Honda CRF250R 2018 Test

Honda CRF250R 2018 Test

Airbert Lindtner testet das neue Modell für 2018

Honda präsentiert im sonnigen Rom die neue CRF250R. Für 2018 hat die Mx2 Motocross Maschine zahlreiche Neuerungen und Features erhalten. Wir schickten unseren Offroad Tester Airbert Lindtner zur Präsentation und berichten dir, was dich mit dem neuen Modell erwartet.

Die Ingenieure bei Honda gaben sich alle Mühe und stellen mit dem neuen Modell eine absolute Rakete an den Start, mit der es einen Höllenspaß macht, konstant schnelle Runden in die Landschaft zu brennen. Ein komplett neues Bike war der Plan und dieser ging offensichtlich auf.

Mehr Spitzenleistung und ein breiteres Drehzahlband für die CRF250R

Der neue DOHC-Motor mit geändertem Bohrung/Hub –Verhältnis, größeren Ventilen und überarbeitetem Ein/Auslasstrakt produziert 9% mehr Spitzenleistung. Im Vergleich zum 2017er Modell wurde das Drehzahlband um 2000 Touren erweitert und um 900 Touren angehoben. Die Verdichtung wurde von 13,8:1 auf 13,9:1 geringfügig erhöht und eine H-Section Kurbelwelle verbaut, die um 350 Gramm leichter ausfällt. Die Motorölmenge beträgt nur mehr 1250ccm und schmiert nun gleichzeitig Motor und Kraftübertragung. Bisher war bei Honda das Motoröl zwischen Kraftübertragung und Motor getrennt.

Das Zusammenspiel von höherer Spitzenleistung und mehr Drehmoment wird während der Fahrt auf der Teststrecke sehr deutlich und kommt nicht nur weniger ambitionierten Fahrern zugute. Die Honda CRF250R muss nicht mehr so exakt und präzise gefahren werden, wie man es von der kleinen Hubraumklasse gewohnt war. Im unteren Drehzahlbereich muss dem Betätigen der Kupplung ebenfalls nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Selbst bei niedriger Drehzahl fühlt sich der Einzylinder sehr stark an und läuft mit wenigen Vibrationen. Erfreulich für die Rundenzeit: der neue DOHC-Motor beschleunigt in den ersten 10 Metern nach dem Start um 3% schneller als der Vorgänger.

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Honda CRF250R Features: E-Starter und elektronisches Mapping

Die wichtigste Neuerung, an der sich die Fahrer 2018 erfreuen können, ist mit Sicherheit der neue E-Starter und ein einfach zu bedienendes elektronisches Mapping, welches mittels Schalter am Lenker zu ändern ist. Es gibt dabei drei Einstellungen: Smooth – Standard - Aggressiv. Die Mappings lassen sich bei laufendem Motor im Stillstand ändern und werden dem Fahrer durch eine blau blinkende LED-Leuchte angezeigt.

Die unterschiedlichen Mappings machen sich während der Fahrt deutlich bemerkbar. Im Smooth-Modus läuft der Motor sehr weich und nimmt das Gas feinfühlig und sanft an. Auch die Spitzenleistung ist etwas reduziert. Im Aggressiv-Modus dreht der Motor in einen sehr hohen Drehzahlbereich und die Gas Annahme ist spürbar aggressiver. Durch die vollständige Leistungsabgabe fühlt sich der Einzylinder sehr stark an und man entlockt der CRF250R die volle Leistung. Dank der einfachen Art und Weise die Mappings zu verstellen, lässt sich die Honda sehr schnell an Fahrerlevel und Bodenbedingungen anpassen. Wer mit den drei Original Mappings kein Auslangen findet, kann sich beim Fachhändler weitere Mappings auf die Honda CRF250R aufspielen lassen.

Honda CRF250R Chassis: leichter und stabiler als zuvor

Der Aluminiumrahmen der CRF250R, sowie die Radführungselemente und deren Setup sind identisch mit dem aktuellen CRF450R Modell. Der Rahmen fällt um 340 Gramm leichter aus als 2017 und der Radstand wurde mit 1486mm auch um 3mm gekürzt. Der Lenkkopfwinkel beträgt 27,5 Grad, der Nachlauf 116mm und der Schwerpunkt konnte um 1,4 mm abgesenkt werden. Auf der Teststrecke merkt man die Zentralisierung der Massen, mit dem Augenmerk den Schwerpunkt nach unten zu bekommen, sehr gut. Das Motorrad verfügt über einen stabilen Geradeauslauf und auch in den Kurven weist die CRF250R eine sehr hohe Spurtreue auf.

Positiver Rückschritt im Fahrwerk?

Beim 2018 Modell verzichtet man bei der kleinen CRF250R Mx Maschine auf die SSF-TAC-Federgabel und verbaut stattdessen eine 49mm Showa Upside-Down Gabel mit Stahlfedern. Diese Gabel ist eine Variante der Showa Kit Gabel, die auch von internationalen Rennteams verwendet wird. Das Federbein wurde um 39mm abgesenkt und die Dämpfer/Federbein Einheit mittig in der Maschine platziert. Der Schritt zurück zur Federgabel ist im Test mit einer sehr konstanten Fahrwerks-Performance zu spüren und das Zusammenspiel von Gabel und Federbein harmoniert perfekt, was ein spielerisches Fahren ermöglicht.

Das Ansprechverhalten der Gabel ist sehr präzise und man spürt als Fahrer, dass es sich hierbei um eine Factory Kit Gabel handelt. Durch das neue Fahrwerk und die Absenkung des Federbeins lässt sich die CRF250R in Kurven, beim Bremsen und auch beim Beschleunigen besser in der Spur halten und generiert somit viel Vertrauen in das Motorrad. Im Testride konnten wir über die gefahrenen Distanzen auch keinerlei Verschlechterung oder Abbau der Dämpfungsleistung feststellen, wodurch sich das Fahrwerk ganz klar top auszeichnet.

Fazit: Honda CRF 250 R

1000PS.at

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Alles in Allem ist die neue Honda CRF250R ein absolutes Top Motorrad mit einem drehfreudigen und leistungsstarken DOHC-Motor. Das Ergebnis: schnelle Rundenzeiten und absoluter Spaßfaktor beim Fahren. Dank des höheren Drehmoments ist schnelles Fahren leichter möglich. Der Elektrostarter funktioniert perfekt und die neue Lithium-Ionen-Batterie liefert den nötigen Strom. Durch die Möglichkeit des Mappingschalters am Lenker kann jeder Fahrer die Maschine schnell und einfach auf sein Fahrkönnen abstimmen.

1
Vorteile
  • drehfreudiger, leistungsstarker Motor
  • weniger Gewicht
  • einfaches Fahrverhalten
  • Elektrostarter
  • 3 verschiedene Mappings
1
Nachteile
  • nix

Bericht vom 28.11.2017 | 2.191 Aufrufe

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