Yamaha MT-09 48 PS vs. MT-09 offen Test 2022

Wie schlägt sich die gedrosselte MT-09 gegen die offene?

Muss es immer die Große sein mal anders - wir vergleichen die überaus potente Yamaha MT-09 mit ihrer gedrosselten 48 PS-Version! Kann dieses Funbike überhaupt noch Spaß machen, wenn 71 PS(!) fehlen?

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Ich hab mich schon einmal fast verkühlt, wie man bei uns so schön sagt - ich hätte also fast daneben gelegen, als ich eine Yamaha mit deren gedrosseltem A2- bzw. in der Schweiz mit deren A beschränkt-Modell verglichen habe. Es war die MT-07 deren 73,4 PS starker und tatsächlich richtig antrittsstarker CP2-Motor auch als 48 PS-Version richtig viel Schmalz von unten produziert und daher erst bei beherztem Ausdrehen nicht mehr mit der offenen Version Schritt halten kann.

Die gedrosselte Yamaha MT-09 bietet ein sattes Drehmoment

Ganz so knapp ist es natürlich bei der MT-09 mit ihrem CP3-Dreiender und stolzen 119 PS bei 10.000 Umdrehungen nicht - wäre ja auch ein Armutszeugnis für die offene Version, wenn das Modell mit fehlenden 71 PS(!) ebenbürtig wäre. Allerdings war ich dann doch ein wenig von der Performance der gedrosselten MT-09 erstaunt, denn für sich betrachtet, marschiert auch diese Version erstaunlich flott, vor allem im engen Winkelwerk. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend der große Hubraum, denn mit 889 Kubik aus drei Töpfen kann auch die 48 PS-MT-09 mit einem richtig satten Drehmoment von weit unten aufwarten. Die Motorelektronik ist also auch bei ihr bestens abgestimmt und man kann sich auf Drehmoment und Leistung bis knapp 7000 Touren absolut verlassen. Darüber wird es dann aber mau, bis zum Begrenzer geht nicht mehr viel weiter - gerade dann, wenn die offene Version ihren fabelhaften Nachbrenner zündet und artig beim Herausbeschleunigen am Kurvenausgang das berühmte Manderl macht (den Vorderreifen entlastet), ist bei der gedrosselten Version also bereits Schluss.

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Den Vergleich zwischen 95 PS- und 119 PS-Version will ich nicht antreten

Man muss die 48 PS-Version daher schlau nutzen, früher schalten und das Drehmoment für sich arbeiten lassen. Werden die Radien aber weiter oder kommen gar Geraden bergauf ist das gedrosselte Triebwerk im Vergleich mit der offenen Version natürlich heillos überfordert. Der absolute Joker der MT-09 A2/A beschränkt ist ihr Elektronik-Package, das nahezu an jenes der offenen Version herankommt. Die 6-Achsen-IMU ermöglicht Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle und einen herrlich knackigen Quickshifter samt Blipper - bitte nicht vergessen, es ist ein 48 PS-Bike! Lediglich auf die vier Fahrmodi muss man verzichten, bekommt diese allerdings wieder dazu, wenn auf die offene Version mit 94 PS entdrosselt wird. Den Vergleich zwischen dieser und der völlig frei durchatmenden 119 PS-Version will ich aber wiederum nicht blind, also ohne vorher zu wissen, welche die schwächere und welche die stärkere ist, antreten. Denn da erwarte ich erneut einen, im Normalbetrieb kaum feststellbaren Unterschied.

Fahrwerk und Bremsen werden unverändert von der starken Version übernommen

Zurück zur 48 PS-Variante, die anders als bei anderen Herstellern, auch beim Fahrwerk keine Kompromisse eingeht. Die USD-Gabel und das Mono-Federbein im Heck entsprechen jenen Fahrwerkskomponenten, die auch in der starken MT-09 ihren Dienst verrichten. Und wenn das Fahrwerk schon mit 119 PS gut zurecht kommt, tut es das mit 48 PS sowieso. Schließlich kommen auch bei den Bremsen die gleichen Komponenten zum Einsatz wie bei der offenen Version - das Spielchen wiederholt sich auch hier, was den Antritt von 119 PS gut vernichten kann, ist mit der Performance von 48 PS klarerweise auch nicht überfordert.

Die Yamaha MT-09 48 PS kann über viele Jahre Freude spenden!

Grundsätzlich kann die Yamaha MT-09 also auch als 48 PS-Version überzeugen, genau genommen fehlen ihr abgesehen von über 70 PS nur die Fahrmodi, die sie bei einer Entdrosselung auf 94 PS wieder bekommt. Dass die A2/A beschränkt-Version ansonsten mit der hochwertigen normalen MT-09 ident ist, lässt sich Yamaha natürlich auch dem Wert der Maschine entsprechend bezahlen - sie ist nicht billiger als ihre starke Schwester. Wenn also die Kohle keine Rolle spielt, oder schlauerweise mit dem Gedanken gespielt wird, nach Absolvierung der Beschränkung danach auf 94 PS zu entdrosseln, hat man mit der MT-09 48 PS ein ausgezeichnetes Naked Bike, das dann garantiert noch länger eine Menge Spaß bereiten wird.

Vaulis Fazit zur Yamaha MT-09 mit 48 PS:

Wer die Yamaha MT-09 für ihr gutes Fahrwerk, die standfesten Bremsen und ihr Elektronik-Package auf modernstem Niveau schätzt, könnte auch mit der gedrosselten 48 PS-Version glücklich werden. Denn abgesehen von den vier Leistungsmodi, die bei 48 PS tatsächlich verzichtbar sind, wird nichts eingespart. Wer es allerdings auf die volle Power von 119 PS abgesehen hat, muss umdenken. Denn die gedrosselte Variante muss anders gefahren werden, da der arge Punch im oberen Drehzahlbereich fehlt, muss man früher schalten und das ordentliche Drehmoment ausnützen. Interessant ist sie vor allem für all jene die ihre MT-09 nach Absitzen der A2/A beschränkt-Zeit behalten wollen - deren 94 PS aus dem potenten Dreizylinder werden wohl auch nicht schlecht marschieren. Einziger Wermutstropfen der nahezu identen, hochwertigen Ausstattung der gedrosselten Version ist ihr Preis, billige Lockangebote sehen anders aus.

Positiv zu vermerken sind: Modernstes Elektronik-Paket mit 6-Achsen-IMU, schräglagenabhängige Traktionskontrolle, Kurven-ABS, fahraktive Sitzposition, gute Bremsen und hochwertiges Fahrwerk. Negativ zu vermerken ist lediglich, dass die Yamaha MT-09 kein Sonderangebot in der 48 PS-Klasse ist.

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Bericht vom 19.07.2022 | 8.892 Aufrufe

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