Yamaha MT-125 (2014-2019) Gebrauchtberatung

Das A1 Naked Bike im Gebrauchtcheck

Yamahas MT-Baureihe ist die Erfolgsgeschichte der 2010er Jahre und war die treibende Kraft hinter der Verjüngung der Firma. Bei so vielen erfahrenen Bikern, die sich für die MT-09 oder MT-10 entscheiden, ist es keine Überraschung, dass die nächste Generation, die ihre Reise auf zwei Rädern beginnt, ebenfalls inspiriert ist, sich der Dark Side of Japan zuzuwenden.

Die MT-125, die 2014 auf den Markt kam, bietet neuen Fahrern oder denen, die einfach nur ein wirklich sparsames Citybike wollen, einen günstigen Einstieg in den MT-Lifestyle. Und um preisbewusstes Fahren geht es bei der MT, denn hinter dem durchgeknallten Styling verbirgt sich eine sehr, sehr einfache Maschine. Aber ist daran etwas falsch?

Yamaha MT-125 (bis 2019) Motor, Leistung und Verbrauch

Da alle 125er in ihrer Leistung begrenzt sind, sah Yamaha bei der MT keine Notwendigkeit, experimentierfreudig zu werden. Sie wird von einem sehr einfachen 125 ccm wassergekühlten SOHC Einzylinder angetrieben, der die erforderlichen 15 PS leistet. Beim Fahren fehlt dem Motor die Spritzigkeit, die man von den moderneren DOHC 125ern kennt, aber er rumpelt vor sich hin und liefert Verbrauchswerte von circa 2,8 l/100 km, egal wie sehr man ihn antreibt. Geschwindigkeiten um die 110 km/h (nach viel Anlauf) sind möglich, wobei das alles ist, was man von ihm verlangen kann. Weniger Vibrationen wären schön, aber das ist sein einziges Problem, denn der Motor erfüllt alle Anforderungen an ein solches Motorrad. Und das Gleiche könnte man auch über das Fahrwerk sagen.

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Ein entspanntes Naked Bike für die Stadt

Die MT-125 ist keine sportliche 125er, aber sie ist leicht, agil und perfekt für die Stadt geeignet. Wenn man sie mit etwas Enthusiasmus fährt, verwandelt sich das Federbein schnell in einen Pogo-Stick, da alles super-weich eingestellt ist- Einschließlich der Gabel, aber auch das ist bei einer stadttauglichen 125er zu erwarten. Wenigstens hat man die Option auf ABS, was in vielerlei Hinsicht entscheidender ist als fette Reifen und die Fähigkeit, das Knie zu schleifen. Obwohl die Optik auch ziemlich entscheidend ist und da wird die MT die Meinungen spalten.

Ausstattung und Optik der ersten MT-125 Generation

Aus der Ferne sieht der MT schon ziemlich "funky" aus. Sie zeigt stolz ihr familiäres Erbe und ihr LCD-Armaturenbrett hat eine Tankanzeige und ein ziemlich stylisches Aussehen. Wenn man sich die MT jedoch genauer ansieht, fällt diese Fassade schnell ab und man ist ein wenig enttäuscht, da sie der 125 Duke in puncto Ausstattung in keiner Weise das Wasser reichen kann.

Wenn ihr nach einer schnörkellosen 125er wie der Yamaha YBR125 sucht, aber ein Bike mit etwas mehr Coolness-Faktor wollt, ist die MT-125 eine gute Option. Zuverlässig, cool aussehend und mit einer anständigen "Big Bike"-Fahrposition gibt es viel, was man an dem kleinsten Mitglied der MT-Familie mögen kann, abgesehen von dem günstigen Preisschild. Sie ist nicht die beste nackte 125er, aber sie ist eine solide Wahl.

Worauf man beim Kauf einer gebrauchten Yamaha MT-125 achten muss

Es ist extrem schwer, die Dinge zu bestimmen, auf die man bei einer MT-125 achten muss, da es so sehr auf den Vorbesitzer ankommt. Tatsache ist, dass der SOHC-Motor so einfach ist und der Rest des Motorrads zu einem so niedrigen Preis gebaut wurde, dass größere mechanische Probleme selten auftreten. Es sei denn, der Vorbesitzer hat totale mechanische Ungeschicklichkeit gezeigt.

Wenn ihr eine MT-125 besichtigt, schaut sie am besten genau an und macht euch ein Bild davon, wie ihr bisheriges Leben verlaufen ist. Wenn es sich um einen Privatverkauf handelt, werft einen Blick auf die Kette und die Ritzel, um zu sehen, ob sie gut geschmiert, die Kette gut eingestellt und die Ritzel nicht verhakt oder verschlissen sind. Ihr müsst hoffen, dass ein Händler dies überprüft, bevor er das Motorrad in den Ausstellungsraum stellt, aber wenn ein Motorrad mit einer rostigen und schlecht eingestellten Kette verkauft wird, müsst ihr davon ausgehen, dass der Besitzer es versäumt hat, sich um die regelmäßige Wartung zu kümmern - und das ist ein Grund zur Sorge. Überprüft die Lenkerenden, Spiegel und den Auspuff auf Anzeichen von Kratzern oder Dellen, die auf einen Sturz hindeuten und geht auch ein paar Schritte zurück und schaut, wenn ihr das Motorrad direkt von hinten betrachtet, ob der Lenker gerade ist. Nach den visuellen Kontrollen ist es an der Zeit, die Feinheiten zu überprüfen.

Die Yamaha MT-125 gilt als zuverlässiges Bike

Der SOHC-Motor ist kugelsicher, aber wie jeder Motor mit kleinem Hubraum wird er meist im kalten Zustand hart rangenommen und das bedeutet, dass er oft ein bisschen Öl verbrennt. Prüft den Ölstand und wenn er niedrig ist, müsst ihr euch Sorgen machen, wie sehr sich der Besitzer um sein Bike gekümmert hat! Die MT hat ein Serviceintervall von 6.000 Kilomter (oder einem Jahr) und das Armaturenbrett zeigt eine "Ölservice"-Warnung an, wenn ein Wechsel nötig ist. Apropos, überprüft das Armaturenbrett immer auf Fehlercodes, die unterhalb der Kraftstoffanzeige, wo sich die Kraftstoffabschaltung befindet, als "Er_1" und mit er zusätzlichen Zahl erscheinen.

Was das Fahrwerk der MT betrifft, so sucht abgesehen von den offensichtlichen Sturzschäden nach Schäden und Verschleißteilen, die beim TÜV wichtig werden. Also prüft die Gabel auf Undichtigkeiten, Bremsbeläge, Kette und Ritzel, Reifen usw. Seltsamerweise haben die Spiegel der MT die Angewohnheit, sich lose zu vibrieren, also prüft, ob sie gut und fest sitzen...

Gab es eine Modellpflege?

ABS wurde 2015 als optionales Extra hinzugefügt (sie hieß dann MT-125 A), das schnell zum Standard wurde, als die Euro4-Vorschriften in Kraft traten. Heutzutage kann man nur noch ein Modell mit ABS kaufen. 2016 führte Yamaha sein neues Night Fluo-Farbschema für die gesamte MT-Baureihe ein, auch für die 125er. 2020 erhielt sie bei der ersten großen Überarbeitung zusammen mit dem VVT-Motor und Fahrwerk der YZF-R125 einen neuen Look.

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Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 15.02.2021 | 6.053 Aufrufe

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