Pirelli Rosso III auf Triumph Street Triple RS Test

Pirelli Rosso III auf Triumph Street Triple RS Test

K.OT wechselt vom Supercorsa SP auf den Rosso III

Die Street Triple RS ist die sportlichste von Triumphs Streety-Palette und trägt deshalb den sportlichsten Straßenreifen. Trotzdem rüstet K.OT auf den Rosso III um. Warum?

Die Triumph Street Triple RS kommt nicht nur mit dem stärksten 765 cc Dreizylinder der neuesten Generation, radialen Brembo M50 Sätteln, Showa Big Piston Gabel, Öhlins Federbein, Quickshifter und vollem Elektronikpaket, sondern auch mit dem Pirelli Diablo Supercorsa SP, dem sportlichsten Rennstrecken-tauglichen Straßenreifen von Pirelli. Dieser sollte nicht nur auf einem schnellen Motorrad, sondern auch von einem schnellen Fahrer bewegt werden. Viele achten zu sehr darauf, was sie fahren, als wie sie fahren und sind dann mit ihrer Reifenwahl nicht zufrieden.

Downgrade von Supercorsa SP auf Rosso III

Weil ich mir meiner Fahrweise bewusst bin und weiß, wo ich dieses Jahr noch fahren werde, nämlich ausschließlich auf der Straße, wechselte ich vom Supercorsa SP, nachdem dieser durch mehreren Trackdays und insgesamt 2000 km verbraucht war, auf den Rosso III. Dieser bietet immer noch genug Performance für den Hobbyeinsatz auf der Rennstrecke, auf der Straße jedoch ein breiteres Leistungsspektrum.

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Mehr Hubraum, mehr Leistung, mehr Elektronik - die drei neuen Triumph Street Triple-Modelle S, R und RS sind endlich da! Kaum eine andere Neuheit für 2017 wurde sehnlicher erwartet und nachdem die neue Streety weder bei der Intermot, noch bei der EICMA präsentiert wurde, war sich niemand mehr sicher, wann und ob die neue "kleine" nackte Britin überhaupt erscheint. Optisch bleibt sie gewohnt zurückhaltend, technisch ist sie aber auf dem allerneuesten Stand.

100% Silica für besten Nassgrip

Das bedeutet eine kürzere Aufwärmphase, ein breiteres Temperaturfenster, eine bessere Wasserverdrängung durch einen höheren Negativprofilanteil und dadurch besseren Nassgrip. Am Hinterreifen bietet der Rosso III durch die Bi-Compound-Mischung und durch eine gegenüber dem Rosso II geänderte Form mehr Aufständfläche und dadurch mehr Grip, in der Laufflächenmitte mit 70% Silica-Anteil eine höhere Laufleistung. Vorne mischt Pirelli einen 100%-Silica-Anteil mit 30 Komponenten in den Gummi, um den Nassgrip zu optimieren.

Nicht zu sportlich wählen

Obwohl der Diablo III als supersportlicher Straßenreifen positioniert ist, haben wir ihn letztes Jahr bei der Superbike WM in Aragon auch auf der Rennstrecke getestet, allerdings bei suboptimalen, kühlen Bedingungen mit einsetzendem Regen, also eigentlich perfekten Verhältnissen für diesen Reifen. Testfahrer und Profis fahren mit solchen Gummis Zeiten, die man selbst mit dem besten Material nie wird erreichen können. Das Niveau der Sportreifen im Allgemeinen ist derart hoch, dass man als Normalo fast nur den Fehler machen kann, einen zu sportlichen Reifen zu wählen und nicht umgekehrt.

Ruhe im Regen

Im Regen fährt niemand gern, aber wenn es sich mal nicht vermeiden lässt, sollte die Weiterfahrt nicht zum Eiertanz werden. Beim Straßentest in Spanien war das Wetter dann richtig schlecht, eiskalt und dichter Regen. Trotzdem zeigten Brems- und Beschleunigungstests, dass das Griplevel des Rosso III faszinierend hoch war. Denn bis Traktionskontrolle und ABS beim Be- bzw. Entschleunigen reagieren, muss man das Eingreifen der Elektronik durch grobe Bedienung praktisch provozieren.

Berechenbar statt rasiermesserscharf

Ein weiterer wichtiger Punkt für einen Performancereifen ist das Handling, das beim Rosso III gegenüber seinem Vorgänger, der zu diesem Zeitpunkt noch im Produktprogramm geführt wird, mittels stabilerer Karkasse und eine um 5% und 2,5% höhere Reifenkontur vorne bzw. hinten verbessert wurde. Hier gibt es ebenfalls oft kritische Stimmen, die das Handling eines „Reifens“ beklagen, das man allerdings nie isoliert, sondern immer als Zusammenspiel von Reifen, Geometrie und Fahrwerkseinstellungen sehen müsste. Der Rosso III ist nicht rasiermesserscharf, aber für die Straße suche ich eher einen berechenbaren, ausgeglichenen Reifen als einen radikal agilen.

Der Streety gefallen ihre neuen italienischen Schuhe

Ich bin mit der Leistung des Rosso III sehr zufrieden und schenke Pirelli und Metzeler seit vielen Jahren mein Vertrauen. Beim Reifen kommt eben auch ein psychologischer Faktor zum Tragen. Die Street Triple RS hat sich ebenfalls schon mit ihren italienischen Schuhen angefreundet und wird hoffentlich noch einige Kilometer an milden Herbsttagen darin laufen. Im Gegensatz zu Ferragamos kommt der Rosso III auch mit schlechten Asphalt und Wetter zurecht.

Bericht vom 01.09.2017 | 16.009 Aufrufe

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