Pirelli Angel GT 2 - Reifentest auf Sizilien!

Pirelli Angel GT 2 - Reifentest auf Sizilien!

"Du brauchst keine Flügel, um Dein Ziel zu erreichen"

Die Erwartungshaltung ist groß. Der Pirelli Angel GT war bereits eines der erfolgreichsten Sport-Touring Reifen seit langem. Neue Benchmarks in beinahe jedem Bereich und ein Haufen Testsiege wurden eingesackt. Pirelli verspricht nichts weiter, als noch eine Schippe drauf gelegt zu haben. Um die Aussagen zu überprüfen, hat Dennis für Euch in Sizilien richtig “Gummi” gegeben!

Pirelli Angel GT 2 - Reifentest beim Ursprung

Wo könnte man den neuen Pirelli Angel GT 2 besser testen als auf Sizilien? Schönes Wetter zum einen, aber vor allem die unterschiedlichsten Asphaltbedingungen auf der anderen Seite! Die Insel zeichnet verschiedenste Straßenbelege aus und spiegelt damit einen guten Durchschnitt die auf der Welt befahrenen Straßen wieder. Vom feinen Flüsterasphalt bis hin zur reinen Schotterpiste ist beinahe alles vertreten. Beste Bedingungen um also ordentlich Gummispuren auf den Straßen zu lassen. Zwei Tage lang begutachteten und testeten wir die neuen Pneus vom Strand bis hoch zu den Hängen des Ätnas.

Ein Reifen der viel verspricht muss auch viel halten!

Um herauszufinden, ob der neue Reifen eine konsequente Weiterentwicklung vom Vorgängermodell ist, haben wir den Pneu auf den unterschiedlichsten Maschinen ausprobiert. Von der BMW R 1250 R über die Kawasaki Versys 1000, bis hin zur KTM 1290 Superduke GT waren fast alle erdenklichen Fahrzeugtypen unterschiedlichster Leistungsklassen vertreten. Zu aller erst Entwarnung: Der Reifen funktioniert tatsächlich auf allen Motorrädern sehr gut. Zwar gibt es kleine aber feine Unterschiede zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen, dazu aber später mehr.

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Update GT 2

Was hat sich im Gegensatz zum bereits vielfach ausgezeichneten Vorgänger getan?

Die Ingenieure von Pirelli haben an verschiedenen “Schrauben” gedreht, um den Reifen weiter zu optimieren. Unter anderen haben sie es geschafft, die Laufleistung des Reifens weiter zu erhöhen. Dabei hat der Reifen aber nicht an Grip verloren - ganz im Gegenteil! So hat sich die Bodenhaftung nochmals verbessert. Sowohl bei trockener als auch bei nasser Fahrbahn. Letzteres konnten wir aufgrund der hervorragenden, sonnigen Wetterverhältnisse an den Testtagen leider nicht überprüfen. Möglich ist das Ganze durch eine Dual-Compound Mischung am Hinterrad und einer Single-Compound Mischung am Vorderrad. Das in Kombination mit optimierten Karkass-Materialien, die im Optimierungsprozess zum Einsatz gekommen sind. Die hintere Laufflächenmitte (~25%) besteht aus einer zentralen Mischung und bietet eine breite Auflagefläche. Vorteil: Hohe Stabilität, Traktion und ein gleichmäßiger Verschleiß. Die Reifenschulter hingegen enthält 100% Silica. Vorteil: Kürzere Aufwärmphase & hoher Grip in Schräglage (auch bei Nässe).

Hand angelegt wurde auch am Profildesign. Das Hinterrad besitzt eine zentrale profillose Lauffläche, welche für einen gleichmäßigen Verschleiß und eine hohe Laufleistung sorgen. Die zentralen Profilrillen, rechts und links von der profillosen Lauffläche, bieten mehr Stabilität, geringere Geräuschentwicklung und verbessern die Wasserverdrängung am Hinterrad. Das Vorderrad besitzt zwei zentrale Profilrillen, welche vom Profildesign der Racing Reifen Diablo Rain und Diablo Wet abgeleitet sind und für eine verbesserte Wasserverdrängung am Vorderrad sorgen. Soviel zu den theoretischen Möglichkeiten des Reifens. Bleibt abzuwarten, wie sich dieser bei uns in einem Nasstest schlägt.

Robust, flexibel und optimale Haftung - Grip²

An den zwei Testtagen haben wir circa 200 Kilometer aufwärts auf unterschiedlichsten Strecken zurückgelegt. Der Reifen hatte allerdings so gut wie keine Abnutzungserscheinungen, obwohl bereits einige Hundert Kilometer von Pirelli selbst zurückgelegt worden sind – beachtlich! Selbst das Modellemblem, welches durch eine Vertiefung in den Reifen eingebettet ist, war fast makellos zu erkennen. Der Reifen besitzt nun eine größere Auflagefläche, welche das Grip Niveau des Reifens weiter anheben konnte. Sowohl beim geradeaus fahren als auch in Schräglage. Die äußeren abgewinkelten Profilrillen der Reifenschultern des Vorderrads sorgen für eine verbesserte Spurtreue, optimieren die Wasserverdrängung in Schräglage und erhöhen den mechanischen Grip im Trockenen. Letzteres hat der Reifen auf den sizilianischen Landstraßen immer wieder unter Beweis stellen können! Sogar bei verdreckten Fahrbahnen hat dieser eine sehr gute Bodenhaftung in Schräglage aufgebaut.

Damit bietet der Reifen dem Fahrer eine unschlagbare Sicherheit im Straßenverkehr!

Draufsetzen und Spaß haben!

Unter diesem Motto konnte man den Reifen tatsächlich bedenkenlos verwenden. An unseren Testtagen hatten wir stets um die 30 Grad Celcius Außentemperatur. Jedoch konnte man vom Start weg, fast schon gewissenlos, Beschleunigen und sich in die Kurven legen. Der Pneu bietet ein optimales Temperaturfenster und funktioniert auch bei ~20 Grad Celcius am frühen Morgen genau so gut wie bei 30 Grad Celcius mitten am Tage – von Null an! Das ist die absolute Besonderheit vom neuen Pirelli. Denn der Pneu hat mit +4 Grad Celsius bis ~60 Grad Celsius ein sehr breit gefächertes Temperaturspektrum bei dem der Reifen anständig funktioniert. Mit dem Sport-Touring Reifen aus dem Hause Pirelli kauft man sich ein also Stück Sorglosigkeit, da er einem ermöglicht sich einfach auf das Motorrad zu setzen und los zu düsen. Und das endlich Sorgen um die Temperatur des Reifens (von der Betriebstemperatur des Motors einmal abgesehen).

Erreicht wurde dies durch den sogenannten Cap-And-Base Aufbau des Reifens. Dieser sorgt für eine schnellere Hitzeverteilung zwischen der Gummimischung und der Karkasse über den gesamten Reifen. Der Vorteil – kurzes und gleichmäßiges Aufwärmen sowie eine bessere Performance bei hohen Temperaturen. Bei Nässe sollte der Reifen mehr als genügend Sicherheit bieten und vor allem an den Fahrer vermitteln, sodass man auch in prekären Situation stressarm und sicher unterwegs ist.

Der absolute Härtetest

Die Sizilianischen Landstraßen sind zum Teil sehr tückisch und offenbaren ihren wahren Charakter erst auf halben Wege. Das lehrten uns des Öfteren schlecht einzusehende Kurven in Form von riesigen Schlaglöchern im Asphalt am Kurvenausgang. Aber selbst in diesen Momenten lässt der GT 2 den Fahrer nicht im Stich und meisterte schwierigste Asphaltverhältnisse mit Bravur. Zum einen bietet der Reifen einen angenehmen Fahrkomfort und Dämpfungseigenschaften, sodass er harmonisch mit den meisten Fahrwerken arbeitet. Zum anderen ist er robust genug, um bei scharfen Rissen im Asphalt nicht beschädigt zu werden - Bravo! Offroadähnliche Passagen konnte das Nachfolgermodell ebenfalls gut verkraften. So ging es in kleineren Passagen mal vollständig über Schotterwege, in anderen Momenten sogar komplett über Sand und Stein. Der GT 2 entpuppte sich eben als eine echte Allzweckwaffe!

Möglich ist dieses optimale Handling durch einen variablen Stahlcord, angelehnt an Super- und Hypersport Reifen. Eine dichte Wicklung im Schulterbereich des Reifens und eine lockere Wicklung in der Laufflächenmitte sind dabei das Geheimnis. Der Fahrer hat dadurch vor allem ein verbessertes Handling bei Richtungsänderungen, aber auch ein komfortables und entspanntes Fahren bei voller Beladung. Diese Technik verleiht dem Reifen ein gleichmäßiges Abroll- und Verschleißverhalten über seine gesamte Lebensdauer.

Herausforderung: Elektronische Assistenzsysteme und Reifen

Eine der wohl zeitintensiveren Herausforderungen die sich die Reifenindustrie stellen muss, ist die Entwicklung von Pneus die harmonisch mit elektronischen Assistenzsystemen arbeiten und sich nicht etwa gegenseitig aushebeln. Eine Gradwanderung, die nicht immer ganz einfach ist. Der Umstand, dass so ein Reifen auf verschiedensten Fahrzeugtypen mit unterschiedlichen Fahrwerkskomponenten funktionieren muss, macht es da nicht einfacher. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Pirelli hat sich dieser Herausforderung gestellt und an all unseren Testmodellen mit Eins bestanden. Nur die Traktionskontrolle der Kawasaki Versys in Kombination mit Pirellis zeigt sich noch verbesserungswürdig. Es war schwierig die Leistung von 120 PS vernünftig auf die Straße zu bekommen. Beim Anpassen der Traktionskontrolle auf eine sportlichere Stufe, konnte man diese Thematik allerdings problemlos aushebeln. Alles in allem haben die elektronischen Assistenzsysteme der verschiedenen Hersteller auf den unterschiedlichen Maschinen TOP mit dem Angel GT 2 zusammengearbeitet.

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Testfazit Pirelli Angel GT 2:

Der neue Pirelli Angel GT 2 hat in fast allen Bereichen zulegen können. Das verbesserte Grip Niveau bei trockener Fahrbahn und die scheinbar verlängerte Laufleistung haben mich beeindruckt. Absoluter Pluspunkt waren die quasi nicht vorhandenen Abnutzungserscheinungen nach unseren zwei Testtagen und über 200 Kilometern unter den genannten strapazierenden Bedingungen! Obwohl der Reifen zusammen mit Pirelli mehrere Hundert Kilometer auf dem Buckel hatte, war das Modell Emblem fast makellos im Reifen abgebildet. Darüber hinaus war während unser Testfahrten bei schlechter Fahrbahn ein erhöhter mechanischer Grip spürbar. Die unberechenbaren Straßenverhältnisse in Sizilien haben den Reifen und den Fahrer gut herausgefordert. In Momenten von Schlaglöchern in Kurven, denen ich nicht mehr ausweichen konnte, hat mir der neue GT 2 unglaubliche Sicherheit vermittelt und dich als Fahrer nicht im Stich gelassen! Pirelli hat viel Arbeit in die Verbesserung der Nasseigenschaften des Reifens gesteckt. So wurden auch hier vor allem die Haftung, das Handling und das Sicherheitsgefühl bei Nässe verbessert. Die Wahrscheinlichkeit Pirellis Aussagen Glaube schenken zu dürfen sind nach dieser abgelieferten Performance immens hoch.

Angel GT 2 - Eine echte Allzweckwaffe , oder wie die Italiener sagen würden: “TOTTO BENE!”

Größen, Homologation und Verfügbarkeit:

Der neue Pirelli ist in allen gängigen Größen verfügbar. Vorderreifen sind als 17- und 19 Zöller zu haben. Es gibt sogar eine Spezialvariante, bei der eine 2-Lagen Karkasse für besonders schwere Motorräder zum Einsatz kommt. Beim Hinterrad ist von 150/70 ZR 17 bis zu 190/55 ZR 17 alles vertreten. Alle Größen Angaben findet Du bei PIRELLI.

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Bericht vom 29.06.2019 | 2.204 Aufrufe

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