|
Jürgen Schnaller ist nicht von gestern und auch seine Motorräder sind
es nicht. Er möchte nur, dass sie so aussehen. Neue Federbeine an
altes Gerät zu schrauben kann jeder, aber aus einem modernen Rohling
einen stilechten Klassiker zu biegen ist eine Kunst. Und Jürgen
Schnaller ist ein Meister darin, was ihm schon zahlreiche Preise auf
internationaler Bühne eingebracht hat. Diesmal versuchte er sich an
einer Triumph Thruxton und in Anbetracht des Ergebnisses würde es uns
nicht wundern, wenn er auch damit wieder auf irgendeinem Siegertreppchen
landen würde.
Mit einem neuen Anstrich ist es für 'Jorge' jedoch nicht getan. Neu
eingeschliffene Ventile, polierte und geglättete Kanäle, eine höhere
Verdichtung, Keihin Flachschiebervergaser und eine Raask-Auspuffanlage
aus dem hohen Norden heben die Leistung auf ein konkurrenzfähiges
Niveau. Das Ergebnis ist ein Plus von 26 PS gegenüber der Serie und eine
echte Gefahr für neuzeitliche Plastikflitzer im Joghurtbecherkleid. Denn
die Fahrwerkselemente wurden entsprechend dem Leistungszuwachs ebenfalls
aufgewertet. Gabelfedern und Federbeine stammen nun aus dem Hause
Wilbers. Wir vermissen lediglich ein John Player Special Logo, das uns
an die gute, alte Zeit erinnert, auf dem geschwärzten Blechkleid.
Gar nicht von gestern ist allerdings der Gesamtpreis des Retrorenners:
Ca. 18000 Euro. |