Honda Fireblade SC82 Superbike

Ein Traum wird wahr

Wenn 213PS am Hinterrad zerren wird es normalerweise düster im Helm. Doch im Sattel der Fireblade regieren Fahrspaß und Freude. Wir machten aus der Fireblade ein traumhaftes Superbike welches einfach und harmonisch zu fahren ist. Eine Saison Fireblade TuneUp im Schnelldurchlauf.

Eifrige Leser haben unser Fireblade Projekt unter dem Namen "NastyBlade" bestimmt verfolgt. Hier der Bericht vom Saisonstart nach der ersten Ausfahrt mit allen Teilen und Preisen. Hier hast Du alle Stories auf Instagram zum Fireblade TuneUp. Hier die Videos vom TuneUp Projekt: TuneUp Start, Die Lackierarbeiten, Der Feinschliff !

Martin Bauer baut das Traum-Superbike auf Honda SC82 Basis
Bauer pilotiert das Hobbyracer Eisen bei den Abstimmungsfahrten mit 1:54er Zeiten um den Pannoniaring. Ich selbst darf mich immerhin an 2:02er Zeiten erfreuen.

An einem solch aufwendigen Projekt die großen Highlights herauszupicken ist kaum möglich. Als wohl herausragendste Eigenschaft dieses faszinierenden Projektes ist das harmonische Gesamtbild des Fahrzeuges. An allen Ecken und Enden wurden hochwertige und teilweise radikal wirkende Komponenten verbaut. In der Praxis fährt die Fireblade aber einfacher wie ein Serienmotorrad. Diese Stärke basiert einerseits auf der richtig guten Basismaschine, auf der anderen Seite auf der hohen Qualität der Komponenten und natürlich auf der beinharten Arbeit von Martin Bauer und seinem Team.

Kostet mindestens 2 Sekunden - die himmlische Optik
Hand aufs Herz! Dieses Bike ist doch ein wirkliches Meisterwerk. Doch nicht zuletzt durch die unfassbar geile Optik fährt tiefer Respekt im Sattel mit. Das edle Stück ist eben nicht nur Rundenzeitkiller sondern auch Schmuckstück für die Garage. Die Furcht vor dem Kiesbett ist gewaltig und kostet mindestens 2 Sekunden.

Besonders intensiv waren die 4 Tage am Stück bei den 1000PS Bridgestone Trackdays am Pannoniaring. 4 Tage lang genoss ich jeden einzelnen Turn in vollen Zügen. Ich war selbst überrascht wie fit ich auch am Sonntag noch ans Werk ging. Die Zeiten wurden täglich besser und die Fireblade war zwar kräftig schont aber trotzdem die Kräfte. Es ist erstaunlich wie gut Bauer die Einzelteile zu einem Kunstwerk komponiert hat. Die Carbonfelgen von Thyssenkrupp fühlen sich hier auf der Fireblade vollkommen neutral und transparent an. Das Motorrad ist handlich aber nicht nervös. Ähnlich gespenstisch auch die Bremse. Sie beißt mörderisch ohne aber zu überfordern.

Leider geil: Öhlins FGR 250 Gabel
Es ist einfach geil welch hochwertiges Material man als Normalverbraucher heutzutage zu kaufen kriegt. Die Gabel kostet 5.500 Euro und der Preis schreckt erstmal ab. Doch leider ist es so, dass man auch als Hobbyfahrer im Sattel diese pure Präzision und Perfektion genießt und umsetzen kann.
Brembo Edelbremse
Die Brembo GP4-RX Bremssättel wirken erstmal bedrohlich. Doch die Anlage aus dem Rennsport ist in Kombination mit den Z-04 Belegen ein richtig feines Teil. Die Bremsleistung ist brutal aber kinderleicht zu dosieren. Bei der Wahl der Beläge ist die Anlage durchaus wählerisch. Doch mit den Z-04 Belägen passt das Paket wunderbar und auch die Aufwärmzeit ist minimal.
NastyNils auf der Fireblade am Pannoniaring
Voller Genuss! 4 Tage Pannoniaring mit der Fireblade im September 2021.

Warum Tuning? Ist die Fireblade aus der Kiste nicht gut genug?

Einerseits ist es so, dass man im Jahr 2021 ein nagelneues Superbike von unnötigen Ballast befreien muss. Die Motorräder werden für strenge Abgasvorschriften entwickelt welche auf der Rennstrecke keine Relevanz haben. Martin Bauer änderte die Übersetzung, montierte eine Akrapovic Komplettanlage und passte das Mapping an. Nun stehen unfassbare 213 PS im Hinterrad zur Verfügung und das Drehmoment in der Mitte ist sagenhaft.

Auf der anderen Seite sind neue Sportmotorräder immer noch ein Kompromiss. Sie sollen sowohl auf der Rennstrecke als auch auf der Landstraße gut funktionieren. Wenn man hier den Anwendungsbereich einschränkt kann man auch bei den Komponenten einen radikaleren Weg gehen. Die Demontage von Verkleidung, Licht und ABS ist somit naheliegend. Das ABS ist bei Hobby-Trackdays eine gute Sache, doch je straffer die Rundenzeiten werden desto eher ist es störend und hinderlich. Und bei der Gelegenheit kann man sich doch auch gleich eine edlere Carbonverkleidung vom Ilmberger gönnen?

Ich erinnere mich noch an meine R1M von Yamaha welche ich 2 Saisonen fuhr. Damals war serienmäßig eine richtig schöne Carbonverkleidung verbaut. Sie zu demontieren empfand ich als Downgrade. Doch bei aller Freude über das herrliche Fireblade Design - mit unserer endgeilen Lackierung samt hochwertiger Carbonteile kann das Serienbike nicht mithalten.

Am Ende kommen dann jene Maßnahmen wo man schlicht und ergreifend die Qualität anhebt. In einigen Bereichen ist es toll auf Großserienprodukte zu setzen. Der Motor, der Rahmen und die Schwinge bieten hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Doch klarerweise sind den Herstellern hier ein paar kaufmännische Limits gesetzt. Die modernen Bremsanlagen und Fahrwerke in den Serienbikes sind gut, doch warum nicht die verfügbaren Luxusteile aus dem Rennsport nutzen? Eine sündhaft teure 5-6000 Euro Gabel wird vermutlich niemals den Weg in ein Serienprodukt finden. Doch das Teil ist einfach geil - also warum verzichten? Die Gabel wird ihren Dienst über lange Zeit verrichten. Auch wenn das Motorrad mal verkauft wird, kann das edle Stück für das nächste Projekt weiterverwendet werden. Ähnlich verhält es sich bei den Bremsen. Am Konto verstaubt das Geld und bringt keine Zinsen, auf der Strecke erfreut man sich bei jedem Bremsmanöver an der herrlichen Qualität der edlen Teile.

Großes Vertrauen - Spielerische Top Zeiten mit der Fireblade
Im Sattel der Fireblade fühlen sich flotte Rundenzeiten wirklich spielerisch an. Bauer fährt bei lockeren Abstimmungsfahrten einfach mal geschmeidige 1:55. Ich selbst fuhr nach Coaching und intensiver Einschulung durch Bauer 2:02. Aber immer locker, immer entspannt und mit festem Vertrauen in das Gesamtpaket.

Echte Schwächen hat dieses edle Gesamtpaket natürlich keine. Doch klarerweise ist nicht alles perfekt. Selbst auf den statischen Bildern wird klar wie kompakt die Maschine ist. Größtes Nadelöhr für den Körper ist dabei die stark nach vorne orientierte Sitzposition. So muss man den Kopf ordentlich in den Nacken drücken. In der Praxis ertappt man sich als großer Mensch dann leider viel zu oft dabei, dass man nicht wirklich tief hinter der Verkleidung kauert. Der größte Minuspunkt vom Serienmotorrad ist jedoch bestimmt die zu lange Serienübersetzung samt mühsamer elektronischer Workarounds beim Ändern der Übersetzung. Denn eine Änderung der Übersetzung führt sofort zu Problemen mit der Elektronik. Eine fertige Plug-and-Play Lösung gibt es hier nur in Form des sündhaft teuren Kit-Steuergerätes. Doch Martin Bauer schaffte mit einem günstigen Work-Around eine Lösung - dennoch schrecken diese Mühseligkeiten bestimmt einige Interessenten ab.

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Bericht vom 19.09.2021 | 7.047 Aufrufe

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