KTM 125 Duke 2021 Test – Die Königin der A1-Klasse?

KTMs Erfolgsmodell soll auch 2021 wieder die A1-Klasse dominieren

Vom dichten Gedrängel Barcelonas, bis zu den umliegenden Bergstraßen konnten wir die neue KTM 125 Duke testen. Hat die 2021er Duke das Zeug dazu, den Erfolg fortzuführen?

Die neue KTM 125 Duke 2021 hat große Erwartungen zu erfüllen. Schließlich war das 2020er Modell die absolute Spitzenreiterin der A1-Klasse. Mit 5.334 in Deutschland verkauften Stück lag sie nicht nur meilenweit vor dem zweiten Platz (Yamaha MT-125 mit 2.439 Stück), sondern hätte auch in der normalen Statistik zu den Top 3 gehört. Als Leichtkrafträder werden A1-Motorräder nicht in den gleichen Tabellen geführt wie größere Motorräder, aber rein an den Verkaufszahlen gemessen verkaufte sich 2020 nur die BMW R 1250 GS noch öfter als die 125 Duke. Was aber macht die kleinste Herzogin so begehrenswert und hat sich das Rezept seit letztem Jahr verändert?

Das Duke-Rezept – Handling und Ergonomie

Das Duke Rezept ist so gestaltet, dass es den sportlich orientierten A1-Piloten direkt ins Herz fährt. Die schmale Taille ermöglicht eine kurze Schrittbogenlänge und guten Knieschluss, durch den das niedrige Gewicht von nur 139 kg (trocken) spielerisch von einem Radius in den nächsten geworfen werden kann. Der breite Lenker verfeinert noch das Gefühl für die Front und in Kombination mit dem goldrichtig abgestimmten WP APEX Fahrwerk, ergibt das ein traumhaft verspieltes Fahrverhalten. Quasi von selbst kippt die Duke in Schräglage und zieht sauber durch die Kurve. Das enge Winkelwerk ist ihr Revier, schnelle Wechselkurven ein Riesenspaß. Aber nicht nur das Handling sorgt für ein breites Grinsen unter dem Helm. Großer Pluspunkt an der Ergonomie ist auch, dass man selbst als größerer Pilot noch gut auf die 125 Duke passt. Auch der 187 cm große Poky ist ein Fan der 125 Duke.

Bild von Poky
Poky

"10 Jahre 125 Duke sind eine echte Erfolgsgeschichte. Noch immer ist die kleinste Herzogin der Freudenspender schlechthin in der A1 Klasse. Schlechte Nachricht: Das eben Gesagte gilt nur für 16-Jährige. Gute Nachricht: Im Sattel der 125 Duke wird jeder wieder zum 16-Jährigen."

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Ein Spaßgerät, bei richtiger Handhabung - Der Motor der KTM 125 Duke

Der 125 cm³ Einzylinder mit 15 PS bei 9.500 U/min und 12 Nm bei U/min bei 7.500 U/min ist ein richtiges Spaßaggregat. Es braucht zwar Drehzahl um auf Touren zu kommen, doch quirlig dreht der Eintopf hoch und schiebt obenrum für einen A1-Motor mächtig an. Schafft man es sich konstant zwischen 7.000 und 10.000 Umdrehungen zu halten, wird die Duke zur Sportskanone, mit welcher nur wenige A1-Bikes mithalten können. Aufgrund der geringen Motorleistung ist sie aber durchaus anspruchsvoll zu fahren, was gut ist. Möchte man das Maximum herausholen, sollte genau überlegt werden, in welchem Gang die Kurve angefahren wird. Ansonsten geht dem kleinen Achtelliter-Murl, vor allem auf kurvigen Bergstraßen, schnell die Luft aus. Aber genau das macht den Spaß aus. Schafft man es im performanten Drehzahlbereich zu bleiben, ist das ein Erfolgserlebnis und außerdem macht wenig so viel Spaß, wie in mächtiger Schräglage und bei Vollgas durch die Kurven zu ziehen.

Ausstattung der KTM 125 Duke 2021

Auch in puncto Ausstattung muss sich die 125 Duke nicht verstecken. Die WP APEX Upside-Down-Gabel mit 43 mm Durchmesser und 142 mm Federweg vorne und das WP APEX Monochock Federbein mit 150 mm Federweg hinten passen perfekt auf die Duke und sind genau richtig auf das Gewicht, schön sportlich, aber nicht ungut hart eingestellt. Auch die Abstimmung der 300 mm Bremsscheibe mit Vierkolben-Radialfestsattel von ByBre vorne und der 230 mm Scheibe mit Einkolben-Schwimmsattel hinten ist gut gelungen. Der Biss ist kräftig, packt früh zu und der Bremspunkt ist schön präzise, sowohl bei der Hand-, als auch bei der Fußbremse. So lässt sich die Verzögerung fein dosieren und spätes Anbremsen vor der Kurve ist kein Problem. Großen Spaß beim Bremsen bringt auch der Supermoto-Modus mit sich. Bei diesem ABS-Modus, den man auch schon von anderen Duke-Modellen kennt, wird das ABS des Hinterrads deaktiviert und das Rad kann blockieren. Kindisch steigt man voll in die Bremse, zieht einen schwarzen Strich in den Asphalt und kann sich das Grinsen einfach nicht mehr verkneifen. Natürlich sollte der SM-Modus in Maßen und verantwortungsvoll genossen werden, doch der Fahrspaß wird noch einmal massiv durch ihn erhöht.

Ansonsten ist das bemerkenswerteste Ausstattungsstück mit Sicherheit das farbige TFT-Display. Sonst bekommt man so eine moderne Anzeige eher nur in höheren Motorrad-Klassen, aber auch auf der Duke sitzt das Ding gut. Die wichtigsten Daten sind gut ablesbar, die Menüführung ist intuitiv und lässt sich über die gut positionierten Schalter am linken Lenkerende bedienen. Mit der kostenpflichtigen KTM My Ride App lässt sich sogar das Handy mit dem Motorrad verbinden. High-Tech für die A1-Klasse!

Die Schwächen der 125 Duke

Zum Nörgeln gibt es bei der KTM 125 Duke nicht viel. Weder Fahrverhalten, noch Ausstattung lassen viele Wünsche offen, vor allem wenn man andere Bikes der A1-Klasse als Referenz nimmt. Verstellbare Handhebel könnte KTM der Duke aber gönnen, schließlich sind sie auf der Konzernschwester Husqvarna Svartpilen 125 verbaut und gerade für die A1-Klasse, wo die Größe der Fahrer sehr stark variieren kann, sehr nützlich. Auch ein Wunder der Alltagstauglichkeit sollte man sich mit der Duke nicht erwarten, aber das versucht sie auch gar nicht zu sein. Sie ist ein sehr sportliches A1-Bike, welches durch ihre fein abgestimmten Komponenten, den potenten Motor und sofern man sich mit der KTM-Optik anfreunden kann, genau richtig für Performance-orientierte A1-Piloten ist. Sie ist eine typische Duke und so ist auch zu erwarten, dass KTM mit der Achtellliter-Herzogin weiterhin sehr erfolgreich sein wird.

KTM 125 Duke 2021 technische Daten

MOTOR
DREHMOMENT12 Nm
GETRIEBE6 Gänge
KÜHLUNGFlüssigkeitskühlung
LEISTUNG11 kW
STARTERElektrostarter
HUB47.2 mm
BOHRUNG58 mm
KUPPLUNGMehrscheibenkupplung im Ölbad, mechanisch betätigt
CO2-EMISSION56 g/km
HUBRAUM124.7 cm³
EMSBosch EMS
BAUART1-Zylinder, 4-Takt Motor
KRAFTSTOFFVERBRAUCH2.42 l/100 km
SCHMIERUNGNasssumpf
FAHRWERK
TANKINHALT (CA.)13.4 l
ABSBosch 9.1 MB Zweikanal-ABS (Supermoto ABS)
DURCHMESSER BREMSSCHEIBE VORNE300 mm
DURCHMESSER BREMSSCHEIBE HINTEN230 mm
BREMSE VORNEVierkolben-Radialfestsattel , Bremsscheibe
BREMSE HINTENEinkolben-Schwimmsattel, Bremsscheibe
KETTE520 X-Ring
TROCKENGEWICHT139 kg
RAHMEN BAUARTGitterrohrrahmen, pulverbeschichtet
FEDERUNG VORNEWP APEX 43
BODENFREIHEIT175 mm
FEDERUNG HINTENWP APEX Monoshock
SITZHÖHE830 mm
STEUERKOPFWINKEL65 °
FEDERWEG VORNE142 mm
FEDERWEG HINTEN150 mm

Alle Angaben ohne Gewähr

Fazit: KTM 125 Duke

Die KTM Duke 125 ist auch in der Euro 5 Version das Motorrad, das es in der A1 Klasse zu schlagen gilt. Überlegene Ausstattung, potenter Motor, gutes Fahrwerk, tolles Display und spaßiger Supermoto-Modus lassen nicht nur das Herz der 16-Jährigen höher schlagen. Die Optik polarisiert zwar, lässt den Beobachter aber auch die kleinste Duke eindeutig als solche erkennen. Die Duke 125 ist zwar nicht billig aber ihren Preis wert.


  • spritziger Motor
  • super-agiles Handling
  • Supermoto-Modus serienmäßig
  • erwachsenes Fahrwerk
  • top Bremsen
  • scharfes TFT-Display
  • Connectivity (optional)
  • Optik nicht jedermanns Sache
  • Preis für 125er hoch

Bericht vom 19.03.2021 | 14.911 Aufrufe

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