MotoGP 2021 - Fabio Quartararo ist Weltmeister!

Marc Marquez siegt, vorzeitige Entscheidung in der WM

Was für ein Rennen! Misano hielt erneut unzählige spannende Wendungen parat: Marc Marquez siegt heuer erstmals auf einem Kurs im Uhrzeigersinn, Francesco Bagnaia wirft die letzte Titelhoffnung weg, Valentino Rossi verabschiedet sich ausgelassen von seinen italienischen Fans und - ach ja, da war doch noch etwas - Fabio Quartararo krönt sich vorzeitig zum MotoGP-Weltmeister 2021!

Wie so oft war das Drehbuch beim zweiten Misano-Rennen in diesem Jahr bis zum Schluss mit zahlreichen Wendungen gespickt. In Wahrheit war es aber schon vor dem Rennen durch das größtenteils unbeständige und kalte Wetter bei den Trainings und im Qualifying höchst interessant. Denn da war der allerletzte Fahrer, Francesco Pecco Bagnaia, der sich außer dem haushoch führenden Fabio Quartararo Hoffnungen auf den heurigen WM-Titel machen darf, mit seiner Ducati eine Klasse für sich. Er deklassierte im Qualifying nicht nur alle restlichen Gegner, vor allem deklassierte er Fabio selbst - denn der kam über das erste Qualtifying nicht hinaus und musste vom 15. Startplatz aus das Rennen in Angriff nehmen. Als zusätzliche Herausforderung für den jungen Franzosen standen noch zwei weitere Ducatis sozusagen als Schutzschild zusammen mit Bagnaia in der ersten Startreihe - damit Peccos WM-Chancen steigen und die Entscheidung zumindest nach Portimao mitgenommen wird.

Bagnaia führt souverän, Quartararo chancenlos?

Und so sollte das Rennen am Sonntag auch so starten, wie man es sich als neutraler, spannungsverwöhnter Zuschauer wünscht: Jack Miller auf der zweiten Werks-Ducati erwischt zwar den besten Start, doch bereits nach der ersten Kurve hat Baganaia wieder die Führung vor Miguel Oliveira auf KTM und dahinter Miller. Gleich dahinter ordnen sich zur großen Überraschung aller Experten die beiden Werks-Hondas von Marc Marquez und Pol Espargaro ein - da wird dem gebeutelten Honda-Team doch nicht etwa eine Sternstunde blühen?! Für Quartararo sieht die Anfangsphase hingegen chancenlos aus, er fällt mit seiner Werks-Yamaha sogar auf den 17. Platz zurück und somit aus den Punkterängen heraus - Vorsicht steht bei ihm offensichtlich im Vordergrund, nur keine Kollision riskieren.

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Bagnaia und Marquez fahren in einer eigenen Liga

Nachdem sich Miller wieder auf den zweiten und Marquez auf den dritten Platz vorgekämpft haben, waren sie zusammen mit dem führenden Bagnaia vorerst eine eigene Liga und setzten sich systematisch vom Rest der Meute ab. Blickte man allerdings an das Ende des Feldes, konnte man einen gefestigten Quartararo beobachten, der sich Platz um Platz nach vorne arbeitet. Für Jack Miller ist das Rennen bereits in der vierten Runde zu Ende, er stürzt und es fahren nur noch Bagnaia und Marquez ganz vorne alleine ihre Runden. Genau genommen fahren die beiden ziemlich exakt die gleichen Runden, was wiederum bedeutet, dass Marquez das Tempo des Italieners vor ihm mitgehen kann - und somit klarerweise Druck auf ihn aufbaut.

Bagnaia stürzt aus dem Rennen, Marquez siegt und Quartararo ist Weltmeister!

Vorerst hält Bagnaia seinem Verfolger souverän stand, doch just als Marquez in der bereits 22. Runde eigentlich die Flinte ins Korn wirft, ein wenig zurückfällt und sich offenbar mit dem hervorragenden zweiten Platz zufrieden gibt, macht Bagnaia einen entscheidenden Fehler, stürzt über das Vorderrad unverletzt aus dem Rennen und begräbt somit seine Titelchancen. Dass sich Quartararo den WM-Titel aber auch wirklich verdient hat, beweist er damit, dass er sich sogar noch auf den dritten Platz vorgearbeitet hat. Erst in der letzten Runde presst sich Enea Bastianini an dem französischen Weltmeister vorbei, um als dritter am Podium hinter den beiden Hondas die Ducati-Ehre zu retten. Man merkt sofort, dass Quartararo dabei nur noch Platz macht, um keine unnötige Nullnummer in der letzten Runde zu riskieren. Obwohl er durch Bagnaias Ausfall eigentlich keine Punkte mehr bräuchte, um Weltmeister zu werden.

Quartararo hat seine innere Ruhe gefunden

Nun, ganz offensichtlich ist schon mal, dass Fabio Quartararo in seiner erst dritten MotoGP-Saison das Zeug dazu hat, seine Emotionen im Zaum zu haben um souverän einen WM-Titel zu holen. Fabio fantastique war schon im Vorjahr zeitweise außerirdisch gut, allerdings bremsten ihn immer wieder Einbrüche, die er nicht schnell genug wegstecken konnte. Heuer war er ohne Diskussion der konstanteste Fahrer, der sich somit schon zwei Rennen vor Schluss zum Weltmeister küren konnte. Er selbst gibt als Erfolgsrezept auch an, dass er heuer einfach cool geblieben ist und dadurch den MotoGP-Titel 2021 holen konnte.

Marc Marquez kämpft wieder um den Weltmeistertitel in der MotoGP!

Marc Marquez ist zurück. Dieser Sieg war vermutlich heuer der wichtigste für ihn. Denn seine Dominanz auf den beiden Kursen gegen den Uhrzeigersinn verdeutlichten lediglich, dass er seinen Biss zwar nicht verloren hat, auf einer rechtsdrehenden Strecke aber bisher durch seine lädierte Schulter so sehr gehandicapt ist, dass nicht an einen WM-Titel im nächsten Jahr zu denken wäre. Dieses Vorurteil konnte der erfolgsverwöhnte Spanier nun ausräumen, noch dazu waren es das ganze Wochenende über durch Regen und Kälte keine einfachen Verhältnisse. Nächstes Jahr wird also wieder mit ihm zu rechnen sein!

Valentino Rossi - eine lebende Legende

Schließlich wollen wir Valentino Rossi nicht vergessen, der Italiener holte bei seinem allerletzten Heimrennen sogar noch einen zehnten Platz mit seiner Yamaha M1. Und er wird, auch wenn er in der nächsten Saison nicht mehr selbst fährt, nicht so schnell verschwinden. Und damit meine ich nicht nur, dass er ohnehin dem Paddock als Teamchef erhalten bleibt, sondern auch, dass es wohl noch lange so bleiben wird, dass seine grellgelben Fahnen und Transparente auf den Tribünen wedeln, gelbe Kappen und T-Shirts mit einem 46er in allen Sektoren aus der Masse stechen und unzählige Kameras auf ihn gerichtet sein werden. Er ist nun mal eine Ikone, eine lebende Legende und wenn man ihm tatsächlich diese Ehre erweisen will - der MotoGP-Fahrer, der dieses herrliche Spektakel zu dem gemacht hat, was es heute ist!

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Bericht vom 25.10.2021 | 3.251 Aufrufe

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