Sind Messen im Zeitalter des Internets überholt?

Gedanken anlässlich der Moto Austria 2020

43.480 Besucher in drei Tagen – um diese Zahl in Relation zu setzen: 1000PS hatte in Österreich im gleichen Zeitraum über 1 Million Aufrufe, dazu kommen noch deutlich über 800.000 aus Deutschland und der Schweiz. Braucht es Messen überhaupt noch?

Messestände sind teuer, Besucher müssen Tickets kaufen, die Aussteller haben neben der Standgebühr, Kosten für Transport, Nächtigungen, Personal, Wochenendzuschläge usw. zu tragen – warum entscheiden sich dennoch alle namhaften Hersteller für diese Investition? Warum geht man als Konsument zu einer Messe? Wir haben die Moto Austria in Wels genutzt, um einige Stimmen aus der Motorradbranche und aus dem Publikum zu diesem Thema einzufangen.

Der durschnittliche Messe-Besucher analysiert

Ist eine Messe nur noch für die ältere Generation interessant? In Zeiten, in denen das Smartphone aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist und vor allem die Jugend sich sämtliche Informationen online besorgt, waren wir überrascht, dass mehr als ein Drittel der Messebesucher unter 30 Jahre alt war. Jeder 10. war gar unter 18. Stolze 85 % der Besucher sind Zweiradbesitzer. Insgesamt bewerteten 87 % der Messebesucher das gebotene Ausstellungsangebot mit „sehr gut“ oder „gut“. 92 % des Messepublikums waren mit dem Messebesuch insgesamt sehr zufrieden oder zufrieden. Mehr als 80 % der Besucher gaben an, dass sie die Moto Austria in zwei Jahren auf alle Fälle wieder besuchen werden.

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Ausstellerstimmen von der Moto Austria in Wels

Die Vertreter der großen Marken waren durchwegs zufrieden mit der heurigen Moto Austria und freuen sich schon auf eine Wiederholung im Jahr 2022. Zum einen wurde die Infrasturktur am Gelände und zum anderen die Lage von Wels innerhalb Österreichs als vorteilhaft hervorgehoben. So meinte Oliver Balzer, Leiter BMW Motorrad Austria: „Eine sehr gelungene Premiere mit gut durchdachtem Konzept, perfektem Set-Up, schönen offenen Messehallen und mit bester Infrastruktur. Für uns war die Moto Austria ein voller Erfolg – bereits der erste Messetag war hinsichtlich Besucherzahlen eine sehr positive Überraschung. Das Interesse sowie Qualität der Messebesucher war sehr hoch und wir sind extrem zufrieden. Viele Besucher nahmen eine sehr weite Anreise in Kauf, um bei der Premiere mit dabei sein zu können. Die Richtung, die mit diesem neuen Messeformat eingeschlagen wurde, stimmt auf alle Fälle und wir freuen uns schon auf 2022.“

Auch Eva Schmid, Chefin Aprilia Österreich beim Importeur Ginzinger schloss sich dem Lob an: „Wels ist verkehrsgünstig gelegen, und die Halle ist sehr schön! Nach Wels zu gehen war eine sehr gute Entscheidung!“

Jenny Pfeiffer, Marketing- Leiterin bei KTM Österreich wäre beinahe das Infomaterial ausgegangen: „Wir hatten super viele interessierte Besucher, der Stand war durchgehend voll und die Leute wollten so viel Material haben wie schon lange nicht mehr. Wir sind durchwegs begeistert!“

Philipp Kornfeld, von Honda Österreich, immer noch stolz, dass sich der Gewinner der Wahl zum Motorrad des Jahres unter zehn Bikes eine Honda Africa Twin ausgesucht hat sagte: „Tolle Hallen, es ist alles super modern, sehr gute Infrastruktur und gute Anbindungen. Wir hatten Kunden aus Kärnten und der Steiermark am Stand. Ich war überrascht, wie viele Leute eigentlich von weit her nach Wels kommen, aber dieser Standort ist einfach ein Drehkreuz - in der Mitte Österreichs, leicht erreichbar und die Infrastruktur im Umfeld ist Top!“

Didi Brandl, führte am gut besuchten Ducati-Stand aus: „Tolle Veranstaltung! Es ist ja das erste Mal für uns, dass wir in Wels ausstellen und es ist immer sehr spannend wie sich so etwas entwickelt. Ich muss jetzt ehrlich sagen, es ist aus meiner Sicht ein großes Interesse an den Produkten und vor allem die Qualität an Besuchern ist enorm hoch. Ich bin sehr happy hier!“ Auch Karin Munk, die Generalsekretärin der Arge2rad zog eine positive Bilanz: „Die moto-austria hat gezeigt, dass es mit viel Leidenschaft und Engagement schon beim ersten Mal möglich ist, eine erfolgreiche Messe auf die Beine zu stellen und so alle Besucher zu begeistern. Für uns ist das der klare Auftrag, in zwei Jahren wieder Vollgas zu geben!“

Kaufentscheidung fällt in der Hälfte der Fälle auf der Messe

Auch wenn wir uns noch so viel Mühe geben euch möglichst umfassend zu Motorrad Neuheiten zu informieren, ein Probesitzen und Angreifen der Bikes können wir euch dennoch nicht bieten. Daher ist es unabdingbar sich vor dem Kauf persönlich auf das Objekt der Begierde zu schwingen und das wiederum ist nirgends so leicht möglich wie auf einer Messe. Vor allem wenn man mehrere Modelle in die engere Auswahl zieht, bietet sich ein Messebesuch an. Dennoch waren wir überrascht, dass die Hälfte der Besucher der Moto Austria, vor Ort die finale Kaufentscheidung für die kommende Anschaffung trifft.

Keine Messe ohne Berichte - keine Berichte ohne Messe

Fazit: Die Motorradmessen, sei es die EICMA in Mailand, die Swissmoto in Zürich oder die Moto Austria in Wels erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Ein derartiges Zusammenkommen aller Stakeholder der Branche ist durch keine noch so eindrucksvolle Berichterstattung zu ersetzen. Im Gegenteil, online und offline ergänzen sich hier und bieten allen Motorradenthusiasten eine tolle Show.

Autor

Bericht vom 12.02.2020 | 4.408 Aufrufe

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