Batterietypen im Überblick

Akkus und ihre Besonderheiten

Neben dem Motor gehört die Batterie zum Herzstück jedes Motorrads. Ohne ihre Energie geht schließlich nichts. Damit die Akkus möglichst lang halten und keine unangenehmen Pannen verursachen, sollten Biker sie sorgfältig auswählen und die individuellen Besonderheiten kennen. Folgender Überblick über die gängigen Batterietypen dient der Orientierung.

Von Blei bis Li-Ionen

Die Auswahl an Akkutypen ist groß. Besonders günstig, sind Blei-Säure-Akkus mit einer Mischung aus Blei und Schwefelsäure. Sie haben allerdings den Nachteil eines vergleichsweise hohen Pflegeaufwands. Wer höhere Anschaffungskosten nicht scheut, aber Wert auf Komfort legt, ist mit Gel-Batterien besser beraten. Hier kommen Motorradbesitzer nicht mehr mit Säure in Kontakt. Wie das Testportal krone.at in einem aktuellen Vergleich bestätigt, sind diese Batterien für Autos zu schwach, für Motorräder aber gute Alternativen. Immerhin sind sie auslaufsicher, weil die Schwefelsäure an Kieselsäure gebunden ist und eine Art Gel erzeugt. Das ermöglicht das flexible Verbauen auch über Kopf. Gel-Batterien lassen sich nach dem Kauf direkt anschließen, ohne weitere Arbeitsschritte.

Der Li-Ionen-Akkus (Li-Ion) bewegen sich im preislichen Mittelfeld und punkten mit geringem Gewicht, kompakter Größe, Zyklenfestigkeit sowie hoher Energiedichte und Sicherheit. Zudem sind sie umweltverträglicher und die Einbaulage kann beliebig gewählt werden. Die derzeit teuersten Modelle sind Reinbleibatterien als AGM-Batterie (Erklärung siehe unten). Ihr größter Vorteil ist ihre lange Lebensdauer. Außerdem lassen sie sich spielend einbauen und sind aufgrund ihrer höheren Energiedichte im Vergleich zu den alten Blei-Säure-Akkus kompakter sowie leichter. Im direkten Vergleich schneidet der Li-Ionen-Akku bei der Energiedichte besser ab als Bleiakkumulatoren.

Zum Verständnis: Je höher die Energiedichte, desto mehr Energie kann in einer Batterie gespeichert werden.

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Klartext im Batterie-Begriffswirrwarr

Weil sie für die Kaufentscheidung überaus relevant sind, ergänzend typische Abkürzungen und ihre Bedeutung:

  • MF: MF steht für maintenance free zu Deutsch wartungsfrei. Batterien mit diesem Hinweis sind heute gängig. Sie erfordern kein Nachfüllen von Batterieflüssigkeit, weil die Säuremenge bereits vom Hersteller präzise an die zu erwartende Lebensdauer des Akkus angepasst wurde. Ein kleiner feiner Unterschied: Absolut wartungsfreie Batterien schließen das manuelle Nachfüllen komplett aus. Bei einer wartungsfreien Batterie kann es hingegen vorkommen, dass destilliertes Wasser (keinesfalls Leitungswasser!) aufgefüllt werden muss. Eine jährliche Kontrolle ist bei diesen Akkus empfehlenswert.
  • AGM: AGM ist die Abkürzung für absorbed glass mat (im Deutschen für absorbierte Glasmatte) und eine Bauart bei Blei-Säure-Batterien. Ist diese Abkürzung auf einer Motorradbatterie erkennbar, ist der Elektrolyt in Glasfaser oder Vlies gebunden und der Akku muss nicht aufrecht platziert sein.
  • VRLA: Kürzel für valve regulated lead acid, was sich mit ventilgeregelter Bleisäure übersetzen lässt. VRLA-Batterien sind geschlossene Bleiakkumulatoren mit Überdruckventil. Gel-Akkus gehören zu dieser Gruppe.

Tipp: Biker, die gern im Winter unterwegs sind, sollten sich statt für Li-Ion- besser für Gel- oder Reinblei-Akkus entscheiden. Ihr Kaltstartverhalten ist wesentlich besser.

Motorradbatterien brauchen Pflege

Dass sich die einfachen Blei-Säure-Akkus beispielsweise im Winter entladen, weil sie nicht regelmäßig benutzt werden, ist allgemein bekannt. Regelmäßiges Laden ist im Rahmen der Akkupflege ratsam. Doch auch moderne Akkus benötigen Aufmerksamkeit. Denn leider sind alle genannten Motorradbatterien gegenüber der Tiefenentladung empfindlich. Weil ihnen diese schadet, sollte bei Fahrpausen mit dem Laden der Akkus nicht gewartet werden, bis sie komplett entladen sind. Die hier arrangierten Tipps können die Pflege erleichtern:

  • Aus- und Einbau: Beim Abklemmen der Batterien grundsätzlich mit dem Minuspol beginnen! Beim Einbau wird der Minuspool zum Schluss angeklemmt.
  • Li-Ionen-Akku: Sollten nie ganz voll gelagert werden. Eine Teilentladung ist für die Winterpause besser. Informatives zu den Sicherheitsrisiken und Brandgefahren bei Lithium-Batterien unter elektrotechnikblog.at.
  • Temperatur: Ein kühler Raum ohne Frostgefahr ist für Akkus generell wichtig.

Einfache Pkw-Ladegeräte sind für moderne Akkumulatoren ungeeignet. Im Handel gibt es stattdessen praktische Ladegeräte mit Erhaltungslademodus speziell für Motorräder. Die erleichtern die Akku-Pflege deutlich: Einfach mit einer haushaltsüblichen Steckdose verbinden, Batterie anschließen, fertig. Den Rest erledigen die Ladegeräte. Ebenfalls erhältlich: Anschlusssysteme, die das Laden direkt im Motorrad ermöglichen. Kein Ausbauen, kein Stress. Das ist aber nicht für alle Akkus die beste Lösung wie im folgenden Tutorial verständlich erklärt wird:

https://www.youtube.com/embed/hf5A0MHlI1k

Warnung: Wer beim Hantieren Batterieflüssigkeit auf die Haut bekommt, sollte diese umgehend mit reichlich klarem Wasser abspülen. Elektrolyte wirken sowohl in flüssiger als auch kristallisierter Form reizend und ätzend, sind aber gut wasserlöslich. Wer regelmäßig mit Batterieflüssigkeiten arbeitet, sollte immer einen Neutralisierer oder eine Wasserquelle griffbereit haben.

Bilder: SplitShire / xtberlin via Pixaba

Autor

Bericht vom 28.02.2021 | 997 Aufrufe

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