Motorradbekleidung im Winter

Tipps aus der Praxis für die Saisonverlängerung

Auch wer kein knallharter Ganzjahresfahrer ist, kann die Motorradsaison durch optimalen Einsatz der richtigen Motorradbekleidung deutlich verlängern.

Der Winter 2015/2016 war in weiten Teilen Mitteleuropas nicht sehr streng. Bis in den Dezember hinein hatte man meist trockene Straßen bei erträglichen Temperaturen. Auch im Februar waren einige feine Tage dabei. Harte Ganzjahresfahrer kennen ja ohnehin kein schlechtes Wetter, aber auch Schönwetterfahrer können die Saison deutlich verlängern. Immer dann wenn die Straßen trocken sind, machen Ausfahrten mit der richtigen Bekleidung auch im Winter richtig viel Spaß. Hier die besten Erfahrungen und Tipps aus der 1000PS Redaktion um die Motorradsaison 2016 besonders früh starten lassen zu können.

Das Zwiebelprinzip - Die einzelnen Schichten der Motorradbekleidung im Überblick

Wie beim Wintersport oder beim Bergsport auch, kann man bei der Motorradbekleidung vom Zwiebelschichten-Prinzip sprechen. Die unterste Schicht, die Unterwäsche, hat die Aufgabe den Schweiß vom Körper abzuleiten. Damit die Hautoberfläche selbst immer angenehm trocken bleibt. Danach kommt die Isolationsschicht welche den Körper warm hält. Darüber kommen dann Protektoren und die Schutzschicht welche, für eine Abriebfestigkeit sorgt. Bei Motorradbekleidung ist die oberste Bekleidungsschicht meistens auch wasserdicht und atmungsaktiv ausgeführt - also mit einer Membrane ausgestattet.

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Frieren trotz hochwertiger Motorradbekleidung?

Die meisten hochwertigen Motorradklamotten haben die Schutzschicht samt Protektoren, Membrane, Abriebschutz sowie auch die Isolationsschicht in einem Produkt vereint. Das ist mal praktisch, trotzdem ist wichtig dass alle Schichten welche getragen werden auch im Zusammenspiel funktionieren. Der häufigste Fehler der gemacht wird: Man trägt zum Beispiel Baumwoll-Unterwäsche sowie ein Baumwoll T-Shirt oder einen Baumwolle Pullover unter den sündhaft teuren Motorradkleidung. Damit funktionieren die obersten Schichten zwar hervorragend, darunter jedoch sammelt sich der Schweiz vom Körper in den Schichten mit Baumwoll-Anteil. Der Schweiss kommt also gar nicht bis zu den Membranen der Motorradjacke sondern bleibt schon vorher, näher am Körper hängen. Die feuchten Stellen fühlen sich beim eiskalten Fahrtwind im Winter dann richtig kalt und unangenehm an. Es ist also das gesamte Jahr über wichtig, bei keiner Bekleidungsschicht ein Nadelöhr für den Schweiss anzuziehen. Auch bei Socken, Unterwäsche müssen unbedingt atmungsaktive Komponenten gewählt werden.

Motorradbekleidung - Tuning im Winter

Sowohl bei Motorradjacken als auch bei Motorradhosen ist die Isolationsschicht meistens schon mit dabei. Oftmals ist sie jedoch herausnehmbar. Damit kann man die Jacke dann perfekt auf die persönlichen Bedingungen anpassen und tunen. Wenn man zum Beispiel bei sehr niedrigen Temperaturen unterwegs ist, dann kann man diese Schicht durch Produkte aus dem Bergsport ersetzen. Da hat man eine sehr große Auswahl an verschiedenen Materialien welche zum Teil eine sehr hohe Atmungsaktivität und zum Teil eben eine sehr hohe Isolationsleistung haben. Ein Klassiker ist zum Beispiel eine Fleece. Dieses gibt es in unterschiedlichen Stärken und trocknet ebenfalls sehr schnell. Sehr praktisch sind auch Daunenjacken welche sich sehr kompakt einpacken lassen (teilweise fast bis auf das Format einer Zigarettenschachtel) und die Wärmeleistung von der Motorradjacke deutlich erhöhen.

Hightech Materialien aus dem Bergsport fürs Motorradfahren

Für ganz besondere Anlässe lohnt es sich ebenfalls Standardprodukte aus dem Motorradbereich mit Bergsport-Artikeln zu frisieren. Wer zum Beispiel bei niedrigen Temperaturen sportlich fährt und auf höchste Atmungsaktivität Wert legt, der kann das hochatmungsaktive Material Polartec Alpha als Isolationsschicht zum Einsatz bringen. Beim Endurofahren im Winter kann man eine solche Jacke zwischen der Unterwäsche und der wasserdichten Oberbekleidung tragen. Die Wärmeleistung ist nicht so hoch wie bei Fleece, Primaloft oder Daune aber die Atmungsaktivität ist deutlich höher. Das Material ist auch sehr dünn und die Bewegungsfreiheit ist sehr hoch.

Motorrad Heizwesten mit Akku

Wenn die Kleidung auch bei tiefen Temperaturen besonders kompakt sein soll, dann bieten sich auch aktive Heizwesten mit Akkus an. Bei 1000PS haben wir die Produkte von Capit im Einsatz. Die Temperatur lässt sich in 3 Stufen regeln und ein Akkupack hält je nach Einstellung zwischen 2 und 5 Stunden. Auf der Rennstrecke sind die Teile ein echter Segen. Bei 5 Grad an der Strecke stellt man die Heizung beim Fahren einfach ab und aktiviert die Heizung dann in der Boxengasse. Dann muss man zwischen den Turns nicht ständig Jacken drüberziehen. Außerdem ist man damit natürlich DER härteste Hund im Fahrerlager. Denn während die anderen Kollegen mit fetten Daunenjacken in der Boxengasse rumlungern, stolziert man selbst mit dem gelochten Rennleder durch die Box. Unten drunter quasi finnische Sauna, oben cooles Leder - perfekt und niemand merkt es! Bei vielen Fotofahrten bei tiefen Temperaturen auf der Strecke setzen wir diese Weste daher sehr gerne ein.

Imprägnierung der obersten Schichte

Sehr empfehlenswert ist auch eine Imprägnierung der obersten Schichte. Denn die wasserdichte Schicht von Motorradbekleidung liegt ja unterhalb der abriebfesten Schicht. Auch dann wenn die Motorradbekleidung wasserdicht ist, bietet eine Imprägnierung folgende Vorteile. Erstmal wird das schmutzige Wasser vom Hinterreifen des Vordermannes von der hochwertigen und teuren Bekleidung fern gehalten, perlt ab und dringt nicht ins Gewebe bis zur wasserdichten Schicht vor. Gerade im Winter bei stärker verschmutzten Straßen ist das sehr wichtig. Außerdem wird dann auch schon die oberste Schicht der Motorradbekleidung nicht nass und damit kühlt man bei Fahrtwind auch nicht so schnell aus. Ganz wichtig ist jedoch darauf zu achten, ein Imprägnierungsspray für atmungsaktive Motorradbekleidung zu verwenden. Denn ansonsten verstopft man die Poren der sündhaft teuren Motorradbekleidung und fährt quasi mit einem Plastik-Sack spazieren. Bei 1000PS setzen wir sehr gerne das PROTEX-Spray von MOTOREX ein. Hier unser Video dazu.

Schnelles Gratistuning der Motorradbekleidung

Ganzjahresfahrer kennen diese Tricks schon lange. Auch mit günstigen Mitteln lässt sich Motorradbekleidung für kalte Temperaturen einfach tunen. Wer zum Beispiel bei relativ angenehmen Temperaturen ins Büro fährt und dann von sinkenden Temperaturen überrascht wird, kann da einfach aushelfen. Beim Brustbereich kann man mit einfachen Isolationsmitteln wie zum Beispiel Luftpolsterfolie oder auch ganz einfach mit Zeitungspapier notdürftig aber durchaus wirkungsvoll die Isolationswirkung der Kleidung deutlich erhöhen. Einfach zwischen bei der Brust unter die Jacke stopfen und fertig ist das schnelle Tuning fürs kleine Geld.

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Heizgriffe - Der Segen im Winter

Auch nix Neues für Ganzjahresfahrer sind Heizgriffe am Motorrad. Besonders im Winter sind die Teile dringend zu empfehlen. Komischerweise sind die Heizgriffe immer noch bei einigen sportlichen Fahrern verpönt. Doch gerade sportliche Piloten profitieren bei niedrigen Temperaturen am meisten von Heizgriffen. Denn die Heizgriffe machen es möglich, dass man bei den Handschuhen nicht die ganz dicken Winterhandschuhe tragen muss sondern mit sportlichen aber immer noch wasserdichten Produkten das Auslangen findet. Wir haben bei mit dem Held Wave mit X-Trafit Technik beste Erfahrungen gemacht. Wasserdicht, warm aber nicht übermäßig dick gefüttert. Ohne Heizgriffe während der normalen Saison bis Oktober perfekt, danach eben in Kombination mit Heizgriffen für uns besser als die argen Winterhandschuhe welche dann sehr dick auftragen. Heizgriffe lassen sich bei Motorrädern und Rollern auch nachrüsten. Hier ein Video im dem wir den Einbau erklären.

Der Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung hat nirgendwo sonst eine solche Berechtigung wie beim Motorradfahren! Rauf auf den Sattel und raus auf die Straße!

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Bericht vom 19.02.2016 | 53.612 Aufrufe

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