Husqvarna Enduro

Husqvarna Modelle 2010, allen voran die neue TE 250.Superleichte 4-Takt Enduro.

Husqvarna Enduro 2010

TE 250, TE 510 und WR 250 im Test

Neue Speerspitze der Husqvarna Armada, die 250 TE.

Husqvarna krempelt die Ärmel hoch und stellt die neue TE 250 in die Auslage. Damit wollen die Italiener unter deutschem Geleit die Vorherrschaft in der E1 Klasse an sich reißen. Die neue Husky ist noch ganz frisch, direkt aus der Kiste raus haben wir der kleine Italienerin gleich mal auf den Zahn gefühlt. Damit es nicht zu eintönig wird haben wir noch gleich die neue TE 510 und eine WR 250 in den Wald mitgenommen.

Modellpflege? Nein danke! Wenn man sich so die meisten Hersteller ansieht, gab es bei den neuen Enduro Modelle für 2010 kaum gröbere Veränderungen. Es wurde eher in Richtung Modellpflege hingearbeitet, ob es an der Wirtschaftskr.... liegt oder andere Gründe hat, können wir nicht sagen. Doch eines steht fest, die neue Husqvarna TE 250 hat nur noch den Namen mit Ihren Vorgängerinnen gemeinsam. Schon vor etwa 3 Jahren wurde angekündigt, man wolle die leichteste 250er 4 Takt bauen. Jetzt steht sie vor uns. Betrachtet man den Motor, erinnert er von der Dimension her eher an einen 2 Takter. Also konnten wir es kaum erwarten sie auf die Waage zu schieben. Vorher noch den Tank noch voll machen und ab zur Wahrheitsfindung.
 

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Leichteste 250 Viertakt am Markt.


Die Husqvarna ist reichlich bestückt. Neben Handschützer und Motorschutz ist auch gleich ein Lüfter serienmäßig aufgebaut. Das bekannte Cockpit mit Zündschlüssel und StVo Schalter ist alles dabei. Neu ist ein fescher Seitenständer und ein Sportheck bei dem der Kennzeichenhalter schnell abgenommen werden kann. Damit ist man mit den Klassenbesten einmal gleich auf. Im Tank finden 7 lt. Platz. Das Gemisch wird mittels Einspritzung aufbereitet und dem Zylinder zugeführt. Praktisch sind die Griffmulden am Heck, damit spart man sich schmutzige Handschuhe wenn man einmal kräftig zupacken muss. So nun zum Gewicht: Die Waage zeigte 113,5kg! Wohlgemerkt mit vollem Tank und voller Ausstattung! Damit stehen 106,5 kg mit 106kg im Prospekt gegenüber, schön dass hier die Wahrheit gesprochen wird. Und die 106,5kg sind definitiv eine Ansage. Spendiert man der Husky einen Sportauspuff und den leichten Racingkabelbaum, ist Sie auf Höhe einer durchschnittlichen 250er 2 Takt, aber ohne E-Starter und Einspritzung! Großer Respekt!
 

Die Stunde der Wahrheit brach auf Hackis Viehwaage an.

Der Stolz der Entwickler liegt im kleinen Kraftwerk. Mit nur 22kg ist er der leichteste 250er 4 Takt Motor am Markt. Die Maße und Dimensionen sind sehr kompakt, fast schon filigran. Im Fahrbetrieb liebt der Motor die Drehzahl. Bei unserem Testmotorrad frisch aus der Kiste, war die Kraftentfaltung im unteren Drehzahlbereich etwas ruppig und neigte zum verschlucken. Eine nachträglicher Leistungsprüfstandmessung hat dann den Fehler aufgedeckt. Die Einspritzung war eingestellt auf original Auspuff inkl. DB-Killer, beim Test wurde ohne den Einsatz gefahren, daher ergab sich ein etwas zu mageres Gemisch. Tolle Leistungszuwächse brachten erste Tests mit Nachrüstanlagen.

Mit dem Laptop und der dazugehörigen Software können einfach entscheidende Parameter verändert werden und auf die jeweilige Auspuffanlage abgestimmt werden. Ab der Drehzahlmitte zieht der Motor leichtfüßig bis in den Begrenzer. Die hohe Verdichtung mit 13,6:1 spürt man in der Motorbremswirkung, auch dies sollte mit der Software zu regeln sein. Bei einer kniffligen Auffahrt habe ich mich dann etwa 15min lang gespielt, in Schrittgeschwindigkeit immer wieder hinauf und herunter, versucht den Lüfter zum Leben zu erwecken. Ohne Erfolg, die neue Husqvarna ist thermisch sehr stabil, dürfte eine mächtige Wasserpumpe mit an Bord haben.

Klein und Oho, der Motor wiegt nur 22 Kg

 
 
Bis auf die 125er und die 310er haben ab 2010 alle Husqvarnas eine Kayaba Gabel verbaut. Obwohl uns die Mazzocchi in der 310er TE im Vorjahr schon gut gefallen hat, setzt die neue Kayaba neue Maßstäbe im Wald! Unglaublich sensibel und stabil. Das Federbein ist in der Grundeinstellung etwas zu weich, mit ein paar Klicks stand die Husqvarna dann ausgewogen da. Das Federbein pickt förmlich am Boden, ich hatte fast das Gefühl, dass es schon etwas zu progressiv ausgelegt ist. Hier könnte eine härtere Feder helfen (Körpergewicht 78kg). In der Praxis überzeugt aber das Fahrwerk und Handling. Die kleine 250er ist flink wie keine andere, stellt eine 250er 2 Takt in den Schatten, und liegt dazu noch stabiler! Keine Ahnung wie sie das hinbekommen haben, ein so wendiges Motorrad zu bauen, dass auf schnellen Passagen trotzdem so stabil liegt. Bei Abfahrten mit groben Steinen liegt sie super ruhig, schluckt und bügelt alles weg und gibt sehr viel Vertrauen. Man kann nicht nur die gewünschte Linie fahren, sonder eine noch engere. Vom Gefühl her wendiger als eine 250er 2 Takt.

Flink wie ein Wiesel.


Extrem wendig im anspruchsvollen Gelände.

Die Husqvarna ist für meine Körpergröße von 186cm gut ausgelegt. Nur geringfügige Anpassungen wären nötig um eine perfekte Abstimmung zu finden. Generell setzt man sich auf die Husqvarna und fühlt sich wohl, alles ist genau dort wo es hingehört. Die Spoiler schränken die Bewegungsfreiheit auch für größere Fahrern nie ein. Die Sitzbank hat genau die richtige Härte inkl.

Schnellverschluss für einen raschen Luftfilterwechsel. Dazu klappt man die Batterie zur Seite und nimmt den Filter raus. Leider ist der Rahmen etwas enger als der Filter, daher ist Vorsicht geboten, damit kein Schmutz in den Ansaugkanal gelangt.


neue Dominanz bei den kleinen Viertaktern


Fazit: Das hochgesteckte Ziel wurde erreicht, sie dürfte die leichteste 250 4 Takt Enduro am Markt sein, bietet eine super Ausstattung, ein Hammer Fahrwerk, ist Wieselflink und trotzdem stabil auf schnellen Passagen. Der Motor braucht bei Änderung am Auspuff noch etwas elektronische Zuwendung um auch hier voll punkten zu können. Nicht umsonst hat Antoine Meo in der Enduro WM zum Ende der Saison mit der neuen Husqvarna alle in der Klasse E1 in Grund und Boden gefahren. Damit ist Husqvarna in der kleinen Klasse wieder vorne mit dabei.
 

Husqvarna TE 510 und WR 250


Bei der 510 TE ist noch ein echtes Männermotorrad am Werke. Die Entwickler haben alles daran gesetzt die 510er so smooth als möglich zu gestalten. Dies ist auch gut gelungen. Die Einspritzung kommt da sehr entgegen. Sie nimmt das Gas sehr sanft an, hat ein super lineares Leistungsband und wirkt nie aggressiv. Sie ist sanfter zu fahren als ihr kleinere Schwester die TE 450 Modell 09. Doch eines ist klar, das Gewicht und die rotierenden Massen können nicht einfach weggezaubert werden. Hier merkt man ganz klar, dass man hier auf einem großen Bike sitzt. Bekommt sie Auslauf ist sie durch nichts zu bremsen und bügelt alles in Grund und Boden. Das Fahrwerk arbeitet ebenfalls hervorragend und die Abstimmung kann als gelungen angesehen werden. Fährt man aktiv und gibt einwenig Druck, lässt sie sich trotzdem leicht durch enge Passagen zirkeln, die Einspritzung unterstützt dies sehr gut. Relativ viel Vibrationen kommen vom Motor an den Lenker, ebenso klingt der Motor etwas rau, obwohl er wie oben schon erwähnt sanft zu Werke geht. Ideal für einen riesigen Einsatzbereich, von Rally bis Supermoto, von Sonderprüfung bis Hardcore Enduro macht die 510er TE überall mit, verlangt aber zumindest ein Körpergewicht von über 70 Kilo damit man nicht zum Dauerpassagier wird.

Husqvarna WR 250; Als zusätzliche Reverenz wurde eine WR 250 herangezogen. Einfach damit man bei verschiedenen Streckenbedingungen die 4 Takt Konzepte einwenig mit denen des 2 Takters vergleichen kann. Die WR 250 ist schon über Jahre ein sehr solides Motorrad. Es gab keine großartigen Veränderungen, diese waren auch nicht notwenig, denn die Husqvarna ist über Jahre ein erprobtes und ausgereiftes Motorrad. Hatte immer schon einen sehr kräftigen Motor und das Fahrwerk wurde laufend angepasst. Damit ergibt sich eine sehr solide und ausgereifte Technik. Einziges Manko das man ihr einwenig ankreiden könnte ist Ihr Gewicht, hier ist sie geringfügig schwerer als die Klassenbesten. Beim fahren macht die WR 250 aber unheimlich viel Spaß. Keine andere 250er 2 Takter hat einen so kernigen Racingsound wie sie. Das Fahrwerk spricht super an und die Umlenkung sorgt für tolle Traktion. Der Motor ist schon im unteren Drehzahlbereich sehr stark, setzt in der Mitte nochmals kräftig zu und dreht dann sauber aus.

 

 

Text: edi-e
Bilder: edi-e

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Bericht vom 20.10.2009 | 15.295 Aufrufe

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