Einsteiger-Naked Bike Vergleich 2021 - Suzuki SV 650

Ganz die Alte und trotzdem noch gut!

Die Tatsache, dass sich die Suzuki SV 650 nun schon seit 22 Jahren treu bleibt und vor allem in Sachen Motor nahezu unverändert produziert wird, bedeutet nicht zwangsläufig, dass der japanische Evergreen chancenlos in die Jahre gekommen ist. Immerhin hat die SV 650 dadurch ein Höchstmaß an Reife erlangt! Wie schlägt sich also der Jahrgang 2021 gegen Kawasaki Z650, Triumph Trident 660 und Yamaha MT-07?

Ganz egal, ob es nun ein genialer Schachzug war, oder einfach durch die Rückkehr zu den Tugenden der ersten SV 650-Generation passiert ist - die aktuelle SV 650 sieht herrlich klassisch und somit absolut zeitlos aus. Nun, ein Rundscheinwerfer bleibt nun mal ein runder Scheinwerfer, da gibt es zumindest von der Form her nichts zu modernisieren. Allerdings zeigt die Triumph Trident 660 höchst eindrucksvoll, dass auch ein Motorrad der Modern Classic-Reihe dank LED-Technik und Liebe zum Detail äußerst knackig daher kommen kann. Da kann die Suzuki mit ihrem altbackenen Halogen-Scheinwerfer und dem vergleichsweise schlecht ablesbaren LCD-Cockpit einpacken.

Kräftig war er vorher schon, das Euro5-Update tut dem Motor der Suzuki SV 650 trotzdem gut

Ist die aktuelle Suzuki SV 650 also ein völlig chancenloses Motorrad? Keineswegs, ihre Stärke liegt nämlich in der gelungenen Harmonie aller Komponenten - sie fährt einfach immer noch gut! Das Euro5-Update verhilft dem 645 Kubik großen V2-Motor (ja, der letzte wahre V2, kein Reihenmotor mit Hubzapfenversatz) zu einem nun noch ruhigeren Lauf, womit das bekannt agile Triebwerk mit seinen 73 PS bei 8500 Umdrehungen und 64 Newtonmeter Drehmoment bei 6800 Touren angenehm erwachsen wirkt. Beim sportlichen Antritt kann sie zwar mit der Yamaha MT-07 nicht ganz und mit der viel stärkeren Triumph Trident 660 sowieso nicht mithalten, gegen das Triebwerk der knapp 5 PS schwächeren Kawasaki kann sie aber durchaus anstinken.

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Das Fahrwerk der Suzuki SV 650 gibt sich betont souverän

Das Fahrwerk passt da ebenfalls sehr gut dazu, zwar optisch mit der konventionellen Telegabel kein echter Leckerbissen (lediglich die Trident 660 hat eine USD-Gabel) überzeugt es samt dem, in der Federvorspannung einstellbaren Mono-Federbein mit einer vergleichsweise guten Rückmeldung. Insgesamt zwar eher auf der komfortablen als auf der sportlichen Seite, schaukelt sich auch in schnellen Radien nichts unangenehm auf. Schließlich will auch die Doppel-Scheibenbremse an der Front vor allem Einsteiger nicht erschrecken und braucht ordentlich Handkraft. Wer kann, sollte also den direkten Umstieg von der Triumph auf die Suzuki meiden, die drei Japaner untereinander schenken sich in diesem Kapitel hingegen nicht viel.

Auch beim Preis bleibt sich die Suzuki SV 650 treu - ein faires Angebot

Wer also ein ausgereiftes Motorrad mit einem vergleichsweise erwachsen wirkendem Motor sowie Fahrwerk sucht, ist mit der Suzuki SV 650 (immer noch) ausgezeichnet bedient. Die Bremse mag es zwar nicht unbedingt sportlich, aber das Handling ist trotz dem mit Abstand höchsten Gewicht von 201 Kilo vollgetankt (7,5 Kilo mehr als bei der stärkeren Triumph, stolze 14 Kilo mehr als bei der Kawa und sogar 15 Kilo mehr als bei der Yamaha!) erstaunlich handlich. Über die, schon ewig unveränderte Optik kann man vielleicht nörgeln, der klassische und somit zeitlose Auftritt passt aber immer noch gut und der einzige Gitterrohrrahmen in unserem Quartett hat schon auch seinen gewissen Reiz. Außerdem bekommt man die 2021er-SV 650 wie schon ihre diversen Vorgängerinnen zu einem absolut fairen Preis.

Horvaths Senf zur Suzuki SV 650:

Vor 5 Jahren - als die neue Suzuki SV650 auf den Markt kam - war die Begeisterung groß und eben jene Euphorie hat sich auch die letzten Jahre gehalten. Doch inzwischen hat die Konkurrenz ordentlich Gas gegeben und Bikes gebracht, die sowohl technisch, als auch elektronisch deutlich über der Suzuki liegen. Diesen Eindruck vermittelt die Suzuki auch während der Fahrt, denn während sie ohne Zweifel sehr brav und auch sportlich zu bewegen ist, spürt man die in die Jahre gekommene Technik. Andere Bikes der Klasse sind agiler in Kurven, oder bieten einen spritzigeren Motor. Sie ist ohne Zweifel ein gutes Naked Bikes, das jedoch endlich ein Update verdient!

McGregors Senf zur Suzuki SV 650:

Die SV650 ist die reifste Teilnehmerin des Vergleichs, manch einer würde gar angestaubt sagen. Aber auch 2021 ist ihr 90° V2 noch immer charismatisch und leiwand zu fahren. Sie hat ihre Qualitäten über die Jahre nicht verloren und macht noch immer Spaß. Für Leute, welche auf moderne Gadgets und Elektronik-Schnick Schnack verzichten können, bleibt sie eine gute Wahl.

Fazit: Suzuki SV 650

Allzu viel hat sich bei der Suzuki SV 650 gegenüber der Vorgängerin und somit seit fünf Jahren nicht getan. Das Triebwerk bekam ein Euro5-Update und präsentiert sich nun noch erwachsener, womit es ausgezeichnet zum gesamten restlichen Package passt. Die SV 650 will niemanden, vor allem Einsteiger nicht erschrecken. Das Fahrwerk macht einen soliden, unaufgeregten Eindruck, die Bremse erfordert ordentlich Handkraft, damit nicht etwa unerwartet überbremst werden kann. Die Optik ist einerseits zeitlos, andererseits an einigen Komponenten wirklich schon etwas veraltet. Dafür ist der Preis, wie üblich bei Suzuki, fair.


  • Souveränes V2-Triebwerk mit Charakter
  • stabiles Fahrwerk
  • bequeme Sitzposition
  • einfaches Handling, zeitlose Optik
  • Bremse erfordert Handkraft
  • außer ABS keine Elektronik an Bord
  • Armaturen mäßig ablesbar

Bericht vom 05.06.2021 | 16.264 Aufrufe

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