Straßenreifen für Reiseenduros: Die besten Pneus für 21 & 19 Zoll
Welche Reifen machen Reiseenduros auf Asphalt richtig gut?
Welche Reifen machen Reiseenduros auf Asphalt wirklich gut? Die besten Straßenreifen für 21- und 19-Zoll-Reiseenduros im großen 1000PS-Überblick.
Reiseenduros sind längst keine reinen Abenteuermotorräder mehr. Viele werden heute fast ausschließlich auf Asphalt bewegt - oft sportlicher, schneller und ambitionierter als je zuvor. Dennoch hat man manchmal den Eindruck, dass Marketing und Hersteller den "Abenteuer-Spirit" überall reinpressen wollen, so auch in die Reifen. Doch ein stolliger Pneu ist für die Straßenfahrt gewöhnungsbedürftig bis hinderlich. Das ausgiebige oder sportliche Fahren am Asphalt stellt völlig unterschiedliche Anforderungen an die Reifen. Wer die besten Reifenmodelle für Onroad-Abenteuer mit der Reiseenduro sucht, sollte sich folgende Pneus näher ansehen.
21 Zoll vs. 19 Zoll - zwei Welten auf Asphalt
Reiseenduros mit 21-Zoll-Vorderrad stammen konstruktiv aus dem Offroad-Bereich. Der große Durchmesser bringt Stabilität und Spurtreue, stellt Reifenentwickler aber vor besondere Herausforderungen, wenn maximale Asphaltperformance gefragt ist. Moderne 90/10-Reifen zeigen eindrucksvoll, wie viel Sportlichkeit heute auch mit 21 Zoll möglich ist. Trotz moderner und sehr fortschrittlicher Reifentechnologie stoßen die eckigen Profile aber irgendwann an ihre Grenzen. In dieser Liste sind zwar auch Reifen zu finden, die laut Marketing-Prospekt zum kleinen Teil für loses Gelände konzipiert sind, doch laut unseren Erfahrungen sind sie in der Realität zu mindestens 99% auf dem Asphalt beheimatet und werden deswegen hier empfohlen.
Reiseenduros mit 19-Zoll-Vorderrad hingegen bewegen sich klar näher an klassischen Straßenmotorrädern. Die Auswahl an Straßenreifen ist hier deutlich größer. Es können reine Sporttouring-Reifen montiert werden, die keinerlei Kompromisse Richtung Abenteuer oder Offroad eingehen und auf Asphalt ein nochmals höheres Performance-Niveau erreichen. Doch wir starten nun mit den hochbeinigen, großrädrigen Adventure Bikes.
Straßenreifen für Reiseenduros mit 21 Zoll Vorderrad
Michelin Anakee Road - moderner Allrounder für die Straße
Der Michelin Anakee Road ist offiziell als 90/10-Reifen konzipiert und bildet die straßenorientierte Spitze innerhalb der Anakee-Familie. Technisch greift Michelin auf bewährte Sporttouring-Lösungen zurück. Die 2CT+-Technologie kombiniert eine harte Mischung über die gesamte Lauffläche mit weicheren Schultern für mehr Grip in Schräglage. Eine 100-Prozent-Silica-Mischung sorgt für hohe Nasshaftung und schnelles Warm-up. Die vergleichsweise robuste Karkasse verleiht dem Reifen zusätzliche Stabilität auf schlechten Straßen.
Im Langstreckentest auf der BMW R 1300 GS zeigte sich der Anakee Road als gutmütiger, komfortabler Reifen mit sauberem Handling und viel Vertrauen bei Regen. Besonders bei Nässe zählt er zu den stärksten Reifen im Feld. Emotional bleibt er eher unauffällig: Er macht alles richtig, ohne sich besonders stark in eine Richtung zu profilieren. Wer einen problemlosen, modernen Straßenreifen sucht, findet hier eine solide Lösung.
Pirelli Scorpion Trail III - Sportlichkeit ohne Reue
Der Pirelli Scorpion Trail III ist einer der sportlichsten Reifen im 21-Zoll-Segment. Sein Profildesign ist klar von der Diablo-Sportreifenfamilie inspiriert, mit hohem Positivanteil für maximale Aufstandsfläche auf Asphalt. Die radialen Dimensionen setzen auf 100 Prozent Silica, am Hinterrad ergänzt durch eine Dual-Compound-Mischung. Ein Null-Grad-Stahlgürtel sorgt für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und voller Beladung.
Im 1000PS-Test des Scorpion Trail III überzeugte der Reifen mit sehr präzisem Einlenken, hoher Stabilität und einem ausgesprochen sportlichen Fahrgefühl. Auch bei Nässe bewegt er sich auf Sporttouring-Niveau. Trotz seines Adventure-Namens ist der Trail III in der Praxis ein klarer Straßenreifen für Fahrer, die ihre Reiseenduro dynamisch bewegen wollen. Der Scorpion Trail III ist mein persönlicher Favorit, stets verlässlich, performant und vertrauensfördernd. Damit habe ich auf der gleichen Tour, als wir im März mit Ducati Multistradas von Barcelona bis in die Pyrenäen fuhren, über 50° Schräglage geknackt und -3°C im Schneesturm am Pass erlebt. Im Gegensatz zum Fahrer zeigte sich der Reifen von diesen Extremen unbeeindruckt.
Metzeler Tourance Next 2 - Komfort trifft moderne Performance
Der Metzeler Tourance Next 2 ist die konsequente Weiterentwicklung eines Klassikers. Mit hohem Silica-Anteil, neuem Profildesign und deutlich erhöhter Karkassensteifigkeit zielt er auf gleichmäßige Performance über die gesamte Laufleistung. Vorne kommt eine Silica-reiche Mischung für schnelles Warm-up zum Einsatz, hinten sorgt eine Dual-Compound-Struktur für Grip und Haltbarkeit.
Im Test des Tourance Next 2 präsentierte sich der Reifen extrem ruhig, stabil und vertrauenerweckend. Besonders auf schlechten Straßen spielt er seine Komfortreserven aus, ohne dabei an Präzision zu verlieren. Sportlich gefahren bleibt er lange neutral und kontrollierbar. Ein sehr ausgewogener Straßenreifen für Vielfahrer, die Komfort und Sicherheit schätzen.
Bridgestone Battlax A41 - besser als sein Ruf
Der Bridgestone Battlax A41 ist ein klassischer 90/10-Reifen mit Fokus auf Asphalt. Hoher Silica-Anteil und ein auf Stabilität ausgelegtes Profil sollen gute Nasshaftung und hohe Laufleistung bieten. Technisch ist der A41 ein sauber gemachter Straßenreifen ohne Experimente.
Im Test des Bridgestone A41 zeigte sich ein harmonisches, gut kontrollierbares Fahrverhalten. Sein Image leidet allerdings unter zahlreichen OEM-Versionen, etwa auf der BMW R 1250 GS, die eine geringere Laufleistung aufweisen. Die reguläre Aftermarket-Version ist deutlich besser, wird aber oft unterschätzt. Ein solider Reifen für Fahrer, die Zuverlässigkeit über Emotion stellen.
Dunlop Trailmax Meridian - bewährt, aber nicht mehr brandneu
Der Dunlop Trailmax Meridian wurde 2020 vorgestellt und richtet sich klar an schwere Reiseenduros. Technologien wie JointLess Belt, MultiTread-Gummimischung und hohe Silica-Anteile sorgen für Stabilität, schnelles Warm-up und ordentliche Laufleistung.
Im Test des Trailmax Meridian funktionierte der Reifen auf großen Bikes wie der BMW R 1250 GS sehr harmonisch. Er bietet gutes Feedback und saubere Traktion, erreicht aber nicht mehr ganz das sportliche Niveau der neuesten Konkurrenz. Ein nach wie vor brauchbarer Reifen, der jedoch technisch nicht mehr zur Speerspitze gehört.
Continental ContiTrailAttack 3 - der sportliche Allrounder
Der ContiTrailAttack 3 wurde komplett neu entwickelt und lehnt sich technisch stark an den RoadAttack 3 an. TractionSkin ermöglicht praktisch einfahren ohne Wartezeit, das Compound erreicht seine Betriebstemperatur extrem schnell. Profil und Karkasse sind klar auf sportliches Fahren ausgelegt.
Beim Test des ContiTrailAttack 3 beeindruckte der Reifen mit neutralem Einlenken, hoher Präzision und enormer Stabilität beim Beschleunigen. Selbst bei sportlicher Gangart bleibt er gutmütig und berechenbar. Für viele ist er aktuell einer der besten Straßenreifen für 21-Zoll-Reiseenduros.
Straßenreifen für Reiseenduros mit 19 Zoll Vorderrad
Reiseenduros mit 19-Zoll-Vorderrad bewegen sich fahrdynamisch bereits sehr nahe an klassischen Straßenmotorrädern. Das kleinere Vorderrad ermöglicht ein deutlich direkteres Einlenkverhalten, höhere Präzision in Schräglage und erlaubt vor allem den Einsatz von reinen Sport-Touring-Reifen, die keinerlei Rücksicht mehr auf Offroad-Ambitionen nehmen müssen. Genau hier liegt der große Vorteil dieser Kategorie: maximale Performance auf Asphalt, kombiniert mit hoher Alltagstauglichkeit, sehr guter Nässeperformance und ordentlicher Laufleistung. Moderne Sport-Touring-Reifen sind heute derart leistungsfähig, dass sie auf der Landstraße selbst sportliche Fahrer kaum limitieren - erst bei Hochsommerhitze und sehr ambitionierter Gangart zeigen sich die physikalischen Grenzen gegenüber echten Supersportreifen.
Michelin Road 6 / Road 6 GT - das moderne Sorglos-Paket
Entwickelt als echter Allrounder, funktioniert der Road 6 auf Roadstern, Sporttourern, Tourenmaschinen - und eben auch auf großen Reiseenduros mit 19-Zoll-Vorderrad. Technisch setzt Michelin auf ein komplett neu gestaltetes Profil mit optimiertem Negativanteil, kombiniert mit der Water-EverGrip-Lamellen-Technologie. Diese sorgt dafür, dass sich die Lamellen mit zunehmendem Verschleiß öffnen und die Nassperformance über die gesamte Lebensdauer erhalten bleibt. Die 2CT+-Technologie vorne und hinten kombiniert hohe Stabilität mit sehr gutem Schultergrip, während die aufwändige Karkassenarchitektur sowohl Komfort als auch Hochgeschwindigkeitsstabilität gewährleistet.
Im Test des Michelin Road 6 auf Reiseenduros zeigte sich der Reifen als echtes Vertrauenstalent. Besonders bei Nässe und kühlen Temperaturen vermittelt er enorme Sicherheit, bleibt dabei aber handlich und präzise. Sportlich gefahren hält er lange durch, erst bei Hochsommerbetrieb auf schweren, leistungsstarken Reiseenduros kommt er an seine thermischen Grenzen. Für die große Mehrheit der Straßenfahrer ist der Road 6 jedoch ein nahezu perfektes Gesamtpaket.
Continental ContiRoadAttack 4 - Hyper-Touring mit sportlicher Seele
Der ContiRoadAttack 4 ist Continentals Interpretation eines modernen Hyper-Touring-Reifens. Schon optisch fällt der ausgeprägte Slick-Bereich an der Schulter auf, technisch steckt dahinter ein klarer Fokus auf sportliches Asphaltfahren. Die EasyHandling-Technologie sorgt für ein extrem leichtfüßiges, neutrales Einlenkverhalten, während das von Continental so bezeichnete GripLimitFeedback ein sehr gutmütiges Verhalten im Grenzbereich liefert. Eine Voll-Silica-Mischung namens RainGrip verspricht hohe Nasshaftung, TractionSkin ermöglicht praktisch ein Einfahren ohne Wartezeit.
Im Test des ContiRoadAttack 4 überzeugte der Reifen vor allem durch sein präzises Handling auf schlechtem Asphalt, in engen Kehren und bei wechselnden Gripverhältnissen. Gerade auf schweren Reiseenduros fühlt sich der CRA4 erstaunlich leichtfüßig an, ohne jemals nervös zu wirken. Sportlich gefahren bleibt er lange stabil und gibt sehr klares Feedback - ein Reifen für Fahrer, die Touring und sportliche Ambitionen verbinden wollen.
Dunlop Roadsmart IV - Agilität ohne Nervosität
Der Dunlop Roadsmart IV ist eine komplette Neuentwicklung und wird gezielt auch für Reiseenduros mit 19-Zoll-Vorderrad angeboten. Herzstück des Konzepts ist eine neu gestaltete Kontur, die dafür sorgt, dass der Reifen willig in Schräglage kippt, sich dort aber stabilisiert und gleichmäßig durch den Radius zieht. In Kombination mit einer neuen Gummimischung, hohem Silica-Anteil und optimierten Profilrillen entsteht ein sehr ausgewogenes Gesamtpaket.
Im Test des Dunlop Roadsmart IV auf Reiseenduros zeigte sich eindrucksvoll, wie stark ein Reifen das Handling schwerer Bikes verändern kann. KTM 1290 Super Adventure S, BMW R 1250 GS oder Triumph Tiger 1200 GT wirken spürbar agiler, ohne an Ruhe oder Stabilität einzubüßen. Besonders positiv fällt das Vertrauen auf: Egal ob trocken, nass oder kalt - der Roadsmart IV baut sehr schnell Grip auf und bleibt auch bei harter Beschleunigung berechenbar. Ein idealer Reifen für straßenorientierte Reiseendurofahrer, die Neutralität und Sicherheit schätzen.
Bridgestone Battlax T33 - Balance aus Laufleistung und Fahrgefühl
Mit dem Battlax T33 geht Bridgestone einen neuen Weg und verzichtet auf unterschiedliche Spezifikationen. Stattdessen soll ein Reifen vom sportlichen Naked Bike bis zum voll beladenen Tourer funktionieren. Möglich machen das eine neu entwickelte Mittelgummimischung sowie die 3LC-Technologie am Hinterrad. Ziel war es, die Performance des T32 zu erhalten und gleichzeitig die Laufleistung deutlich zu steigern.
Im Test des Bridgestone T33 überzeugte der Reifen mit sehr feinem Vorderrad-Feedback, neutralem Einlenken und hoher Schräglagenstabilität. Gerade auf 19-Zoll-Reiseenduros zeigt er sich souverän, komfortabel und erstaunlich dynamisch. Besonders Vielfahrer profitieren von der angestrebten Laufleistungssteigerung, ohne auf sportliches Fahrgefühl verzichten zu müssen.
Dunlop Sportsmart TT - wenn Sport-Touring nicht mehr reicht
Trotz ihrer extremen Vielseitigkeit geraten unter heißen Bedingungen auch moderne Sporttouring-Reifen an die Grenzen. Für sehr sportlich orientierte Reiseendurofahrer bietet Dunlop mit dem Sportsmart TT eine seltene, noch performantere Alternative. Der TT ist kein klassischer Sport-Touring-Reifen, sondern ein echter 50/50-Straßen-/Rennstreckenreifen. Ohne Silica-Anteil ausgelegt, liefert er maximalen Grip bei trockenen, heißen Bedingungen und bleibt auch bei sehr hoher Belastung stabil. Technologien wie NTEC RT erlauben sogar abgesenkten Luftdruck auf der Rennstrecke.
Bei der Bestzeitfahrt der BMW R 1300 GS auf unserer Heimat-Rennstrecke musste der Dunlop Sportsmart TT zeigen, wie gut dieser Reifen selbst auf schweren Motorrädern Performance freisetzen kann. Mit Erfolg! Auf der Straße und auf der Rennstrecke kann man damit kompromisslos Gas geben. Der Preis dafür ist klar: Bei Kälte und Nässe verlangt der TT deutlich mehr Zurückhaltung. Er ist kein Alltagsreifen, sondern ein Spezialwerkzeug für ambitionierte Fahrer.
Pirelli Angel GT II - solide, aber nicht mehr State of the Art
Der Pirelli Angel GT II war lange Zeit einer der Maßstäbe im Sport-Touring-Segment. Mit Dual-Compound-Mischung, breitem Temperaturfenster und hoher Robustheit liefert er auch heute noch eine ordentliche Performance. Im Vergleich zur Konkurrenz ist er aber schon etwas in die Jahre gekommen, das letzte Update liegt schon mehr als 5 Jahre zurück. Der Angel GT II ist aber abseits der Adventure-Reifen der einzige Pneu aus dem Hause Pirelli, der auf Reiseenduros mit 19-Zoll Vorderrad passt, weshalb er in dieser Liste steht.
Beim Test des Angel GT II auf Sizilien zeigte sich, dass der Reifen auch mit unberechenbaren Straßenverhältnisse klar kommt. Die Karkasse steckt Schlaglöcher in Kurven und andere Belastungen weg, vermittelt Sicherheit und lässt den Fahrer nicht im Stich. Hinzu kommt noch eine sehr gute Haftung, Handling und Sicherheitsgefühl bei Nässe.
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Bericht vom 23.01.2026 | 15.953 Aufrufe