Pedro Acosta über KTM: „Die Idee war Nummer 1“
Pedro Acosta spricht offen über seine Rolle in der MotoGP
Der junge KTM-Star spricht mit 1000PS über seine Rolle im Werksteam, moderne MotoGP-Technik und warum Fahrer heute weniger Unterschied machen können.
Pedro Acosta fährt erst seit der Saison 2024 in der MotoGP - spricht aber bereits wie ein Fahrer, um den ein komplettes Werksteam aufgebaut wird. Der Spanier sorgte schon in seiner Debütsaison bei GASGAS Factory Racing Tech3 für Aufsehen: Bereits in seinen ersten drei MotoGP-Rennen fuhr Acosta sensationell aufs Podium und beendete seine Rookie-Saison am starken sechsten Gesamtrang. Inzwischen fährt der mittlerweile 21-Jährige im KTM-Werksteam - und gilt längst als zentrale Zukunftshoffnung der Österreicher.
Beim MotoGP Media Day am Red Bull Ring wirkte Acosta ruhig, reflektiert und erstaunlich offen. Vor allem dann, wenn es um seine Rolle innerhalb des KTM-Projekts ging. Denn während von außen oft noch vom ”jungen Talent” gesprochen wird, scheint intern längst klar zu sein, wohin die Reise gehen soll.
”The idea was that I become the rider number one.” Ein bemerkenswert offenes Statement des Spaniers - vor allem in einem MotoGP-Fahrerlager, in dem viele Aussagen normalerweise deutlich vorsichtiger formuliert werden.
KTM entwickelt das Motorrad immer stärker in Acostas Richtung
Dass KTM aktuell immer stärker auf Acosta zugeschnitten wird, deutet der junge Spanier mehrfach an. Vor allem die Entwicklung der RC16 scheint inzwischen deutlich näher an seinem Fahrstil zu liegen: ”They really made a step in the direction that I wanted.”
Dabei spricht Acosta nicht wie ein Fahrer, der einfach nur schnell sein möchte. Vielmehr klingt er bereits wie die zentrale Figur eines langfristigen Projekts. Kommunikation, technische Entwicklung und die grundsätzige Richtung des Motorrads scheinen zunehmend um ihn herum aufgebaut zu werden.
Trotz der enormen Erwartungen wirkt Acosta dabei erstaunlich gelassen - auch weil er das Gefühl hat, innerhalb des KTM-Projekts seit Beginn starken Rückhalt zu bekommen. ”At the end of the day, pressure is pressure. You need to live with it.”
Moderne MotoGP: Der Fahrer macht weniger Unterschied als früher
Besonders spannend wurde das Gespräch dort, wo Acosta über die moderne MotoGP sprach. Aerodynamik, Ride-Height-Systeme und immer komplexere Technik verändern den Sport aus Sicht vieler Fahrer massiv - und Acosta spricht das direkt an: ”A rider can give one or two tenths, but not half a second.”
Der Fahrer könne heute noch kleine Unterschiede machen, aber längst nicht mehr jene riesigen Abstände erzeugen wie frühere Generationen. Das Motorrad selbst werde immer wichtiger.
Eine Aussage, die gut zu den Beobachtungen von Dr. Helmut Marko passt. Auch der Botschafter für den Red Bull Ring erklärte beim Media Day gegenüber 1000PS, dass moderne Motorsportserien zunehmend technischer werden. Acosta formuliert es allerdings deutlich direkter.
Hat die MotoGP noch genug echte Persönlichkeiten?
Überhaupt fällt auf, wie ungefiltert der KTM-Star auftritt. Ein echter Typ im Fahrerlager. Während viele seiner Kollegen heute perfekt mediengeschult wirken, ist Acosta oft erstaunlich ehrlich - manchmal fast bewusst unangepasst und bringt es im 1000PS Interview gut auf den Punkt: ”Sometimes people are too politically perfect.”
Auf die Frage, warum er oft ungewöhnlich offen antworte, sagt Acosta schlicht: ”At the end of the day, I just say what I think.”
Vielleicht ist genau das ein Teil jener Persönlichkeit, die ihn aktuell zu einem der interessantesten Fahrer der gesamten MotoGP macht. Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.
MotoGP-Spitze rückt enger zusammen - wo steht KTM?
Die MotoGP-Saison 2026 präsentiert sich aktuell offener als viele Jahre zuvor. Ducati gilt zwar weiterhin als Benchmark der Königsklasse, doch die Dominanz ist längst nicht mehr so eindeutig wie noch vor wenigen Saisonen. Vor allem Aprilia hat in den vergangenen Monaten enorme Fortschritte gemacht und zählt inzwischen regelmäßig zu den stärksten Motorrädern im Feld.
KTM hingegen kämpft aktuell noch damit, konstant an diese Spitze anzuschließen. Zwar zeigt die RC16 immer wieder großes Potenzial, doch im direkten Vergleich mit Ducati und Aprilia fehlt den Österreichern derzeit noch die letzte Konstanz über eine komplette Renn-Distanz.
Gerade deshalb ruhen innerhalb des Projekts viele Hoffnungen auf Pedro Acosta. Der Spanier gilt nicht nur als schnellster KTM-Pilot der Zukunft, sondern zunehmend auch als Fahrer, um den die langfristige Entwicklung des Motorrads aufgebaut wird.
Beim Gespräch am Red Bull Ring entsteht jedenfalls klar der Eindruck, dass KTM in Acosta weitaus mehr sieht. Und Acosta selbst scheint das inzwischen ebenfalls zu wissen.
Neuer Termin im September aber gleiches Feeling und gleiche Preise am Red Bull Ring
Der Termin für den ”Motorrad Grand Prix von Österreich” ändert sich zwar im Jahr 2026, die Preise und das Side-Event-Feuerwerk am Red Bull Ring bleibt jedoch unverändert. Live-Konzerte, sowie Autogramm-Sessions mit den WM-Stars sind den Fans sicher. Alle Informationen rund um die MotoGP in Österreich sowie Tickets gibt es unter www.redbullring.com
Bericht vom 23.05.2026 | 745 Aufrufe