Welchen E-Roller kaufen? - Elektroroller Marktübersicht 2020

In allen Farben und Formen gleiten sie surrend durch die Stadt!

Elektroroller sind die Zukunft des urbanen Verkehrs - zumindest laut Trendanalyse. Der Markt boomt und neue Modelle schießen regelrecht aus dem Boden. Der Trend hat in Asien begonnen, inzwischen aber auch Europa im Sturm erobert. Dermaßen viele E-Roller Marken und Modelle gibt es, dass man leicht die Orientierung verliert. Wir versuchen einen Überblick über neue und auch einige alte Modelle zu verschaffen.

Ein Blick auf das Elektroroller Sortiment und sofort fällt auf, dass der Fokus stark auf Kurzstreckenpendler im innerstädtischen Verkehr liegt. Leistung ist vernachlässigbar, was zählt sind Reichweite, Praktikabilität und Ladedauer. Erreichbare Höchstgeschwindigkeiten liegen selten über 70 km/h und die Reichweiten übersteigen kaum 100 Kilometer. Trotz dieser auf den ersten Blick mageren Zahlen explodiert der Markt förmlich. In Asien wurde mächtig vorgelegt, doch auch in Europa steigen die Verkaufszahlen und immer mehr Hersteller richten ihren Blick auf das E-Roller Segment. Einer der größten Player hierbei ist NIU. Und das sowohl in Asien, als auch in Europa.

NIU Elektroroller 2020

Schon die Statistik allein ist beeindruckend und lässt für die Zukunft noch einiges mehr erwarten. In der ersten Hälfte von 2019 verkauften sich NIU Roller bereits 810.000 mal. Bemerkenswert, vor allem wenn man auf das Gründungsjahr von NIU schaut: 2014. Nicht viele Hersteller schafften es in den ersten 5 Jahren mehrere Millionen Roller zu verkaufen und insgesamt drei Milliarden Kilometer Fahrleistung in 34 Ländern zurückzulegen. Zu verdanken haben die NIU Modelle ihren Erfolg wohl einer Mischung aus stabilen Eckdaten, Praktikabilität und Innovation. Außerdem punkten NIUs im Vergleich zur Konkurrenz mit relativ günstigen Preisen. Diese Pluspunkte sind auch dafür verantwortlich, dass NIU die einziegen E-Roller sind die in den Top20 der Zulassungsstatistik für Leichtkrafträder aufscheinen.

Für 2020 hat das chinesische Unternehmen drei neue Modelle angekündigt, jeweils eine Weiterentwicklung der drei Modellreihen M, N und U. Die M-Modellreihe fokussiert sich auf gemeinschaftliche Stadtfahrer mit genügend Platz für zwei. Die N-Modelle sind die sportlichen Premium-Modelle von NIU. Vor allem der neue NIU NQiGTs Pro soll für Furore sorgen. Bei den ultraleichten und minimalistischen U-Modellen gibt es den neuen NIU UQiGT Pro. Mehr Details zu diesen neuen NIU Modellen haben wir euch schon im NIU Elektroroller Modelle 2020 Bericht zusammengefasst.

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Vespa Elettrica Elektroroller 2020

Vespa ist so ziemlich das Gegenteil von NIU. Die Traditionsmarke ist für ihre Roller schon seit dem zweiten Weltkrieg bekannt, doch mit E-Mobilität hat sie noch nicht viel gearbeitet. 2020 kommt die Vespa Elettrica mit 70 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite bis zu 100 km. Von der Konkurrenz will sich Vespa mit besonderer Geräuscharmut und zwei Betriebsmodi abgrenzen. Im ECO-Modus soll die Reichweite konstant bei 100 km bleiben, selbst bei dauerhaften 70 km/h. Im Power Modus soll die Elettrica noch flotter vorpreschen und auch noch 70 km weit kommen. Das ganze findet Platz im typischen Vespa-Kleid mit modernen Farbakzenten, wie man im Bericht zu den Vespa Neuheiten 2020 und der dazugehörigen Bildergalerie sehen kann.

Harley Davidson Elektroroller

Wie viel Bedeutung dem E-Trend beigemessen wird, zeigt Harley Davidson. Neben fetten Choppern, bollernden Motoren und richtigen Männermotorrädern wollen die Amerikaner anscheinend auch am E-Roller Markt mitmischen und haben vor kurzem ein Patent angemeldet. Der Prototyp ist sehr minimalistisch gehalten und erinnert eher an ein breit gebautes BMX-Fahrrad (Bilder in der Bildergalerie). Neben dem tiefliegenden Akku und der Motoreinheit sind zwar Harley-typische Trittbretter angebracht, sonst hat der kleine Stadt-Flitzer aber wenig mit seinen Verbrenner-Schwestern gemein. Mehr Details sind bis dato noch nicht bekannt. Trotzdem könnte der City-Roller noch dieses Jahr kommen.

Seat Elektroroller 2020

Noch weniger als Harley hatte bisher Seat mit Rollern zu tun. Sie haben ja noch nicht einmal etwas mit zwei Rädern produziert. Doch auch hier gibt es 2020 wohl ein Debüt. Der noch namenlose E-Scooter wurde auf dem Smart City Expo World Congress in Barcelona vorgestellt und soll in der 125er Klasse antreten. Ins Feld führt er eine Dauerleistung von 7 kW, eine Spitzenleistung von 11 kW, Geschwindigkeiten bis 100 km/h und rund 115 Kilometer Reichweite. Alles in allem beachtliche Zahlen. Praktisch ist auch, dass der Energiespeicher zum Laden mit nach Hause genommen werden kann. Schönheit liegt zwar im Auge des Betrachters, doch auf dem inzwischen recht großen Elektroroller-Markt fahren schon einige sehr hässliche Scooter durch die Gegend [Meinung der Redaktion]. Der Seat Roller zählt allerdings nicht dazu. Mit sportlichem, rot-schwarzen Design, scharfen Linien und LED-Lichtelementen macht er eine mehr als gute Figur.

Peugeot Elektroroller 2020

Bisher war der Ludix ein klassischer 50 Kubik Roller mit Verbrennungsmotor, doch 2020 mischt Peugeot die Karten neu. Der 84 Kilogramm schwere Elektroroller bleibt weiterhin in der 50 Kubik Klasse heimisch und ist somit auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h begrenzt. Zum einfachen Laden des Akkus kann die 9 kg schwere Einheit aus dem Roller schnell und einfach entfernt werden und dann in der Wohnung / im Haus geladen werden - ein Plus für den praktischen Nuten! Vollgeladen soll er eine Reichweite von bis zu 50 Kilometer erreichen und innerhalb von 3 Stunden wieder vollständig geladen sein.

Zapp Elektroroller

Dass der Elektroroller-Trend international ist, zeigt das britische Start-Up Zapp. Mit ihrem I300 E-Roller mischen auch sie seit kurzem am Markt mit. Das besondere am I300 ist der Z-förmige Alurahmen. Dadurch fällt zwar ein Helmfach weg, dafür ist der I300 mit seiner Leichtbauweise und dem 19 PS starken Motor recht flott unterwegs. 2,4 Sekunden auf 50 km/h. Außerdem gibt es im Zubehör noch eine Hart-Case-Gepäckbox. Vorne macht ein hochauflösendes Digitaldisplay Eindruck. Mit den zwei ausbaubaren, ca. 5 Kilo schweren Akkus soll man 60-90 Kilometer weit kommen. Preislich liegt der I300 bei 6.300€ (Basispreis) in Deutschland.

Simple E-Scooter

Auch stark im Kommen sind Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Das bringt den Vorteil, dass ein Führerschein der AM-Klasse ausreicht um sie zu lenken und somit auch Autofahrer einfach aufsteigen und losfahren dürfen. Das deutsche Start-Up Simple bringt genau so einen E-Scooter mit dem passenden Namen eScooter 1 auf den Markt. Punkten soll dieser mit einem hohen Grad an Konfigurierbarkeit und umfangreichen Zubehör. Man kann z. B. gleich bei Simple den eScooter 1 plus zwei Integralhelme plus passender Versicherung kaufen. Mit zwei Akkupacks sollen bis zu 100 km erreicht werden. Die Ladezeit der zwei 9 kg schweren Akkus von LG beträgt vier Stunden, wobei nach nur zwei Stunden schon 70 Prozent erreicht werden sollen. Der Basispreis des eScooter 1 liegt bei 1.999€. Ein netter Bonus: Versand ist in Deutschland kostenlos.

BMW C Evolution

Der BMW C Evolution ist zwar kein neues Modell, gehört als BMWs Zugang zum Elektroroller-Segment aber auch erwähnt. Außerdem ist er einer der wenigen Vertreter der größeren E-Roller. Mit 48 PS Spitzenleistung, 74 Nm, einer elektronisch abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h und einer Reichweite von 160 km spielt er in einer anderen Liga und zielt auch schon mehr in Richtung Stadt und Umgebung ab. Der Horvath hat ihn auch schon ausführlich getestet. Am besten gleich den BMW C Evolution Long Range Bericht dazu lesen.

Cezeta Elektroroller

Als Kuriosum zum Schluss müssen noch die Cezeta Elektroroller erwähnt werden. Sie sind zwar auch keine 2020er Modelle, doch mit so einem Look bleiben sie sehenswert. Der ursprüngliche Hersteller von Motorrollern aus Tschechien wurde 2013 von einem Engländer wiederbelebt. Seitdem werden moderne Elektromotoren in das seltsam anmutende Retro-Kleid aus den 50ern gesteckt. Das Ergebnis sind die schwer zu beschreibenden Modelle Cezeta Type 506. Also am besten zur Bildergalerie gehen und sich selbst ein Bild machen. Der Motor im Inneren leistet 15 PS und soll Höchstgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h schaffen. Der Basispreis ist mit 13.000€ happig, um es freundlich zu formulieren. Der Cezeta ist also eher ein Statement, als ein praktisches Pendelfahrzeug. Dafür kann man sich sein teures Stück auch mit Dingen wie Bluetooth-Lautsprechern, Windschild, Alarmanlage und mehr ausstatten.

Der Elektroroller Markt - ein unüberschaubares Feld

Wie man sieht, Elektroroller gibt es in den verschiedensten Ausführungen, Formen und Austattungsklassen. Eine vollständige Liste aufzuführen ist fast unmöglich, denn schon allein durch die Geschwindigkeit der Neuerscheinungen wäre sie wahrscheinlich bereits eine Woche später nicht mehr aktuell. Außerdem spielen sich auch die meisten Entwicklungen und Neuerscheinungen am asiatischen Markt ab, in den wir nicht so genauen Einblick haben. Diese Übersicht ist also eher als grobe Zusammenfassung mit ein paar hervorgekehrten Besonderheiten zu verstehen.

In Zukunft wird den E-Rollern sicher noch mehr Bedeutung zukommen. Nicht nur als Privatfahrzeuge für Pendler, sondern auch als Sharing-Variante alá Car to go und Co.

Autor

Bericht vom 25.01.2020 | 25.739 Aufrufe

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