BMW R 1250 GS 2019 Umbau im Dauertest

BMW R 1250 GS 2019 Umbau im Dauertest

Erfahrungen mit der 1000PS Attack GS

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Auch bei 1000PS. Die umgebaute 1000PS Attack GS darf nun in der Praxis beweisen was sie kann. Gefahren wurde sie im Mühlviertel und in Südböhmen.

Mühlviertel - Motorradparadies abseits der Hauptverkehrsrouten

Oberflächlich betrachtet liegt das Mühlviertel weit weg vom Schuss. Doch bei genauerer Betrachtung ist es eigentlich im Zentrum Europas. Das Mühlviertel hat seinen Namen von den Flüssen Große Mühl, Kleine Mühl und Steinerne Mühl, die es durchfließen. Der höchste Berg ist der Plöckenstein mit 1.378 Metern im österreichischen Böhmerwald am Dreiländereck. Für mich als Burgenländer ist dies natürlich bereits “hochalpines Gebiet”, doch im vergleich zu den klassischen Motorraddestinationen im Westen gehen die Berge hier bestensfalls als Hügel durch. Doch auf der anderen Seite ist es hier auch niemals flach und auch niemals gerade. Die kurvigen Straßen schmiegen sich malerisch in die hügelige Landschaft - ein Paradies für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer. Weitere Informationen zum Mühlviertel samt Ausflugstipps hier.

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Motorradtour zum Moldaustausee und nach Krumau an der Moldau

Die 1000PS Attack GS fuhren wir aber auch grenzüberschreitend aus. Ein Highlight der Tour war die Fahrt zum Moldaustausee und weiter nach Krumau an der Moldau (Český Krumlov). Der See ist mit seiner Länge von ca. 30 km und der maximalen Breite von ca. 6 km der größte See der Tschechischen Republik. Zum Tourverlauf hätte eigentlich auch gut die Fährstrecke Frýdava-Frymburk gut gepasst. Doch die Fähre fährt nur jede volle Stunde in Süd-Nord Richtung und 5 Minuten später wieder zurück. Das war uns etwas zu unflexibel und wir wählten den Umweg entlang des Sees. Angesichts der hohen Temperaturen von über 30 Grad war die Fahrt am Wasser aber sehr angenehm. Sowohl in Südböhmen als auch im Mühlviertel konnten wir bei der Fahrt unter der Woche ruhige Straßen genießen. Einzig an den touristischen Badeorten bzw. Kanusport-Revieren war etwas geselliges Treiben zu verzeichnen.

Historisches Juwel wird zum Mittelalter Disneyland

Mittlerweile als Massentourismus Hotspot in Misskredit geraten aber immer noch wunderschön ist die Altstadt von Český Krumlov. Malerisch schlängelt sich die Muldau durch die historische Stadt. Kanufahrer besichtigen die Stadt gerne vom Wasser aus, doch auch wir Motorradfahrer konnten dem Parkplatzmangel geschickt umgehen und schwindelten uns ins Stadtzentrum. Die historischen Gebäude sind natürlich einen Besuch wert. Allen voran das Schloss Český Krumlov. Doch teilweise muss man sich in den engen Gassen geradezu durch die Touristenmassen aus Asien schieben. So hat man am Ende auch das Gefühl in einer Art Mittelalter-Disneyland geraten zu sein. In der Altstadt selbst findet man kein echtes Leben, sondern nur noch eine Aneinanderreihung von Touristenshops und Fashion-Läden. Trotzdem ist ein Tourenstopp hier in der beeindruckend Stadt immer noch ein Pflichtbesuch. Und zwischen jeder Menge Touristenfallen finden sich auch Lokale, welche ausgezeichneten Espresso servieren. Tipp: Cafe Kolektiv in der Altstadt.

Topcase auf der BMW R 1250 GS

Eigentlich sollte die 1000PS Attack GS eine kompakte sportliche Reiseenduro bleiben. Doch für die große Tour montierten wir natürlich ein Topcase. Die Wahl viel auf das große Orbit Topcase von Hepco & Becker. Das Topcase lässt sich natürlich leicht abnehmen und so verbleibt nur eine kompakte Trägerplatte am Motorrad. Diese bietet verschiedene Montagepunkte an - so kann man die Position am Heck doch deutlich anpassen. Wer ausschließlich alleine fährt, kann das Topcase auch weit in die Fahrersitzbank hineinragen lassen. So bleibt die Maschine überaus kompakt. In unserem Fall diente das Topcase natürlich auch als komfortable Rückenlehne für meine Ehefrau. Das Topcase selbst bewies am zweiten Tag auch seine Wasserdichtheit. Die Bedienung ist einfach, der Schließmechanismus wirkt hochwertig und das Topcase hält sein Versprechen und schluckt 2 große Helme. Wobei in unserem Fall (1 Klapphelm und 1 Vollvisierhelm) die Helme seitlich liegend verstaut werden mussten. Zum Glück waren unsere gewählten Kommunikationslösungen (kompaktes SENA SRL am Shoei und das kompakte SENA SF2) sehr flach. So ging sich das wunderbar aus. Das SENA SF2 ist übrigens mein Geheimtipp aus der SENA Palette. Das Ding ist flach, günstig und kann alles was man bei der Anwendung Fahrer / Beifahrer Kommunikation benötigt.

Beim Citytrip diente das Topcase als Garderobe. Die Helme selbst sicherten wir mit dem Wunderlich Helm-Lock an der GS. Das Teil ist ein Wunderding und bereicherte die Tour total. So konnten wir in der Stadt mit Straßenschuhen und leichter Kleidung spazieren. Helm und Motorradklamotten wurden am Motorrad gesichert und versperrt. Den Helm-Lock gibt es für verschiedene Motorräder. Auf der Auspuffseite muss man bei vielen Motorrädern aber natürlich mit aktiviertem Gehirn zur Sache gehen. Alles klar?

Ilmberger Carbonteile BMW R 1250 GS in der Praxis

Klarerweise waren die Ilmberger Carbonteile an der Attack GS bei den Cafestopps ein gewaltiger Pluspunkt. Auch Leute welche von Motorrädern keine Ahnung hatten, erkannten die besonderen Teile an der GS sofort. Doch die Dinger sind in der Praxis auch ein Segen für Tourenfahrer. Wir wählten als Ausstattung quasi das “Spritzschutzpaket”. Der verbreiterte Kotflügel vorne und der innovativ gestaltete Kotflügel hinten bieten sagenhaften Schutz. Bei einer 30 Minuten langen Fahrt auf nasser Straße - wir konnten dem Regen aber nicht der nassen Straße entkommen - war gerade mal der Hosensaum ein klein wenig feucht. Das Motorrad blieb insgesamt gespenstisch trocken und auch die Kleidung blieb komplett sauber. Klar machen die Handguards und die ganzen Verkleidungsteile auch optisch was her, doch in der Praxis erfreut man sich dann auch daran, dass sie einfach gut und durchdacht konstruiert sind. Hier eine Liste der verbauten Teile. Klar kostet das eine Menge Geld, doch wer möchte kann sich seine Maschine ja schrittweise aufrüsten.

BMW Motorrad Connected App an der BMW R 1250 GS

Bei der Tour probierte ich auch mal die BMW Motorrad Connected App aus. Seit dem letzten Update ist das Teil eine wirklich wunderbare Bereicherung. Wer das Ding gleich nach dem ersten Release mal probiert hat und nicht zufrieden war, sollte der App nun eine zweite Chance geben. Auf der App lässt sich einerseits mal der aktuelle Fahrzeugstatus samt Tankinhalt und Reichweite ablesen. Wichtigstes Feature ist aber natürlich die eingebaute Motorradnavigation samt Integration in das TFT Display der Maschine. Die Anweisungen im Display der GS samt Sprachansage über das SENA Headset reichen eigentlich schon zur Navigation. Doch solange es trocken ist habe ich mein Huawei P20 Pro auch mit einer SP Connect Halterung montiert. Wobei sich an der GS nicht die klassische Montagehalterung für den Lenker anbietet, sondern vielmehr die “Spiegel-Halterung”. So kann man an der Maschine die originale Navihalterung demontieren und stattdessen die kompakte SP Connect Lösung montieren. Das Preis / Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Hier ein Link zu den Motorradlösungen.

Nachteil: Wer verschiedene Handys verwenden möchte, braucht für jedes Handy die passende Handyhülle dazu. Die SP Handyhülle ist systembedingt ein elementarer Bestandteil der Lösung.

Die Navigationslösung von der Connected App ist “gut”. Komplexere Tourenplanungen gelingen aber mit einem Tom Tom Rider 550 immer noch besser. Für eine richtig große Motorradtour verwende und empfehle ich das Tom Tom Rider 550. Für Tagestouren verwende ich gerne die Kombination Google Maps und oder Connected App. Die Connected App selbst bietet auch ein praktisches Tourentagebuch. Gespeichert werden Streckenlänge, Fahrzeit, Temperatur und wenn gewünscht auch gleich automatisch alle Fotos welche entlang der Tour gemacht wurden.

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Sattel und Fahrwerk an der BMW R 1250 Attack GS

Während der Touren genossen wir den wirklich großartigen Komfort im Sattel. Klar ist die Komfortsitzbank von Wunderlich für den Fahrer ein Traum. Doch mindestens ebenso angenehm ist die Beifahrersitzbank. Diese bietet besseren Halt beim Bremsen. In Kombination mit dem Topcase sitzt man so richtig gut integriert am Motorrad und die Sozius-Belastung für den Fahrer geht bei normaler Fahrweise gegen Null. Diskussionen bereitet jedoch immer die gewünschte Fahrwerkseinstellung. Auf Tour würde ich als Fahrer gerne den Modus “Road” vom eingebauten WESA Fahrwerk aktivieren. Das Wunderlich / Wilbers Fahrwerk schmiegt sich da wie eine Sänfte um den Asphalt. Grobe Wellen werden mit einem sanften Wippen umschifft. Doch meine Ehefrau mochte dieses verweichlichte Setup überhaupt nicht. Sie wurde richtig Seekrank hinten im Sattel. Daher wechselte ich auch entlang der Tour in den straffen Dynamik-Modus. So wurden die Fahrbahnunebenheiten nicht mehr ausgebügelt sondern gaben klare Rückmeldung und die ganze Fahrt wurde dynamischer.

Conti Trail Attack 3 an der BMW R 1250 GS

Zum Schluss müssen aber auch die Reifen wieder mal lobend erwähnt werden. Gerade bei der Fahrt mit der Ehefrau geht absolut nix über Sicherheit. Und da möchte ich einfach das modernste Produkt am Markt verwenden. Wir hatten morgens teilweise nasse Straßen bei 14 Grad und einmal irre 35 Grad Lufttemperatur. Die Conti Trail Attack 3 sind dabei in jeder Lebenslage ein treuer Begleiter. Etwas beschämend (für den Fahrer) ist jedoch nur das Schräglagenpotential. Die Angstränder an den Pneus sind einfach nicht wegzukriegen. Alleine fahr ich die Maschine problemlos mit streifenden eng anliegenden Stiefeln. Doch es bleiben immer noch 2 mm Angststreifen am Hinterreifen übrig. Der Kurvenspeed ist bei dieser Schräglage schon gewaltig, doch Grip und Traktion passen einfach. Die Reifen genießen mein uneingeschränktes Vertrauen auf der GS. Aktueller Preis vom Reifen hier.

1000PS Attack GS

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Bericht vom 08.07.2019 | 3.685 Aufrufe

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