Kann ich mein Motorrad derzeit zum Service bringen?

Die aktuelle Lage zu Händlern und Werkstätten

Motorrad fahren ist in Zeiten von Corona eine Streitfrage. Doch für viele sind die motorisierten Krafträder nicht nur ein Hobby, sondern das primäre Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen. Was passiert also, wenn ich zum Service muss, oder mein Fahrzeug eine Panne hat? Bin ich auf mich alleine gestellt?

Beginnen wir mit guten Nachrichten: Nicht weniger relevant, als ein jährlicher Service, ist die regelmäßige Hauptuntersuchung, bzw. das 'Pickerl' für Motorräder. Sie garantieren, dass das Fahrzeug in einem straßenverkehrstauglichen Zustand ist und dass keine sicherheitsrelevanten Mängel vorliegen. Prüfungen werden zwar durchgeführt, im Bezug auf die (bei gebrauchten Fahrzeugen) jährlichen Fristen, versuchen gerade die österreichischen Mobilitätsclubs ÖAMTC und ARBÖ eine Verlängerung zu bewirken. Hier alle Infos: ÖAMTC will mehr Toleranz für "Pickerl"-Fristen.

Mit gewissem Know-How kann der Service selbst erledigt werden

Grundsätzlich wird ein Motorradservice jährlich, bzw. nach einer gewissen Kilometerzahl (Serviceintervall) empfohlen. Doch was tun in Zeiten von Corona? Manche werden sich vielleicht sagen "Selbst ist der Mann/ die Frau!" und wie schon all die Jahre zuvor den Service in der eigenen Heimwerkstatt durchführen. Doch nicht alle von uns haben die Kapazitäten, oder trauen sich die Arbeit selbst zu - ExpertInnen sind gefragt!

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Motorrad Service in Österreich: Aktuelle Lage

In Österreich sind KFZ-Werkstätten vom grundsätzlichen Aufenthaltsverbot an öffentlichen Orten ausgenommen, da sie systemerhaltende Organe sind. Trotzdem wurden von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedliche Maßnahmen getroffen und der Werkstättenbetrieb sozusagen in einen 'Notmodus' geschalten. Verkaufsräume müssen hingegen geschlossen bleiben, wobei das den Verkauf nicht unbedingt verhindern muss. Gespräche können per Telefon, oder Mail geführt werden, Fahrzeugzustellung sind ebenso unter gewissen Voraussetzungen möglich. Wie es jedoch mit der KFZ-Zulassung aussieht, ist eine andere Geschichte. In jedem Fall könnt und sollt ihr bei der Werkstatt eures Vertrauens nachfragen, ob vereinbarte Termine derzeit abgewickelt werden können.

Motorrad Service in Deutschland: Aktuelle Lage

In Deutschland wurden zwar die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus später getroffen, doch sie sind ziemlich deckungsgleich mit denen in Österreich. So bleiben die Verkaufsräume ebenso geschlossen, während die Werkstätten in einem Sparbetrieb ihre Arbeit fortsetzen. So zumindest die gesetzliche Lage - mit einem schnellen Anruf bei deinem Händler kannst du herausfinden, ob und wie die Serviceleistungen zurzeit angeboten werden.

Motorrad Service in der Schweiz: Aktuelle Lage

Wie Ihr euch gut vorstellen könnt, sieht die Lage in der Schweiz nahezu ident aus. Der Schweizer Händlerverband 2Rad hat eine sehr detaillierte Liste an Vorgaben und Empfehlungen an alle Händler und Werkstätten ausgesprochen, die in ihren Grundzügen denen aus Deutschland und Österreich entspricht. Die Verkaufsräume bleiben geschlossen und sollen nur per E-Mail und Telefon arbeiten, während die Werkstätten mit Vorgaben gegen die Verbreitung des Coronavirus weiterhin offen sind.

Exkurs: Pannendienst während der Corona Krise

Die private Mobilität fällt unter den Begriff Systemerhaltung, ist also relevant, dass wir das eigene Überleben, sowie das der Gesellschaft garantieren können. Deshalb sind die Mobilitätsclubs der D-A-CH Region wie z.B. ADAC, ARBÖ, ÖAMTC, oder TCS weiterhin unterwegs und helfen im Fall von Pannen. Natürlich wird zurzeit nach anderen Regelungen gearbeitet, um den zwischenmenschlichen Kontakt zu minimieren und die Sicherheit der ArbeitnehmerInnen und KundInnen zu gewährleisten.

Fazit: Reparieren ja, Verkaufen begrenzt

Man kann also ein positives Résumé ziehen. Niemand muss sich sorgen machen, das Motorrad bald nicht mehr bewegen zu können. Einzig der Verkauf leidet unter dieser harten Zeit. Es besteht jedoch Potential: Durch Homeoffice und die vermehrte Zeit, die potentielle Kunden nun zuhause verbringen, können Händler nun die Chance nutzen und ihre Produkte online vermehrt anpreisen und sich somit eine Relevanz bewahren. Denn wir MotorradfahrerInnen stehen bereits in den Startlöchern - sobald sich die Lage beruhigt hat, starten wir in die Saison 2020. Und das mit einem Knall!

[Foto: Andrea Piacquadio]

So wirkt sich die Corona Krise auf die Motorradbranche aus

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Bericht vom 24.03.2020 | 12.275 Aufrufe

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