Yamaha auf Retro! Yamaha XSR 700 Test 2022

Optisch wie von damals, aber technisch top aktuell

Die 70er-Jahre sind wieder da! So wirkt es zumindest, wenn man sich die Yamaha XSR 700 ansieht. Zu Recht! Yamaha hat mit der XSR 700 eine gelungene alternative zum modernen Design der aktuellen Bikes rausgebracht. Retro ist hierbei aber nur der Look, die Technik befindet sich am aktuellsten Stand des 21. Jahrhunderts.

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Eindrücke und Feeling

Mittlerweile gibt es die XSR 700 seit rund 7 Jahren. Änderungen gab es augenscheinlich nicht viele, warum auch. Das Motorrad steht optisch im Retrostil nach wie vor gut da. Was bedeutet, dass Yamaha hier bereits 2016 ein erstklassiger Wurf mit diesem Bike gelungen ist. Spürbar geändert hat sich die Sitzhöhe, welche von 815 Millimeter auf 835 Millimeter beim 2022er Modell angewachsen ist. Dies lässt das Motorrad noch einen Ticken agiler um die Kurven steuern. Ebenso der breite Lenker mit 760 Millimetern, trägt seinen Teil zum Handling bei. Der Lenker liegt gefühlt etwas höher als bei vergleichbaren Motorrädern, was der Position des Oberkörpers zugute kommt. Hier lässt es sich auch dank der Kombination mit der weichen Sitzbank den ganzen Tag gemütlich im Sattel aushalten.

Der runde LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten, sowie die neuen LED-Blinker fügen sich perfekt in das Retrodesign und schmälern den klassischen Stil in keiner Weise.

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Bekannter CP2 Motor mit 73,4PS - reicht das heutzutage?

Das Hinterrad der XSR 700 wird durch den altbekannten CP2 Reihen-Zweizylinder Motor mit 689ccm in die Mangel genommen. Welcher ebenfalls in der MT-07 und der Tenere 700 verbaut wird. Wobei das Kürzel MT für "Master of torque" steht, was soviel heißt, wie "Meister des Drehmoments". Dieser Slogan lässt erahnen, dass dieser Motor alles andere als langweilig ist. So beschleunigt er den Fahrer auch auf der Yamaha XSR 700 gekonnt mit sehr viel Punch aus jeder Kurve und ehe man sich versieht, wird das Vorderrad sehr leicht. Das Aggregat spricht fein auf die Bewegung am Gas an und lässt sich gleichmäßig gut beschleunigen. Jenseits der 150 km/h wird die Luft jedoch dünner, was den Spaß am Fahren jedoch nicht schmälert.

Mit dem "kleinen" zuverlässigen Motor ist man auch heute up to date und wird jeden Tag aufs Neue mit einem Lächeln im Gesicht überrascht, wenn man am Gashahn dreht.

Fahrwerk und Bremsen der Yamaha

Das Fahrwerk fühlt sich auf Anhieb weich und vertrauenserweckend an. Hierbei geht es einen akzeptablen Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort ein. Die Yamaha XSR 700 lässt sich problemlos um jede Art von Kurve fahren und das mit geringsten körperlichen Einsatz. Hier legt sich das Motorrad auch dank dem groß bemessenen Lenker, wie von alleine in jede Kurve. Einzig gestandene Fahrer jenseits der 85 kg könnten sich vom hinteren Federbein etwas im Stich gelassen fühlen. Hier könnte es etwas härter oder einstellbar sein.

Nichtsdestotrotz enttäuscht das Feeling im Sattel keineswegs. Auch die Bremse ist gut dosierbar und orientiert sich daran, dass sich auch ungeübte Einsteiger nicht beim ´Bremsen erschrecken sollen. Natürlich, es gäbe hier auch andere Bremsanlagen, welche deutlich härter ankern, hierfür müsste man allerdings auch tiefer ins Portemonnaie greifen. Alles in allem genießt dieses Motorrad ein gelungenes Fahrwerk, welches einem immer ein gutes Gefühl gibt und auch längere Etappen zulässt. Sowohl Fahranfänger als auch Fortgeschrittene werden mit dem guten Handling der Yamaha XSR 700 ihre Freude haben.

Yamaha XSR 700 im Alltag

Die Yamaha XSR 700 hat definitiv das Potential ein treuer Begleiter für fast jede Situation zu werden. Egal ob am Weg durch den Verkehr, in die Arbeit, oder Sonntags die übliche Runde mit Freunden oder natürlich auch alleine. Die gelungene Retro-Optik zieht gerne die Blicke auf sich und das durchzugsstarke Triebwerk ist jeder Situation gewachsen. Sollte man sich das Wetter nicht aussuchen können und kommt mal in den Regen, sorgt das ab Werk verbaute ABS für die nötige Sicherheit. Mit dem ABS ist die Yamaha XSR 700 auch schon am Ende der Fahnenstange angelangt, was elektronische Helferlein angeht. Mehr braucht sie auch nicht.

Das Schalten fällt relativ leicht, auch wenn andere Hersteller in der heutigen Zeit schon gerne Schaltautomaten verbauen, so muss diese Yamaha XSR 700 ohne auskommen. Dies schadet dem Gesamteindruck jedoch nicht. Das kleine, fast zu kleine, runde Display ist gut aufgeräumt und fügt sich optisch stimmig ins Bild der Maschine. Jedoch leidet die Lesbarkeit unter der Größe des Displays. Hier wären analoge Armaturen zwecks Lesbarkeit und Retrostil kein Nachteil gewesen.

Selbst einer längeren Tour steht mit der Yamaha XSR 700 nichts im Weg. Sie ist bequem und lässt sich einfach fahren.

Wie sich die neue Yamaha XSR 700 im Vergleich mit der Kawasaki Z650RS und Moto Guzzi V7 Stone schlägt, findet ihr hier heraus: Mittelklasse Retro Vergleich 2022

Fahrendes Motorrad

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Fazit: Yamaha XSR700 2022

Kann alles aber nichts gut? Ein klares NEIN! Das quirlige und agile Retrobike mit ausreichend starkem Motor kann ein guter Allrounder sein, welcher ebenso optisch gescheit was hermacht und zum Kurvenheizen verleitet. Insgesamt ist das Bike für mich auch als Frau fantastisch handlich und sportlich agil. Der Motor arbeitet besser als erwartet und die Sitzposition ist mehr als angenehm. In punkto Schräglagenfreiheit wäre aber noch etwas Luft nach oben gewesen. Ich denke, dass sich hier auch weiter viele Menschen finden werden, die den Griff zu diesem Motorrad wählen, weil man hier einfach nicht viel falsch machen kann.


  • gelungenes Design
  • bewährter CP2 Motor
  • gemütliche Sitzposition
  • ein Allrounder für jede Situation auf der Straße geeignet
  • Display schwer ablesbar
  • Relativ weiches Fahrwerk
  • eher wenig Schräglagenfreiheit

Bericht vom 14.07.2022 | 9.209 Aufrufe

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