Big Enduros

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Aprilia Caponord, BMW R 1200 GS, Honda Varadero, KTM Adventure 950 und Suzuki V-Strom. 1000PS bringt den Vergleich der aktuellen Palette. Welches Bike für welchen Typ?

BMW R 1200 GS

 

NastyNils auf der BMW R 1200 GS
NastyNils auf der 12er GS

Pragmatischer Weg

BMW ging bei der Entwicklung der R 1200 GS einen sehr pragmatischen Weg. Man entsandte scheinbar die BMW Crew zu den schönsten Alpenpässen mit einem elendig langem Fragebogen und schrieb fleißig alle Wünsche der Reiseenduristen nieder. Danach übergab man den Forderungskatalog an den Techniker welcher daraus einen Haufen Metall, Elektronik und Plastik machte. Am Ende durfte auch noch der Designer ran und zeichnete drum herum die 12er GS. Die GS erfüllt die Wünsche von beinahe allen Reisenduristen perfekt. Hervorragende Sitzposition, sehr guter Windschutz, idealer Motor für diesen Typ von Motorrad, ermüdungsfreies und präzises Handling ergeben eine weltklasse Big-Enduro.

Mächtiges Zubehörprogramm

Doch die wesentlichen Vorteile der BMW gegenüber der Mitbewerber beginnen dort wo das eigentliche Motorrad aufhört. Rund um die GS kann sich der Reisefreak aus einem hochwertigen Sortiment aus Extras, Zubehör und Bekleidung eine Wunschliste für die nächsten 10 Weihnachtsfeste schreiben. Fix integriert ins Motorrad bekommt man die Heizgriffe und das BMW ABS. Für viele Tourenfahrer heutzutage scheinbar ein Muß - die Verkaufszahlen sprechen Bände. 90% der GS Fahrer ordern mit dem Motorrad das intelligente Gepäcksystem. Perfekt abgestimmt und passgenau weil extra für die GS gefertigt. Optisch immer noch das geringere Übel als die Zubehörlösungen aus dem Handel. Wer das Motorrad dann nach seinen Wünschen ausgestattet hat, darf bei der Kleidung weiter träumen. Bekleidung, Handschuhe und Stiefel gibt es von BMW in passendem Design und passender Farbe.


Diese Front taucht auf den Pässen Südtirols erstaunlich oft im Spiegel auf. Nicht selten wird sie dann immer größer.

Vife Lösung beim Seitenkoffer. Mit einem Hebelmechanismus kann man den Koffer in die Stellung "Wandschrank" bringen. Perfekt wenn man von der Alten auf die Strasse gesetzt wird...

Das Zubehör ist perfekt integriert und wirkt niemals angeschraubt. Handprotektoren und Griffheizung sind Teil des Motorrades.

Das BMW Flaggschiff in gewohnter Ausstattung. Jedes Gepäcksystem ist zwar immer eine optische Niederlage - auf der GS aber immerhin noch das geringere Übel.

Die Gegner in Bedrängnis

Normalerweise sind pragmatische Lösungen oft sehr langweilig. Doch bei all dem musterschülerhaften Pragmatismus hat man die Emotionen nicht vergessen. Das Motorrad ist nicht nur praktisch, komfortabel und perfekt für jede Reise sondern macht auch noch viel Spaß beim Fahren. Der Motor liefert viel Dampf ohne den Piloten dabei in Bedrängnis zu bringen. Sehr easy zu fahren und sehr easy zu dosieren. Bei flotten Südtirol Runden ist man mit einer GS auf alle Fälle vorne mit dabei. Das Motorrad liebt jede Art von Kurve und Kurvenradius. Auf der Autobahn ist man bis Tempo 200 im sicheren Bereich. Darüber geht es zäh aber doch bis Tacho 220.

Die Bedienelemente und das Cockpit an der GS  sind ebenfalls ein Traum. Der Bedienknopf für den Bordcomputer befindet sich leicht zu erreichen am linken Lenkerende und das Cockpit gibt optisch einiges her. Hardcore GS Fans haben BMW jedoch bis heute jedoch nicht den elektronischen Übereifer bei der 1200er verziehen. Man arbeitet wie bei Autos mit einem Canbus-System und ohne Schmelzsicherungen. Für den normalen Kunden stellt dies kein Problem dar, für den Afrika-Durchquerer mit 25kg Werkzeug im Gepäck scheinbar schon.

Viel Reise Know-How bei BMW

Die BMW verkörpert für mich die ideale Kombination von Fahrleistung und Komfort. Nicht ganz so stark und aggressiv wie die KTM LC8 Adventure aber mit dem Komfort einer wesentlich schwereren Varadero oder Caponord. Bei dem Flaggschiff gibt sich BMW keine Blöße und hat viel Hirnschmalz und extrem viel Reise Know-How investiert.

Wer die Wunschliste mit Motorrad, Extras und Zubehör ordentlich und gewissenhaft ausfüllt sprengt normalerweise jedes vernünftige Motorrad Budget. Aber dafür hat man dann auch ein vernünftiges Motorrad mit dem man vernünftig Gas geben kann.

Perfektes Zubehör:

Hermann Ortmaier, verantwortlich für Zubehör und Bekleidung bei BMW Österreich kramt für 1000PS in seinen Statistiken. "90% aller Käufer einer 12er GS kaufen auch gleich Seitenkoffer dazu", berichtet er zufrieden. Rechts die Hitparade der meistverkauften Zubehörteile beim BMW-Neumotorradkauf. Schon das Original-Zubehörprogramm ist extrem umfangreich und lässt fast keine wünsche offen. Wer damit nicht genug hat, greift zum Touratech Katalog und findet noch extremere Teile. Das reichhaltige und perfekt abgestimmte Zubehörprogramm für die BMW R 1200 GS ist sicherlich mit eine Grund für die große Begeisterung für dieses Motorrad.

Topseller:

   
Seitenkoffer 90%
Topcase und Träger 70%
Zylinderschutz klein 45%
Motorschutzbügel 40%
Innentaschen 40%
Tankrucksack 40%
Navigation 20%

KTM LC8 Adventure

 
KTM 950 Adventure

Wer braucht das Eisen?

Die KTM LC8 Adventure ist ein Motorrad das eigentlich niemand braucht. Sie ist das einzige Motorrad im Feld mit dem man eine Runde auf der Motocross-Strecke, eine Ralley quer durch die Sahara, eine paar schnelle Runden auf der Rennstrecke, eine Endurosonderprüfung oder eine energischen Sonntagsrunde problemlos meistert. Das Motorrad wurde scheinbar von ein paar irren Motorsportfreaks entworfen und gebaut. Auch wenn die Leistungsangaben der Hersteller in diesem Bereich einigermaßen eng beisammen liegen, liefert die KTM die spürbar stärkste Performance an den Hinterreifen. Dies liegt aber nicht an den nackten PS-Zahlen, sondern an der Kombination Motorabstimmung, Leistung und Gewicht. Der Motor ist kompromisslos auf Power ausgelegt und dabei bleibt auch der Komfort im Vergleich zu den anderen Enduros etwas auf der Strecke.


Schon nächstes Jahr wird es die perfekte KTM Bremsanlage mit ABS geben.

Wenn es darauf ankommt, ist die KTM die schnellste Reiseenduro im Feld. Gegner werden sich mit dieser Ansicht begnügen müssen.

Bild oben: Sämtliche Teile an der KTM wurden massiv und getreu dem KTM Slogan "Ready to Race" verbaut. Schwinge, Fahrwerk und Rahmen reichen für einen Dakar Einsatz - sollte für uns reichen!

Bild links: Mit der 950er Adventure kann man auch problemlos Schwammerl suchen fahren. Mit passenden Reifen liegen die Grenzen des Motorrad sehr hoch.

Die beste Performance im Feld - aber nicht bei den Zulassungszahlen!

Bei den Federelementen wurde feinste Offroad Ware verbaut und Schwinge und Rahmen schauen nicht nur extrem massiv aus sondern sind es auch. Entsprechendes Fahrkönnen vorausgesetzt kann man es mit dieser Waffe bei der Sonntagsrunde mit jedem Gegner aufnehmen.

Doch mit der geilen Performance des Eisens hat man bei KTM scheinbar ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen. Die LC8 hat sich bis heute nie zum erhofften Verkaufsschlager entwickelt. Der Konkurrent BMW liegt bei den Verkaufszahlen uneinholbar in Führung. Für viele Reiseenduropiloten ist die KTM einfach ein wenig zu viel des Guten und sinnvolle Reiseextras, welche man bei der BMW einfach bei der Bestellung ankreuzt sucht man vergebens. Auch in Sachen Sitzkomfort und Soziustauglickeit muss man bei der KTM im Vergleich zu den anderen Eisen im Feld Abstriche in Kauf nehmen.

Hardcore Reisende und Andrücker

Es gibt aber Käuferschichten welche die Vorzüge der KTM auf keinen Fall missen möchten. Das sind zum einen die argen Hardcore Piloten welche quer durch Asien, Afrika oder Südamerika fahren. Die haben mit der KTM ein perfektes Ralleymotorrad mit der man auch auf den ranzigsten Strassen dieser Welt eine echte Freude hat. Zum anderen sind es ehemalige Supersport Piloten welche mit der KTM eine vergleichsweise komfortable Winkelwerk Waffe gefunden haben. Es kann kein Zufall sein, dass mir jeder KTM Adventure Pilot auf öffentlichen Strassen immer mit dem Messer zwischen den Zähnen entgegen kommt. Besitzer dieses Motorrad dürften mit großer Mehrheit schwere Andrücker sein.

3 Jahre Werksgarantie!

Einige Käufer der ersten Adventure Serie mussten viel Geduld mit dem Motorrad am Stammtisch haben. "Hält das Eisen durch? Saftlt der Motor?" Die anfänglichen Probleme bekam KTM nach den ersten Produktionsmonaten in den Griff. Um den Gegnern am Stammtisch und in den Schauräumen den Wind aus den Segeln zu nehmen verkauft KTM nun jede Adventure mit einer beinharten 3 Jahre Werksgarantie. Das kriegt man bei anderen europäischen Herstellern nicht mal beim Auto - trotz weit geringerer Drehzahlen und wesentlich geringerer Materialbelastung. Das zeigt auf alle Fälle wie ernst es KTM mit dem Themen Qualität und Kundenzufriedenheit nimmt.

Insgesamt tanzt die KTM LC8 Adventure bei den angebotenen Reiseeisen stark aus der Reihe. Sie bietet gegenüber den anderen Eisen deutliche Vorteile aber klarerweise auch Nachteile. Eine tolle Bereicherung für dieses Segment ist sie auf alle Fälle.

990er Adventure für die Saison 2006

Ab Frühjahr 2006 wird die neue 990er Adventure verfügbar sein. (1000PS berichtet Ende Februar vom ersten Test). Auch die neue Adventure soll sich laut KTM nicht nahtlos in den Big Enduro Einheitsbrei einreihen.

Martin Wabnegger - KTM Marketing Österreich: "Auch die 990er Adventure wird im Reisenendurobereich ein eigenes Segment abdecken. Vor allem Performance orientierte Piloten werden zu den Käufern zählen. Einige Fans dieser Modellkategorie haben sich ABS gewünscht - mit der 990er Adventure werden wir diesen Wunsch nachkommen. Und bitte lieber Nils schick mir nicht den Kollegen Kot zur 990er Präsentation. Die Pay-TV Rechnungen sind uns peinlich!"

Aprilia Caponord

 
Aprilia Caponord

 

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Die Sitzbank ist ein großer Wurf. "Wenn ich nur aufhören könnte", wäre der perfekte Slogan für die Caponord.

Die Caponord ist das genaue Gegenstück zur KTM. Geländetauglichkeit stand bei diesem Motorrad nicht im Pflichtenheft. Das merkt man schon an der Platzierung der Kühler.

Als einziges Eisen im Feld hat die Caponord einen Alu-Profilrahmen. Sieht mächtig aus. Der Motor kommt aus Österreich: Rotax lässt grüßen.

Perfekter Windschutz hinter der Caponord Kommandobrücke.
   

Aprilia liefert mit der Caponord nun schon seit Jahren ein sehr konkurrenzfähiges Tourenmotorrad in die Schauräume. Das mögliche Potential in dieser Klasse hat sie jedoch nie ausgeschöpft. Scheinbar ist die Konkurrenz von BMW in diesem Marktsegment zu groß für den italienischen Hersteller.

   

Herz aus Österreich

Das Herz der Caponord kommt übrigens aus Österreich. Auch in der Reisenduro verbaut Aprilia den V2 Rotax Motor und spendiert aber klarerweise eine andere Abstimmung als in der Mille. Die Abstimmung der Einspritzung und des Motors ist sehr gut gelungen. Das Motorrad lässt sich sehr fein dosieren und gibt sehr wenig Vibrationen an den Fahrer weiter. Insgesamt punktet die Caponord besonders mit großem Fahrkomfort. Die Sitzbank gleicht einem fahrenden Sofa und hinterm Windschild können sich auch mächtig fette Biker verstecken. Mit dem Motorrad gelingt auch eine sehr lange Tour ohne Strapazen.

Komfort wird bestraft

Obwohl die Motorleistung am Papier in etwa auf BMW und KTM Niveau liegen, kann die Aprilia bei den Fahrleistungen nicht ganz mit den Kollegen aus Österreich und Deutschland mithalten. Liegt vermutlich am Gewicht. Komfort wird hier wie so oft leider mit zusätzlichen Kilo bestraft. Trotzdem kann man mit dem Motorrad sehr zügig und vor allem sehr präzise durch die Landschaft orgeln. Einzig in schnellen Wechselkurven spürt man hier deutlich das man auf einem Reisemotorrad sitzt.

Für eine Tour zu Zweit ist die Caponord aber ein sehr guter Griff. Auch hinten sitzt man auf der Aprilia auch nach langen Touren noch bequem.

Stark punkten kann die Aprilia auch beim Preis. Derzeitiger Aktionspreis: 10.999 Euro inkl. ABS statt 13.180 Euro. Das ist eine starke Ansage für ein tolles Reisemotorrad. Beim Preis / Leisungsverhältnis kann hier einzig und allein die Suzuki V-Strom mithalten.

NastyNils Caponord Wheely

Honda Varadero

 

Honda Varadero
Die Varadero in der neuen Farbe Terra-Blue.

Mit Grauen erinnere ich mich noch an den 100.000 km Varadero Test meiner übermütigen Kollegen vom Reitwagen. Ich hatte die Ehre die Varadero einmal mit ein paar Tausend Kilometern, mit 50.000 Kilometern und dann noch mal mit 98.000 Kilometern am Tacho zu besteigen. Seit jenen Tagen weiß ich, was Qualität wirklich bedeutet. Ich weiß wie andere Motorräder nach 50.000 Kilometern auf der Uhr aussehen und ich weiß noch ganz genau wie sich damals die Varadero anfühlte. Kein ausgelutschtes Getriebe, keine verschlissenen Bedienelemente, keine rostigen Schrauben, keine scheppernden Teile und kein zusammen gerittener Motor. Selbst als ich das Eisen mit 98.000km auf der Uhr übernahm, hielt sich mein Mitleid mit der Varadero in Grenzen. Das Motorrad machte einen tadellosen Eindruck und ein skrupelloser Gebrauchtmotorradkeiler hätte mit ein paar Tacho Tricks ohne weiteres eine 20.000km Gurke daraus machen können. Die Latte für die Mitbewerber liegt hier unerreichbar hoch. Mit keinem anderen Motorrad hätte ich es mich getraut von Tankstopp zu Tankstopp Vollgas zu fahren. Es war eine irre Zeit damals auf den deutschen Autobahnen mit der Dauertester Varadero. Ich möchte diese Erfahrungen nicht missen, aber sicherlich nicht noch einmal Wien-Frankfurt-Wien in 12 Stunden fahren.

Doch trotz des hohen Qualitätsniveau hat es Honda mit der Varadero nie geschafft, den Kultstatus der Africa Twin zu erreichen. Echte Africa Twin Fans pflegen ihre 750er auch noch heute und husten trotz vieler zusätzlicher PS auf das 1000er Toureneisen aus dem Hause Honda. Die Varadero ist durch das hohe Gewicht und das komfortable Fahrwerk nicht mehr ganz so vielseitig wie es die Africa Twin damals war oder eine BMW GS heute ist.

Der Motor in der Varadero liefert genug Leistung aber durch das höhere Gewicht fällt die Honda bei den Fahrleistungen im Vergleich zur GS oder KTM etwas zurück. Seit letztem Jahr gibt es die Honda mit dem in dieser Klasse durch die strenge Punktewertung des deutschen Blätterwaldes obligatorischen ABS zu kaufen. Für Touren zu zweit ist die Honda auch eine gute Wahl. Die Sitzbank liefert vorne wie hinten guten Komfort.

Das Fahrwerk war bei den ersten Modelljahren etwas zu weich. Die Kritik wurde aufgenommen und es wurde reagiert. Klarerweise nicht so straff wie das Fahrwerk eine KTM aber dafür auch mit mehr Komfort. Insgesamt eine gute Abstimmung für ein Motorrad dieser Klasse.

Beim Preis / Leistungsverhältnis liegt man bei Honda mit der Varadero genau in der Mitte. Insgesamt ein sehr ausgewogenes Motorrad . Zur Zeit läuft bei Honda auch noch eine Aktion für die Varadero. Mit dem praktischen Hauptständer, der Griffheizung und dem 3-teiligen Packsystem bestehend aus zwei Seitenkoffern und einem 45 Liter Top-Case kriegt man um 600 Euro Aufpreis ein fertiges Reisepaket.


Schlicht in Schwarz

Die Honda Varadero mit Travel Paket
   

Suzuki V-Strom

Alex Hlavac auf Suzuki DL 1000 V-Strom

Suzuki ist mit der DL 1000 V-Strom relativ spät auf den Reisenduro Zug aufgesprungen. Man hat sich dem  Treiben der anderen Hersteller lange zugesehen und dann einfach ein passendes Eisen für dieses Segment gebaut. In der TL1000 hat der V2 von Suzuki nicht besonders viele Fans gefunden, doch in die DL1000 passt er perfekt. Ein idealer Big-Enduro-Motor. Sehr gelungene Abstimmung, wenig Vibrationen, dezenter aber ansprechender Sound und genau die Leistung die man braucht. Auch die V-Strom ist ein sehr guter Kompromiss zwischen Fahrleistungen und Komfort. Beim Gewicht nicht zu viel, beim Windschutz nicht zu wenig und eine richtig dimensionierte Sitzbank machen viel Freude. Ich bin mit der V-Strom schon zu zweit und alleine, auf Schotterstrassen und am Pannoniaring unterwegs gewesen. Das Eisen macht überall Spaß und ist ein ganz großes Universaltalent. Die V-Strom ist etwas agiler als die Varadero und die Caponord aber nicht ganz so scharf wie GS und KTM. In Sachen Motorleistung steht man den Bayern und Oberösterreichern zwar um nix nach, aber das Gewicht macht sich natürlich etwas bemerkbar.

Beim Zubehör ist man bei Suzuki zwar nicht ganz so fit wie BMW aber man hat massiv aufgeholt. Kofferset, Hauptständer, Sturzbügel und Ralleyguards können aus dem Original-Zubehörprogramm bestellt werden.
 

Suzuki punktet mit der V-Strom vor allem beim Preis / Leistungsverhältnis. Das Motorrad deckt die Bedürfnisse von beinahe jedem Reiseenduristen zu einem fairen Preis perfekt ab. Anders als bei den anderen Herstellern gibt es hier übrigens eine vollwertige kleinere Alternative.

Die V-Strom 650 kann beinahe alles was auch die 1000er kann. Der moderne V2 der kleinen V-Strom hinkt nur im 2-Personen Betrieb etwas nach. Ansonsten hat man auch mit 650 ccm und deutlich weniger Kohle eine echte Big-Enduro in der Garage. Unschlagbarer Preis der 650er: 7.999 Euro.


Auch für lange Reisen zu Zweit sehr geeignet.

Das Windschild kann mit Schraubenzieher und ein paar Handgriffen in der Höhe verstellt werden.
Peter Nesuta auf Suzuki DL 1000 V-Strom
Wir erinnern uns an großartige Einsätze bei den Big Enduro Rennen. V-Strom immer am Podest.

Die Hitparade

Trotz der großen Auswahl in den Schauräumen zum Thema Reiseenduro und der scheinbar gleichen Konzepte der Hersteller (V2 mit 1000ccm) gibt es kleine aber feine Unterschiede bei der Positionierung der Motorräder. Die Suzuki ist ein sehr gut gelungenes Universaltalent und kann bis auf harte Geländeetappen alles, was man sich von einem Motorrad wünscht. Caponord und Varadero sind erstklassige Reisemotorräder welche Fahrer und Beifahrer enormen Komfort bieten und somit auf langen Touren viel Freude bereiten. KTM spricht mit der Adventure etwas extremere Piloten an. Hartes Gelände und Supersport Gegner im Winkelwerk sind damit kein Problem. BMW hat es geschafft mit der GS einen Topseller in Sachen Leistung und Gewicht massiv zu verbessern ohne dabei die geschätzten Vorteile zu verlieren. Ein ganz großer Wurf und für die meisten Reiseenduristen nach wie vor die erste Wahl.

Unsere Hitparade für das Modelljahr 2005:

Herbrennen:

1. KTM LC8 Adventure
2. BMW R 1200 GS
3. Suzuki V-Strom

Komfort:

1. Honda Varadero
2. Aprilia Caponord
3. BMW R 1200 GS

Preis / Leistung:

1. Aprilia Caponord
2. Suzuki V-Strom
3. Honda Varadero

Die 5 Kontrahenten im Vergleich:
Leistung Gewicht Preis
BMW R 1200 GS 100PS bei 7000 U/min 199 kg 14.350,- Euro LP
KTM LC8 Adventure 98PS bei 8000 U/min 198 kg 14.498,- Euro LP
Aprilia Caponord 98PS bei 8250 U/min 222 kg 10.999,- Euro Aktion (mit ABS)
Honda Varadero 94PS bei 8000 U/min 235 kg 12.499,- Euro LP
Suzuki V-Strom 98PS bei 7.600 U/min 207 kg 11.699,- Euro LP
Related Links:
www.bmw-motorrad.at
www.ktm.at
www.aprilia-aktiv.de
www.honda.at
www.suzuki.at

Bericht vom 09.01.2006 | 80.133 Aufrufe

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