Der neue ContiTrailAttack 3 im Test

Der neue ContiTrailAttack 3 im Test

Langstreckenläufer, Semi-Enduropneu oder der optimale Allrounder?

Redakteur MEX nimmt sich für Euch auf der griechischen Insel Kreta die neueste Waffe aus Korbach für sportliche Allrounder zur Brust. Der TrailAttack 2 wurde nach rund sieben Jahren für die Saison 2019 von Grund auf überarbeitet und geht in die dritte Runde. Wie es dabei um die On- und Offroad-Qualitäten steht, was es mit dem neuen Profildesign auf sich hat und ob der Reifen auch im ambitioniert sportlichen Landstraßenbetrieb überzeugen kann, klärt unser Test.

Ein Bündel an Innovationen scheint den neuen TrailAttack 3 zu einer echten Empfehlung für Abenteuer und Alltag zu machen. Conti bescheinigt dem neuen Allrounder beste Eignung für die Verwendung im On- und Offroad Bereich, sowie auch im Speziellen für wechselnde Straßenzustände und unterschiedlichste Witterungsverhältnisse. Die Erwartungshaltung liegt in jedem Fall hoch, denn alle Continental Produkte, welche den Produktnamen mit einer 3 abschließen, wussten in den letzten Jahren zu überzeugen. Bei Reifentests auf nationalem und internationalem Niveau wurden wiederholt Top-Platzierungen eingeheimst. Ob der neue TrailAttack dort anknüpfen kann?

ContiTrailAttack 3 voll mit den neusten Technologien

Sieben Jahre sind seit der Präsentation des Vorgängers, dem ContiTrailAttack 2 vergangen, eine lange Zeitspanne – doch bekanntlich will ja gut Ding Weile haben. Die dritte Generation des TrailAttack steckt nun voller Innovationen und darf fast schon als Technologieträger bezeichnet werden. Alle wesentlichen Bausteine wurden von Grund auf neu konstruiert: Karkasse, Compound und Profildesign. Bei letzteren Beiden gibt es übrigens Anlehnungen an den äußerst erfolgreichen Konzernbruder, den ContiRoadAttack 3.

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ContiTrailAttack 3 einsatzbereit nach nur 1500 Metern

Na wenn das nicht mal eine Ansage ist. Das Vertrauen ins eigene Produkt scheint gewaltig zu sein, wenn sich der Hersteller mit nur 1.500 Metern Aufwärmzeit werben traut. Doch wie konstruiert man den Reifen um nach dieser kurzen Wegstrecke schon Einsatzbereit zu sein und wo liegt eigentlich die Schwelle zur optimalen Betriebstemperatur?

Hierzu wurde uns von Conti gesagt, dass mit dem neuen Compound eine Temperatur von nur 20 bis 25 Grad Celsius genügt, um in den Performance-Bereich des Reifens zu kommen. Dies ließ sich bei zahlreichen unabhängigen Tests, sogar bei Stop-and-go Fahrten im City-Betrieb und auch bei wechselnden Außentemperaturen, nach den besagten 1.500 Metern realisieren.

Auch in unserem Test ließen wir es, mit nagelneuen Reifen und nur kurzer Fahrt aus dem Ortsgebiet heraus, ordentlich krachen. Eine angenehme Sache bei allen Conti Produkten ist dabei die mittlerweile bekannte „TractionSkin“ Oberfläche des Reifens. Da die Pneus generell ohne Trennmittel aus der Form genommen werden, entfällt die Notwendigkeit des Einfahrens nahezu komplett.

ContiTrailAttack 3 Laufleistung und Performance

Mit einer Profiltiefe von rund 5 mm am Vorderrad und 9 mm am Hinterrad hat der TrailAttack3 ordentlich Material an den Flanken. Zusammen mit dem ausgeklügelten Profildesign und einer darauf abgestimmten Karkassen-Konstruktion wurde uns vermittelt, dass man damit einen optimalen Dauerläufer geschaffen hat, welcher es aber dennoch vermag, auch aus der Performance-Sicht neue Referenzwerte zu setzt. Selbst mit 3.500 Kilometern am Buckel soll der TrailAttack 3 noch locker vergleichbare Mitbewerber im Neuzustand (!) in die Tasche stecken, wurde stolz vom Test- und Entwicklungsfahrer, Malte Bigge, verkündet. Damit ist sowohl das subjektive Handling-Empfinden als auch eine unabhängig gezeitete Runde auf der Rundstrecke gemeint.

Wie es um die Langzeitperformance eines Pneus bestellt ist, können unsere üblichen Ausfahrten im Zuge einer Reifenpräsentation natürlich nicht klären. Aber einen guten Eindruck über die sportlichen Qualitäten konnten wir uns auf der rund 300 Kilometer langen Runde im Westen der griechischen Insel Kreta in jedem Fall verschaffen. Gleich nach den ersten Kehren fällt ein neutrales und präzises Einlenkverhalten auf. Das Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage hält sich zudem angenehm in Grenzen. Als nach einigen zügigen Kilometern Vertrauen zum Reifen aufgebaut war, überraschte wie aggressiv aus den Ecken herausbeschleunigt werden konnte, ohne den Pneu in Bedrängnis zu bringen. Erst bei provozierten "Vollgas aus dem Scheitel" Manövern, mit drehmomentstarken Bikes wie der BMW R 1250 GS, waren Eingriffe der Traktionskontrolle zu vermelden.

Dank des vielfältigen aufgestellten Test-Fuhrparks konnte der Reifen neben der üblichen 19/17 Zoll Dimension, in der Kategorie der Adventure Bikes, auch im 17 Zoll Fahrwerk der BMW S 1000 XR probegefahren werden. Außerdem stand in der 21/18 Zoll Paarung ein Testgerät in Form der der Honda Africa Twin zur Verfügung. Selbst mit diesen unterschiedlichsten Fahrzeugen und Dimensions-Paarungen waren die Attribute stets sehr ähnlich. Vertrauen und Fahrfreude par excellence!

Performance des ContiTrailAttack 3 bei schlechten Fahrbahnverhältnissen

Aufgrund der starken Unwetter, welche noch vor einigen Wochen (Februar 2019) auf Kreta gewütet hatten, fanden wir auf unserer Tour sehr abwechslungsreiche Fahrbahnbeschaffenheiten vor. Von Staub und Schmutz bedeckte Abschnitte waren häufig auf der Route zu passieren. Dabei war erstaunlich, wie viel Traktion der TrailAttack 3 selbst auf diesen widrigen Untergründen aufbaut. Ebenso sind wir wiederholt auch auf kleine Bäche, welche über die Straßen flossen und oftmals Schlamm mitführten, gestoßen. Kein Problem für den TrailAttack 3, hier hat er seine Allround-Qualitäten bewiesen und geholfen diese Abschnitte sicher zu meistern. Positiv hat sich in diesem Zuge auch das sich nach außen hin öffnenden Profil des Reifens bemerkbar gemacht, damit findet eine verhältnismäßig schnelle Selbstreinigung statt.

Im weiteren Verlauf unserer Ausfahrt ging es ein Stück die "Lefka Ori", die weißen Berge Kretas, hinauf. Dort auf 1.500 Metern Seehöhe war die Umgebung noch Schneebedeckt und die Straßen teilweise feucht, so dass wir ebenfalls einen kleinen Eindruck von der Performance auf nasser Fahrbahn bekamen. Subjektiv empfunden lieferte der ContiTrailAttack 3 auch hier ein sicheres Fahrgefühl und keinen Grund zu Beanstandung. Beim Thema Nasshaftung ist natürlich bei sämtlichen Herstellern von laufenden Verbesserungen die Rede - ohne einen reproduzierbaren Versuchsaufbau und validen Messedaten fällt es aber schwer hier ein glaubhaftes Urteil zu fällen. Doch sicherlich werden die Kollegen von MOTORRAD den neuen TrailAttack 3 bald im Zuge eines Reifentests unter die Lupe nehmen und der Konkurrenz gegenüberstellen.

Wie schlägt sich der ContiTrailAttack 3 im Offroad-Betrieb?

Für grobe Offroad-Einsätze ist der neue TrailAttack natürlich nicht entwickelt worden, das verrät sowohl der Blick aufs Profil-Design als auch die Continental Website, wo eine 90/10 Eignung angegeben wird. Doch einen Abstecher auf Schotterpassagen und Feldwege steckt er ganz locker weg, wie wir in unserem Test selbst erleben durften. Damit man einem Reifen grundsätzlich eine gewisse Eignung für den Einsatz abseits der befestigten Wege attestieren kann, bedarf es einiger Voraussetzungen in der Grundkonstruktion und im Profildesign. Speziell die Karkasse muss eine gewisse Steifigkeit und somit auch Durchschlagsresistenz mit sich bringen. Im Idealfall jedoch ohne dabei zulasten des Komforts und der Rückmeldung im Straßenbetrieb zu gehen. Genau diesen Mittelweg hat man beim TrailAttack 3 sehr gut getroffen. Selbst auf leichteren, sportlichen Bikes, wie der zuvor schon genannten BMW S 1000 XR, liefert der Conti jederzeit tolles Feedback und angenehme Transparenz wie es um den Haftungszustand bestellt ist.

ContiTrailAttack 3 Fazit, Verfügbarkeit und lieferbare Dimensionen

Continental hat mit der neusten Evolutionsstufe des TrailAttack ein formidables Universaltalent geschaffen, welches alle üblichen Anforderungen an einen Adventure- bzw. Tourenreifen, wie Laufleistung, Robustheit und Nassgrip, nicht nur erfüllt - sondern speziell auch im Hinblick auf die Sportlichkeit sogar übertrifft. Der Reifen wird höchstwahrscheinlich alle Piloten glücklich machen, welche mit ihren BMW GS, KTM Adventures, Honda Africa Twins und Co, nicht nur auf große Reise gehen wollen, sondern dabei auch gepflegt am Kabel ziehen möchten.

Eine letzte gute Nachricht zum Schluss: Der Reifen ist bereits seit Jahresbeginn im Handel verfügbar. Conti bietet für den TrailAttack 3 ein nahezu überkomplettes Dimensions-Angebot und bereits jetzt schon mehr als 90 Reifenfreigaben. Weitere Infos über Dimensionen, Verfügbarkeit und Freigaben zum Download finden sich auf www.continental-reifen.de/motorrad

Für eine unverbindliche Preisempfehlung und weitere Top Reifen kontaktiere das Team von Zweiradprofi Pauer.

Alle Motorradreifen der Saison 2019:

Bericht vom 22.03.2019 | 6.932 Aufrufe

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