Yamaha MT-07 2021 Test

Evolution des Bestsellers

Der Job eines Yamaha Entwicklers kann kein einfacher sein. Wie will man ein Motorrad verbessern, das seit Jahren ein wahrer Bestseller ist? Die Japaner gehen nun auf jeden Fall in die nächste Runde der Dark Side of Japan und laden zur Präsentation der neuen MT-07. Kann das Naked Bike noch einen drauf legen?

Verkaufsschlager dank gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Es braucht wahrscheinlich nicht mehr erwähnt werden, dass Yamahas MT-07 ein echter Erfolg für den Hersteller ist. Schließlich war sie 2020 das meistverkaufte Motorrad der Schweiz, während sie in Deutschland Platz 3 belegte. Das muss man sich vorstellen: 2018 kam die letzte Modellpflege und zwei Jahre später ist sie noch immer ganz oben mit dabei! Grund dafür ist natürlich ihr spritziges Fahrverhalten in Verbindung mit dem niedrigen Preis. Seit dem Marktstart in 2014 und dem Modellupdate 2018 wurde also vieles richtig gemacht. Wie sieht es mit der 2021er MT-07 aus?

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Neuerungen der Yamaha MT-07 2021

Tatsächlich wurden nur Detailverbesserungen an der neuen MT-07 vorgenommen: Euro 5 Update, kräftige Bremsen, extrovertierte Optik, breiterer Lenker, verbessertes LC Display und neue Serienbereifung. Soweit die wichtigsten Änderungen, die sich sogar fast an einer Hand abzählen lassen. Zusätzlich präsentiert sich die Yamaha MT-07 weiterhin als Verweigerer der Fahrhilfen, denn bis auf das verpflichtende ABS-System sind keine Helferlein an Bord. Auch wenn die Konkurrenz bereits aufrüstet, kann die puristische Ader der Yamaha als echter Anreiz gesehen werden.

Yamaha MT-07 Leistung: Nur 73 PS! Spürbar?

Eigentlich geht die neue MT-07 mit schlechten Karten in die nächste Runde. Mit dem Euro5 Update verlor das CP2-Aggregat ein wenig Leistung, was sich in dieser Klasse - wie man meinen könnte - fatal auf den Fahrspaß auswirken könnte. Doch wir können entwarnen: Das Herzstück mit nun 73,4 PS und 67 Nm Drehmoment ist weiterhin ein Quell der Freude! Der auf dem Papier eindeutige Leistungsverlust ist in keiner Lebensweise spürbar und die Gasannahme ist mit dem klassischen Gaszug herrlich direkt. Unter den Zweizylindern mit maximal 700 Kubik weiterhin die klare Spitze! Mit einem Standgeräusch von nur 87 dB wird man zusätzlich in Tirol mit offenen Armen erwartet.

Über das neue Negativ-LC-Display lassen sich Geschwindigkeit und Drehzahl gut ablesen und eröffnen keinerlei Wunsch nach etwas besserem, wie z.B. einem TFT-Display. Einzig die Position könnte kritisiert werden. Trägt man einen Helm mit Atemschutz vor dem Visier, kann das Display nicht aus dem Augenwinkel gesehen werden. Eine leichte Bewegung des Kopfes ist nötig. Trotzdem: Einfach, funktionell und gut der Charakter der MT-07 seit der ersten Stunde.

Ergonomie und Sitzposition sind ein Schritt nach vorne

So unkompliziert wie das Display gestaltet sich auch die Sitzposition auf der neuen Yamaha MT-07. Auf dem 805 mm hohen Sattel Platz genommen, findet man vor sich nun einen um insgesamt 30 mm breiteren Lenker. Während das im Stadtverkehr defakto keine Nachteile mit sich bringt, fällt die Wirkung auf der Landstraße umso positiver aus. Die Kombination aus dem Michelin Pilot Road 5 (neue Serienbereifung) und dem neuen Lenker geben viel Vertrauen in das Vorderrad, sodass man sich sowohl als Einsteiger, als auch als erfahrener Hase schnell im Sattel wohl fühlen wird.

Kritisieren könnte man nur die kompakten Ausmaße der MT-07. Während ich mit 175 cm einen schönen Kompromiss zwischen Gemütlichkeit und Sportlichkeit finde, werden sich Personen ab 190 cm wahrscheinlich etwas beengt fühlen. Doch zum Glück bietet Yamaha noch die neue MT-09 an, die sich mit ähnlicher Optik präsentiert. Apropos...

Optik der Yamaha MT-07 2021 als Streitpunkt – hier die Fakten

Egal auf welchem Social Media Kanal wir die MT-07 angesprochen haben, war eines klar: Die Optik polarisiert. Ob es gefällt, oder nicht, darf und muss jeder für sich entscheiden. Doch hier die Fakten: Mit dem neuen Scheinwerfer verfügt die MT-07 nun über die längst hinfällige LED-Technologie, während auch die Blinker auf LED setzen. Nicht nur in der Langlebigkeit, sondern auch in der Sicherheit bringt das Pluspunkte. Außerdem: Bilder komplementieren der Optik offen gesagt nicht. In Natura ansehen und neue Meinung bilden!

Was man sich jedoch nicht erwarten darf, ist ein allzu guter Windschutz durch die kompakte Lichtmaske. Ab 80 km/h sind deutliche Turbulenzen auf der Brust zu spüren, bei Autobahntempo spürt man was es heißt, ein Naked Bike zu fahren. Für Pendler empfiehlt sich deshalb der Griff zu einem Windschild aus dem Yamaha Zubehörangebot.

Bremsen und Fahrwerk der Yamaha MT-07

Wenn es Kritik am Fahrverhalten der Yamaha MT-07 gab, dann am Fahrwerk. Für 2021 wurde das Setup leicht überarbeitet, wobei man sich keine Sportlichkeit auf dem Level der größeren Schwestern erwarten darf. Trotzdem darf man die MT-07 nicht unterschätzen! Die 41 mm Teleskopgabel (nicht einstellbar) und das in Zugstufe und Federvorspannung einstellbare Federbein haben während unserer sportlichen Testfahrt einen soliden Job geleistet und einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit geboten. Für 90 Prozent der Käufer wird die Performance absolut befriedigend sein, besonders wenn man den Neupreis der MT-07 im Hinterkopf behält.

Eine deutliche Verbesserung gab es an der Bremsanlage des Zweizylinder Naked Bikes. Für 2021 wurden in der Front zwei 298 mm große Bremsscheiben mit 4-Kolben Bremssätteln verbaut, während im Heck eine 245 mm Scheibe arbeitet. Sowohl bei langsamen Tempo, als auch auf der Landstraße lässt sich ein klarer Druckpunkt finden. Dass es am Bremshebel ein wenig Kraft braucht nimmt man der MT-07 nicht übel - schließlich sprechen wir hier immer noch von der Mittelklasse.

Gebrauchte und neue Yamaha Motorräder

Ein Begleiter stets am rechten Platz

Yamaha beschreibt die MT-07 in den Marketing Texten stets als perfekten Allrounder. Im Sattel kann dies nur bestätigt werden. Egal welchen Erfahrungsschatz man mit sich bringt: Dieses Naked Bike bringt Freude! Das einfache Rezept aus einer guten Sitzposition, einem großartigen Motor und performanten Fahrleistungen ergibt ein Motorrad, das sich in jeder Situation wohlfühlt. Egal ob schnell oder langsam: Die MT-07 passt sich der Situation an und folgt den Befehlen des Fahrers absolut unaufgeregt. Die positive Reaktionen aller anwesenden Journalisten hat gezeigt, dass es nicht mehr Motorrad für einen großartigen Tag braucht.

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Yamaha Zubehör ab Werk

Wie es bereits gang und gäbe ist, bietet Yamaha auch für die MT-07 zwei Zubehörpakete an:

  • Sport Pack: getöntes Windschild, LED Plus Blinker, kompakter Kennzeichenhalter, Kniepads am Tank Wer die Akrapovic Komplettanlage haben möchte, muss zum Sport Pro Paket greifen
  • Urban Pack: Hohes Windschild, Topcase inkl. Halterung, USB-Anschluss, Tankpad

Eine besondere Empfehlung geht an das getönte Windschild. Auch wenn es nicht dieselbe Wirkung wie jenes des Urban Pakets bietet, bringt eine eine definierte Linie für die Front. Regelmäßige Autobahnausflüge lassen sich jedoch am besten mit dem hohen Windschild absolvieren.

Yamaha MT-07 Preis und Farben

Angeboten wird die neue Yamaha MT-07 in den Farben Storm Flue, Icon Blue und Tech Black. Wie gewohnt präsentiert sie sich preislich attraktiv, alle Angebote findet ihr am 1000PS Motorrad Markt: Preis der neuen Yamaha MT-07 2021.

Fazit: Yamaha MT-07

Yamaha hat es mal wieder geschafft: Die neue MT-07 präsentiert sich erneut als Top Bike in ihrer Klasse. Das Euro 5 Update schadet ihr in keinster Weise und auch die umstrittene Optik macht in Natura einen ganz anderen Eindruck. Sie ist ein Motorrad für jeden und jede, denn zu so einem Preis wird man nur selten so viel pure Motorradfreude im Sattel erleben. Wer ein Naked Bike in dieser Leistungsklasse sucht, muss die MT-07 ganz oben auf der Liste notieren!


  • Großartiger Motor trotz Euro 5
  • Verbesserte Ergonomie
  • Fahrspaß pur
  • Transparentes Bremsgefühl
  • Mehr Gefühl für das Vorderrad dank breitem Lenker und Michelin Bereifung
  • Gut ablesbares LC-Display
  • LED-Beleuchtung
  • Gutes Zubehörangebot
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Fahrwerk findet seine Grenzen bei sehr sportlicher Fahrweise
  • Optik polarisiert
  • Display außer Sicht

Bericht vom 28.01.2021 | 16.119 Aufrufe

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