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kot |
KTM Werksbesuch
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21.09.2006 15:42:00 |
Druck
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RC8 und LC4 690 aus nächster Nähe. kot durfte ins Innere des Bienenstocks und erkennt: Jeder Bienenstock hat mindestens eine Wabe.
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KTM
Werksbesuch |
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Ich befinde mich in einem kleinen Raum mit der KTM RC8 1190. In der
Halle nebenan steht die neue LC4 Supermoto 690. Kein schwarz ummantelter
Erlkönig mit hässlichen Anbauteilen längst vergangener Baureihen. Ein
fertiges Modell, fahrbereit, die letzte Entwicklungsstufe erreicht. Ab und
zu sieht man welche vorbeifahren. Sie kommen durch ein Tor und schwärmen
in alle Himmelsrichtungen, irgendwann kehren sie zurück und verschwinden
wieder im Bauch des Mutterschiffs.
Sonst ruhen hier noch 2 zerlegte GP 125 Rennmaschinen auf den
Hebebühnen in der Werkstatt und ein paar Kilometer weiter bei KISKA warten
noch andere Prototypen und Premieren unter schwarzen Planen auf die
Enthüllung. Die ferne Zukunft findet bereits in den Köpfen der
Mitarbeitern statt und wird mit Bleistift und Papier in Form gebracht.
Wo
bin ich hier? Bin ich schon im Himmel? Nein. Ich bin in Mattighofen, der
KTM Zentrale, dem orangen Bat-Cave. Das Herz, das uns KTMler, denen
bekanntlich oranges Blut durch die Adern fließt, mit dem lebenswichtigen
Saft versorgt.
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Schnell wird klar, dass hier Menschen aus der Materie arbeiten, die
nicht nur mit Hirn, sondern auch mit Herz bei der Sache sind.
Die
Projektleiter sind keine fettleibigen Schlipsträger, sondern
Ex-Rennfahrer, die ein T-Shirt aus dem KTM Shop und Jeans tragen. An den
Prüfständen und in den Labors triffst du keine Götter in Weiß mit
Mundschutz, Hauberl und Namensschild, sondern junge Burschen straight
outta HTL mit der Red Bull Dose in der Hand.
Es wird getratscht und
gefragt, man berät und beschwert sich. Ständiger Informationsaustausch als
Treibladung für bombige Ideen. (Hoffentlich komm ich jetzt auf keinen
Index)
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RC 8 1150 Motor
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Bei Geduld und Feinmechanik sind Frauenhände gefragt
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Die Führung ist interessant, auch der RC8 Prototyp hat mich in echte
Wallungen versetzt. Aber als ich eine richtige, fertige, ausgewachsene
und geschlechtsreife Ausgabe der neuen LC4 Supermoto in schwarz/grau
gesehen habe, da wollte ich mir schon wieder in die Rüstung machen. Ich
hatte nur leider keine an. Ein unglaubliches Gefühl. Ja, der Auspuff wird
so kommen und ja, die Maske auch. Aber verdammt noch mal, das schaut im
finalen Zustand so unglaublich gelungen aus, dass ich es kaum gepackt habe.
Dieses erste Modell mit dem 690er LC4 Motor (654 Kubik) wurde eindeutig stärker dem
alltäglichen Straßengebrauch angepasst. Der Sitz wurde scheinbar abgesenkt, die
Plastics an den Seiten breiter gemacht. In Verbindung mit den zwei
kräftigen Auspuffrohren wirkt die Supermoto zwar
bulliger als die Vorgängerin, wenn man sich allerdings den Rahmen und den
Motor ansieht, wird klar, wie schlank das alles geworden ist. Leider wurde
uns im zarten Tonfall "No Photos, PLEASE!" ins Ohr geflüstert
und daran halten sich anständige Journalisten.
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Stunden- oder tagelanges Motorenquälen
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Gehörschutz für Ohr und Nerv
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Wenn ich mir das alles so ansehe, könnte ich mir durchaus vorstellen,
selbst einmal unter der orangen Flagge tätig zu werden. Es gibt aber einen Ort bei KTM, an dem ich
ganz bestimmt nicht arbeiten will. Und das
ist an den Prüfständen, wo sie den ganzen Tag Motoren laufen lassen,
manchmal Tage lang, mit sich ständig ändernder Drehzahl. Ich kann das
jetzt gar nicht wiedergeben oder beschreiben, es ist einfach nur
unangenehm und absolut nervtötend. RRRRRRRMMMMMMMRRRRRRRMMMMMMMRRRRMMM.....
Ich beneide auch nicht die Leute, die
die Arbeitsprozesse der Montage optimieren müssen. Das heißt, sie finden
heraus, welche und wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um ein
bestimmtes Modell zusammenzusetzen. Sie sind die ersten, die ein neues
Modell mehrmals assemblieren und wieder zerlegen. Da wäre ich der
Richtige, wenn ich an meine Erfolge beim Zusammenbauen von RC-Buggies
denke.
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Operation am offenen Herzen
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Kunstherzproduktion
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Das Journalisten Gesocks vor einem
amerikanischen Cross-Country Modell (XC)
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Am nächsten Tag ging es dann noch zu KISKA, dem Designbüro, das
für das Aussehen der KTMs im wahrsten Sinne des Wortes verantwortlich
zeichnet. Gerald Kiska war damals sozusagen zur richtigen
Zeit am richtigen Ort, fing quasi alleine mit der Arbeit für KTM an,
mittlerweile arbeiten 70 Kollegen aus 10 Nationen mit ihm.
Auch hier könnte ich mir eine Anstellung
vorstellen. Und dafür sind nicht nur die feschen Damen verantwortlich. Es
ist auch die Arbeitsweise, die ganz meinem Geschmack entspricht. Ein paar Designer tragen
Kopfhörer und hören Musik aus ihren I-Pods, daneben kritzeln sie auf
Zettel, oder malen mit Photoshop auf einem Bildschirm. Erinnerte mich an
die Freistunden in der Schule.
Gleich daneben ruhen die letzten Prototypen
mit dem KTM Logo drauf unter schwarzen Planen. Zwei sehen aus wie
Motorräder, einer wie ein Quad und einer wie ein Auto! Da hätte ich
gerne unter den Rock gekuckt, das kann ich euch sagen.
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Gerald Kiska mit den Kindern des Hauses
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Entwürfe zum KTM Sportquad
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Auch wenn das alles zusammen recht groß wirkt, das KTM R&D Gebäude schon
aus den Nähten platzt und ständig neuer Raum geschaffen werden muss. Man
merkt, daß dies eine kleine Firma ist, die gerade erst zu wachsen
begonnen hat. In Österreich wirkt eine KTM vielleicht wie Massenware,
europa- und weltweit gesehen ist sie alles andere als das. Als 'Exklusiv'
und 'Premium' versteht man bei KTM seine Produkte. Nur aus der Nähe sieht
es so aus, als fahre jeder eine KTM. Vor kurzem erst sprach ich mit einem
amerikanischen Freund, ein Motorradfanatiker, Ducati Monster Fahrer und
Freund europäischer Motorräder, über unser liebstes Hobby. KTM? Nie
gehört. Superduke? Fehlanzeige. Man muß sich vor Augen halten: KTM
verkaufte letztes Jahr gerade mal 85.000 Motorräder weltweit. Zum
Vergleich: Honda verkaufte im Jahr 2005 allein in Europa 338.000
Einheiten. Man steht eben erst am Anfang. Abseits der Straße kann man zwar
auf eine lange und rühmliche Erfolgs- geschichte zurückblicken, aber der
erste Schritt AUF die Staße wurde gerade erst gesetzt. Die Superduke ist
zwei Jahre jung, die RC 8 kommt erst 2008. Die nächsten Entwicklungen
stehen schon in der zweiten Startreihe. Die Vision lautet, der größte
Motorradhersteller in Europa zu werden und die Nummer Eins im PowerSports
Sektor zu werden. Das beschränkt sich nicht nur auf Zweiräder. Da kommt noch einiges auf uns
zu....
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Trotz humaner Arbeitsbedingungen und
interessanter Aufgabengebiete ist nicht jeder für die Arbeitswelt des 21.
Jahrhunderts geschaffen. Wie diese zwei tragischen Fallbeispiele zeigen,
kommen labile Persönlichkeiten schnell unter die Räder der
Überforderung und greifen immer öfter zur Flasche.
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Die Wabe: Lacht nur mehr mit einem Bier in der Hand
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kot: Braucht Campari wie sein täglich Brot seit 1000PS
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KTM
Geschichte
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1953: Beginn der Produktion unter
dem Namen Kronreif, Trunkenpolz, Mattighofen
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1955: Erstes Engagement bei
Straßenrennen
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1964: Das KTM Factory Team nimmt
am der Six Days Enduro Teil
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1970: Start der Produktion von
Motoren in der eigenen Firma
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1974: Der Russe Gennadij Moiseev
wird Motocross Weltmeister
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1984: Heinz Kinigadner wird
Motocross Weltmeister in der 250er Klasse
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1991: KTM meldet Konkurs an.
Motorrad-, Fahrrad-, Kühler- und Werkszeugbau werden getrennt
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1992: Neustart als KTM Motorcycle
AG
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1994: Shane King wird MX 500
Weltmeister
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1999: Das neue Firmengebäude in
Mattighofen wird eröffnet
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2000: KTM gewinnt 6 von 8
Offroad-Weltmeistertitel
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2001: Erster von 6 Siegen bei der
Rally Dakar
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2003: Erneuter Einsatz eines KTM
Teams im Straßensport in der 125er Klasse
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2004: Casey Stoner holt den ersten
Sieg in der GP 125er Klasse
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2004: Die Superduke sorgt für
großes Aufsehen. Erster V-2 von KTM
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2005: Erste V-2 Supermoto von KTM:
950 Supermoto
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2006: KTM Super Enduro R
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2008: V-2 Superbike KTM RC8
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Interessante Links:
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Photos: KTM, kot
Text: kot
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