Suzuki V-Strom 1000

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Suzukis neue Großenduro im Dauertestbetrieb.
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Suzuki V-Strom 1000 - Reduktion auf das Wesentliche.

 

"Was billig ist, ist auch nichts wert" hört man vielerorts und bei einem Funkradiowecker um 2,99 Euro, der bereits nach einer Woche nicht mehr tütet, mag das durchaus stimmen. Bei der Suzuki V-Strom 1000 würde ich allerdings nicht von billig sondern von günstig sprechen - sie ist mit Abstand das beste Angebot im Segment der Großenduros. Ist sie dadurch aber auch schlechter?

 
Wer die Suzuki V-Strom 1000 nicht bereits letztes Jahr auf unzähligen Werbebannern und -bildern gesehen hat, ist wohl werberesistent - und somit ein glücklicher Mensch. Alle anderen wurden von der V-Strom regelrecht bombardiert und waren dementsprechend neugierig auf das Serienmodell. Auch ich bildete mir bereits im Vorfeld eine Meinung: Die Optik passt, die Elektronik ist mit Traktionskontrolle und ABS auf dem Stand der Technik, 100 PS sind zwar nicht das Gelbe vom Ei, 103 Newtonmeter Drehmoment bei nur 4000 Touren deuten aber auf einen gewaltigen Durchzug hin. Müsste also nur noch der Preis passen, am besten unter allen anderen Mitbewerbern, die sich da im großen Teich der Großenduros tummeln. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/011025/suzuki_v-strom1000_dauertest_22.jpg

Suzuki V-Strom 1000 Bildergalerie (32 Fotos) - hier klicken!


Gebete erhört, das beste Angebot im Sagment.
Trotz des günstigen Preises von 13.970 Euro in Österreich und sogar 12.290 Euro in Deutschland (da kommen aber noch die Nebenkosten dazu) muss man auf der Suzuki V-Strom 1000 auf nichts verzichten. Alle Vorgaben, die an eine Reiseenduro gestellt werden, erfüllt die Japanerin - manche besser, manche schlechter. Der Motor etwa ist optimal auf die Anforderungen an ein Tourenmotorad angepasst. Das V-Zweizylinder-Triebwerk aus der Vorgängerin (die bereits 2007 von der Bildfläche verschwand) wurde geringfügig von 996 Kubik auf 1037 Kubik vergrößert und mit einer modernen, sensibleren Einspritzung versehen, wodurch die neue V-Strom 1000 in allen Lebenslagen schnurrt wie ein Kätzchen und nicht brüllt wie eine Raubkatze. Das überlässt sie der Konkurrenz mit bis zu 50 Prozent mehr Leistung und daher fast schon supersportlichen Fahrleistungen.

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Die V-Strom hingegen geht bereits von weit unten gelassen und kräftig ans Gas und überzeugt durch ihr schmalziges Drehmoment in der Mitte. Dass darüber der Tritt in den Hintern fehlt, wird daher nur sehr sportliche Fahrer stören, der Reiseenduro-Fan wird sich dagegen umso mehr über die kultivierte Art des Motors freuen. Wer es allerdings darauf anlegt und sich mit stärkeren Enduros messen möchte, könnte im kurvigen Terrain trotz Leistungsmanko durchaus dran bleiben oder die Konkurrenz sogar versägen. Grund ist das unerwartet stabile und präzise Fahrwerk, die V-Strom 1000 hält die gewählte Linie wie auf Schienen, da schaukelt nichts, da wackelt nichts.

Top-Bremse, super Ergonomie.


Überraschend gut und vor allem sportlich zu nutzen.ist die Bremse. Man hätte es der V-Strom gewiss verziehen, wenn sie nicht mit den besten Stoppern daher käme, immerhin ist sie ja die günstige Alternative in der Großenduro-Vielfalt. Aber weit gefehlt, die V-Strom 1000 gibt sich keine Blöße und verzögert anstandslos bei herrlicher Tranparenz und Dosierbarkeit. Als Draufgabe sind sowohl der Brems- als auch der Kupplungshebel weitenregulierbar - das darf man nicht einmal bei viel teureren Maschinen voraussetzen. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/011025/suzuki_v-strom1000_dauertest_26.jpg

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Der Entenschnabel ist nicht abgekupfert, den hatte Suzuki bereits 1987 an der DR Big! Die wichtigsten Infos mit großen Anzeigen genau im Blickfeld - was will man mehr!?
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Das Design wirkt zwar nicht sonderlich innovativ, verschreckt dadurch aber auch niemanden.

Auch an der Ergonomie gibt es nichts zu meckern, man sitzt angenehm aufrecht und der Sattel ist so weich gepolstert, dass selbst weite Touren kein Problem darstellen dürften. Einzig das Windschild muss sich ein wenig Kritik gefallen lassen. Die dreifache Verstellung mit einer Hand, also auch während der Fahrt zu bewerkstelligen, ist gut gemacht und der Windschutz geht durchaus in Ordnung, leichte Verwirbelungen sind jedoch immer zu spüren. Das können manch andere Großenduros wirklich besser, mal sehen, ob es in einer höheren Stellung des Windschilds (kann mit vier Schrauben noch einige Zentimeter höher positioniert werden) besser wird.

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Optisch unauffällig, perfektes Alltagseisen


Die Optik der V-Strom 1000 orientiert sich stark am Klassenprimus, der BMW R 1200 GS - warum aber auch nicht, die GS verkauft sich bestens, ganz verkehrt kann das kantige Design also nicht sein. Vor allem das zerklüftete Heck mit dem seitlich sichtbaren Heckrahmen erinnert stark an die Bayerin. An der Front will ich aber nicht behaupten, dass die neue V-Strom 1000 den "Entenschnabel" der GS abkupfert. Denn in Wahrheit hatte bereits die legendäre Suzuki DR Big 750 aus dem Jahr 1987 mit dem damals größten Einzylinder-Serienmotor (zwei Jahre später bei der DR Big 800 sogar von 727 auf 779 Kubik vergrößert!) einen Entenschnabel. Also darf man dieses Stilelement durchaus als Reminiszenz an das dicke Einzylinder-Modell sehen. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/011025/suzuki_v-strom1000_dauertest_33.jpg

Fazit
Insgesamt kristallisiert sich nach nun knapp 1000 Kilometern heraus, dass die neue V-Strom 1000 durchaus das Zeug dazu hat, der Liebling im 1000PS-Fuhrpark zu werden. Ehrliche und unkomplizierte Motorräder sind nun mal die beste Wahl für den Alltag. Mag schon sein, dass Leistung und Optik der neuen V-Strom 1000 keine Akzente setzen - aber wir wissen doch alle, dass die besonders Schönen und Starken auch immer besonders kompliziert und zickig sind.

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Interessante Links:

Text: Vauli
Fotos:
Captain Kuk

Fazit: Suzuki V-Strom 1000

Ehrliche und unkomplizierte Motorräder sind nun mal die beste Wahl für den Alltag. Mag schon sein, dass Leistung und Optik der neuen V-Strom 1000 keine Akzente setzen - aber wir wissen doch alle, dass die besonders Schönen und Starken auch immer besonders kompliziert und zickig sind.


  • Gute Optik, aktuelle Elektronik
  • stabiles, präzises Fahrwerk
  • Brems- und Kupplungshebel weitenregulierbar.
  • Weniger Leistung als die anderen Angebote im Segment der Großenduros.

Bericht vom 09.05.2014 | 16.107 Aufrufe

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