der KTM immer dann, wenn die Kollegen aufgrund eines hektischen Streckenverlaufes nicht immer den richtigen Gang eingelegt haben. Auch aus Spitzkehren feuert die KTM besonders schnell raus. Der KTM gehört ganz klar der Drehzahlkeller.

Die BMW und die Aprilia sind ähnlich aufgestellt. Beide haben für einen sportlichen Vierzylindermotor eine füllige Drehzahlmitte. Der Motor der Aprilia wirkt durch den Sound einen Tick aggressiver, aber die BMW ist deshalb nicht langsamer. Die Aprilia kann den Drehmomentvorteil im unteren Drehzahldrittel gut zur Geltung bringen, oben raus wirken die Aggregate ebenbürtig. Die Suzuki hat das supersportlichste Aggregat in der Runde. Der erste Millimeter am Gasgriff ist etwas ruppig, dann dreht der Motor seidenweich nach oben. Unten rum lässt sie sich einfacher fahren als die restlichen Bikes, wer schnell fahren möchte muss sie aber drehen wie einen Supersportler. In den hohen Drehzahlregionen reißt auch das GSX-S Aggregat so grimmig an, dass man in der Praxis an den 3 anderen Bikes immer dran bleiben kann.

KTM - BMW - Suzuki - Aprilia - Das Chassis

Alle 4 Motorräder haben hochwertige Rahmen und feste Schwingen montiert. Hier kommt keine billige Ware zum Einsatz. Bei den gewählten Fahrwerkskomponenten hat keines der Motorräder jedoch wirkliche Premiumprodukte im Einsatz. Das überrascht uns angesichts des hohen Preises dann vor allem bei KTM und Aprilia. Doch in der Praxis funktionierten die Fahrwerke auf der Landstraße sehr gut. Die höchste Güte bieten die Komponenten der Aprilia. Die Hardware der BMW ist einen Tick weniger präzise und sensibel, aber dafür elektronisch geregelt. Ein riesiger Vorteil, wenn man auf einer sehr abwechslungsreichen Strecke unterwegs ist. Das Fahrwerk der KTM stößt auf der Rennstrecke relativ früh an seine Grenzen und reicht nicht an die Qualität der BMW und Aprilia Ware ran. Die Komponenten der Suzuki können überraschend lange mithalten und sind hochwertiger als man es von früheren Nippon-Nakeds gewohnt ist.

SD1290R - GSX-S1000 - S1000R - Tuono V4 1100 RR - Die Ausstattung

Bei diesem Kapitel punktet die BMW. Es gibt nix was die BMW nicht hat. Traktionskontrolle, ABS, Heizgriffe auf Wunsch ab Werk, Schaltassistent und ein elektronisches Fahrwerk sind die Benchmark. Die lange Liste kostet beim Händler dann aber auch extra. In Summe ist aber auch eine top ausgestattete BMW immer noch günstiger als eine Aprilia oder eine KTM. Bei der Aprilia fehlt in der Praxis aber wirklich nichts. Das Fahrwerk ist ein Wunderding und ist schlicht und ergreifend großartig abgestimmt. Heizgriffe wären nett - sie verlängern die Saison, aber Aprilia Techniker finden das bestimmt uncool. Besonders an der brutalen KTM wäre ein Schaltassistent eine große Hilfe - dann würde bei den Schaltvorgängen weniger Unruhe ins Fahrwerk kommen, aber leider wird von KTM da immer noch nix angeboten. Die Suzuki ist deutlich günstiger und darf sich deshalb die etwas magerere Ausstattung erlauben. Den fehlenden Schaltassistenten kann man bei ihr leichter verkraften als an der KTM.

Das beste Nakedbike!

Suchen wir das "beste" Motorrad, dann kann die BMW S 1000 R immer wieder mit der Summe ihrer vielen Stärken und der tollen Ausstattung punkten. Bei einer S1000R Kaufempfehlung riskiert man nicht viel - das Motorrad bietet den breitesten Einsatzbereich. Sollen wir hier das "schnellste" Motorrad auf die Bühne heben, wird das auf den meisten Strecken die Aprilia Tuono 2015 sein. Sie hat die hochwertigste Elektronik, das beste Chassis und einen perfekt abgestimmten Motor. Sie ist eine echte Fahrmaschine und dürfte auch "überregional", also auch im Vergleich zu anderen Motorradgattungen auf Landstraßen das Maß der Dinge sein. Unglaublich wie schnell die Fuhre fährt. Sucht man das "stärkste" Bike, fühlt sich dann in der Praxis doch die SuperDuke R immer noch am brutalsten an. Der Antritt ist furchterregend, auch wenn am Prüfstand die BMW oder die Aprilia in der selben Liga spielen. Die KTM ist kein verkapptes Superbike. Das hat Nachteile auf einem kurzen und klinisch perfektem Testparcours. Dort wo aber kein präziser Strich mehr möglich ist, ist sie immer noch Regent unter den großen Powernakeds. Schön ist auf alle Fälle, dass die 4 Bikes doch recht unterschiedliche Charaktere bieten und jedes für sich großartig fährt und seine Besitzer glücklich machen kann. Damit DU die richtige Wahl für DICH triffst, zieh Dir unbedingt das Testvideo rein und click Dich durch alle Bilder mit allen Infos vom Test.

Die Preise der Testbikes

Preise von aktuellen Neumotorrädern, Vorführern und Gebrauchten aus der Reihe der Testkandidaten findet ihr hier: * Angebote Österreich * Angebote Deutschland

Fazit: KTM 1290 Super Duke R

Die grobschlächtige und übermotorisierte Maschine hat ihren eigenen Charakter und trägt keine Supersportler Gene in sich. Sie ist eine Mischung aus Nakedbike und Supermoto und wirkt insgesamt aggressiv und brutal. Die Elektronik hat sie jedoch fahrbar gemacht und sie ist dort pfeilschnell wo der präzisere Strich der Gegner nicht zur Geltung gebracht werden kann. Arge Beschleunigung und hammerharte Optik! Leider nicht ganz billig.

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Vorteile
  • Drehmoment
  • Handling
  • Sitzposition auch für große Fahrer sehr OK
  • hartes Image
  • gutes ABS
  • sehr schnell auf unbekannten Strecken oder bei schlampigem Fahrstil
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Nachteile
  • fehlender Schaltassistent
  • auf der Rennstrecke mangelt es an Stabilität und Schräglagenfreiheit
  • hoher Preis
  • in langen Kurven nicht 100% präzise

Fazit: BMW S 1000 R

Die BMW ist das Universaltalent unter den Powernakeds. Sie hat die umfangreichste Ausstattung und bietet das weiteste Einsatzgebiet. BMW bietet ab Werk umfangreiche Ausstattungsmöglichkeiten und Varianten an. Sie ist schnell auf der Rennstrecke und schnell auf der Landstraße. Echte Schwächen hat sie keine. In engen Kehren ist die KTM einen Tick schneller und den langen Kurven ist die Aprilia noch präziser und flinker. Addiert man jedoch die Summe der Features, Möglichkeiten und Fahreigenschaften ist die BMW das beste Bike.

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Vorteile
  • makelloses Gesamtpaket
  • tolles Händlernetz
  • Heizgriffe, Traktionskontrolle, ABS, elektronisches Fahrwerk, Schaltassistent - alles da
  • gutes Preis / Leistungsverhältnis
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Nachteile
  • Vorderbremse zu aggressiv

Fazit: Suzuki GSX-S1000

Die GSX-S1000 hat sich lange Zeit gelassen ist nun aber das schärfste Nakedike aus Japan und das einzige Modell welches eine Chance gegen die starken Europäer hat. Suzuki hat bei den wesentlichen Komponenten die feine Ware aus der GSX-R verbaut. Das Motorrad ist deutlich günstiger als die anderen Bikes im Feld, kann in weiten Bereichen aber mithalten. Der Motor ist nahe dran am Supersportler und dreht oben mörderisch aus. Im unteren Drehzahlbereich ist die Maschine sehr einfach zu fahren. Wer schnell sein möchte, darf aber nicht schlampig fahren. Die GSX-S verlangt nach präzisen Schaltzeitpunkten.

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Vorteile
  • hochwertiges Chassis
  • drehfreudiger Motor mit sportlichem Charakter
  • tolle Optik
  • günstiger Preis
  • dichtes Händlernetz
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Nachteile
  • Ansprechverhalten von Motor / Gasgriff auf den ersten Millimetern
  • Aus den Spitzkehren fehlt etwas Drehmoment im Keller
  • ABS und Traktionskontrolle nicht sportlich genug um mit Tuono und Co mithalten zu können

Fazit: Aprilia Tuono V4 1100 RR

Die Tuono bietet von allen 4 Motorrädern im Vergleichstest die größte Nähe zum Supersportler. Trotzdem ist die Sitzposition aber gut gelungen. Ihre große Stärke ist auch ihre tolle Kombination von hohem Speed bei einfacher Fahrbarkeit. Ihre Traktionskontrolle ist überlegen, ihre Präzision am Kurveneingang ebenso. Auf der Rennstrecke wird sie in den meisten Fällen das schnellste Motorrad sein. Auf der Landstraße ebenso. Wer Performance in den Fokus stellt, der hat mit der Aprilia die beste Wahl.

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Vorteile
  • hoher Kurvenspeed
  • präzise UND agil zugleich
  • trotz der starken Leistung relativ einfach zu fahren
  • Traktionskontrolle
  • tolle Sitzposition
  • einzigartiger Charakter und Sound dank V4
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Nachteile
  • teilweise dünnes Händlernetz
  • hoher Preis

Bericht vom 07.06.2015 | 51.551 Aufrufe

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